{"id":56481,"date":"2010-04-08T03:48:23","date_gmt":"2010-04-08T01:48:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=56481"},"modified":"2010-04-07T20:58:34","modified_gmt":"2010-04-07T18:58:34","slug":"aktive-frauen-am-aschenberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=56481","title":{"rendered":"Aktive Frauen am Aschenberg"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda. <\/strong>\u201eEs ist toll, pl\u00f6tzlich haben wir eine Aufgabe,\u201c sagt Rimma, \u201eund ganz viel zu tun\u201c, erg\u00e4nzt Olga. Sie geh\u00f6ren beide zu der Frauengruppe, die sich im Rahmen des AMIQUS Forschungsprojekts auf dem Aschenberg gebildet und es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Lebensqualit\u00e4t besonders f\u00fcr \u00e4ltere Migrantinnen in Fuldas ehemaligem Problemviertel zu verbessern. Diese Menschen sind oft nicht mehr in das Berufsleben eingegliedert, ihre Kinder sind gro\u00df und so verlieren sie jede Verbindung zu der deutschen Gesellschaft. Ihre Potentiale, Ihr Wissen, Ihre Kreativit\u00e4t liegen daher brach. Diese Potentiale neu zu erschlie\u00dfen und den Betroffenen zu helfen, selbst an ihrer Situation etwas zu \u00e4ndern, darum geht es bei AMIQUS.<\/p>\n\n\t\t<style>\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 50%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-56481 gallery-columns-2 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?attachment_id=56482'><img decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"112\" src=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100407_P1020087-265x198.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100407_P1020087-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100407_P1020087.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?attachment_id=56483'><img decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"112\" src=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100407_P1020074-265x198.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100407_P1020074-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100407_P1020074.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?attachment_id=56484'><img decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"112\" src=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100407_P1020080-265x198.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100407_P1020080-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100407_P1020080.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?attachment_id=56485'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"112\" src=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100407_P1020085-265x198.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100407_P1020085-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100407_P1020085.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n<p>Dass sie das \u00fcberhaupt k\u00f6nnen, dass sie selbst etwas an Ihrer Situation und Ihrem Umfeld ver\u00e4ndern k\u00f6nnen, dass Ihre Meinung gefragt ist und dass Sie etwas zu ihrem eigenen Wohl und dem Wohle Aller beitragen k\u00f6nnen, war f\u00fcr viele eine neue Erfahrung. Eine Erfahrung, die sie geradezu aufbl\u00fchen l\u00e4sst, Genau deswegen ist sie kaum zu \u00fcbersch\u00e4tzen. Denn sie bildet die Grundlage f\u00fcr das Gef\u00fchl, sich in Deutschland heimisch zu f\u00fchlen. Nur wer merkt, dass er etwas bewegen kann, bewegt auch etwas, nur wer sich ernst genommen und angenommen f\u00fchlt, integriert sich und \u00fcbernimmt \u2013 wie im Falle der Aschenberger Frauengruppe \u2013 Verantwortung f\u00fcr sich und andere. \u201eEs tut gut, wenn man anderen helfen kann,\u201c fasst Rosaliya dieses Gef\u00fchl zusammen. \u201eAu\u00dferdem schwei\u00dft es uns zusammen,\u201c meint Rimma und die anderen Frauen nicken. <\/p>\n<p>Diese Erfahrung ist ganz langsam aus der Projektarbeit der Forschungsgruppe erwachsen. Denn der Ansatz der Forschungsgruppe der Hochschule Fulda war es, die Lebensumst\u00e4nde und die Bed\u00fcrfnisse der wenig auff\u00e4lligen und daher oft vergessenen Bev\u00f6lkerungsgruppe der \u00e4lteren MigrantInnen in den Blick zu nehmen. Die Teilnehmer sollten dabei von Anfang an nicht \u201ebeforscht\u201c, sondern aktiv in den Forschungsprozess integriert werden. Das ist mit gro\u00dfem Erfolg gelungen. Pers\u00f6nliche Ansprache und der Einsatz von Dolmetschern spielen dabei eine wesentliche Rolle. Denn nur so k\u00f6nnen auch Menschen teilnehmen, die kein oder nur wenig Deutsch sprechen. Je mehr sie sich einbrachten und an den Gespr\u00e4chen beteiligen wollten, umso besser lernten sie deutsch. Ein positiver Nebeneffekt des Projekts.<\/p>\n<p>Nun trifft sich die gro\u00dfe AMIQUS Gruppe jede Woche dienstags um 18:30 Uhr im B\u00fcrgerzentrum. Man berichtet von eigenen Aktivit\u00e4ten und bespricht neue Ideen und Pl\u00e4ne, wie man den Aschenberg und das Leben dort gerade f\u00fcr \u00e4ltere Bewohner verbessern k\u00f6nnte. \u201eViele warten inzwischen schon ungeduldig auf den Dienstagabend,\u201c berichtet Olga. Sie dankt Frank D\u00f6lker von der Hochschule Fulda f\u00fcr seine Initiative und sein Engagement, mit dem er die Teilnehmer und besonders die Seniorinnen begleitet, die sich zu einer der vier Untergruppen des AMIQUS-Projekts in der Frauengruppe zusammenfanden.<\/p>\n<p>Ihr erstes gr\u00f6\u00dferes eigenes Projekt haben die Damen nun anl\u00e4sslich des Internationalen Frauentages auf die Beine gestellt: Im B\u00fcrgerzentrum haben sie ein Fest organisiert, bei dem sich nicht nur die Tische vor internationalen K\u00f6stlichkeiten bogen, sondern ein Programmpunkt den n\u00e4chsten jagte: Gedichte und Lieder wurden vorgetragen und \u201eam Ende haben wir alle getanzt,\u201c erinnern sie sich lachend und mit blitzenden Augen. Doch geht es den Frauen nicht nur um Spa\u00df. Die Arbeit mit den Forschern vom Fachbereich Sozialwesen hat sie sensibilisiert, nicht nur f\u00fcr die eigene Situation oder die von Bekannten, sondern auch f\u00fcr politische Gegebenheiten und Zusammenh\u00e4nge.<\/p>\n<p>Man denke jetzt ganz anders, berichten die Frauen. Man interessiere sich pl\u00f6tzlich daf\u00fcr, warum die Fuldaer Tafel noch keine Filiale auf dem Aschenberg hat, wo doch der Hauptteil ihrer Klientel lebe. Man interessiere sich pl\u00f6tzlich auch f\u00fcr die Nachbarin, die erst seit einem Jahr in Deutschland sei und immer daheim hocke. Es gibt so viele, denen es genauso geht. Besonders unter den \u00e4lteren Migranten, denen es ja nicht mehr so leicht f\u00e4llt eine neue Sprache zu lernen.<\/p>\n<p>Diese Frauen aus ihrer Isolation zu holen, ist eines der Ziele, das sich die Frauengruppe gesetzt hat, aber auch ganz praktische Hilfen stehen auf der Agenda. So planen Sie Vortr\u00e4ge zu Gesundheits- und Ern\u00e4hrungsfragen, gehen sie mit zu \u00c4mtern, helfen bei speziellen Fragen und geben sich gegenseitig Tipps. Dabei k\u00f6nnen sie auf die Hilfestellung durch die Forscher z\u00e4hlen, die die Gruppe AMIQUS und die Untergruppe der Frauen seit ihrer Gr\u00fcndung begleiten. Mit dieser Unterst\u00fctzung im R\u00fccken werden die Frauen sicher noch viele Projekte realisieren und auch noch so manches Fest auf dem Aschenberg feiern.<\/p>\n<p>Falls Sie mitmachen wollen: Treff der AMIQUS Gruppe: jede Woche dienstags 18:30 \u2013 20 Uhr im B\u00fcrgerzentrum Aschenberg, Treff der Frauengruppe: alle 14 Tage mittwochs 18:30 \u2013 20 Uhr.<\/p>\n<p>N\u00e4here Infos zu dem Forschungsprojekt und den einzelnen Projektgruppen gibt es auf der Homepage des Forschungsprojektes www.amiqus.de, der Hochschule Fulda, Fachbereich Sozialwesen, Prof. Dr. Monika Alisch und Frank D\u00f6lker, telefonisch unter 0661 \u2013 9640 2080 sowie in der Gesch\u00e4ftsstelle der AWO Fulda, in der Langebr\u00fcckenstra\u00dfe 14, telefonisch unter: 0661 \u2013 480 045-0, Email: info@awo-fulda.de, Langebr\u00fcckenstra\u00dfe 14\u00c2\u00b4.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. \u201eEs ist toll, pl\u00f6tzlich haben wir eine Aufgabe,\u201c sagt Rimma, \u201eund ganz viel zu tun\u201c, erg\u00e4nzt Olga. 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