{"id":57953,"date":"2010-04-24T02:17:55","date_gmt":"2010-04-24T00:17:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=57953"},"modified":"2010-04-23T18:18:13","modified_gmt":"2010-04-23T16:18:13","slug":"getreu-raiffeisen-verfahren-das-geld-des-dorfes-dem-dorfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=57953","title":{"rendered":"Getreu Raiffeisen verfahren: \u201eDas Geld des Dorfes dem Dorfe\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100422_Vortrag.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-57954\" title=\"100422_Vortrag\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100422_Vortrag-265x191.jpg\" alt=\"100422_Vortrag\" width=\"265\" height=\"191\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100422_Vortrag-265x191.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100422_Vortrag.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>H\u00fcnfeld\/Bad Neustadt. <\/strong>Es gab keinen freien Platz mehr im Servicezentrum der VR-Bank NordRh\u00f6n eG in H\u00fcnfeld; so gro\u00df war das Interesse bei den hessischen Landwirten, mehr \u00fcber die M\u00f6glichkeiten landwirtschaftlicher Energienetzwerke zu erfahren. Referent Michael Diestel, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Kreisbauern-verbandes Rh\u00f6n-Grabfeld, gab einen \u00dcberblick \u00fcber die bereits bestehenden regenerativen Energieanlagen in dem unterfr\u00e4nkischen Nachbarkreis, an denen Landwirte, Einwohner und Kommunen beteiligt sind und von denen sie inzwischen finanziell profitieren.<!--more--><\/p>\n<p>Der Vortrag, der unter dem Motto stand \u201eGemeinschaft: Menschen bewegen \u2013 Strukturen, die Hunger nach Projekten haben\u201c, fand im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsvorhabens \u201eBiosph\u00e4ren-reservate als Modellregionen f\u00fcr Klimaschutz und Klimaanpassung\u201c f\u00fcr den hessischen Teil des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n statt. Das Klimaschutzprojekt, das vom Bundesamt f\u00fcr Naturschutz ausgelobt wurde und vom Bundesumweltministerium finanziert wird, widmet sich den Themen klimafreundliches Haus, Aufbau landwirtschaftlicher Energienetzwerke, beinhaltet Klimafachvortr\u00e4ge und soll kleine und mittelst\u00e4ndische Unternehmen hinsichtlich der Energieeffizienz beraten.<\/p>\n<p>Mit erneuerbaren Energien sei viel Geld zu verdienen, und das auf lange Sicht, sagte der Sachgebietsleiter Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n beim Landkreis Fulda, Martin Kremer. \u201eWir sollten deshalb das Geld bei uns in der Region lassen und Energieprojekte, wo immer es geht, gemeinsam angehen, damit unsere Landwirte und unsere D\u00f6rfer davon profitieren\u201c, sagte Kremer. Gleichzeitig erkl\u00e4rte er, dass er die Entwicklung bez\u00fcglich Biogasanlagen in der hessischen Rh\u00f6n inzwischen \u201emit Sorge\u201c sehe.<\/p>\n<p>\u201eWir haben eigentlich genug davon\u201c, meinte Kremer. Inzwischen w\u00fcrden immer mehr \u00c4cker in der Rh\u00f6n mit Mais bestellt, der anschlie\u00dfend in Biogasanlagen lande. \u201eWir laufen in einen Wettbewerb zwischen Energielandwirten und Milchbauern\u201c, skizzierte der Sachgebietsleiter die Situation. Oft h\u00f6re er auch von B\u00fcrgermeistern Beschwerden, dass die D\u00f6rfer \u00fcber zunehmenden G\u00fclle- und Maistourismus in Form schwerer Transporter klagen. \u201eAu\u00dferdem ist es ein Unterschied, ob sich ein Landwirt mit zwei Millionen Euro verschuldet, oder ob das 30 oder 40 gemeinsam tun und das Energiegesch\u00e4ft als zus\u00e4tzliches Standbein zu ihrer eigentlichen Produktion betrachten.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100422_MichaelDiestel.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-57955\" title=\"100422_MichaelDiestel\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100422_MichaelDiestel-265x383.jpg\" alt=\"100422_MichaelDiestel\" width=\"265\" height=\"383\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100422_MichaelDiestel-265x383.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100422_MichaelDiestel.jpg 399w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>\u201eWir sehen im Klimaschutz und damit verbunden in den erneuerbaren Energien das Potential f\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum schelchthin\u201c, sagte Diestel. Gleichzeitig zitierte er Friedrich Wilhelm Raiffeisen mit dem Satz \u201eDas Geld des Dorfes dem Dorfe\u201c. \u201eDieser Satz von Raiffeisen ist die Antwort auf die Weltwirtschaftskrise. So etwas wie diese Krise w\u00e4re in einem Dorf undenkbar, weil dort jeder jeden kennt.\u201c Raiffeisen, der als Begr\u00fcnder der Genossenschaft gilt, habe in der Not seiner Zeit Winzergenossenschaften, Viehhandelsgesellschaften und die Darlehens-kasse gegr\u00fcndet; ja sogar Stra\u00dfen gebaut, damit die Waren auch vern\u00fcnftig transportiert werden k\u00f6nnen. \u201eWenn ich f\u00fcr unsere landwirtschaftlichen Energiegenossenschaften im Landkreis Rh\u00f6n-Grabfeld spreche, dann ist Raiffeisen unsere Leitfigur. Wir fragen uns immer wieder: Was w\u00fcrde wohl Raiffeisen jetzt tun?\u201c, hob Diestel hervor. Es gebe aus heutiger Sicht, vor dem Hintergrund der Probleme, die aus der Weltwirtschaftskrise resultieren, und vor dem Hintergrund des Klimawandels, keinen Grund mehr, das Geld in fremde Staatsanleihen zu schicken. \u201eWir m\u00fcssen es dort lassen, wo es erwirtschaftet wird.\u201c Im Landkreis Rh\u00f6n-Grabfeld habe es 2009 ein privates Geldverm\u00f6gen von rund 4,4 Milliarden Euro gegeben \u2013 \u201edaraus k\u00f6nnte man viel machen.\u201c<\/p>\n<p>Ein Energieprojekt im Landkreis Rh\u00f6n-Grabfeld sei die Photovoltaik-Freilandanlage in Gro\u00dfbardorf. Sie habe vier Millionen Euro gekostet. F\u00fcr die Beteiligung seien 3 000 Euro pro Erwachsener angefallen \u2013 insgesamt habe man so 30 Prozent der Bev\u00f6lkerung von Gro\u00dfbardorf erreichen k\u00f6nnen, nannte Diestel ein Beispiel. Ein anderes Projekt ist die Biogasanlage von Bad K\u00f6nigshofen. \u201eDie Landwirte bestellen zusammen das Saatgut und organisieren gemeinsam die Ernte.<\/p>\n<p>In dieser Biogasanlage liegt also Gemeinschaftssinn\u201c, meinte Diestel. Ein Projekt der Zukunft sei eine Abfallbiogasanlage, in der der t\u00e4glich anfallende Biom\u00fcll verarbeitet werden soll. \u201eJedes Dorf muss in der Lage sein, seine eigenen Potentiale zu nutzen, dann ist es auch bei den Menschen\u201c, sagte Diestel. Die Genossenschaftsbank vor Ort k\u00f6nne dabei ein Motor sein und die Schaffung m\u00f6glichst vieler dezentraler Genossenschaften unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Auch auf die Windenergie \u2013 ein durchaus umstrittenes Thema \u2013 ging Michael Diestel ein. Es gebe immer Standorte, die f\u00fcr eine Windkraftanlage geeignet seien, \u201eund die auch nicht verhindert werden k\u00f6nnen\u201c. Diestel: \u201eWer zuerst kommt, malt zuerst. Und warum sollte man es fremden Investoren \u00fcberlassen, in diesem Bereich Geld abzusch\u00f6pfen?\u201c, fragte er die anwesenden Landwirte. In Bezug auf Windenergie sei ein enges Zusammengehen mit der Kommune erforderlich, um eine Fl\u00e4che daf\u00fcr vorzusehen und schnell eine Bauvoranfrage zu stellen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100422_Klimaschutz.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-57956\" title=\"100422_Klimaschutz\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100422_Klimaschutz-265x187.jpg\" alt=\"100422_Klimaschutz\" width=\"265\" height=\"187\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100422_Klimaschutz-265x187.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100422_Klimaschutz.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>\u201eDas Konzept, das wir erarbeitet haben, wollen wir gerne weitergeben. Wir sehen ein Riesenpotential im l\u00e4ndlichen Raum, wenn viele Genossenschaften zusammen Projekte entwickeln, und das \u00fcber regionale Grenzen hinaus\u201c, meinte Diestel abschlie\u00dfend, der neben seiner Funktion als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer im Kreisbauernverband Rh\u00f6n-Grabfeld auch noch als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen Energie e.G. in Bad Neustadt und als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Agrokraft GmbH Bad Neustadt t\u00e4tig ist. Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Kreisbauernverbandes Fulda-H\u00fcnfeld, Dr. Hubert Beier, machte darauf aufmerksam, dass Bem\u00fchungen, auf dem Sektor der erneuerbaren Energien t\u00e4tig zu werden, die Struktur vor Ort ver\u00e4ndern werden. \u201eWenn wir es weiter so gem\u00fctlich in unserer Landschaft haben wollen, dann m\u00fcssen wir den Strom weiter so wie bisher erzeugen. Die Landschaft wird sich durch erneuerbare Energieprojekte ver\u00e4ndern, aber wenn die B\u00fcrger vor Ort beteiligt sind, sehen sie diese Entwicklung mit ganz anderen Augen\u201c, meinte Beier.<\/p>\n<p>Martin Kremer sagte, dass innerhalb des Klimaschutzprojekts f\u00fcr den hessischen Teil des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n die M\u00f6glichkeit besteht, eine eint\u00e4gige Tagung anzubieten, um \u00fcber das Thema landwirtschaftlicher Energienetzwerke zu beraten. \u201eAu\u00dferdem bieten wir drei Initiativen, die sich in diesem Rahmen zusammenfinden wollen, ein Beratungsverfahren durch die Agrokraft GmbH Bad Neustadt an.\u201c<\/p>\n<p>Fotos: Carsten Kallenbach<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>H\u00fcnfeld\/Bad Neustadt. 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