{"id":59030,"date":"2010-05-06T04:46:16","date_gmt":"2010-05-06T02:46:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=59030"},"modified":"2010-05-06T08:46:24","modified_gmt":"2010-05-06T06:46:24","slug":"wirtschaftskrise-beeintraechtigt-hessischen-ausbildungsmarkt-nur-geringfuegig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=59030","title":{"rendered":"Wirtschaftskrise beeintr\u00e4chtigt hessischen Ausbildungsmarkt nur geringf\u00fcgig"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hessen. <\/strong>Unter der \u00dcberschrift Ausbildung in der Krise pr\u00e4sentierten heute das Hessische Ministerium f\u00fcr Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, das Institut f\u00fcr Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) und die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit gemeinsam die Ergebnisse des IAB-Betriebspanels zur betrieblichen Ausbildung in Hessen 2009. Prof. Dr. Alfons Schmid, wissenschaftlicher Leiter des IWAK stellte dabei klar, dass die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise den Ausbildungsmarkt in Hessen deutlich weniger beeinflusst hat, als erwartet.<!--more--><\/p>\n<p>Laut Studie bildeten 33 Prozent aller Betriebe in Hessen 2009 aus. Dies ist ein R\u00fcckgang um zwei Prozentpunkte bzw. etwa 3.000 Betriebe gegen\u00fcber dem Vorjahr, obwohl zwei Drittel aller hessischen Betriebe \u00fcber eine Ausbildungsberechtigung verf\u00fcgten. Die Zahl derer, die grunds\u00e4tzlich ausbilden d\u00fcrfen, hat damit sogar zugenommen. Folglich stieg der Anteil der Betriebe, die die Berechtigung zur Ausbildung nicht nutzten. Besonders gering ist die Ausbildungsbeteiligung in Kleinstbetrieben (ein bis neun Besch\u00e4ftigte) und im Dienstleistungsbereich.<\/p>\n<p>Der hessische Wirtschaftsstaatssekret\u00e4r Steffen Saebisch appellierte deshalb an die Unternehmen, das ungenutzte Ausbildungspotenzial zu aktivieren, um die f\u00fcr die Zukunft dringend ben\u00f6tigten qualifizierten Fachkr\u00e4fte zu gewinnen. Unterst\u00fctzungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Unternehmen, um zus\u00e4tzliche Ausbildungspl\u00e4tze zu schaffen bieten die F\u00f6rderprogramme des Hessischen Wirtschaftsministeriums. Als Beispiele nannte er das Existenzgr\u00fcndungsprogramm und das Programm \u201eAusbildung in Partnerschaften\u201c.<\/p>\n<p>\u201eAuch in der Krisen-Situation kommt es darauf an, dass ausreichend Angebote vorhanden sind, da gut ausgebildete Fachkr\u00e4fte eine der wichtigsten Voraussetzungen f\u00fcr Wachstum und Wohlstand darstellen\u201c, so Staatssekret\u00e4r Saebisch.<\/p>\n<p><strong>Ausbildungsquote leicht gestiegen<\/strong><\/p>\n<p>Die Ausbildungsquote &#8211; die Zahl der Auszubildenden pro 100 sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigten -\u00c2\u00a0 hat sich im Jahresvergleich jedoch von 4,9 Prozent auf 5,1 Prozent erh\u00f6ht. Hessen liegt damit aber immer noch deutlich unter dem westdeutschen Durchschnitt (5,7 Prozent). Lediglich in der \u00d6ffentlichen Verwaltung hat Hessen mit 5,5 Prozent eine h\u00f6here Ausbildungsintensit\u00e4t als Westdeutschland (3,6 Prozent).<\/p>\n<p>Die Ausbildungsquoten schwanken nach Wirtschaftszweigen hessenweit zwischen 9,3 Prozent im Baugewerbe und 4,2 Prozent im Dienstleistungsbereich. Eine Betrachtung nach Betriebsgr\u00f6\u00dfen belegt, dass Kleinstbetriebe eine deutlich h\u00f6here Ausbildungsquote (7,9 Prozent) haben als Gro\u00dfbetriebe mit mindestens 250 Besch\u00e4ftigten (4,4 Prozent).<\/p>\n<p><strong>\u00dcbernahme nach Ausbildung eher r\u00fcckl\u00e4ufig<\/strong><\/p>\n<p>Von den rund 32.000 Ausbildungsabsolventen sind etwa 19.200 von ihrem Ausbildungsbetrieb \u00fcbernommen worden. Damit ist die \u00dcbernahmequote auf 60 Prozent gesunken (2008: 62,0 Prozent; 2007: 66,0 Prozent). Die h\u00f6chsten \u00dcbernahmequoten weisen das Verarbeitende Gewerbe (73,0 Prozent) und Gro\u00dfbetriebe (66,0 Prozent) aus. Am schlechtesten sieht es im Dienstleistungsbereich und in Kleinstbetrieben aus.<\/p>\n<p>Hier konnte nur knapp jeder zweite Ausbildungsabsolvent im Betrieb verbleiben. Wesentlich deutlicher ist der R\u00fcckgang noch bei den Frauen. Betrug ihre \u00dcbernahmequote 2008 noch 64,0 Prozent, so ist sie 2009 auf 53,0 Prozent gefallen. Die besten \u00dcbernahmeaussichten haben Frauen im Bereich Handel (71,0 Prozent).<\/p>\n<p><strong>Probleme bei der Lehrstellenbesetzung<\/strong><\/p>\n<p>Auch im Jahr 2009 konnten in Hessen nicht alle angebotenen Ausbildungsstellen besetzt werden. Gro\u00dfe Probleme, geeignete Auszubildende zu finden, hatten die Kleinstbetriebe, bei denen \u00fcber ein Viertel der Stellen unbesetzt blieben. Nahezu keine Probleme, die angebotenen Stellen auch zu besetzen, hatten dagegen die Gro\u00dfbetriebe. Problematisch war es vor allem f\u00fcr das Baugewerbe: nur drei von vier Ausbildungsstellen konnten besetzt werden. Eine Entwicklung, die Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen, ebenso f\u00fcr das Ausbildungsjahr 2010 kommen sieht:<\/p>\n<p>\u201eDie Herausforderungen werden in diesem Jahr noch gr\u00f6\u00dfer werden. So lange Bewerber wie Betriebe nicht mehr Flexibilit\u00e4t an den Tag legen, werden wohl in diesem Jahr weiter Lehrstellen unbesetzt bleiben. Jugendliche \u2013 besonders junge Frauen \u2013 fixieren sich auf wenige Ausbildungsberufe, meist am Heimatort.<\/p>\n<p>Das ist nicht erfolgversprechend. Betriebe m\u00fcssen bereit sein auch den vermeintlich schlechten Schulabg\u00e4ngern eine Chance zu geben. Klagen \u00fcber fehlende Ausbildungsreife sind ernst zunehmen, aber sollten die Diskussion g\u00e4nzlich nicht \u00fcberlagern. Im Hinblick auf den wachsenden Fachkr\u00e4ftebedarf kann das Ausgrenzen von Jugendlichen keine Erfolgsstrategie sein.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Hessen. 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