{"id":54081,"date":"2010-03-12T04:55:04","date_gmt":"2010-03-12T03:55:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=54081"},"modified":"2010-03-12T08:55:13","modified_gmt":"2010-03-12T07:55:13","slug":"rekord-beim-anschluss-von-eeg-anlagen-im-uewag-netz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=54081","title":{"rendered":"Rekord beim Anschluss von EEG-Anlagen im \u00dcWAG-Netz"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda. <\/strong>Wie im gesamten Bundesgebiet war 2009 auch im Netzgebiet der \u00dcWAG ein Rekordjahr f\u00fcr den Anschluss neuer Anlagen, die Strom aus regenerativen Energien erzeugen und nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gef\u00f6rdert werden. Einspareffekte im Netzausbau oder bei der Leistungsbereitstellung der konventionellen Kraftwerke gibt es zur Entt\u00e4uschung vieler, die auf erneuerbare Energien setzen, durch deren verst\u00e4rkte Einspeisung aber nicht. Ohne entsprechende Speicherkapazit\u00e4ten k\u00f6nnen die Erneuerbaren auch nicht die zuverl\u00e4ssige Stromversorgung in Spitzenbedarfs-Zeiten garantieren.<!--more--><\/p>\n<p>1.050 Fotovoltaikanlagen mit insgesamt 17,748 Megawatt peak Leistung und 10 Windkraftanlagen mit insgesamt 20 Megawatt Leistung hat die \u00dcWAG im Jahr 2009 in ihr Stromverteilungsnetz eingebunden \u2013 ein Rekord. \u201eWir haben damit innerhalb eines Jahres nahezu 100 Prozent mehr Windkraft-Leistung und 56 Prozent mehr Sonnenenergie-Einspeisung an unser Netz angeschlossen\u201c, berichtet \u00dcWAG-Vorstand Dipl.-Ing. G\u00fcnter Bury.<\/p>\n<p><strong>Mittlerweile speisen 3.688 EEG-Anlagen Strom ins \u00dcWAG-Netz<\/strong><\/p>\n<p>Insgesamt speisen mittlerweile 3.688 EEG-Anlagen mit zusammen rund 100 Megawatt Leistung Strom aus Wind, Sonne, Wasser, Biomasse, Deponie- und Kl\u00e4rgas ins Netz der \u00dcWAG ein. Das sind rund 40 Prozent der 250 Megawatt Netzlast im \u00dcWAG-Netz. Theoretisch kann mit einer Erzeugungskapazit\u00e4t von 100 Megawatt Strom f\u00fcr rund 38.000 vierk\u00f6pfige Haushalte produziert werden.<\/p>\n<p>Allerdings besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen der Leistung konventioneller Kraftwerke und den Anlagen, die erneuerbare Energien in Strom umwandeln: \u201eDer Kraftwerkspark der Bundesrepublik kann durch bedarfsgerechtes An- und Abfahren der Anlagen jederzeit sicherstellen, dass stets genau so viel Strom verf\u00fcgbar ist, wie gerade ben\u00f6tigt wird\u201c, beschreibt G\u00fcnter Bury die Situation. Dies ist gerade bei den mit am h\u00f6chsten gef\u00f6rderten EEG-Anlagen, die Strom aus Sonne oder Wind erzeugen, nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Besonders im Winterhalbjahr, in der kalten und dunklen Jahreszeit, wenn die Netzbetreiber regelm\u00e4\u00dfig den h\u00f6chsten Strombedarf registrieren \u2013 die Fachleute sprechen von \u201eH\u00f6chstlast im Netz\u201c \u2013 steht oft nur ein Bruchteil des Stroms aus erneuerbaren Energien zur Verf\u00fcgung. So waren an den Tagen mit dem h\u00f6chsten Strombedarf dieses Winters im \u00dcWAG-Netz nur 5 bis 10 Megawatt Leistung aus den EEG-Anlagen verf\u00fcgbar, maximal ein Zehntel der gesamten installierten Leistung.<\/p>\n<p><strong>Vor Neuanschluss der EEG-Anlagen m\u00fcssen Netze oft erweitert werden<\/strong><\/p>\n<p>\u201eLiegt dicker Schnee auf den Fotovoltaikanlagen oder haben wir \u2013 wie oft an kalten Wintertagen \u2013 eine Flaute, speisen Fotovoltaik- und Windkraftanlagen keinen Strom ins Netz. Der konventionelle Kraftwerkspark muss einspringen, damit alle Verbraucher so viel Energie bekommen, wie sie ben\u00f6tigen\u201c, erl\u00e4utert der \u00dcWAG-Vorstand. Und da weder Schneef\u00e4lle noch Windgeschwindigkeiten vom Menschen beeinflussbar und damit steuerbar sind, kann man nicht einfach konventionelle Kraftwerke durch Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien ersetzen.<\/p>\n<p>Auch die Stromnetze k\u00f6nnen durch die dezentralen Einspeisungen von erneuerbaren Energien nicht schw\u00e4cher ausgelegt oder gar r\u00fcckgebaut werden, da bei Nichtverf\u00fcgbarkeit der EEG-Anlagen der Strom nach wie vor von den Kraftwerken hin zu den Verbrauchern transportiert werden muss. Im Gegenteil: Um die Netzvertr\u00e4glichkeit der EEG-Anlagen sicherzustellen, m\u00fcssen oft vor Neuanschluss der Anlagen die Netze erweitert oder verst\u00e4rkt werden. Die Verbraucher bezahlen mit ihrem Strompreis letztlich beides: den Betrieb und die Reservehaltung der konventionellen Kraftwerke und Stromnetze sowie die Subventionen f\u00fcr den Ausbau der erneuerbaren Energien.<\/p>\n<p><strong>Erheblicher Mehraufwand f\u00fcr die Netzbetreiber<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Netzbetreiber bedeuten mehr EEG-Anlagen sogar erheblichen Mehraufwand: Es m\u00fcssen die Einspeiseantr\u00e4ge bearbeitet, jede Anlage auf Netzvertr\u00e4glichkeit gepr\u00fcft, genehmigt und verwaltet werden, die Netzanschl\u00fcsse sind zu erstellen und die Anlagen in Betrieb zu nehmen. Nach Inbetriebnahme erfolgt dann die regelm\u00e4\u00dfige Auszahlung der Verg\u00fctungen, die Meldung der eingespeisten Mengen an den vorgelagerten Netzbetreiber. Einen Spareffekt hat die vermeintlich \u201ekostenlose\u201c Energie aus Sonne, Wind, Wasser, Biomasse, Deponie- und Kl\u00e4rgas daher auch an dieser Stelle nicht.<\/p>\n<p>F\u00fcr die effiziente, kostenoptimierte und vollst\u00e4ndige Integration der erneuerbaren Energien sind erhebliche Speicherkapazit\u00e4ten erforderlich. Dies konstatiert eine aktuelle Studie, die die Deutsche Energieagentur (Dena) gemeinsam mit der TU M\u00fcnchen und der RWTH Aachen angefertigt hat. Erst, wenn Speicherkapazit\u00e4ten in ausreichendem Umfang vorhanden sind, k\u00f6nnen Stromerzeugung und -verbrauch zeitlich entkoppelt und die Vorhaltung konventioneller Stromerzeugungskapazit\u00e4ten verringert werden. \u201eBis dahin bleiben die konventionellen Kraftwerke trotz des Ausbaus der erneuerbaren Energien f\u00fcr die zuverl\u00e4ssige Stromversorgung unverzichtbar\u201c, sagt \u00dcWAG-Vorstand Dipl.-Ing. G\u00fcnter Bury.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Wie im gesamten Bundesgebiet war 2009 auch im Netzgebiet der \u00dcWAG ein Rekordjahr f\u00fcr den Anschluss neuer Anlagen, die Strom aus regenerativen Energien erzeugen und nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gef\u00f6rdert werden. 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