{"id":58657,"date":"2010-05-03T02:28:53","date_gmt":"2010-05-03T00:28:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=58657"},"modified":"2010-05-03T07:29:21","modified_gmt":"2010-05-03T05:29:21","slug":"grosse-begeisterung-beim-chopin-gespraechskonzert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=58657","title":{"rendered":"Gro\u00dfe Begeisterung beim Chopin-Gespr\u00e4chskonzert"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda. <\/strong>Ein voller Erfolg war das erste \u00f6ffentliche Gespr\u00e4chskonzert von David Andruss im Raum Fulda. Was ist das eigentlich, ein Gespr\u00e4chskonzert? Das hatten sich offenbar auch die rund 120 G\u00e4ste gefragt, die in den Veranstaltungssaal von wohnenplus am Schlossgarten kamen. Das Konzept wurde zu Beginn kurz erl\u00e4utert: Bei einem Gespr\u00e4chskonzert werden dem Zuh\u00f6rer vorab musikalische und biografische Verst\u00e4ndnishilfen vermittelt. So wird das St\u00fcck begreifbar gemacht und zu einem ganzheitlichen Erlebnis. Eine Besonderheit bei Andruss: Er spielt beim Erkl\u00e4ren immer klare Beispiele, damit das Erz\u00e4hlte sofort als Klang begreifbar wird.<!--more--><\/p>\n<p>Passend zum 200. Geburtstag Chopins nahm Andruss einige seiner Lieblingsst\u00fccke des Komponisten unter die Lupe. Anhand dreier Pr\u00e4ludien (A-Dur, Cis-Moll und E-Moll) lernten die interessierten Zuh\u00f6rer zun\u00e4chst etwas \u00fcber die grunds\u00e4tzliche Beschaffenheit der Werke Chopins.<\/p>\n<p>Eine besondere Affinit\u00e4t hatte Chopin zu den Mazurkas, die als eine Art Bauernwalzer seines Heimatlandes beschrieben werden k\u00f6nnen. Andruss zeigte mit einer Auswahl aus dem Zyklus Opus 7 sowie der Mazurka Opus 41 in As-Dur, dass diese Musik sowohl derb und wild als auch zart und ruhig klingen kann.<\/p>\n<p>Mit den Grandes Valses Opus 34 Nr. 1+2 in As-Dur bzw. A-Moll verdeutlichte Andruss, dass Chopins Walzer nicht wirklich zum Tanzen gedacht sind. Vielmehr fordern sie den Interpreten auf eine ungew\u00f6hnlich virtuose Art und Weise. Mit unglaublicher Fingerfertigkeit fand Andruss die perfekte Balance zwischen den Stimmen und konnte das Publikum auf ganzer Linie \u00fcberzeugen. Vom leichten sch\u00fcchternen Ton bis zum \u00fcberw\u00e4ltigenden Klangbild nutzte der Pianist die M\u00f6glichkeiten des Fl\u00fcgels restlos aus.<\/p>\n<p>Chopin war ein genialer Improvisateur, der sich mit dem Festlegen eines St\u00fcckes in schriftlicher Form schwer tat. Oft schrieb er deswegen bestimmte Passagen mehrmals um. Es gibt keine \u201erichtige oder falsche Version\u201c des Spielens, so Andruss, der dies anhand zweier verschiedener schriftlicher Fassungen des Walzers \u201eL\u00e2\u20ac\u2122Adieu\u201c verdeutlichte.<\/p>\n<p>Die Walzer Opus 64 Nr. 1+2, ersterer als \u201eMinutenwalzer\u201c bekannt, sind wie geschaffen f\u00fcr das Musikverst\u00e4ndnis Andruss\u00e2\u20ac\u2122. Mit rasanten L\u00e4ufen und viel Gef\u00fchl brachte es der Pianist zur Formvollendung!<\/p>\n<p>Ein weiteres Thema des K\u00fcnstlers und \u201eModerators\u201c waren die Et\u00fcden. Anhand einiger Beispiele bewies Andruss erneut die geforderte Virtuosit\u00e4t. Neben brillanten Harfenkl\u00e4ngen (Op. 10, Nr. 1) konnte man auch das gesamte Volumen des Fl\u00fcgels h\u00f6ren (Nr. 3). Vor allem die 4. Et\u00fcde in Cis-Moll lie\u00df die Zuschauer ob der \u00fcber die Tastatur fliegenden Finger und des daraus resultierenden unglaublich leichten, schwerelosen Klangs die Luft anhalten, bevor begeisterter Applaus ausbrach.<\/p>\n<p>Mit der Barcarole in Fis-Dur, einem sehr leidenschaftlichen St\u00fcck, und dem Scherzo in H-Moll schloss Andruss das Konzert ab. F\u00fcr Letzteres bedurfte es wiederum einiger Erkl\u00e4rungen. Das schwer zu verstehende St\u00fcck wurde von Andruss ganz leicht entschl\u00fcsselt bevor es zum Klingen kam.<\/p>\n<p>\u00dcberw\u00e4ltigt vom brillanten Anfang lie\u00df sich das Publikum durch das polnische Wiegenlied im Mittelteil beruhigen, bevor es sich ein letztes Mal durch Andruss\u00e2\u20ac\u2122 exzellente Spieltechnik mit einer sehr ausgewogenen Melodief\u00fchrung, trotz rasend schneller Begleitung, hinrei\u00dfen lie\u00df.<\/p>\n<p>Gebannt vom faszinierenden Klavierspiel gab es einen kurzen Augenblick der Stille, dem langer, ehrlicher Applaus folgte. Ein strahlender Andruss nahm diesen gerne entgegen und bedankte sich bei seinen Zuh\u00f6rern. Es l\u00e4sst hoffen, dass Andruss, der bisher nur in Amerika oder in Deutschland auf Anfrage (vor allem in Hochschulen und Universit\u00e4ten) Gespr\u00e4chskonzerte praktizierte, uns noch \u00f6fter in diesen Genuss kommen l\u00e4sst!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. 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