{"id":56448,"date":"2010-04-09T03:53:33","date_gmt":"2010-04-09T01:53:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=56448"},"modified":"2010-04-08T21:04:03","modified_gmt":"2010-04-08T19:04:03","slug":"baerlauch-sammeln-in-massen-ja-aber-nicht-in-naturschutzgebieten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=56448","title":{"rendered":"B\u00e4rlauch: Sammeln in Ma\u00dfen ja \u2013 aber nicht in Naturschutzgebieten"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100407_b\u00e4rlauch1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/100407_b\u00e4rlauch1-265x176.jpg\" alt=\"100407_b\u00e4rlauch1\" title=\"100407_b\u00e4rlauch1\" width=\"265\" height=\"176\" class=\"alignleft size-medium wp-image-56449\" \/><\/a><strong>Rh\u00f6n.<\/strong> Mit dem Verschwinden des letzten Schnees in den Hochlagen der Rh\u00f6n zeigt sich erstes frisches Gr\u00fcn. Zu den Fr\u00fchlingsboten in den Rh\u00f6ner Laubw\u00e4ldern z\u00e4hlt auch der B\u00e4rlauch, der auf feuchte, n\u00e4hrstoffreiche B\u00f6den angewiesen ist. Er ist ein beliebtes Wildkraut mit Knoblaucharoma und wird daher gern in der K\u00fcche verwendet. Das Sammeln in Naturschutzgebieten ist allerdings Tabu \u2013 darauf weist jetzt die Hessische Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n hin.<!--more--><\/p>\n<p>Genutzt werden die frischen gr\u00fcnen Bl\u00e4tter vor der Bl\u00fctezeit von April bis Ende Mai. In der Rh\u00f6n ist der B\u00e4rlauch nicht h\u00e4ufig und meist nur kleinfl\u00e4chig anzutreffen. Viele der Vorkommen liegen in Schutzgebieten, wo generell zum Schutze der Pflanzen nicht gesammelt werden darf.<\/p>\n<p>Martin Kremer, Sachgebietsleiter Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n beim Landkreis Fulda, macht darauf aufmerksam, dass nach \u00c2\u00a7 41 des Bundesnaturschutzgesetzes der B\u00e4rlauch auch au\u00dferhalb der Schutzgebiete einen Mindestschutz genie\u00dft. Es sei untersagt, \u201eohne vern\u00fcnftigen Grund wild lebende Pflanzen von ihrem Standort zu entnehmen oder zu nutzen oder ihre Best\u00e4nde niederzuschlagen oder auf sonstige Weise zu verw\u00fcsten\u201c sowie deren \u201eLebensst\u00e4tten zu beeintr\u00e4chtigen oder zu zerst\u00f6ren\u201c. In den letzten Jahren sei es immer wieder zu Konflikten gekommen, weil die Nachfrage in der Region gro\u00df ist; das Angebot an wildem B\u00e4rlauchvorkommen in den W\u00e4ldern dagegen gering. \u201eWiederholt wurden kleine B\u00e4rlauchvorkommen, teilweise f\u00fcr kommerzielle Verwendung, stark abgeerntet und dadurch der Bestand dezimiert\u201c, sagt Kremer.<\/p>\n<p>Rh\u00f6nbotaniker Uwe Barth macht deutlich, dass es nicht angehen kann, dass B\u00e4rlauch fl\u00e4chig abgem\u00e4ht wird. Dies begr\u00fcndet er nicht nur mit dem Schutz der Pflanzen an sich, sondern auch mit dem Schutz des Konsumenten. Immer wieder habe es in der Vergangenheit in Deutschland t\u00f6dliche Vergiftungen gegeben, weil B\u00e4rlauch mit giftigen Doppelg\u00e4ngern wie etwa der Herbstzeitlose, dem Aronstab oder dem Maigl\u00f6ckchen verwechselt und verzehrt wurde. \u201eBei Wildvorkommen kann nie ausgeschlossen werden, dass andere Pflanzen, vielleicht auch giftige, zwischen den B\u00e4rlauchbl\u00e4ttern wachsen. Deshalb muss sehr sorgf\u00e4ltig und mit Kenntnis gesammelt werden\u201c, erkl\u00e4rt Barth.<\/p>\n<p>Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n und Rh\u00f6nbotaniker stimmen \u00fcberein, dass Menschen, die B\u00e4rlauch sammeln m\u00f6chten und die Pflanze sicher erkennen, dies in kleinen Mengen f\u00fcr den eigenen Haushalt auch tun sollten, selbstverst\u00e4ndlich au\u00dferhalb von Naturschutzgebieten. F\u00fcr eine Sammelt\u00e4tigkeit im gr\u00f6\u00dferen Umfang bed\u00fcrfe es der Genehmigung des Grundeigent\u00fcmers und der Naturschutzbeh\u00f6rde. Werde das gesammelte Kraut verkauft, so liege eine gewerbliche T\u00e4tigkeit vor, die zus\u00e4tzlicher Genehmigungen und eines Gewerbescheins bed\u00fcrfe.<\/p>\n<p>Biologe Barth appelliert an die B\u00e4rlauchfreunde, m\u00f6glichst nur pro Pflanze ein Blatt zu ernten und keinesfalls Zwiebeln auszugraben, um die Best\u00e4nde zu schonen. Er verweist darauf, dass inzwischen auf gute Produkte des Gartenhandels zur\u00fcckgegriffen werden k\u00f6nne. B\u00e4rlauch lasse sich vergleichsweise leicht kultivieren, was unter anderem auch bereits f\u00fcr kommerzielle Zwecke erfolgreich praktiziert wird. Voraussetzung f\u00fcr ein \u00fcppiges Gedeihen sei ein humus- und n\u00e4hrstoffreicher Boden mit viel Feuchtigkeit und Beschattung. &#8220;Trockenheit und Sonne mag der Waldknoblauch nicht. F\u00fcr den Anbau im Garten ist wichtig, dass die Samen so genannte K\u00e4ltekeimer sind, das bedeutet, dass sie eine Frostperiode erlebt haben m\u00fcssen\u201c, sagt Barth. Bedeutsam sei die vegetative Vermehrung durch Tochterzwiebeln. Diese trage zu einer raschen Vermehrung bei, vorausgesetzt dass der Standort passt. <\/p>\n<p>Ausdr\u00fccklich verweist das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n darauf, dass ein Ausgraben der in Frost sicherer Tiefe sitzenden Zwiebeln in der freien Natur verboten ist. \u201eDie Naturwacht des Biosph\u00e4renreservats ist in den n\u00e4chsten Wochen dazu angehalten, die B\u00e4rlauchbest\u00e4nde in den Schutzgebieten regelm\u00e4\u00dfig zu kontrollieren\u201c, unterstreicht Kremer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rh\u00f6n. Mit dem Verschwinden des letzten Schnees in den Hochlagen der Rh\u00f6n zeigt sich erstes frisches Gr\u00fcn. Zu den Fr\u00fchlingsboten in den Rh\u00f6ner Laubw\u00e4ldern z\u00e4hlt auch der B\u00e4rlauch, der auf feuchte, n\u00e4hrstoffreiche B\u00f6den angewiesen ist. 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