{"id":55283,"date":"2010-03-24T04:06:25","date_gmt":"2010-03-24T03:06:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=55283"},"modified":"2010-03-24T09:06:52","modified_gmt":"2010-03-24T08:06:52","slug":"bekannter-lakota-indianer-besuchte-rhoen-hotel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=55283","title":{"rendered":"Bekannter Lakota Indianer besuchte Rh\u00f6n Hotel"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100323_Indianer.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-55284\" title=\"100323_Indianer\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100323_Indianer-265x198.jpg\" alt=\"100323_Indianer\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100323_Indianer-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100323_Indianer.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Poppenhausen. <\/strong>Zum zweiten Mal hatte das Rh\u00f6n-Indianer-Hotel in Poppenhausen echten indianischen Besuch. Nach dem der\u00c2\u00a0Cherokee &#8220;Standing Bear&#8221; im September letzten Jahres einen interessanten Vortrag hilet, war nun der 81 j\u00e4hrige Vertreter des Ogalala Lakota-Volkes mit dem Namen Lakoto Elder \u201eHe Who Knows\u201c angereist. Mit spannenden und bildreichen Worten erz\u00e4hlte er sein Leben und den tragischen Weg seines Volkes. Diesem Stamm, bekannter unter der Bezeichnung &#8220;Sioux&#8221;, hat Kevin Costner mit dem bekannten Film &#8220;Der mit dem Wolf tanzt&#8221; in den 90ern ein Denkmal gesetzt.<!--more--><\/p>\n<p>Noch in einem Tipi geboren, wuchs er in der Pine-Ridge-Reservation im mittleren Westen der USA auf. Schon im Alter von 8 Jahren entwickelte sich sein besonderes Gesp\u00fcr im Umgang mit Pferden. Eine der wenigen sinnvollen T\u00e4tigkeiten, denen die Menschen in der von Armut, Alkoholismus und Arbeitslosigkeit gepr\u00e4gten Umgebung nachgehen konnten. Als Ursache f\u00fcr diese bedauernswerte Situation beschrieb &#8220;He Who Knows&#8221; die Entwurzelung der Menschen seines Volkes. Ausgel\u00f6st vor allem durch die drakonischen und unmenschlichen Umerziehungsma\u00dfnahmen der amerikanischen Regierung.<\/p>\n<p>Bis in die 60er Jahre wurden Tausende von indianischen Kindern ihren Eltern weggenommen und in Internaten (boarding schools) zwangsamerikanisiert. Wenn Sie dann in die Reservationen zur\u00fcckkamen, sprachen Sie nur noch Englisch und waren der Kultur und Spiritualit\u00e4tbb ihrer V\u00f6lker entfremdet. Nur noch etwa 16% der z.Zt. 28.000 Bewohner des Lakota-Reservates spricht deshalb die eigene Sprache. Davon fast ausschlie\u00dflich \u00e4ltere Menschen \u00fcber 60. &#8220;He Who Knows&#8221;, \u00fcbrigens ein Nachfahre des legend\u00e4ren &#8220;Sitting Bull&#8221;, wollte immer Cowboy werden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100323_Indianer2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-55285\" title=\"100323_Indianer2\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100323_Indianer2-265x353.jpg\" alt=\"100323_Indianer2\" width=\"265\" height=\"353\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100323_Indianer2-265x353.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100323_Indianer2.jpg 399w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>So konnte er schon mit 15 Jahren der Tristesse der Reservation dadurch entgehen, dass ihn ein Cherokee-Indianer f\u00fcr das Rodeo entdeckte. Bis zu seinem 50. Lebensjahr tourte er als Rodeo-Akteur durch die gesamten Vereinigten Staaten. Trotz vieler Blessuren, mehrfachem Kieferbruch und k\u00fcnstlichem Kniegelenk hat er diese spannende Zeit in guter Erinnerung. Irgendwann wurde ihm dann in einer Vision offenbart, dass er heilende Kr\u00e4fte besitzt und andere Menschen helfen und sie auf Ihrem Weg unterst\u00fctzen kann. Seit den 80ern lebt er nun alleine in der N\u00e4he des Pine-Ridge-Reservates weitgehend als Selbstversorger.<\/p>\n<p>Erst 2008 beantragte er einen amerikanischen Pass und konnte nur deshalb die weite Vortrags-Reise ins ferne Deutschland antreten. In einer kurzen Erw\u00e4hnung kam auch der Aufstand von Wounded Knee in den 70er Jahren zur Sprache. Damals hielten einige hundert Indianer diesen geschichtstr\u00e4chtigen Ort beinahe 2 Monate besetzt und konnten erst nach massiver Belagerung durch das Milit\u00e4r vertrieben werden. Wounded Knee ist der Ort des letzten gro\u00dfen Massakers an Indianern Ende des 19. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Die Besetzung dieses Platzes in den 70ern hat das Bewusstsein f\u00fcr die eigene St\u00e4rke und den Willen zum Kampf f\u00fcr indianische Rechte gest\u00e4rkt. Seitdem hat das indianische Interesse f\u00fcr die eigene Kultur und die Besinnung auf die eigenen spirituellen Werte wieder zugenommen. Die Teilnahme an PowWow, Schwitzh\u00fctte und am legend\u00e4ren Sonnentanz bringt viele Indianer wieder in Kontakt zu ihren Wurzeln. Trotzdem ist die soziale Situation im Pine-Ridge-Reservat, einem der \u00e4rmsten Indianer-Reservationen in den USA, nach wie vor sehr schlecht.<\/p>\n<p>Spannend war auch &#8220;He Who Know\u00c2\u00b4s&#8221; kurzer Einblick in den indianischen Sch\u00f6pfungsmythos. Die Parallelen zur biblischen Genesis \u00fcberraschten die Zuh\u00f6rer und zeigten anschaulich, wie sich bestimmte Urbilder in der Mythologie unterschiedlichster Kulturen wieder finden. Mit einem spirituellen Ausklang beendete &#8220;He Who Knows&#8221; seinen Vortrag. Die heilige Pfeife wurde herumgereicht und indianische Ges\u00e4nge begleiteten die anschlie\u00dfende Segnung der Teilnehmer.<\/p>\n<p>Dies machte bewusst, dass die Veranstaltung eben nicht nur reine &#8220;Gehirn- und Faktenvermittlung&#8221; war, sondern auch andere Erlebnisbereiche angesprochen wurden. Die Vortragsstunden vergingen wie im Flug, und nach lockerem Ausklang bei Bio-Apfelschorle und leckerem Obstsaft verlie\u00df &#8220;He Who Knows&#8221; mit Begleiter und \u00dcbersetzerin das &#8220;Rh\u00f6n-Indianer-Hotel&#8221; zum n\u00e4chsten Vortragstermin. Als der kleine Mann mit den wachen Augen sich nochmals zwecks Erw\u00e4rmung am Feuer drehte, konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, er w\u00e4re gerne, zu mindest noch eine Nacht, geblieben: in diesem gro\u00dfen sch\u00f6nen Zelt mit dem Feuer in der Mitte, dem Ort seines Ursprungs, das er mitten im fernen Deutschland vorgefunden hatte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Poppenhausen. Zum zweiten Mal hatte das Rh\u00f6n-Indianer-Hotel in Poppenhausen echten indianischen Besuch. Nach dem der\u00c2\u00a0Cherokee &#8220;Standing Bear&#8221; im September letzten Jahres einen interessanten Vortrag hilet, war nun der 81 j\u00e4hrige Vertreter des Ogalala Lakota-Volkes mit dem Namen Lakoto Elder \u201eHe Who Knows\u201c angereist. 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