{"id":59185,"date":"2010-05-18T02:09:15","date_gmt":"2010-05-18T00:09:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=59185"},"modified":"2010-05-18T09:09:30","modified_gmt":"2010-05-18T07:09:30","slug":"demokratieprojekt-vielfalt-tut-gut-hat-ueber-3500-jugendliche-im-vogelsberg-erreicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=59185","title":{"rendered":"Demokratieprojekt &#8220;Vielfalt tut gut&#8221; hat \u00fcber 3500 Jugendliche im Vogelsberg erreicht"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vogelsbergkreis. <\/strong>\u201eWer sich aktiv mit den Vorz\u00fcgen unserer demokratischen Ordnung auseinandersetzt, ernst genommen wird und auch Beteiligung \u00fcben kann \u2013 der ist weit weniger anf\u00e4llig f\u00fcr extremistische, demokratie- und freiheitsfeindliche Einstellungen. Dies gilt insbesondere f\u00fcr Jugendliche.\u201c Diese Auffassung vertritt Landrat Rudolf Marx (CDU) und freut sich \u00fcber den \u00fcberaus erfolgreichen Verlauf des Demokratieprojekts \u201eVielfalt tut gut\u201c.<!--more--><\/p>\n<p>An 90 Standorten in Deutschland gibt es solche Projekte, die vom Bundesjugendministerium ins Leben gerufen worden waren. 2008 und 2009 errang der Vogelsbergkreis dabei bei der wissenschaftlichen Bewertung durch Ministerium und Regiestelle in Berlin jeweils den ersten Rang. Eine stolze Bilanz: Das Projekt hat seit Ende 2007 \u00fcber 3500 Jugendliche im Vogelsbergkreis erreicht.<\/p>\n<p>2007 wurde der Vogelsbergkreis als einer von 90 Projekttr\u00e4gern in das bundesweite Jugenddemokratieprogramm \u201eVielfalt tut gut\u201c des Bundesministeriums f\u00fcr Familie, Frauen, Senioren und Jugend\u00c2\u00a0 aufgenommen. Zielsetzungen des Programms sind die Entwicklung, St\u00e4rkung und Verfestigung der demokratischen Haltungen und Orientierungen von Kindern und Jugendlichen und deren aktive Beteiligung an der Entwicklung des Gemeinwesens in der Region. Mit dieser St\u00e4rkung des demokratischen Bewusstseins will die Bundesregierung eine Immunisierung gegen extremistische Einstellungen und ein aktives Auftreten gegen extremistische Gruppierungen erreichen, erl\u00e4utert Silvia Lucas, im Jugendamt mit der Betreuung des Projekts beauftragt.<\/p>\n<p>Der Vogelsbergkreis wurde als einer von drei hessischen Projekttr\u00e4gern unter elf Bewerbern zur Aufnahme in das Bundesprogramm ausgew\u00e4hlt. Wesentliche Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Entscheidung waren die im lokalen Aktionsplan des Vogelsbergkreises dargestellte langj\u00e4hrige Tradition einer demokratischen und auf Teilhabe angelegten Jugendarbeit. \u201eInsbesondere die umfassenden Beteiligungsrechte, die dem Vogelsberger Kinder- und Jugendparlament seit seinem Bestehen 1992 einger\u00e4umt werden, waren f\u00fcr das Bundesministerium ausschlaggebend\u201c, hebt Landrat Marx hervor. In die Bewertung eingeflossen seien auch die zivilgesellschaftlichen Aktivit\u00e4ten gegen das Auftreten rechtsextremistischer Gruppierungen in unserer Region.<\/p>\n<p>Zur Umsetzung des Projektes wurde im Jahr 2007 beim Amt f\u00fcr Jugend-, Familie und Sport (Jugendf\u00f6rderung, Jugendbildungswerk) eine lokale Koordinierungsstelle Vielfalt eingerichtet. Gleichzeitig wurde ein Begleitausschuss\u00c2\u00a0 und ein breites, von unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen getragenes Netzwerk f\u00fcr das Projekt installiert. Auch hier wird dem Beteiligungsanspruch Jugendlicher in hohem Ma\u00df Rechnung getragen, unterstreicht die Soziologin Silvia Lucas. Von Oktober 2007 bis Ende 2009 wurden \u00fcber \u201eVielfalt\u201c in 52 Einzelprojekten der unterschiedlichsten Tr\u00e4ger weit mehr als 3500 Kinder, Jugendliche und Multiplikatoren erreicht. Die Summe, die das Bundesministerium zur Durchf\u00fchrung dieser Projekte zur Verf\u00fcgung stellte betrug 275.000 Euro. F\u00fcr das laufende F\u00f6rderjahr wurden erneut 110.000 Euro bewilligt.<\/p>\n<p>\u201eVielfalt\u201c ist nicht nur der Name des Projektes, vielf\u00e4ltig ist auch das Spektrum der gef\u00f6rderten Einzelprojekttr\u00e4ger, der Themen und der Zielgruppen. Jugendinitiativen, Jugendverb\u00e4nde, Kirchen, Vereine, Verb\u00e4nde, B\u00fcrger- und Kulturinitiativen begleiten und unterst\u00fctzen das Gesamtprojekt und f\u00fchren Projekte durch. Beispielhaft nennt Landrat Marx in seiner Bilanz des Vielfalt-Projekts das Jugendrotkreuz Ortsverein M\u00fccke mit seinem Toleranzprojekt f\u00fcr Kinder und Jugendliche, das evangelische Dekanat, das f\u00fcr viele \u00f6rtliche Kleinprojekte die Patenschaft \u00fcbernimmt und das Freiwilligenzentrum Alsfeld, das \u00fcber \u201eVielfalt\u201c das ehrenamtliche Engagement insbesondere von Jugendlichen unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Die effektive Steuerung und Umsetzung des Pro-Demokratie-Projekts durch die lokale Koordinierungsstelle, die gute Arbeit der Einzelprojekte im Kontext des Gesamtprojektes und die hervorragende Zusammenarbeit der unterschiedlichen Netzwerkpartner im Rahmen des lokalen Aktionsplans haben \u201eVielfalt\u201c im Vogelsberg zu einem Erfolgsprojekt gemacht, das sich auch auf Bundesebene und in der Fachwelt hoher Anerkennung und Akzeptanz erfreut. \u201eNicht ohne Stolz nehme ich zur Kenntnis, dass wir sowohl 2008 als auch 2009 in der bundesweiten Vergleichsbewertung aller 90 Einzelprojekte durch die Regiestelle und das Bundesministerium jeweils den Spitzenplatz eingenommen haben\u201c, freut sich der Landrat.<\/p>\n<p>Ende 2010 l\u00e4uft die finanzielle F\u00f6rderung von \u201eVielfalt\u201c durch das Bundesministerium aus. Ob es Folgeprogramme gibt und wie diese aussehen, ist heute noch unklar. Im Sinne der Nachhaltigkeit des Projektes geht der Landrat bei aller gebotenen Finanzdisziplin davon aus, dass auch nach 2010 die demokratische und partizipative Kinder- und Jugendarbeit des Vogelsbergkreises fortgef\u00fchrt wird, \u201edie auch einen Imagegewinn f\u00fcr unsere Region darstellt\u201c. Das demokratische Bewusstsein der Jugendlichen, deren kommunale und politische Handlungskompetenz und die Bereitschaft, sich an einer zukunftsorientierten Entwicklung des Gemeinwesens zu beteiligen solle weiter gest\u00e4rkt werden.<\/p>\n<p>Angesichts der Lage der kommunalen Finanzen werde das nicht durch die Schaffung von Personalstellen auf Stadt,- Gemeinde und Kreisebene zu realisieren sein, stellt Marx fest. Neue Konzepte f\u00fcr die Kinder- und Jugendarbeit unter Ber\u00fccksichtigung interkommunaler Synergieeffekte m\u00fcssten entwickelt werden. Auch hierbei hilft \u201eVielfalt\u201c: Eines der Einzelprojekte 2010 befasst sich genau mit dieser Konzeptentwicklung f\u00fcr die Region. Das Ziel bleibe weiterhin, in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und freien Tr\u00e4gern der Jugendarbeit den Vogelsbergkreis f\u00fcr Kinder und Jugendliche attraktiv zu gestalten und die Region auch f\u00fcr diese Altersgruppe lebenswert zu erhalten, unterstreicht Marx abschlie\u00dfend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Vogelsbergkreis. \u201eWer sich aktiv mit den Vorz\u00fcgen unserer demokratischen Ordnung auseinandersetzt, ernst genommen wird und auch Beteiligung \u00fcben kann \u2013 der ist weit weniger anf\u00e4llig f\u00fcr extremistische, demokratie- und freiheitsfeindliche Einstellungen. 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