{"id":56632,"date":"2010-04-09T03:16:55","date_gmt":"2010-04-09T01:16:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=56632"},"modified":"2010-04-08T20:57:07","modified_gmt":"2010-04-08T18:57:07","slug":"eltern-die-kind-zur-adoption-abgeben-oft-als-rabeneltern-bezeichnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=56632","title":{"rendered":"Eltern, die Kind zur Adoption abgeben, oft als \u201eRabeneltern\u201c bezeichnet"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100409_Adoption.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100409_Adoption-265x198.jpg\" alt=\"100409_Adoption\" title=\"100409_Adoption\" hspace=\"5\" align=\"left\" width=\"265\" height=\"198\" class=\"alignnone size-medium wp-image-56634\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100409_Adoption-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100409_Adoption.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><strong>Fulda\/Hanau\/Kassel\/Marburg<\/strong> (bpf). Eine in Australien durchgef\u00fchrte Untersuchung zum Verhalten von Rabenv\u00f6geln ergab: Raben sind sehr soziale, intelligente und verantwortliche Tiere. Sie leben in Gruppen von mehreren Tieren, sind ausgesprochen gesellig, unterst\u00fctzen und helfen sich gegenseitig. Die Rabengemeinschaft baut gemeinsam ein Nest, in das mehrere Weibchen ihre Eier legen. Das Br\u00fcten bleibt nicht nur einer Mutter \u00fcberlassen, sondern wird reihum von allen \u00fcbernommen. Auch das F\u00fcttern der Jungen, was eine sehr stressige Aufgabe sein kann, wird von allen \u00fcbernommen. Wie viele Rabenkinder \u00fcberleben, h\u00e4ngt in erster Linie von der Zahl der Helfer ab. Alleinbr\u00fctende Kr\u00e4henpaare, so die Untersuchung, waren mit den Aufgaben des Br\u00fctens, Futtersuchens und Wachens \u00fcber den Nachwuchs \u00fcberfordert, und es \u00fcberlebten weniger Junge. \u201eSo fremd war diese Praxis eine Zeit lang auch bei uns nicht\u201c, ruft der Adoptionsdienst des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) im Bistum Fulda in Erinnerung. Man brauche nur an die Nachkriegszeit in Deutschland zu denken. \u201eDa war es selbstverst\u00e4ndlich, da\u00df eine kinderreiche Familie bzw. Mutter, wo der Vater vielleicht nicht aus dem Krieg zur\u00fcckkehrte, ein oder mehrere Kinder in die Verwandtschaft oder zu Nachbarn gab, damit diese f\u00fcr das Kind sorgten.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAus Liebe und Verantwortung handeln auch M\u00fctter oder V\u00e4ter, die sich in schwieriger pers\u00f6nlicher Lage dazu entschlie\u00dfen, ein Kind zur Adoption freizugeben.\u201c Davon sind die drei Mitarbeiterinnen des Adoptionsdienstes des SkF, Gerlinde Felmeden-Plass, Barbara Gr\u00f6ger-Schmitt und Brunhilde Lindner, aufgrund ihrer langj\u00e4hrigen Erfahrung mit abgebenden Eltern \u00fcberzeugt. Eine solche Entscheidung mache sich niemand leicht, betonen sie. \u201eOft leiden die Frauen ein ganzes Leben lang darunter\u201c. Mit ihrer Entscheidung, ihr Kind zur Adoption freizugeben, riskiere eine Frau in der Gesellschaft Unverst\u00e4ndnis und Ablehnung. In den meisten F\u00e4llen handelt es sich um Frauen, die sich in einer f\u00fcr sie scheinbar ausweglosen Situation und Hoffnungslosigkeit befinden. Die drei Beraterinnen arbeiten bistumsweit von Bad Karlshafen bis vor die Tore Frankfurts und von Marburg bis ins Geisaer Land als staatlich anerkannte Adoptionsvermittlungsstelle, aber auch als Anlaufstelle f\u00fcr Adoptierte auf der Suche nach ihrer Herkunft und f\u00fcr ehemals abgebende M\u00fctter auf der Suche nach Kontakt zu ihren leiblichen Kindern.<\/p>\n<p>Zentrales Anliegen der Beraterinnen ist es, die gesellschaftliche Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr abgebende Eltern bzw. M\u00fctter oder V\u00e4ter zu st\u00e4rken. Zu ihnen kommen alleinstehende Frauen und auch Ehepaare in Not, die ihr Kind nicht selbst versorgen k\u00f6nnen und sich mit dem Gedanken an eine Adoption tragen. Der SkF-Adoptionsdienst begleitet nicht nur die aufnehmende Familie und das Kind, sondern auch die abgebende Mutter oder Familie. Dabei setzen alle Beratungen gegenseitiges Vertrauen voraus, das durch Gespr\u00e4chsangebote in \u201egesch\u00fctzten Raum\u201c gewonnen wird. \u201eF\u00fcr viele Frauen sind wir oft der einzige Gespr\u00e4chspartner, der sich f\u00fcr sie Zeit nimmt, und das \u00fcber Jahre hinaus\u201c, heben sie hervor. \u201eDie Situation vieler Frauen und Familien ist deshalb so schwierig geworden, weil die Armut in den letzten Jahren sehr zugenommen hat.\u201c Die Beraterinnen helfen den abgebenden Frauen und Familien, die Entscheidung eigenverantwortlich zu treffen. \u201eViele Frauen haben uns sp\u00e4ter wissen lassen, da\u00df sie zwar unter der Abgabe des Kindes leiden, aber da\u00df sie die richtige Entscheidung getroffen haben.\u201c Die Betroffenen k\u00f6nnen selbst entscheiden, wieviel Distanz oder N\u00e4he sie im Adoptionsverfahren zulassen wollen. Abgebende M\u00fctter oder Eltern werden in die Auswahl der k\u00fcnftigen Adoptiveltern mit einbezogen, wenn sie es w\u00fcnschen.<\/p>\n<p>\u201eAdoption ist eine Angelegenheit, die in bezug auf die abgebende Seite viele Menschen verunsichert, wohingegen adoptierende Eltern ein hohes Ansehen genie\u00dfen\u201c, geben die Beraterinnen zu bedenken. Das gehe auf seiten der zur Abgabe entschlossenen Frauen und Familien mit einer nur zu berechtigten Angst vor sozialer Ausgrenzung einher, die zu den eigenen Gewissensbissen noch hinzutrete. \u201eWer bringt schon Verst\u00e4ndnis auf f\u00fcr eine Frau, die ihr Kind weggibt und dann noch dar\u00fcber klagt, da\u00df sie es vermi\u00dft\u201c, skizzieren die Beraterinnen die Haltung vieler Menschen. Die Frauen selbst haben Angst davor, da\u00df sich das Kind seiner leiblichen Mutter sch\u00e4men k\u00f6nnte. Diese \u00c4ngste durch Respekt und Wertsch\u00e4tzung gegen\u00fcber Familien, die sich in Not befinden und eine schwierige Entscheidung treffen m\u00fcssen, zu ersetzen, ist eines der wichtigsten Anliegen der Adoptionsstelle des SkF.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda\/Hanau\/Kassel\/Marburg (bpf). Eine in Australien durchgef\u00fchrte Untersuchung zum Verhalten von Rabenv\u00f6geln ergab: Raben sind sehr soziale, intelligente und verantwortliche Tiere. Sie leben in Gruppen von mehreren Tieren, sind ausgesprochen gesellig, unterst\u00fctzen und helfen sich gegenseitig. Die Rabengemeinschaft baut gemeinsam ein Nest, in das mehrere Weibchen ihre Eier legen. 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