{"id":5873,"date":"2007-10-15T01:31:02","date_gmt":"2007-10-14T23:31:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=5873"},"modified":"2007-10-15T01:55:55","modified_gmt":"2007-10-14T23:55:55","slug":"fuldaer-delegation-erlebte-eindrucksvolle-tage-in-sergiew-posad","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=5873","title":{"rendered":"Fuldaer Delegation erlebte eindrucksvolle Tage in Sergiew Posad"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sch\u00f6nes aus Fulda \/Sergiew Posad.<\/strong> Die Wettervorhersage f\u00fcr die russische F\u00f6deration ist wenig erfreulich. Niedrige Temperaturen und Regen sind f\u00fcr die Hauptstadt und das Besuchsziel, Fuldas Partnerstadt Sergiew Posad, angesagt. Drei Stunden und mehr als 2.000 Flugkilometern sp\u00e4ter wird die Fuldaer Delegation um Oberb\u00fcrgermeister M\u00f6ller, Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann, Koordinator Karl Hrasky, IHK Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Stefan Schunck und die mitreisenden Fraktionsvertreter von der rauen russischen Wirklichkeit eingeholt.<\/p>\n<p><strong>Fotos (6):<\/strong> Michael Schwab<\/p>\n<p><a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/071015_schwab_01.jpg\" title=\"071015_schwab_01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/071015_schwab_01.thumbnail.jpg\" alt=\"071015_schwab_01.jpg\" \/><\/a>\u00c2\u00a0<a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/071015_schwab_02.jpg\" title=\"071015_schwab_02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/071015_schwab_02.thumbnail.jpg\" alt=\"071015_schwab_02.jpg\" \/><\/a>\u00c2\u00a0<a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/071015_schwab_04.jpg\" title=\"071015_schwab_04.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/071015_schwab_04.thumbnail.jpg\" alt=\"071015_schwab_04.jpg\" \/><\/a>\u00c2\u00a0<!--more--><\/p>\n<p>Moskau pr\u00e4sentiert sich feucht, kalt und als grauer Molloch. W\u00e4rme und Licht spendet lediglich die viel ger\u00fchmte Metro. Deren U-Bahn Haltestellen wirken monumental und bieten eine fast schon sakral anmutende Architektur. \u201eV\u00e4terchen Lenin\u201c gr\u00fc\u00dft als Mosaik von der Decke wie aus l\u00e4ngst vergangenen Tagen. Die Gesch\u00e4ftigkeit der Ameisenv\u00f6lker, die in die \u00fcberf\u00fcllten\u00c2\u00a0 Metro-Z\u00fcge str\u00f6men, l\u00e4sst gottlob am Ausgang zum gro\u00dfartigen Wiederaufbau der Moskauer Christi-Erl\u00f6ser Kathedrale ein wenig nach.<\/p>\n<p><a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/071015_schwab_05.jpg\" title=\"071015_schwab_05.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/071015_schwab_05.thumbnail.jpg\" alt=\"071015_schwab_05.jpg\" \/><\/a>\u00c2\u00a0<a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/071015_schwab_03.jpg\" title=\"071015_schwab_03.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/071015_schwab_03.thumbnail.jpg\" alt=\"071015_schwab_03.jpg\" \/><\/a>\u00c2\u00a0<a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/071015_schwab_06.jpg\" title=\"071015_schwab_06.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/10\/071015_schwab_06.thumbnail.jpg\" alt=\"071015_schwab_06.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p>Viele \u2013 auch viele Uniformierte, die sich fromm bekreuzigen \u2013 zieht es\u00c2\u00a0 in das 1931 von Stalin gesprengte und vor wenigen Jahren prachtvoll wieder aufgebaute Gotteshaus im Herzen der zehn Millionen Stadt. Orthodoxe Gl\u00e4ubigkeit hat in einer profanen, lebenshungrigen Welt wieder ihren sicht- und sp\u00fcrbaren Ausdruck gefunden. Nicht nur in Moskau, sondern auch in Sergiew Posad, wo Patriarch Alexej II bei seinem Besuch die Massen anzieht. Die G\u00e4ste aus Fulda, erst recht OB M\u00f6ller, sind tief bewegt von der f\u00fchlbaren Fr\u00f6mmigkeit.<\/p>\n<p><strong>Stadt der Kontraste<\/strong><\/p>\n<p>Blende: Fotografen umlagern ein Hochzeitspaar auf dem Weg\u00c2\u00a0 zum Roten Platz, der im Laufe der Zeit\u00c2\u00a0 durch Wortumdeutung vom \u201esch\u00f6nen\u201c zum \u201eroten\u201c Platz geworden ist. Die bunten Zwiebelt\u00fcrme der unter Iwan dem Strengen erbauten Basiliuskathedrale stehen imposant im Kontrast zur Kremlmauer, dem roten Backsteinbau des historischen Museums mit seinen beiden ebenfalls rot kost\u00fcmierten martialischen Strelitzen-Soldaten, die sich am Seiteneingang postiert haben und der beeindruckenden Gr\u00fcnderzeitfassade des Kaufhauses Gum.<\/p>\n<p>Im Gum verblasst der Eindruck einer Gesellschaft, die sich neu zu orientieren versucht. Angesichts der blendenden Fassade scheint es so, als sei sie auf dem Niveau von Paris, London oder Berlin angekommen zu sein. Doch die Kontraste dieser Stadt im Auf- und Umbruch sind immens. Hier west-\u00f6stlicher Glamour und Glitzer, dort die Armut und der morbide Charme des Verfalls. Lebende Stalin und Lenin-Kopien werden zu Statisten f\u00fcr Touristen Fotos. Und Russlands Pr\u00e4sident Putin \u2013 zumindest sein Double &#8211; sch\u00fcttelt dem Fuldaer OB im Vorbeigehen schnell mal die Hand. Vom Hotel Metropol aus bricht die Delegation auf in den aufreibenden Moskauer Feierabendverkehr Richtung Sergiew Posad.\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0<br \/>\n225 Jahre Stadtrechte<\/p>\n<p>Feuchtkalte Abendluft und Regen empf\u00e4ngt die Delegation in der Stadt des ber\u00fchmten Dreifaltigkeitsklosters. Die sprichw\u00f6rtliche russische Gastfreundschaft und W\u00e4rme macht den ersten Eindruck schnell wieder wett. \u00dcberhaupt werden die Herzlichkeit und Liebensw\u00fcrdigkeit der russischen Gastgeber f\u00fcr die G\u00e4ste aus Fulda\u00c2\u00a0 zu bleibenden Eindr\u00fccken. Ebenso wie die sympathische Art der beiden Dolmetscherinnen Olga und Elena, die den Fuldaern gemeinsam mit Karl Hrasky den Zugang zur russischen Seele \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Das Programm von Freitag bis Montag ist dicht gedr\u00e4ngt. Landrat Anatolij Upyrjew er\u00f6ffnet den Reigen der Begegnungen mit einem Lob und Dank an die Fuldaer. Zu Fulda best\u00fcnden die \u201etiefsten und kr\u00e4ftigsten Beziehungen\u201c. Die Unterst\u00fctzung, die die Osthessen den \u00e4rmsten Einwohnern in der Phase der Perestroika gegeben h\u00e4tten, k\u00f6nne nicht hoch genug gesch\u00e4tzt werden. Upyrjews Dank galt vor allem dem Kontakt- und F\u00f6rderkreis sowie dem deutsch-russischen Freundeskreis und seinen Mitgliedern wie auch den Rotariern.<\/p>\n<p>Deutsche, Franzosen und Abchasen, die Vertreter befreundeter St\u00e4dte,\u00c2\u00a0 treffen sich anschlie\u00dfend zum Empfang beim neuen Oberb\u00fcrgermeister von Sergiew Posad, Sergej Persianov. Anla\u00df ist die 225 Jahr-Feier der Verleihung der Stadtrechte durch Zarin Katharina II 1782. Die Geschichte der Klosterstadt 80 Kilometer n\u00f6rdlich von Moskau reicht selbstverst\u00e4ndlich viel weiter zur\u00fcck, erinnert Persianov. Das Kloster geht auf eine Gr\u00fcndung des Heiligen Sergeij von Radonesh, Sohn eines wohlhabenden Bojaren, im 14. Jahrhundert zur\u00fcck. Ab 1357 stand Sergeij den M\u00f6nchen des Dreifaltigkeitsklosters als Abt vor. Sein Kloster wird zum Vorbild f\u00fcr die Entwicklung des russisch-orthodoxen M\u00f6nchtums.<\/p>\n<p><strong>Kl\u00f6ster und Heilige verbinden<\/strong><\/p>\n<p>Kl\u00f6ster seien das verbindenden Element beider St\u00e4dte, hebt Fuldas OB hervor. Ebenso wie die Verehrung der Heiligen Sergeij und Bonifatius. M\u00f6ller, der das erste Mal in Russland\u00c2\u00a0 und zu Besuch in der Partnerstadt ist, gratulierte seinem Amtskollegen zum Stadtjubil\u00e4um und dankte f\u00fcr den herzlichen Empfang. Wie zuvor auch schon bei Landrat Upyrjew w\u00fcrdigte Fuldas Verwaltungschef die engen Beziehungen zwischen den beiden Kommunen, den Vereinen, vor allem aber den Menschen. Die Kontakte auf allen Ebenen seien gefestigt.<\/p>\n<p>M\u00f6ller hofft, dass sie \u201eunabh\u00e4ngig von den Zust\u00e4ndigkeiten weiter gepflegt und intensiviert werden k\u00f6nnen.\u201c F\u00fcr Karl Hrasky ist die Begegnung mit Persianov im bisherigen Verwaltungsbau der Stadt ein besonderer Moment. Da die Stadt noch kein Ehrenzeichen habe, \u00fcberreicht Sergiew Posads OB einen Ehrenbrief an den Fuldaer in Anerkennung seiner Verdienste um die gute Zusammenarbeit. F\u00fcr Hrasky sind neben wirtschaftlichen Kontakten insbesondere die menschlichen die \u201etragende S\u00e4ule der Partnerschaft\u201c.<\/p>\n<p>Die Stadt selbst steht vor einem gro\u00dfen Umbruchproze\u00df, berichtet OB Persianov seinem Fuldaer Kollegen. Innerhalb von nur drei Jahren sollen die russischen Verwaltungen nach europ\u00e4ischem Vorbild reformiert werden. Bislang leitete die Kreisverwaltung die Geschicke in der 120.000 Einwohner Stadt. Persianov schmunzelt:\u201cAm 1. Januar war ich der einzige Mitarbeiter der neuen Stadtverwaltung, der eingestellt worden ist.\u201c Inzwischen sind es 130, die einen Etat von 94 Millionen Rubel betreuen. Ab n\u00e4chsten Jahr stehen dem OB von Sergiew Posad im ersten eigenen Wirtschaftsplan 300 Millionen Rubel zur Verf\u00fcgung, um die Inhalte des neuen Masterplans f\u00fcr die Stadt beispielsweise im Bereich der Infrastrukturentwicklung und der Stadtmodernisierung umzusetzen.<\/p>\n<p>Ein wichtiger Akzent ist bereits gesetzt. Die Fuldaer Delegation um OB M\u00f6ller war die erste, die einen Blick ins neue Rathaus der Stadt mit einem reizvollen Blick auf das Dreifaltigkeitskloster werfen konnte. M\u00f6llers Kommentar:\u201cDas ist genauso herrlich wie bei uns, wo ich den Domplatz \u00fcberlicken kann.\u201c Mit einer Baumpflanzaktion vor dem Rathaus\u00c2\u00a0 bekr\u00e4ftigten die russischen Gastgeber und ihre Partner aus Fulda symbolisch die Freundschaft zwischen den St\u00e4dten, die neue Wachstumschancen hat.<\/p>\n<p><strong>Patriarch Alexej II<\/strong><\/p>\n<p>H\u00f6hepunkt des Austauschs in Sergiew Posad war die Begegnung mit\u00c2\u00a0 Patriarch Alexej\u00c2\u00a0 II, dem Fuldas OB durch seinen Amtskollegen Persianov kurz vorgestellt wurde. Gemeinsam mit dem Patriarchen, Priestern und M\u00f6nchen des Klosters zogen die Fuldaer in die Grabeskirche des heiligen Sergieij im Klosterbezirk ein und erlebten, wie Alexej den Segen spendete.<\/p>\n<p>Vor dem R\u00fcckflug nach Fulda besuchten die deutschen G\u00e4ste noch ein modernes Wasserkraftwerk vor den Toren der Stadt, das Stadtmuseum sowie die Hochschule von Sergiew Posad, deren Direktor Sergej Klenikov intensive Kontakte zur Hochschule Fulda unterh\u00e4lt. (Michael Schwab)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Sch\u00f6nes aus Fulda \/Sergiew Posad. Die Wettervorhersage f\u00fcr die russische F\u00f6deration ist wenig erfreulich. Niedrige Temperaturen und Regen sind f\u00fcr die Hauptstadt und das Besuchsziel, Fuldas Partnerstadt Sergiew Posad, angesagt. 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