{"id":5465,"date":"2007-09-25T00:20:36","date_gmt":"2007-09-24T22:20:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=5465"},"modified":"2007-09-25T00:21:00","modified_gmt":"2007-09-24T22:21:00","slug":"ministerpraesident-koch-mit-katholischen-und-evangelischen-bischoefen-bei-elisabethgedenkfeier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=5465","title":{"rendered":"Ministerpr\u00e4sident Koch mit katholischen und evangelischen Bisch\u00f6fen bei Elisabethgedenkfeier"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sch\u00f6nes aus Marburg.<\/strong> In einem Vortrag zum Thema \u201ePolitik aus christlicher Verantwortung\u201c hat Hessens Ministerpr\u00e4sident Roland Koch im Beisein der katholischen und evangelischen Bisch\u00f6fe Hessens und Th\u00fcringens in Marburg deutlich gemacht, da\u00df die deutsche Gesellschaft an ihren christlichen Wurzeln festhalten m\u00fcsse. <!--more--><\/p>\n<p>\u201eDer Respekt vor dem Menschen als Ebenbild Gottes garantiert die Freiheit des Einzelnen und hilft auch Nichtgl\u00e4ubigen, frei zu sein\u201c, unterstrich Koch am Samstag beim zentralen Festakt anl\u00e4\u00dflich des Jubil\u00e4ums zum 800. Geburtstag der heiligen Elisabeth von Th\u00fcringen in der Marburger Elisabethkirche.<\/p>\n<p>Der Festakt unter dem Motto \u201e\u00e2\u20ac\u00a6 und Deinen N\u00e4chsten wie Dich selbst \u2013 Hessen feiert Elisabeth\u201c, dem ein \u00f6kumenischer Festgottesdienst vorausgegangen war, wurde von den katholischen Bist\u00fcmern Fulda und Erfurt sowie den evangelischen Landeskirchen in Hessen und Th\u00fcringen gemeinsam begangen. Der hessische Ministerpr\u00e4sident erinnerte daran, da\u00df ein Gottesbezug, der im deutschen Grundgesetz enthalten sei, sich nicht habe auf europ\u00e4ischer Ebene durchsetzen lassen.<\/p>\n<p>\u201eDie heilige Elisabeth zeigt, da\u00df wir ein Land sind, das seine Pr\u00e4gung durch jahrhundertelange christliche Erfahrung erhalten hat.\u201c Das heutige Verst\u00e4ndnis von der W\u00fcrde des Einzelnen beruhe auf dieser Pr\u00e4gung ebenso wie auf der Aufkl\u00e4rung. Die heilige Elisabeth mit ihrer radikalen N\u00e4chstenliebe sei eine Herausforderung, ja mehr noch eine Hilfe f\u00fcr die modernen Menschen und k\u00f6nne \u201eein spannender Punkt f\u00fcr unsere Gesellschaft\u201c sein.<\/p>\n<p>In seiner Ansprache bei dem Festakt hob der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen hervor, da\u00df sich mit dem Lebenszeugnis der hl. Elisabeth \u201edie Erinnerung an tiefe Menschlichkeit, an Solidarit\u00e4t mit den Armen und konsequente Selbstlosigkeit\u201c verbinde. Die gro\u00dfe Heilige sei nur auf der Grundlage ihrer Christusfr\u00f6mmigkeit zu verstehen.<\/p>\n<p>\u201eDie Entschiedenheit, mit der Elisabeth den Weg der Christusnachfolge ernst nahm, ist eine deutliche Anfrage an das Christentum in dieser Gesellschaft\u201c, so der Oberhirte. Das Christentum verliere seine Funktion als \u201eSauerteig\u201c in der Gesellschaft, wenn es N\u00e4chstenliebe nicht mehr am Dienst an den Armen zu motivieren wisse. Bischof Dr. Martin Hein (Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, Kassel) hatte zu Beginn die G\u00e4ste in der Elisabethkirche begr\u00fc\u00dft und betont: \u201eElisabeth hat die Gabe, Menschen verschiedener Nationen und Konfessionen zu verbinden\u201c.<\/p>\n<p>Das Festjahr der hl. Elisabeth, die die Menschen nicht gleichg\u00fcltig lasse, bezeichnete er als einen Erfolg: ihr klares Profil habe dazu gef\u00fchrt, da\u00df viele Menschen ihr Herz f\u00fcr sie ge\u00f6ffnet h\u00e4tten. Da\u00df Elisabeth eine bedeutende Wirkungsgeschichte nicht nur in Hessen und Th\u00fcringen, sondern auch in Europa und der Welt entfaltet habe, stellte der Erfurter Bischof Dr. Joachim Wanke heraus. (bpf)<\/p>\n<p>\u201eAls gro\u00dfe Heilige der ungeteilten Christenheit wird sie gemeinsam von allen Christen geehrt.\u201c Sie verm\u00f6ge gerade auch heute mehr Licht und Barmherzigkeit in die Welt zu bringen. Kirchenpr\u00e4sident Dr. Peter Steinacker (Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, Darmstadt) betonte, Gott seien Leid und Gl\u00fcck der Menschen keineswegs gleichg\u00fcltig, und so berufe er Menschen wie die hl. Elisabeth in die Nachfolge Jesu Christi.<\/p>\n<p>In dem vorausgegangenen \u00f6kumenischen Festgottesdienst hatten die Werke der Barmherzigkeit (Mt 25,31-46) und ihre Verwirklichung durch die heilige Elisabeth im Zentrum gestanden. Zum Werk \u201eHungrige speisen\u201c sprach Kirchenpr\u00e4sident Steinacker, der an die austeilende G\u00fcte der Landgr\u00e4fin, ihr Mitleid und Erbarmen erinnerte, das ihr sogar wichtiger als die Wahrheit gewesen sei, wie das Rosenwunder zeige.<\/p>\n<p>\u201eDurstige tr\u00e4nken\u201c war Thema eines Votums von Bischof Wanke, der parallel zur heute bestehenden Gefahr des Wassermangels f\u00fcr die Weltbev\u00f6lkerung auf den seelischen Durst der Menschen nach Gott hinwies und in Erinnerung rief: \u201eDie hl. Elisabeth hat D\u00fcrstende mit lebendigem Wasser f\u00fcr Leib und Seele getr\u00e4nkt\u201c. Bischof Hein \u00e4u\u00dferte sich zum Thema \u201eNackte kleiden\u201c, indem er den Auftrag Jesu, anderen zu helfen, vor Augen f\u00fchrte, wie dies Elisabeth in Liebe in Eisenach und in Marburg getan habe. Die Zuwendung zu den Geringsten m\u00fcsse\u00c2\u00a0 f\u00fcr Diakonie und Caritas immer Hauptthema bleiben.<\/p>\n<p>Bischof Algermissen ging es in seiner Stellungnahme zum Thema \u201eFremde beherbergen\u201c um das Unterwegssein Jesu Christi, in dessen Nachfolge die Christen erkennen m\u00fc\u00dften, da\u00df auch sie in der Fremde seien und von daher eine Verantwortung f\u00fcr Fremde und Fl\u00fcchtlinge h\u00e4tten. \u201eJe etablierter einer ist, desto h\u00e4rter und stumpfer wird er gegen\u00fcber Menschen aus L\u00e4ndern der Armut\u201c, gab Algermissen zu bedenken. Die hl. Elisabeth hingegen \u00f6ffne auch den Menschen in unserer Gesellschaft den Blick der Barmherzigkeit.<\/p>\n<p>Landesbischof Dr. Christoph K\u00e4hler (Evangelisch-Lutherische Kirche in Th\u00fcringen, Eisenach) betonte in seinem Votum zu \u201eKranke besuchen\u201c, da\u00df kranke Menschen schneller gesund w\u00fcrden, wenn sie seelische Zuwendung erf\u00fchren; deshalb seien heutzutage Besuchsdienste in den Krankenh\u00e4usern so wichtig. Der Fuldaer Weihbischof Dr. Karlheinz Diez sprach zum Thema \u201eGefangene besuchen\u201c und erinnerte zun\u00e4chst an Jesu eigene Gefangenschaft.<\/p>\n<p>Schuld d\u00fcrfe nicht die \u201eDemarkationslinie\u201c f\u00fcr N\u00e4chstenliebe sein. Das Mit-Leiden mit gefangenen Menschen habe seinen letzten Grund in Gott, von dem auch die hl. Elisabeth ihre Kraft bezogen habe. \u201eJesus ist nicht beim Ausgleichs- und Vergeltungsdenken stehengeblieben\u201c, unterstrich der Weihbischof. Vielmehr habe er zu sch\u00f6pferischer Liebe herausgefordert gerade da, \u201ewo es der andere nicht erhofft und nicht verdient hat\u201c.<\/p>\n<p>Beim Festakt wurde eine sakrale Meditation \u201eWas ihr f\u00fcr einen meiner geringsten Br\u00fcder getan&#8230;\u201c von Volker David Kirchner f\u00fcr drei Chorgruppen und Instrumente uraufgef\u00fchrt. Es handelte sich um eine Auftragskomposition des Bistums Fulda und der evangelischen Landeskirchen in Hessen. Ausf\u00fchrende waren die Kurhessische Kantorei, das Marburger Oktett, der Jugendkathedralchor Fulda, f\u00fcnf Instrumentalisten sowie an der Orgel Nils Kuppe unter der Leitung von Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum. Des weiteren wurde das \u201eMagnificat\u201c von Charles Villiers Stanford von der Kurhessische Kantorei, dem Jugendkathedralchor und Nils Kuppe unter der Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber dargeboten.<br \/>\n\u00c2\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Sch\u00f6nes aus Marburg. 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