{"id":5420,"date":"2007-09-22T00:07:05","date_gmt":"2007-09-21T22:07:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=5420"},"modified":"2007-09-22T00:08:09","modified_gmt":"2007-09-21T22:08:09","slug":"nationales-unesco-komitee-zu-besuch-im-biosphaerenreservat-rhoen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=5420","title":{"rendered":"Nationales UNESCO-Komitee zu Besuch im Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n"},"content":{"rendered":"<p><strong>Rh\u00f6n.<\/strong> W\u00e4hrend einer zweit\u00e4gigen Exkursion hat Gertrud Sahler, die Vorsitzende des deutschen UNECSO-Komitees \u201eMan and Biosphare\u201c, den hessischen Teil des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n besucht. Gemeinsam mit Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer J\u00f6rg Bruker wollte sie sich ein Bild vom Entwicklungsstand im hessischen Teil des Biosph\u00e4renreservats machen. Auf dem Programm standen der Besuch von Kernzonen und heimischen Firmen sowie Gespr\u00e4che mit kommunalen Entscheidungstr\u00e4gern und Naturschutzverb\u00e4nden.<\/p>\n<p><strong>Fotos (3):<\/strong> Landkreis Fulda<\/p>\n<p><a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070921_sahler3.jpg\" title=\"070921_sahler3.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070921_sahler3.thumbnail.jpg\" alt=\"070921_sahler3.jpg\" \/><\/a>\u00c2\u00a0<a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070921_sahler1.jpg\" title=\"070921_sahler1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070921_sahler1.thumbnail.jpg\" alt=\"070921_sahler1.jpg\" \/><\/a>\u00c2\u00a0<a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070921_sahler2.jpg\" title=\"070921_sahler2.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/09\/070921_sahler2.thumbnail.jpg\" alt=\"070921_sahler2.jpg\" \/><\/a>\u00c2\u00a0<!--more--><\/p>\n<p><strong>Stra\u00dfe B 87 n Fulda \u2013 Meiningen<\/strong><br \/>\nEinen hohen Stellenwert nahm die Diskussion um die B 87 n sowohl bei Gespr\u00e4chen mit dem ehrenamtlichen Naturschutz und der B\u00fcrgerinitiative gegen den Bau der Bundesstra\u00dfe als auch bei Gespr\u00e4chen mit Kommunalpolitikern und Landrat Bernd Woide ein. Gertrud Sahler machte dabei deutlich, dass die Stra\u00dfe vom Bundestag im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans beschlossen sei und sie damit quasi Gesetzescharakter habe.<\/p>\n<p>Durch das Stra\u00dfenbauprojekt sei die Anerkennung des Biosph\u00e4renreservats nicht gef\u00e4hrdet. Sie betonte aber, dass dem Schutz der Artenvielfalt eine hohe Bedeutung zukomme und daher von Planern und Stra\u00dfenbauern mit besonderer Sorgfalt vorgegangen werden m\u00fcsse.<\/p>\n<p><strong>Kommunalisierung des Biosph\u00e4renreservats<\/strong><br \/>\nEin anderer zentraler Themenbereich war die Kommunalisierung der hessischen Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats und ihre personelle Zuordnung zum Landkreis Fulda. Die Situation wurde mit Landrat Bernd Woide, Peter St\u00fchlinger vom Hessischen Ministerium f\u00fcr Umwelt, l\u00e4ndlichen Raum und Verbraucherschutz, Fachdienstleiter Otto Evers und Sachgebietsleiter Martin Kremer sowie den Mitarbeitern er\u00f6rtert.<\/p>\n<p>Dabei konnte Sahler den Eindruck gewinnen, dass sich das Land keineswegs seiner Verantwortung entledigt habe, die Finanzierung auf soliden F\u00fc\u00dfen stehe und die Zuordnung zum Landkreis durchaus eine Reihe von Vorteilen im Hinblick auf die regionale Vernetzung biete.<\/p>\n<p><strong>Innovative heimische Firmen<br \/>\n<\/strong>Im Rahmen des Besuchsprogramms wurden Gespr\u00e4che mit J\u00fcrgen Krenzer (Rh\u00f6nschaf-Hotel), Egon Schindel (Rh\u00f6nsprudel), Peter Kowalsky (Bionade) und Gertrud Menz (Menz Holz), gef\u00fchrt. Vor Ort informierte sich Sahler \u00fcber die innovativen und f\u00fcr das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n wichtigen Betriebe. Erfreut zeigte sie sich, wie sehr sich die Betriebe mit dem Biosph\u00e4renreservat identifizieren, sich um eine nachhaltige Entwicklung bem\u00fchen und durch ihre bewusste Standortwahl vielen Menschen in der Region Arbeit- und Ausbildungspl\u00e4tze bieten.<\/p>\n<p>Besonders thematisiert wurden der Anbau von Biolebensmitteln und die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Region. Die Firmenchefs wie auch die Mitarbeiter des Biosph\u00e4renreservats sehen die Entwicklung nicht ohne Sorge. Insbesondere wird ein Abwerben von gut qualifizierten jungen Menschen aus der Region bef\u00fcrchtet. Eine Verbesserung des \u00d6PNV im l\u00e4ndlichen Raum wird in diesem Zusammenhang f\u00fcr unbedingt notwendig erachtet.<\/p>\n<p>Erfreut zeigte sich Martin Kremer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Vereins Natur- und Lebensraum Rh\u00f6n, \u00fcber das klare Bekenntnis von Egon Schindel und Peter Kowalski zur gentechnikfreien Anbauregion. Beide Unternehmer lehnen den Einsatz gentechnisch ver\u00e4nderter Organismen \u00fcbereinstimmend ab und w\u00fcrden im Anbau von gentechnisch ver\u00e4nderten Pflanzen eine Gef\u00e4hrdung des Wirtschaftsstandorts sehen.<\/p>\n<p><strong>Erweiterung des Biosph\u00e4renreservats und Kernzonenproblematik<br \/>\n<\/strong>Bei der zehnj\u00e4hrigen turnusm\u00e4\u00dfigen \u00dcberpr\u00fcfung des Biosph\u00e4renreservats wurde festgestellt, dass die Mindestquote von drei Prozent Kernzonen in Bayern, Th\u00fcringen und Hessen noch nicht erf\u00fcllt ist. Bei der Anerkennung der Rh\u00f6n als Biosph\u00e4renreservat im Jahr 1991 gab es diese nationalen Kriterien noch nicht. Heute sind sie obligatorisch und werden von der UNESCO eingefordert.<\/p>\n<p>Bei den Gespr\u00e4chen mit Frau Sahler wurden L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge f\u00fcr diese Thematik diskutiert. Hier wird es die Aufgabe der Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats sein, ein schl\u00fcssiges Konzept zu entwickeln. Bez\u00fcglich der Notwendigkeit der Kernzonen unterstrich Frau Sahler, dass Biosph\u00e4renreservate neben den Funktionen Regionalentwicklung sowie Bildung und Forschung als dritte Funktion auch den Schutz der Natur zu erf\u00fcllen h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Seitens der UNESCO werde die Schutzfunktion unter anderem an der Einhaltung des Drei-Prozent-Kriteriums festgemacht. Dabei gehe es nicht um Prinzipienreiterei. Schutzzonen seien vielmehr unabdingbar f\u00fcr den Erhalt der Artenvielfalt. Auch w\u00fcrden sie im Hinblick auf den Klimawandel R\u00fcckschl\u00fcsse erlauben, wie die Natur reagiere.<\/p>\n<p>Sahler machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass Deutschland im weltweiten Netz der UNESCO-Biosph\u00e4renreservate mit lediglich drei Prozent Kernzonen das Schlusslicht darstelle. Selbst \u00d6sterreich fordere einen Kernzonenanteil von f\u00fcnf Prozent. In der Diskussion mit den Kommunalpolitikern zeigte sich aber auch, dass das Biosph\u00e4renreservat von der Politik in keiner Weise in Frage gestellt wird und dass die Politiker in ihm ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal f\u00fcr die Rh\u00f6n sehen und sich f\u00fcr die Einhaltung der Kriterien stark machen wollen.<\/p>\n<p><strong>Biosph\u00e4renreservat und Naturschutzverb\u00e4nde<br \/>\n<\/strong>Auch der Meinungsaustausch mit den anerkannten Naturschutzverb\u00e4nden war Frau Sahler wichtig. In einem Arbeitsgespr\u00e4ch wurde neben der B 87 n auch die Zusammenarbeit mit dem Biosph\u00e4renreservat besprochen. Hier forderten die Naturschutzverb\u00e4nde eine engere Kooperation und \u00e4u\u00dferten die Erwartung, dass man ihre Anliegen ernst nehme und versuche diese umzusetzen.<\/p>\n<p>Neben weiteren Monitoringma\u00dfnahmen in den Schutzgebieten wurde ein Grundwasser-Monitoring angeregt, da die Vermutung bestehe, dass deutlich mehr Grundwasser entnommen als neu gebildet werde. Otto Evers und Martin Kremer boten sowohl f\u00fcr die Verwaltungsstelle als auch den Verein Natur- und Lebensraum Rh\u00f6n Gespr\u00e4chsbereitschaft an und hofften auf eine k\u00fcnftig engere Zusammenarbeit mit den Verb\u00e4nden.<\/p>\n<p><strong>Innovatives rund um Apfel und Rh\u00f6nschaf<\/strong><br \/>\nIm Rh\u00f6nschaf-Hotel \u201eZur Krone\u201c in Seiferts konnte sich Frau Sahler davon \u00fcberzeugen, dass mit regionalen Produkten und einer klaren Firmenphilosophie ein erfolgreiches Wirtschaften im touristischen Bereich m\u00f6glich ist. Beeindruckt war sie von dem funktionierenden Netzwerk zwischen Landwirten und der Gastronomie in der Rh\u00f6n. Ein weiteres Beispiel f\u00fcr den Einsatz vielf\u00e4ltigster regionaler Produkte ist das Landhotel \u201eLothar-Mai-Haus\u201c in Steens, wo sich die Vertreter des UNESCO-Komitees einquartiert hatten. Auch der Besuch der Naturschutzgebiete Rotes Moor und Milseburg standen auf dem Exkursionsprogramm.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rh\u00f6n. W\u00e4hrend einer zweit\u00e4gigen Exkursion hat Gertrud Sahler, die Vorsitzende des deutschen UNECSO-Komitees \u201eMan and Biosphare\u201c, den hessischen Teil des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n besucht. Gemeinsam mit Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer J\u00f6rg Bruker wollte sie sich ein Bild vom Entwicklungsstand im hessischen Teil des Biosph\u00e4renreservats machen. 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