{"id":55976,"date":"2010-04-01T03:14:01","date_gmt":"2010-04-01T01:14:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=55976"},"modified":"2010-04-01T09:14:16","modified_gmt":"2010-04-01T07:14:16","slug":"baerlauch-ein-wildkraut-mit-knoblaucharoma-sammeln-in-naturschutzgebieten-tabu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=55976","title":{"rendered":"B\u00e4rlauch \u2013 ein Wildkraut mit Knoblaucharoma &#8211; Sammeln in Naturschutzgebieten tabu"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100331_Wildkraut.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-55977\" title=\"100331_Wildkraut\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100331_Wildkraut-265x176.jpg\" alt=\"100331_Wildkraut\" width=\"265\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100331_Wildkraut-265x176.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100331_Wildkraut.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Rh\u00f6n. <\/strong>Mit dem Verschwinden des letzten Schnees in den Hochlagen der Rh\u00f6n zeigt sich erstes frisches Gr\u00fcn. Zu den Fr\u00fchlingsboten in den Rh\u00f6ner Laubw\u00e4ldern z\u00e4hlt auch der B\u00e4rlauch, der auf feuchte, n\u00e4hrstoffreiche B\u00f6den angewiesen ist. Der Rh\u00f6nbotaniker Uwe Barth und das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n informieren zu Beginn der B\u00e4rlauchsaison \u00fcber das beliebte Gew\u00fcrz- und Heilkraut. Genutzt werden die frischen gr\u00fcnen Bl\u00e4tter vor der Bl\u00fctezeit von April bis Ende Mai. In der Rh\u00f6n ist der B\u00e4rlauch nicht h\u00e4ufig und meist nur kleinfl\u00e4chig anzutreffen. Viele der Vorkommen liegen in Schutzgebieten, wo generell zum Schutze der Pflanzen gesammelt werden darf.<!--more--><\/p>\n<p>Martin Kremer, Sachgebietsleiter Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n, macht darauf aufmerksam, dass nach \u00c2\u00a7 41 des Bundesnaturschutzgesetzes der B\u00e4rlauch auch au\u00dferhalb der Schutzgebiete einen Mindestschutz genie\u00dft. Es ist untersagt, \u201eohne vern\u00fcnftigen Grund wild lebende Pflanzen von ihrem Standort zu entnehmen oder zu nutzen oder ihre Best\u00e4nde niederzuschlagen oder auf sonstige Weise zu verw\u00fcsten\u201c so wie deren \u201eLebensst\u00e4tten zu beeintr\u00e4chtigen oder zu zerst\u00f6ren\u201c.<\/p>\n<p>In den letzten Jahren kam es zu Konflikten, weil die Nachfrage in der Region gro\u00df ist, das Angebot an wildem B\u00e4rlauchvorkommen in den W\u00e4ldern dagegen gering. Wiederholt wurden kleine B\u00e4rlauchvorkommen, teilweise f\u00fcr kommerzielle Verwendung, stark abgeerntet und dadurch der Bestand dezimiert.<\/p>\n<p>Barth macht deutlich, dass es nicht angehen kann, dass B\u00e4rlauch fl\u00e4chig abgem\u00e4ht wird. Dies begr\u00fcndet er nicht nur mit dem Schutz der Pflanzen an sich, sondern auch mit dem Schutz des Konsumenten. Immer wieder gab es in der Vergangenheit in Deutschland t\u00f6dliche Vergiftungen, weil B\u00e4rlauch mit giftigen Doppelg\u00e4ngern wie etwa der Herbstzeitlose, dem Aronstab oder dem Maigl\u00f6ckchen verwechselt und verzehrt wurde. Bei Wildvorkommen kann nie ausgeschlossen werden, dass andere Pflanzen, vielleicht auch giftige, zwischen den B\u00e4rlauchbl\u00e4ttern wachsen. Deshalb muss sehr sorgf\u00e4ltig und mit Kenntnis gesammelt werden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100331_Wildkraut3.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-55983\" title=\"100331_Wildkraut3\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100331_Wildkraut3-265x253.jpg\" alt=\"100331_Wildkraut3\" width=\"265\" height=\"242\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100331_Wildkraut2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-55984\" title=\"100331_Wildkraut2\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100331_Wildkraut2-265x233.jpg\" alt=\"100331_Wildkraut2\" width=\"265\" height=\"242\" \/><\/a><\/p>\n<p>Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n und Rh\u00f6nbotaniker stimmen \u00fcberein, dass Menschen, die B\u00e4rlauch sammeln m\u00f6chten und die Pflanze sicher erkennen, dies in kleinen Mengen f\u00fcr den eigenen Haushalt auch tun sollten, selbstverst\u00e4ndlich au\u00dferhalb von Naturschutzgebieten. F\u00fcr eine Sammelt\u00e4tigkeit im gr\u00f6\u00dferen Umfang bedarf es der Genehmigung des Grundeigent\u00fcmers und der Naturschutzbeh\u00f6rde. Wird das gesammelt Kraut verkauft, so liegt eine gewerbliche T\u00e4tigkeit vor, die zus\u00e4tzlicher Genehmigungen und eines Gewerbescheins bedarf.<\/p>\n<p>Der Biologe appelliert an die B\u00e4rlauchfreunde, m\u00f6glichst nur pro Pflanze ein Blatt zu ernten und keinesfalls Zwiebeln auszugraben, um die Best\u00e4nde zu schonen. Er verweist darauf, dass inzwischen auf gute Produkte des Gartenhandels zur\u00fcckgegriffen werden kann. B\u00e4rlauch l\u00e4sst sich vergleichsweise leicht kultivieren, was u. a. auch bereits f\u00fcr kommerzielle Zwecke erfolgreich praktiziert wird.<\/p>\n<p>Voraussetzung f\u00fcr ein \u00fcppiges Gedeihen ist ein humus- und n\u00e4hrstoffreicher Boden mit viel Feuchtigkeit und Beschattung. Trockenheit und Sonne mag der Waldknoblauch nicht. F\u00fcr den Anbau im Garten ist wichtig, dass die Samen so genannte K\u00e4ltekeimer sind, d. h. eine Frostperiode erlebt haben m\u00fcssen. Bedeutsam ist die vegetative Vermehrung durch Tochterzwiebeln. Diese tr\u00e4gt zu einer raschen Vermehrung bei, vorausgesetzt dass der Standort passt.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Ausdr\u00fccklich verweist das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n darauf, dass ein Ausgraben der in Frost sicherer Tiefe sitzenden Zwiebeln in der freien Natur verboten ist. Die Naturwacht des Biosph\u00e4renreservats ist in den n\u00e4chsten Wochen angehalten, die B\u00e4rlauchbest\u00e4nde in den Schutzgebieten regelm\u00e4\u00dfig zu kontrollieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rh\u00f6n. Mit dem Verschwinden des letzten Schnees in den Hochlagen der Rh\u00f6n zeigt sich erstes frisches Gr\u00fcn. 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