{"id":5568,"date":"2007-09-28T13:28:46","date_gmt":"2007-09-28T11:28:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=5568"},"modified":"2007-09-28T14:52:41","modified_gmt":"2007-09-28T12:52:41","slug":"abschlusspressegespraech-der-herbst-vollversammlung-der-deutschen-bischofskonferenz-in-fulda-mit-karl-kardinal-lehmann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=5568","title":{"rendered":"Karl Kardinal Lehmann pr\u00e4sentierte Ergebnisse der Deutschen Bischofskonferenz"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bischofskonferenz .<\/strong> Zum Abschluss der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda sprach Karl Kardinal Lehmann im Rahmen einer Pressekonferenz \u00fcber die Themen der diesj\u00e4hrigen Vollversammlung. Neben pastoralen Themen wie Milit\u00e4rseelsorge oder dem Katholikentag 2008 in Osnabr\u00fcck referierten die Bisch\u00f6fe auch \u00fcber Bereiche der Weltkirche und \u00fcber gesellschaftliche, sowie soziale Themen. Die Rede von Karl Kardinal Lehmann lesen Sie hier im Wortlaut.<\/p>\n<p><strong>Fotos (12):<\/strong> Max Colin Heydenreich<\/p>\n<p><a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070928_Biko_01.jpg\" title=\"Foto: Max Colin Heydenreich\"><img decoding=\"async\" width=\"128\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070928_Biko_01.thumbnail.jpg\" alt=\"070928_Biko_01.jpg\" \/><\/a>\u00c2\u00a0<a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070928_Biko_10.jpg\" title=\"Foto: Max Colin Heydenreich\"><img decoding=\"async\" width=\"128\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070928_Biko_10.thumbnail.jpg\" alt=\"070928_Biko_10.jpg\" \/><\/a> <a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070928_Biko_06.jpg\" title=\"Foto: Max Colin Heydenreich\"><img decoding=\"async\" width=\"128\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070928_Biko_06.thumbnail.jpg\" alt=\"070928_Biko_06.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p><a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070928_Biko_07.jpg\" title=\"Foto: Max Colin Heydenreich\"><img decoding=\"async\" width=\"128\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070928_Biko_07.thumbnail.jpg\" alt=\"070928_Biko_07.jpg\" \/><\/a> <a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070928_Biko_08.jpg\" title=\"Foto: Max Colin Heydenreich\"><img decoding=\"async\" width=\"128\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070928_Biko_08.thumbnail.jpg\" alt=\"070928_Biko_08.jpg\" \/><\/a> <a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070928_Biko_09.jpg\" title=\"Foto: Max Colin Heydenreich\"><img decoding=\"async\" width=\"128\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070928_Biko_09.thumbnail.jpg\" alt=\"070928_Biko_09.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p><!--more--><strong>Zum Selbstverst\u00e4ndnis des Katholischen. Zur theologischen Rede von Kirche<\/strong><br \/>\nEr\u00f6ffnungsreferat des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz<\/p>\n<p>Das Referat zur Er\u00f6ffnung der Herbst-Vollversammlung war dem Thema \u201eZum Selbstverst\u00e4ndnis des Katholischen \u2013 Zur theologischen Rede von Kirche\u201c gewidmet. Der Text liegt Ihnen in der Anlage im Wortlaut vor. Mir ging es darum, nochmals den Hintergrund und den Sinn des Dokumentes der Kongregation f\u00fcr die Glaubenslehre \u201eAntworten auf Fragen zu einigen Aspekten bez\u00fcglich der Lehre \u00fcber die Kirche\u201c vom 10. Juli 2007 aufzuzeigen und das katholische Selbstverst\u00e4ndnis darzulegen. Eine entscheidende Rolle spielt hierbei die Interpretation der Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils \u00fcber das Wesen der Kirche und das Verh\u00e4ltnis der katholischen Kirche zu den nicht-katholischen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften (u. a. Dogmatische Konstitution \u00fcber die Kirche Lumen Gentium 8). Eine Analyse der Textentwicklung zeigt, dass das Konzil bewusst einen Weg eingeschlagen hat, der sich von der Formulierung des est (lat. = \u201eist\u201c) zum subsistit (lat. = \u201eist verwirklicht\u201c) hin bewegte. Dabei ging es entscheidend um die Feststellung, dass es in den nicht-katholischen christlichen Gemeinschaften authentische kirchliche Elemente gibt.<\/p>\n<p><a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070928_Biko_02.jpg\" title=\"Foto: Max Colin Heydenreich\"><img decoding=\"async\" width=\"128\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070928_Biko_02.thumbnail.jpg\" alt=\"070928_Biko_02.jpg\" \/><\/a> <a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070928_Biko_03.jpg\" title=\"Foto: Max Colin Heydenreich\"><img decoding=\"async\" width=\"128\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070928_Biko_03.thumbnail.jpg\" alt=\"070928_Biko_03.jpg\" \/><\/a>\u00c2\u00a0<a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070928_Biko_04.jpg\" title=\"Foto: Max Colin Heydenreich\"><img decoding=\"async\" width=\"128\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070928_Biko_04.thumbnail.jpg\" alt=\"070928_Biko_04.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p><a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070928_Biko_05.jpg\" title=\"Foto: Max Colin Heydenreich\"><img decoding=\"async\" width=\"128\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070928_Biko_05.thumbnail.jpg\" alt=\"070928_Biko_05.jpg\" \/><\/a>\u00c2\u00a0<a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070928_Biko_12.jpg\" title=\"Foto: Max Colin Heydenreich\"><img decoding=\"async\" width=\"128\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070928_Biko_12.thumbnail.jpg\" alt=\"070928_Biko_12.jpg\" \/><\/a>\u00c2\u00a0<a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070928_Biko_11.jpg\" title=\"Foto: Max Colin Heydenreich\"><img decoding=\"async\" width=\"128\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070928_Biko_11.thumbnail.jpg\" alt=\"070928_Biko_11.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zwei Perspektiven spielen bei der Deutung des subsistit eine entscheidende Rolle. Zum einen: Die wahre und einzige Kirche Jesu Christi existiert konkret geschichtlich. Sie ist so erkennbar und sichtbar. Und zum anderen: Die konkrete Existenzform dieser von Jesus Christus gestifteten Kirche ist die katholische Kirche. Mit dieser Formulierung mit Hilfe des subsistit hat das Konzil im einzelnen weitere Kl\u00e4rungen offen gelassen, was die Ausgestaltung der Beziehung zwischen der Kirche Jesu Christi und der katholischen Kirche einerseits und dem Verh\u00e4ltnis beider zu den anderen Kirchen betrifft. Mit der Begriffswahl des Konzils gelingt die gesuchte Verh\u00e4ltnisbestimmung: Das subsistit in kann die substantielle Identit\u00e4t zwischen der Kirche Jesu Christi und der katholischen Kirche festhalten und in ihrer konkreten, erkennbaren Existenz betonen. Dennoch l\u00e4sst es Raum f\u00fcr eine Teilhabe an einem authentischen Kirchesein. Das Konzil hat mit dieser Entscheidung einen neuen Schritt gewagt.<\/p>\n<p>Die deutsche amtliche \u00dcbersetzung der lateinischen Begrifflichkeit lautet \u201eist verwirklicht\u201c. Unmittelbar vor und am Konzilsende war bei Theologen bereits eine andere \u00dcbersetzung gebr\u00e4uchlich: \u201ehat ihre konkrete Existenzform in\u201c. Diese wurde u. a. auch von Joseph Ratzinger benutzt und ist weiterhin eine gut verst\u00e4ndliche und pr\u00e4zise \u00dcbersetzung.<br \/>\nDas subsistit bedeutet also keine Aufhebung oder Abschw\u00e4chung des katholischen Selbstverst\u00e4ndnisses von Kirche.<\/p>\n<p>Zugleich liegt durch die Ersetzung des est durch subsistit eine tiefe Erkenntnis der theologischen und besonders kirchlichen Qualit\u00e4t der nicht-katholischen Kirchen vor, die nicht verk\u00fcrzt oder geleugnet werden darf. Mit dieser Begrifflichkeit gelingt die Balance: die Kirche Jesu Christi ist in der katholischen Kirche als konkretes Subjekt und geschichtliche Wirklichkeit anzutreffen, ohne dass damit ein absolutes, exklusives Identit\u00e4tsurteil ausgesprochen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Diese Aussagen zu \u201eElementen der Heiligung und Wahrheit\u201c in den nicht-katholischen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften werden in der Dogmatischen Konstitution \u00fcber die Kirche Lumen Gentium 15 und im Dekret \u00fcber den \u00d6kumenismus Unitatis redintegratio 3 n\u00e4her entfaltet. Die nicht-katholischen Kirchen haben trotz einiger M\u00e4ngel auch Bedeutung und Gewicht im Geheimnis des Heils. Die katholische Kirche erblickt in den anderen christlichen Glaubensgemeinschaften eine wirkliche Anteilnahme am Kirchesein. Diese Aussagen sind \u00f6kumenisch ein Meilenstein. Man darf nicht \u00fcbersehen, dass dies eine echte Teilhabe an der einen Kirche bedeutet. Dies wiederum l\u00e4sst Spielraum f\u00fcr ein weiteres qualitatives Wachstum dieser Teilhabe.<\/p>\n<p>Das Lehramt musste seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil die Aussage von Lumen Gentium 8 zum subsistit mehrfach gegen Missverst\u00e4ndnisse sch\u00fctzen. Dabei wurde im Grunde immer wieder derselbe Sachverhalt im Abstand von einigen Jahren wiederholt. Zumeist sind diese Erinnerungen knapp. Dies gilt insbesondere f\u00fcr die Erkl\u00e4rung der Glaubenskongregation vom 10. Juli 2007, die gerade in dieser Knappheit und Dichte hart erscheinen kann. Die Formulierung in Lumen Gentium 8,2 ist eine bleibende Norm, aber keine abschlie\u00dfende Endstation, sondern eher ein verhei\u00dfungsvoller Anfang.<\/p>\n<p>Weiter habe ich auf einige grundlegende systematisch-theologische Fragen verwiesen, die es zu beachten gilt, um Fehlinterpretationen zu vermeiden. Bei der Frage, was die Kirche zur Kirche macht, muss das Apostolische Amt als konstitutiv genannt werden. Bereits 1982, im Kontext des 450. Jubil\u00e4ums des Augsburger Bekenntnisses (Confessio Augustana), haben evangelische und katholische Theologen versucht, z. B. Schwierige Artikel gemeinsam zu kommentieren.<\/p>\n<p>Es geht auch um die Frage, wie eine Einheit der Kirchen in einer sichtbaren Gemeinschaft erreicht werden soll (Kommentierung von CA VII). Es ist notwendig, solche Diskussionen um die \u00f6kumenischen Zielvorstellungen und Modelle wieder aufzunehmen. Jede Einheitsvorstellung, die die Frage nach der Struktur des Amtes ausklammert, ist f\u00fcr uns kein geeigneter Weg f\u00fcr das weitere \u00f6kumenische Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich k\u00f6nnte man es angehen, die Bedeutung der 1500-j\u00e4hrigen gemeinsamen Kirchengeschichte theologisch zu kl\u00e4ren. Vielleicht bietet das Reformationsjubil\u00e4um 2017 die Gelegenheit, diese Frage zu vertiefen. Eine wichtige Aufgabe wird es sein, sich der wachsenden Glaubensgemeinschaft zu vergewissern und den Ertrag des bisherigen Dialogs festzuhalten. Ich habe den Vorschlag von Professor Dr. Harding Meyer im Oktober-Heft 2007 der \u201eStimmen der Zeit\u201c sehr begr\u00fc\u00dft und m\u00f6chte dazu einladen.<\/p>\n<p><strong>I. \u00d6kumene<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Aktuelle Entwicklungen in der \u00d6kumene<\/strong><\/p>\n<p>Im Anschluss an das Er\u00f6ffnungsreferat haben wir ausf\u00fchrlich \u00fcber aktuelle Entwicklungen in der \u00d6kumene, insbesondere \u00fcber die \u00f6kumenischen Beziehungen mit der Evangelischen Kirche in Deutschland, diskutiert. Wir sind uns einig, dass die Bem\u00fchungen um eine Kl\u00e4rung der theologischen Grundfragen, die hinter manchen Auseinandersetzungen der Gegenwart stehen, unbeirrt fortgesetzt werden m\u00fcssen. Das Er\u00f6ffnungsreferat m\u00f6chte hierzu einen Beitrag leisten, um aus der entstandenen Konfrontation herauszuf\u00fchren und eine Perspektive f\u00fcr die Fortsetzung des \u00f6kumenischen Gespr\u00e4chs zu er\u00f6ffnen, das sich in vielen Jahrzehnten bew\u00e4hrt hat.<\/p>\n<p>Angesichts des wachsenden interreligi\u00f6sen Kl\u00e4rungsbedarfs wird es immer wichtiger, sich der gemeinsamen Glaubensgrundlagen zu vergewissern. Ein respektvoller und vom Geist wechselseitiger Achtung gepr\u00e4gter Umgang ist hierf\u00fcr eine unerl\u00e4ssliche Voraussetzung. In verschiedenen Beitr\u00e4gen haben Mitbr\u00fcder darauf hingewiesen, dass die neueren Dokumente der Glaubenskongregation zum Kirchenbegriff auf evangelischer Seite zu Irritationen und Verletzungen gef\u00fchrt haben. Manche \u00c4u\u00dferungen von evangelischen Repr\u00e4sentanten haben auf ihre Weise die Rezeption erschwert und zum Teil einen Ton angeschlagen, der dem \u00f6kumenischen Anliegen nicht dienlich war. Das Klima der \u00f6ffentlichen Diskussionen wurde auch dadurch belastet, dass die theologischen Fragen um den ekklesialen, das hei\u00dft den kirchlichen Status mit moralischen Wertungen verbunden wurden, so dass der Eindruck entstehen konnte, als w\u00fcrde eine Seite sich f\u00fcr besser und christlicher halten.<\/p>\n<p>Die R\u00fcckkehr zu einem sachlichen Austausch und die Belebung bew\u00e4hrter \u00f6kumenischer Kontakte haben deshalb gegenw\u00e4rtig besondere Priorit\u00e4t. Die Fortsetzung des theologischen Dialogs zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) kann ein wichtiger Beitrag hierzu sein. Auch \u00f6ffentlich wirksame Initiativen \u2013 z. B. im Zusammenhang der bevorstehenden Jubil\u00e4en (2014 Konzilsjubil\u00e4um Konstanz, 2017 Reformationsjubil\u00e4um) \u2013 sollten nach Auffassung der Vollversammlung in diesem Sinn aktiv aufgegriffen werden. Konkrete \u00dcberlegungen hierzu werden im Kontaktgespr\u00e4chskreis mit den evangelischen Vertretern aufgenommen.<\/p>\n<p><strong>2. Dritte Europ\u00e4ische \u00d6kumenische Versammlung in Sibiu\/ Hermannstadt \u2013 Ergebnisse und Perspektiven<\/strong><\/p>\n<p>Vom 4. bis 9. September fand in Sibiu\/Hermannstadt (Rum\u00e4nien) die Dritte Europ\u00e4ische \u00d6kumenische Versammlung (E\u00d6V3) statt. Unter der Leitung des Magdeburger Bischofs Dr. Gerhard Feige hat die Deutsche Bischofskonferenz 84 Delegierte entsandt, die das Spektrum des kirchlichen Lebens in Deutschland vertraten, darunter neben Bischof Dr. Feige acht weitere Bisch\u00f6fe. Bischof Dr. Feige hat uns in Fulda \u2013 erg\u00e4nzt durch die Berichte der anderen bisch\u00f6flichen Delegierten \u2013 \u00fcber Ergebnisse und Perspektiven der E\u00d6V3 unterrichtet. Die E\u00d6V3 war zweifellos ein wichtiges Forum der Begegnung zwischen Christen verschiedener Kirchen und Traditionen aus Ost und West. Besonders bedeutsam war, dass in Rum\u00e4nien, einem mehrheitlich orthodox gepr\u00e4gten Land, die ostkirchliche Tradition wirklich als ein dritter Partner neben der katholischen und evangelischen Tradition erkennbar wurde.<\/p>\n<p>In wenigen Wochen, am 10. November 2007, werden die Delegierten der Deutschen Bischofskonferenz gemeinsam mit den deutschen Delegierten von evangelischer Seite ein Fazit der E\u00d6V3 ziehen. Einzelne thematische Aspekte der Versammlung und der Schlussbotschaft sollen f\u00fcr den \u00d6kumenischen Kirchentag 2010 in M\u00fcnchen aufgenommen werden und auf diese Weise fruchtbar gemacht werden. Die Arbeitsgruppe f\u00fcr \u00f6kologische Fragen der Deutschen Bischofskonferenz ist gebeten, die Empfehlung zu beraten, dass der Zeitraum zwischen dem 1. September und dem 4. Oktober dem Gebet f\u00fcr den Schutz der Sch\u00f6pfung und die F\u00f6rderung eines nachhaltigen Lebensstils als Beitrag zum Klimaschutz gewidmet wird.<br \/>\nDie Schlussbotschaft ist auf Englisch und Italienisch im Internet ver\u00f6ffentlicht unter <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.eea3.org\">www.eea3.org<\/a>.<\/p>\n<p><strong>II. Liturgie<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Motu Proprio Summorum Pontificum \u2013 Leitlinien f\u00fcr die deutschen Di\u00f6zesen<\/strong><\/p>\n<p>Am 7. Juli 2007 hat Papst Benedikt XVI. das Apostolische Schreiben Summorum Pontificum in Form eines Motu Proprio erlassen. Es behandelt den Gebrauch der R\u00f6mischen Liturgie in ihrer Gestalt vor der Reform der Messliturgie von 1970 und wurde zusammen mit einem Begleitschreiben des Papstes an die Bisch\u00f6fe ver\u00f6ffentlicht. Die Bestimmungen sind am 14. September in Kraft getreten. Wir haben nun Leitlinien zur Umsetzung des Motu Proprio verabschiedet, die sich schwerpunktm\u00e4\u00dfig auf die Messfeiern der au\u00dferordentlichen Form in den Pfarrgemeinden beziehen. Die Leitlinien im Wortlaut liegen Ihnen in der Anlage 1 vor.<\/p>\n<p>Sie sollen dazu beitragen, dass die Gl\u00e4ubigen, die der \u00e4lteren Form der Liturgie verbunden sind, einen Zugang zu Messfeiern in der au\u00dferordentlichen Form erhalten, soweit dies im Rahmen der vorhandenen M\u00f6glichkeiten realisierbar ist. Die Messe in der au\u00dferordentlichen Form kann nicht den sonnt\u00e4glichen Pfarrgottesdienst in der ordentlichen Form ersetzen. Grunds\u00e4tzlich muss die M\u00f6glichkeit zur Messfeier in der au\u00dferordentlichen Form vom Prinzip der Harmonie zwischen dem Interesse und Wohl der antragstellenden Gl\u00e4ubigen und der ordentlichen Hirtensorge f\u00fcr die Pfarrei unter der Leitung des Bischofs getragen sein. In den meisten deutschen Bist\u00fcmern fanden bereits vor dem neuen Motu Proprio mit Genehmigung des Di\u00f6zesanbischofs an Sonntagen und werktags Tridentinische Messfeiern statt. Eine Umfrage im letzten Jahr hat gezeigt, dass der Bedarf hier weitgehend gedeckt ist.<\/p>\n<p><strong>2. Jahresbericht der Liturgiekommission<\/strong><\/p>\n<p>Im Rahmen der regelm\u00e4\u00dfigen Berichte einzelner Kommissionen bei den Herbst-Vollversammlungen hat der Vorsitzende der Liturgiekommission, Joachim Kardinal Meisner (K\u00f6ln), einen ausf\u00fchrlichen Bericht vorgelegt. Die Liturgie hat aus verschiedenen Anl\u00e4ssen \u2013 vom 40-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um der Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils \u201eSacrosanctum Concilium\u201c (Konstitution \u00fcber die heilige Liturgie) bis zum Erscheinen des Motu Proprio \u201eSummorum Pontificum\u201c (7. Juli 2007) \u2013 in den letzen Jahren gro\u00dfe Aufmerksamkeit erlangt. Diese Chance und Herausforderung gilt es auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens wahrzunehmen und aktiv zu nutzen.<\/p>\n<p>Daher hat die Liturgiekommission im vergangenen Jahr als Schwerpunktaufgabe f\u00fcr die Jahre 2006 bis 2011 das Leitthema ars celebrandi (aus dem Lateinischen = \u201edie Kunst des rechten Feierns\u201c) beschlossen. Eine Vielzahl von Ma\u00dfnahmen soll dazu beitragen, positive\u00c2\u00a0 Entwicklungen zu st\u00e4rken und problematische Tendenzen zu korrigieren. Zu einer angemessenen Feiergestalt der Liturgie tragen auch die gro\u00dfen Buchprojekte \u2013 die \u00dcbersetzung des R\u00f6mischen Messbuchs 2002, die Revision der Einheits\u00fcbersetzung der Bibel und das neue Gebet- und Gesangbuch \u201eGotteslob\u201c \u2013 bei. Die Liturgiekommission wird demn\u00e4chst noch weitere Dokumente vorlegen, z. B. eine pastorale Einf\u00fchrung zur \u201eFeier der Kindertaufe\u201c.<\/p>\n<p><strong>III. Pastoral<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Entwicklungen und Perspektiven der pastoralen Neuordnungen in den Di\u00f6zesen \u2013 Vorstellung einer Arbeitshilfe<\/strong><\/p>\n<p>Am Mittwoch habe ich gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Joachim Wanke (Erfurt), eine Arbeitshilfe mit dem Titel \u201e,Mehr als Strukturen\u00e2\u20ac\u00a6\u00e2\u20ac\u02dc Neuorientierungen der Pastoral in den Di\u00f6zesen. Ein \u00dcberblick\u201c vorgestellt. Die di\u00f6zesanen Neuordnungen waren bereits bei unserer Fr\u00fchjahrs-Vollversammlung in Reute Thema eines ganzt\u00e4gigen Studientages. In der Arbeitshilfe sind nun die bisherigen Neuordnungen in den einzelnen Di\u00f6zesen zusammengestellt. Bei allen di\u00f6zesanen und regionalen Besonderheiten gibt es viele Gemeinsamkeiten, die eine gute Grundlage f\u00fcr die weiteren Entwicklungen der pastoralen Neuordnungen bilden. Die nun erschienene Arbeitshilfe tr\u00e4gt dazu bei, die Neuordnungen menschennah und pastoraltheologisch verantwortbar durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Die ausf\u00fchrlichen Statements von Bischof Dr. Wanke und mir beim Pressegespr\u00e4ch zu diesem Thema finden Sie im Internet unter <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.dbk.de\">www.dbk.de<\/a>.<br \/>\nDie Arbeitshilfe \u201e,Mehr als Strukturen\u00e2\u20ac\u00a6\u00e2\u20ac\u02dc Neuorientierungen der Pastoral in den Di\u00f6zesen. Ein \u00dcberblick\u201c ist in der Reihe \u201eArbeitshilfen\u201c (Nr. 216), hg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz erschienen.<\/p>\n<p><strong>2. Milit\u00e4rseelsorge \u2013 Personalentwicklung<\/strong><\/p>\n<p>Der Milit\u00e4rgeneralvikar Apostolischer Protonotar Walter Wakenhut hat uns in Vertretung des Milit\u00e4rbischofs einen Bericht zu den Aufgabenbereichen und zur Personalentwicklung in der Milit\u00e4rseelsorge vorgelegt. Die seelsorgerliche Begleitung der Soldatinnen und Soldaten gerade bei Auslandseins\u00e4tzen ist eminent wichtig. Auch unter den schwieriger werdenden Rahmenbedingungen in den Di\u00f6zesen soll f\u00fcr die mit dem Staat vereinbarten 90 Planstellen eine ausreichende Zahl von Priestern und Pastoralreferenten zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Allerdings ist angesichts der ver\u00e4nderten Katholikenzahlen der bisherige Verteilerschl\u00fcssel f\u00fcr die Freistellung von Priestern und Pastoralreferenten aus den einzelnen Di\u00f6zesen zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p><strong>3. Revision der Einheits\u00fcbersetzung der Bibel \u2013 Erste Ergebnisse<\/strong><\/p>\n<p>Bischof Dr. Joachim Wanke (Erfurt) hat uns als stellvertretender Vorsitzender des bisch\u00f6flichen Leitungsgremiums f\u00fcr die Revision der Einheits\u00fcbersetzung der Bibel \u00fcber den Fortgang der Arbeiten berichtet, die im Fr\u00fchjahr 2006 begonnen haben. Bei der Revision wird der vorliegende Text der Einheits\u00fcbersetzung 1979\/80 moderat \u00fcberarbeitet. Ziel ist eine gr\u00f6\u00dfere Textn\u00e4he, um so den Eigencharakter der biblischen Sprache wieder st\u00e4rker hervortreten zu lassen. In der ersten Phase der Textarbeit tragen die \u00fcber 50 Exegeten ihre \u00c4nderungsvorschl\u00e4ge in eine Internet-Datenbank (<a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.bibelrevision.de\">www.bibelrevision.de<\/a>). Etwa ein Viertel des gesamten Bibeltextes liegt in der revidierten Form bereits vor und ist den Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz wie auch den \u00fcbrigen Herausgebern \u2013 der \u00d6sterreichischen Bischofskonferenz, der Schweizer Bischofskonferenz, den Erzbisch\u00f6fen von Luxemburg, Stra\u00dfburg und Vaduz sowie den Bisch\u00f6fen von Bozen-Brixen und L\u00fcttich \u2013 zugeleitet worden. In K\u00fcrze sollen die Texte auch an die zust\u00e4ndigen Kongregationen f\u00fcr die Glaubenslehre sowie f\u00fcr den Gottesdienst und die Sakramentenordnung in Rom \u00fcbersandt werden.<\/p>\n<p><strong>4. Bischofssynode 2008 zum Thema \u201eDas Wort Gottes in der Sendung der Kirche\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Im kommenden Jahr findet vom 5. bis 26. Oktober in Rom die XII. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode zum Thema \u201eDas Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche\u201c statt. Ende April sind zur Vorbereitung vom Generalsekretariat der Bischofssynode in Rom die \u201eLineamenta\u201c verschickt worden. Die nationalen Bischofskonferenzen sind gebeten, diesen detaillierten Fragebogen zur Bischofssynode bis Ende November 2007 zur\u00fcckzuschicken. Wir haben in Fulda nun einen ersten Entwurf mit Antworten beraten. Schwerpunktm\u00e4\u00dfig geht es um den Umgang mit der Bibel. In den Antworten spiegeln sich die besonderen St\u00e4rken in den Di\u00f6zesen wider: die Verbreitung und der Umgang mit der Bibel, Veranstaltungen und Aktionen, wie z. B. das \u00f6kumenische \u201eJahr der Bibel\u201c 2003, oder Organisationen wie das Bibelwerk. Anhand der R\u00fcckmeldungen der einzelnen Ortskirchen wird das Generalsekretariat der Bischofssynode das \u201eInstrumentum Laboris\u201c erarbeiten, das als Tagesordnung und Diskussionspapier der Synode dient.<\/p>\n<p><strong>5. Katholikentag 2008 in Osnabr\u00fcck<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber den Stand der Vorbereitungen des 97. Deutschen Katholikentags, der vom 21. bis 25. Mai 2008 in Osnabr\u00fcck unter dem Leitthema \u201eDu f\u00fchrst uns hinaus ins Weite\u201c stattfinden wird, informierte uns Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabr\u00fcck). Die Programmplanung konzentriert sich auf einige Gro\u00dfveranstaltungen und ein \u00fcberschaubares Angebot. Neben den st\u00e4ndigen Teilnehmern werden vor allem auch zahlreiche Tagesg\u00e4ste erwartet. F\u00fcr die Jugendlichen ist der Katholikentag zugleich eine Wegstation zum XXIII. Weltjugendtag vom 15. bis 20. Juli 2008 in Sydney (Australien), an dem voraussichtlich 6.000 Jugendliche aus Deutschland teilnehmen werden.<\/p>\n<p><strong>6. Aktuelle Debatte \u00fcber sexuellen Missbrauch durch Geistliche<\/strong><\/p>\n<p>Der Bischof von Regensburg hat auf Wunsch vieler Bisch\u00f6fe genauer \u00fcber einen aktuellen Fall sexuellen Missbrauchs durch einen Geistlichen in seiner Di\u00f6zese informiert. Die Deutsche Bischofskonferenz hat hier im Blick auf die Zust\u00e4ndigkeit der einzelnen Di\u00f6zesen keine Befugnis zu irgendwelchen Eingriffen. Sie hat jedoch aufgrund schmerzlicher Erfahrungen bereits im Jahr 2002 Leitlinien \u201eZum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderj\u00e4hriger durch Geistliche im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz\u201c in Kraft gesetzt.<\/p>\n<p>Diese erm\u00f6glichen auf Grund von professionellen Erfahrungen und Empfehlungen ein gemeinsames Vorgehen, wobei die Verantwortung f\u00fcr die Ma\u00dfnahmen beim jeweiligen Bistum bleibt, abgesehen von einer Meldepflicht bei schwereren Delikten bei der Kongregation f\u00fcr die Glaubenslehre in Rom. Wir haben diese Richtlinien in den Amtsbl\u00e4ttern der Bist\u00fcmer ver\u00f6ffentlicht, die Adressen von neutralen Ansprechpartnern bekannt gemacht und die Empfehlungen umgesetzt. Wir haben dabei einige forensische Psychiater, die an Universit\u00e4tskliniken arbeiten, als Berater empfohlen. Nach einer Reihe von Gutachten gab es mit diesen Experten einen ausf\u00fchrlichen Erfahrungsaustausch, der grunds\u00e4tzlich von Zeit zu Zeit wiederholt wird.<\/p>\n<p>Die Aufstellung und Ver\u00f6ffentlichung der Leitlinien wurde in der Fachwelt und der \u00d6ffentlichkeit anerkannt. Im April 2003 fand ein Symposion zum Thema P\u00e4dophilie und Kirche in Rom statt, dessen Ergebnisse in dem Band \u201eSexual Abuse in the Catholic Church: Scientific and Legal Perspectives\u201c (\u201eSexueller Missbrauch und die katholische Kirche. Wissenschaftliche und rechtliche Perspektiven\u201c) (R. Karl Hanson, Friedemann Pf\u00e4fflin, Manfred L\u00fctz, Vatikan 2004) ver\u00f6ffentlicht wurden. Wir haben Vertrauen, dass sich die Bisch\u00f6fe mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (Generalvikare, Personaldezernenten) in ihrer Verantwortung nach diesen Empfehlungen richten.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund haben wir unsere Erfahrungen ausgetauscht und sind entschlossen, alles zu tun, um sexuellen Missbrauch mit allen Kr\u00e4ften aufzudecken. Wir bedauern zutiefst alle Sch\u00e4den, die bei den Opfern und ihren Familien entstehen. Es gibt die grunds\u00e4tzliche Bereitschaft, therapeutische Ma\u00dfnahmen zu unterst\u00fctzen, auch materiell. Im Blick auf die Vergehen selbst k\u00f6nnen wir jedoch die ethische Verantwortlichkeit nicht vom T\u00e4ter nehmen. Im Falle einer Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs kann ein Einsatz in einem seelsorglichen Bereich mit Kindern und Jugendlichen auf keinen Fall erfolgen. In der Aussprache hat sich gezeigt, wie differenziert, verletzlich und anf\u00e4llig dieser gesamte Bereich ist. Wir bitten deshalb alle an diesen Vorg\u00e4ngen Interessierten, besonders die Medien, bei allem berechtigten Interesse zur Offenlegung von Vergehen, mit der notwendigen Sensibilit\u00e4t und dem Respekt vor der Personw\u00fcrde eines jeden Menschen vorzugehen. Die Sorge f\u00fcr die Opfer liegt uns dabei besonders am Herzen.<\/p>\n<p><strong>IV. Weltkirche<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Zur Lage der T\u00fcrkei<\/strong><\/p>\n<p>Die Bisch\u00f6fe haben sich w\u00e4hrend ihrer Beratungen auch mit den j\u00fcngsten Entwicklungen in der T\u00fcrkei befasst. Nach dem Wahlsieg der regierenden AK-Partei, der Wahl eines neuen Pr\u00e4sidenten durch die t\u00fcrkische Nationalversammlung und der Ank\u00fcndigung der Ausarbeitung einer neuen Verfassung erwartet die Deutsche Bischofskonferenz die Wiederaufnahme des Reformprozesses. Im Rahmen dieses Prozesses m\u00fcssen endlich auch die legitimen Anliegen der religi\u00f6sen Minderheiten einer L\u00f6sung zugef\u00fchrt werden, die den Standards eines demokratischen Rechtsstaates entspricht.<\/p>\n<p>Mit Best\u00fcrzung und Emp\u00f6rung haben wir zur Kenntnis genommen, dass das Oberste Gericht der T\u00fcrkei dem \u00d6kumenischen Patriarchen von Konstantinopel mit Urteil vom 13. Juni 2007 das Recht auf Verwendung seines seit Jahrhunderten verb\u00fcrgten Titels abgesprochen und die Anerkennung des Patriarchats als juristische Person verweigert hat. Wir weisen entschieden den Anspruch eines weltlichen Gerichts zur\u00fcck, sich in die inneren Angelegenheiten der Orthodoxen Kirche einzumischen und dem Patriarchen von Konstantinopel den Anspruch abzusprechen, nach eigener alter Tradition den Titel des \u201e\u00d6kumenischen Patriarchen\u201c zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Wir sind in tiefer Sorge \u00fcber die m\u00f6glichen Folgen des Urteils angesichts der gro\u00dfen Einschr\u00e4nkungen, mit denen das \u00d6kumenische Patriarchat tagt\u00e4glich konfrontiert ist. Wir erwarten die Wiederer\u00f6ffnung der seit 1971 geschlossenen theologischen Hochschule des Patriarchats auf der Marmarainsel Chalki und die Beendigung der systematischen Enteignungen kirchlicher Geb\u00e4ude und Grundst\u00fccke.<\/p>\n<p><strong>2. Solidarit\u00e4t mit den Flutopfern in Afrika<\/strong><\/p>\n<p>In den Beratungen der Vollversammlung sind auch die aktuellen Berichte \u00fcber die Hochwasserkatastrophe in Afrika aufgegriffen worden. In 17 L\u00e4ndern \u2013 in der gesamten Region zwischen Mali und \u00c4thiopien \u2013 ist es zu verheerenden \u00dcberschwemmungen gekommen. Mehrere Hundert Menschen sind bereits in den Fluten umgekommen, rund eine Million Menschen sind auf der Flucht vor den Wassermassen. Das Hochwasser bedroht dar\u00fcber hinaus die Lebensgrundlage zahlreicher weiterer Menschen. Es besteht die Gefahr, dass sich Infektionskrankheiten rasant ausbreiten. Die Menschen haben dringenden Bedarf nach Trinkwasser, Lebensmitteln, Medikamenten und Kleidung.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit vielen anderen sind die kirchlichen Hilfswerke aktiv, um den Betroffenen in ihrer schwierigen Situation zu helfen. Die deutschen Bisch\u00f6fe sind dankbar f\u00fcr diese Arbeit. Sie ermutigen die Gl\u00e4ubigen, Caritas international (Stichwort \u201eFlutkatastrophe Afrika\u201c, Spendenkonto 202 bei der Bank f\u00fcr Sozialwirtschaft Karlsruhe BLZ 660 205 00) durch Spenden zu unterst\u00fctzen und der leidenden Menschen im Gebet zu gedenken.<\/p>\n<p><strong>3. Solidarit\u00e4tsschreiben an den Vorsitzenden der Bischofskonferenz von Zimbabwe<\/strong><\/p>\n<p>Die deutschen Bisch\u00f6fe haben sich erneut mit der Situation in Zimbabwe befasst. Dort schreitet die Verelendung breiter Bev\u00f6lkerungsschichten ungebremst voran, und die tief greifende wirtschaftliche und politische Krise des Landes versch\u00e4rft sich zusehends. Die Gr\u00fcnde dieser Misere sind weithin bekannt; sie sind zum allergr\u00f6\u00dften Teil der Regierung Zimbabwes anzulasten. \u00d6ffentliche Kritik wird jedoch mit geheimdienstlichen und polizeistaatlichen Methoden unterdr\u00fcckt. In diesem Zusammenhang haben wir mit gro\u00dfer Best\u00fcrzung erfahren m\u00fcssen, dass auch die Kirche und ihre Hirten vor dem Angriff staatlicher Stellen nicht gesch\u00fctzt sind.<\/p>\n<p>Die skandal\u00f6se Vorgehensweise gegen Erzbischof Ncube von Bulawayo hat dies erschreckend vor Augen gef\u00fchrt. In dieser f\u00fcr die Kirche und das Land so schwierigen Zeit habe ich in einem Brief an den Vorsitzenden der Zimbabwischen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Ndlovu von Harare, die Solidarit\u00e4t der Deutschen Bischofskonferenz und der Katholiken in unserem Land zum Ausdruck gebracht. Die deutschen Bisch\u00f6fe unterst\u00fctzen die Forderung der Zimbabwischen Bischofskonferenz nach einem Ende der Gewalt und dem Aufbau von Rechtsstaatlichkeit und echter Demokratie. Wir teilen deren \u201eklares, unmissverst\u00e4ndliches Nein zu Gewaltherrschaft, Unterdr\u00fcckung und Einsch\u00fcchterung\u201c, wie es im Hirtenbrief der Bisch\u00f6fe von Zimbabwe \u201eGott h\u00f6rt den Schrei der Unterdr\u00fcckten\u201c (\u201eGod hears the cry of the oppressed\u201c) so nachdr\u00fccklich zum Ausdruck gebracht wurde. Zugleich versichern wir den Menschen in Zimbabwe, dass wir \u00fcber die kirchlichen Hilfswerke in Deutschland auch weiterhin unseren Beitrag dazu leisten, Not und Ungerechtigkeit zu \u00fcberwinden. Den Gl\u00e4ubigen in Zimbabwe und ihren Hirten, aber auch dem ganzen leidenden Volk sind wir im Gebet tief verbunden.<\/p>\n<p><strong>4. V. Generalversammlung der Bisch\u00f6fe Lateinamerikas in Aparecida<\/strong><\/p>\n<p>Vom 13. bis 31. Mai 2007 hat im brasilianischen Wallfahrtsort Aparecida die V. Generalversammlung der Bisch\u00f6fe Lateinamerikas und der Karibik stattgefunden. Diese Konferenz stand in der Tradition der gro\u00dfen und pr\u00e4genden Vorg\u00e4nger-Konferenzen von Rio de Janeiro, Medellin, Puebla und Santo Domingo.<\/p>\n<p>Das Leitwort der Generalversammlung wies in eine missionarische Richtung und deutete an, dass ein neuer Aufbruch das Gebot der Stunde ist. Die Kirche steht in der Nachfolge Jesu Christi; ihre Glieder m\u00fcssen \u201eJ\u00fcnger und Missionare Jesu Christi\u201c sein, wenn die Kirche den Herausforderungen der modernen Zeit gewachsen sein soll. Die missionarische Sendung erstreckt sich auch auf die Gesellschaft. Nach wie vor besitzt die katholische Kirche in der \u00d6ffentlichkeit eine gro\u00dfe Glaubw\u00fcrdigkeit, die vor allem in der konsequenten Wahrnehmung der Option f\u00fcr die Armen, im Kampf f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden und in der Auseinandersetzung mit der weit verbreiteten Korruption besteht.<\/p>\n<p>Das von der V. Generalversammlung verabschiedete Dokument wurde am 11. Juni 2007 Papst Benedikt XVI. in Rom \u00fcbergeben und von ihm vier Wochen sp\u00e4ter \u201ekonfirmiert\u201c.<\/p>\n<p>Vertreter der bisch\u00f6flichen Hilfswerke \u201eAdveniat\u201c und \u201eMisereor\u201c waren zur Teilnahme eingeladen und hatten die M\u00f6glichkeit, aktiv an den Beratungen teilzunehmen. Das jetzt vorliegende Dokument ist gewiss nicht einfach auf die pastoralen Verh\u00e4ltnisse in Deutschland bzw. Europa zu \u00fcbertragen. Es enth\u00e4lt aber bedenkenswerte Impulse, die f\u00fcr die Betrachtung der kirchlichen Situation in Deutschland von Bedeutung sind k\u00f6nnen. Das Schlussdokument soll demn\u00e4chst auch in deutscher Sprache in der Reihe \u201eStimmen der Weltkirche\u201c (hg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz) ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n<p><strong>5. R\u00fcckblick auf die \u00f6kumenische Reise nach Libanon und \u00c4gypten (23.-29.06.07)<\/strong><\/p>\n<p>Vom 23. bis 29. Juni hat eine \u00f6kumenische Delegation eine Reise in den Libanon und nach \u00c4gypten unternommen. Der Besuch war vom Middle-East Council of Churches (MECC), dem fast alle Kirchen in der mittel\u00f6stlichen Region angeh\u00f6ren, gemeinsam mit dem Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz und dem Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland vorbereitet worden. Im Mittelpunkt standen Gespr\u00e4che und Begegnungen mit hochrangigen Repr\u00e4sentanten der Kirchen in den beiden nah\u00f6stlichen L\u00e4ndern, u.a. mit dem Maronitischen Patriarchen Nasrallah Kardinal Sfeir (Beirut) und dem Oberhaupt der Koptisch-Orthodoxen Kirche Papst Schenuda II. (Kairo).<\/p>\n<p>Die Christen im Nahen Osten stehen zunehmend unter gro\u00dfem Druck und sind immer schwieriger werdenden Lebensbedingungen ausgesetzt. Sie bed\u00fcrfen unserer Unterst\u00fctzung und Solidarit\u00e4t. Die Reise war daher vor allem auch ein Ausdruck der solidarischen Verbundenheit der Kirchen in Deutschland mit den Christen im Nahen Osten. Bei den Kirchen im Libanon und auch unter den dortigen Muslimen hat sie gro\u00dfe Aufmerksamkeit gefunden und wurde als Zeichen der Ermutigung und als Best\u00e4rkung des Friedenswillens der Religionen empfunden.<\/p>\n<p><strong>6. Jahresbericht der Kommission Justitia et Pax<\/strong><\/p>\n<p>In diesem Jahr feiert die Deutsche Kommission Justitia et Pax (lat. = \u201eGerechtigkeit und Frieden\u201c, vormals: Katholischer Arbeitskreis Entwicklung und Frieden) ihr 40-j\u00e4hriges Bestehen. Die Kommission geht zur\u00fcck auf den Impuls von Papst Paul VI., den er mit der Enzyklika \u201ePopolorum Progressio\u201c (\u201eDie Entwicklung der V\u00f6lker\u201c) 1967 gegeben hat. Darin hat er Entwicklung als den neuen Namen f\u00fcr Frieden bezeichnet, das Konzept integraler Entwicklung aus dem christlichen Glauben begr\u00fcndet und ein besonders Zeugnis der Kirche f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden weltweit herausgefordert.<\/p>\n<p>In ihrem Jahresbericht hat Justitia et Pax vor allem ausgew\u00e4hlte Arbeitsschwerpunkte aus den Bereichen Menschenrechte, Entwicklung und Frieden vorgestellt. Die Deutsche Kommission Justitia et Pax hat derzeit auch die Pr\u00e4sidentschaft der Konferenz der Europ\u00e4ischen Justitia-et-Pax-Kommissionen. Im Rahmen der Arbeit der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE), die gemeinsam von Justitia et Pax und dem Evangelischen Entwicklungsdienst getragen wird, bildeten Aktivit\u00e4ten im Vorfeld des G8-Gipfels den Schwerpunkt.<\/p>\n<p><strong>7. Aufruf der deutschen Bisch\u00f6fe zur Aktion Adveniat 2007<\/strong><\/p>\n<p>Die Vollversammlung hat einen Aufruf der deutschen Bisch\u00f6fe zur Aktion Adveniat 2007 verabschiedet. Im Mittelpunkt der diesj\u00e4hrigen Aktion steht die Lebenssituation der indigenen Bev\u00f6lkerung in den Andenregionen Lateinamerikas. Die Aktion wird am 2. Dezember mit einem Pontifikalamt im Dom zu Mainz feierlich er\u00f6ffnet. Sie steht unter dem Thema \u201eGerechtigkeit, jetzt und f\u00fcr alle Zeiten\u201c (Jes 9,6). Der Aufruf soll am 3. Adventssonntag (16.12.2007) in allen Gottesdiensten verlesen werden.<\/p>\n<p><strong>8. Aufruf der deutschen Bisch\u00f6fe zur Aktion Dreik\u00f6nigssingen 2007\/2008<\/strong><\/p>\n<p>Am 6. Januar 2008 werden sich zum 50. Mal die Sternsinger auf den Weg machen, um f\u00fcr Not leidende Kinder in den Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern Spenden zu sammeln. Die deutschen Bisch\u00f6fe haben zur Aktion Dreik\u00f6nigssingen einen Aufruf verabschiedet, der in den Amtsbl\u00e4ttern der (Erz-)Di\u00f6zesen ver\u00f6ffentlicht und den Gemeinden zur Kenntnis gebracht werden soll. Die Aktion Dreik\u00f6nigssingen 2007\/2008 steht unter dem Leitwort \u201eSternsinger f\u00fcr die Eine Welt\u201c.<\/p>\n<p><strong>V. Gesellschaft und Soziales<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Ethische Grenzen der Stammzellforschung<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben die Aufl\u00f6sung des \u201eNationalen Ethikrates\u201c, der 2001 von Altbundeskanzler Gerhard Schr\u00f6der zur Beratung der Bundesregierung in den Lebenswissenschaften ins Leben gerufen worden war, und die aktuelle Neugr\u00fcndung eines \u201eDeutschen Ethikrates\u201c mit erweiterter Kompetenz zum Anlass genommen, uns erneut mit den Entwicklungen in der Stammzellforschung und ihren ethischen Grenzen zu befassen.<\/p>\n<p>Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt mit Besorgnis die vielf\u00e4ltigen Tendenzen zur Kenntnis, die Forschung mit embryonalen Stammzelllinien auszuweiten, deren Gewinnung die T\u00f6tung menschlicher Embryonen voraussetzt. Angesichts der aktuellen Debatte im Deutschen Bundestag zur \u00c4nderung des Stammzellgesetzes betonen die deutschen Bisch\u00f6fe erneut nachdr\u00fccklich die Unantastbarkeit des Lebensrechtes embryonaler Menschen. Sie fordern ein deutliches politisches Bekenntnis zu den Grundlagen des Embryonen-Schutzgesetzes und des Stammzellgesetzes. Eine weitere Aufweichung des Embryonenschutzes, z. B. durch eine Verschiebung der geltenden Stichtagsregelung, mit der auch ein Signal gegen Anreize zur T\u00f6tung menschlichen embryonalen Lebens zur Gewinnung von Stammzelllinien gesetzt werden sollte, lehnen wir entschieden ab.<\/p>\n<p>Die bemerkenswerten neueren Erfolge auf dem Gebiet der adulten Stammzellforschung sind ein zus\u00e4tzliches Argument gegen die Ausweitung embryonaler Stammzellforschung. Adulte Stammzellen werden aus k\u00f6rpereigenem Gewebe gewonnen und vermeiden das ethische Dilemma der T\u00f6tung von Embryonen. Deshalb pl\u00e4dieren wir f\u00fcr eine signifikate Umstrukturierung der europ\u00e4ischen und deutschen Forschungsf\u00f6rderung von der embryonalen zur adulten Stammzellforschung.<\/p>\n<p>Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger (Augsburg) hat uns \u00fcber seine Mitarbeit im Nationalen Ethikrat berichtet und dabei insbesondere das Gutachten des Rates zur \u00c4nderung des Stammzellgesetzes problematisiert. Die Deutsche Bischofskonferenz hat nach ausf\u00fchrlicher Aussprache \u2013 besonders \u00fcber die ethischen Grenzen der Stammzellforschung \u2013 einm\u00fctig daf\u00fcr votiert, auch in Zukunft an der Diskussion grundlegender Themen der Lebenswissenschaften in den Beratungen von Bundesregierung und Parlament mitzuwirken. Das glaubw\u00fcrdige Eintreten f\u00fcr einen umfassenden Lebensschutzes in einer menschenw\u00fcrdigen Gesellschaft l\u00e4sst kein Abseitsstehen in dieser Grundsatzdiskussion zu.<\/p>\n<p><strong>2. Kirchliche Anliegen f\u00fcr die EU-Regierungskonferenz im zweiten Halbjahr 2007<\/strong><\/p>\n<p>Erneut war die vorgesehene Reform der Europ\u00e4ischen Union Thema unserer Vollversammlung. Die Bisch\u00f6fliche Kommission f\u00fcr gesellschaftliche und soziale Fragen wurde beauftragt, gemeinsam mit der bisch\u00f6flichen Arbeitsgruppe Europa der Deutschen Bischofskonferenz die EU-Regierungskonferenz zu begleiten und die kirchliche Position gegen\u00fcber den politischen Repr\u00e4sentanten und der \u00d6ffentlichkeit bekannt zu machen. Sie arbeitet dabei eng mit dem Katholischen B\u00fcro und mit der Kommission der Bischofskonferenzen der Europ\u00e4ischen Gemeinschaft (ComECE) zusammen.<\/p>\n<p><strong>3. Jahresbericht der Publizistischen Kommission<\/strong><\/p>\n<p>Im Rahmen der Kommissionsberichte haben wir auch einen Bericht der Publizistischen Kommission von ihrem Vorsitzenden Bischof Dr. Gebhard F\u00fcrst (Rottenburg-Stuttgart) erhalten. Thema war unter anderem das Institut zur F\u00f6rderung des publizistischen Nachwuchses (ifp). Die Umbauarbeiten des Kapuzinerklosters St. Anton in M\u00fcnchen, in das die katholische Journalistenschule im Fr\u00fchjahr 2008 umziehen soll, gehen gut voran. Bislang ist das ifp auf die drei Standorte M\u00fcnchen, Augsburg und Ludwigshafen verteilt.<\/p>\n<p>Mit der nun vorgesehenen Konzentration in M\u00fcnchen soll eine bessere Vernetzung der Ausbildungsg\u00e4nge geschaffen werden. Im Gespr\u00e4ch \u00fcber das ifp wurden regelm\u00e4\u00dfige Treffen der Bisch\u00f6fe mit den Stipendiaten und Absolventen in ihrer Di\u00f6zese angeregt. In einigen Di\u00f6zesen finden solche Regionaltreffen bereits statt. Sie dienen dem gegenseitigen Kennenlernen und helfen, bestehende Kontakte zu vertiefen. Das ifp wurde 1968 als Journalistenschule im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz gegr\u00fcndet. Es bietet eine studienbegleitende Journalistenausbildung, Volont\u00e4rskurse f\u00fcr die kirchliche wie die s\u00e4kulare Presse sowie eine spezielle Ausbildung f\u00fcr Theologinnen und Theologen an.<\/p>\n<p>Die katholische Kirche engagiert sich seit vielen Jahren im Medienbereich und ist mit vielf\u00e4ltigen eigenen Angeboten, Institutionen und multiplikatorenorientierten Initiativen pr\u00e4sent. Besonders die in einer hohen Gesamtauflage erscheinenden kirchlichen Printmedien, die di\u00f6zesanen und \u00fcberdi\u00f6zesanen Internetauftritte, die Verk\u00fcndigungssendungen im \u00f6ffentlichen und privaten Rundfunk, die Beteiligung an der allgemeinen Nachrichtenverbreitung durch die Katholische Nachrichtenagentur (KNA) sowie an der Journalistenausbildung sind von gro\u00dfer Bedeutung.<\/p>\n<p><strong>VI. Personalien<\/strong><\/p>\n<p>Die Vollversammlung hat Bischof Dr. Konrad Zdarsa (G\u00f6rlitz) f\u00fcr die laufende Arbeitsperiode bis zur Herbst-Vollversammlung 2011 zum Mitglied der Kommission Weltkirche gew\u00e4hlt und ihn als Mitglied der Kontaktgruppe der Deutschen und der Polnischen Bischofskonferenz berufen.<\/p>\n<p>Weihbischof Dr. Franz-Josef Overbeck (M\u00fcnster) wurde f\u00fcr die laufende Arbeitsperiode zum Mitglied der Glaubenskommission und der Kommission f\u00fcr gesellschaftliche und soziale Fragen gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Die Vollversammlung hat Pfarrer Dietmar Heeg (Frankfurt) erneut zum Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz f\u00fcr den privaten Fernsehsender RTL berufen. Die Berufung gilt bis zum 30.09.2010.<\/p>\n<p>Pr\u00e4lat Franz Jung wird von der Vollversammlung f\u00fcr die Zeit vom 01.01. bis 31.12.2008 zum Visitator f\u00fcr die Priester und Gl\u00e4ubigen aus dem ehemaligen Erzbistum Breslau berufen. Seine Aufgaben als Visitator f\u00fcr die Priester und Gl\u00e4ubigen aus der Grafschaft Glatz bleiben davon unber\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Bischofskonferenz . Zum Abschluss der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda sprach Karl Kardinal Lehmann im Rahmen einer Pressekonferenz \u00fcber die Themen der diesj\u00e4hrigen Vollversammlung. Neben pastoralen Themen wie Milit\u00e4rseelsorge oder dem Katholikentag 2008 in Osnabr\u00fcck referierten die Bisch\u00f6fe auch \u00fcber Bereiche der Weltkirche und \u00fcber gesellschaftliche, sowie soziale Themen. 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