{"id":53873,"date":"2010-03-11T06:20:42","date_gmt":"2010-03-11T05:20:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=53873"},"modified":"2010-03-10T09:23:00","modified_gmt":"2010-03-10T08:23:00","slug":"barocke-pracht-zum-strahlen-gebracht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=53873","title":{"rendered":"Barocke Pracht zum Strahlen gebracht"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100309_Eroeffnung.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-53874\" title=\"100309_Eroeffnung\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100309_Eroeffnung-265x175.jpg\" alt=\"100309_Eroeffnung\" width=\"265\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100309_Eroeffnung-265x175.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100309_Eroeffnung.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Fulda. <\/strong>Wer die Eleganz und Sch\u00f6nheit der barocken Innenausstattung des Stadtschlosses in all ihrer Pracht auf sich wirken lassen m\u00f6chte, der muss unbedingt den Dalbergsaal besuchen. Nach monatelanger Erneuerung der kr\u00e4ftig roten Wandbespannung mit ihrer filigranen, goldschimmernden Ornamentik, der Bestuhlung und Auffrischung der Farben des formenreichen Deckenstucks\u00c2\u00a0 gl\u00e4nzt das edle \u201eSchatzk\u00e4stlein\u201c wieder. In frischem Kleid erwartet der Dalbergsaal nun\u00c2\u00a0 die Besucher des Schlossherrn, egal ob nobler Ehrengast oder einfacher Tourist.<!--more--><\/p>\n<p>Fuldas Kulturdezernent und derzeitiger \u201eSchlossherr\u201c Gerhard M\u00f6ller hatte die ehrenvolle Aufgabe, im kleinen Kreis \u2013 darunter die beiden Ehrenb\u00fcrger OB a.D. Dr. Wolfgang Hamberger\u00c2\u00a0 sowie der fr\u00fchere Stadtverordnetenvorsteher Heinz Gellings &#8211; den f\u00fcr rund 65.000 Euro restaurierten Saal wieder seiner Bestimmung zu \u00fcbergeben. Am Empfang nahm auch Irmgard Kramer, die Witwe Ernst Kramers, teil, der entscheidenden Anteil an der Restaurierung und Wiedernutzung der historischen R\u00e4ume des Schlosses hatte.<\/p>\n<p><strong>Spiegelkabinett zur\u00fcck gekauft<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Vor 50 Jahren gelang wesentlich durch Ernst Kramer der R\u00fcckkauf der Originale des barocken Spiegelkabinetts, das im Hanauer Schloss Philippsruhe lagerte. Das, so M\u00f6ller in seiner einleitenden R\u00fcckschau, sei der \u201ewichtige Auftakt gewesen, die Wohnst\u00e4tte der F\u00fcrstbisch\u00f6fe im S\u00fcdfl\u00fcgel des Schlosses zu restaurieren.\u201c Mit der Inbesitznahme dieses Fl\u00fcgels war ein Markstein gesetzt. In einer schier unglaublichen Anstrengung sei es schlie\u00dflich 1976 gelungen, den F\u00fcrstensaal zu \u00fcbergeben.<\/p>\n<p>Mancher der G\u00e4ste, meinte der OB, k\u00f6nnten sicherlich anekdotenhafte Verbindungen aus dieser Zeit wiedergeben. Den abendlichen Empfang nahm Fuldas Kulturdezernent zum\u00c2\u00a0 Anlass, jenen Menschen besonders zu danken, die die historische Bedeutung des Vorhabens damals zielsicher erkannt und mit \u201ehoher Kompetenz und Durchsetzungskraft daf\u00fcr gesorgt haben mit der \u00dcberzeugungskraft der Politik die R\u00e4ume\u00c2\u00a0 so pr\u00e4sent zu machen, dass sie ihre ganze barocke Pracht wieder entfalten konnten.\u201c<\/p>\n<p><strong>Gesamtrenovierung war notwendig<\/strong><\/p>\n<p>Im letzten Herbst begann die Renovierung des Dalbergsaals. Die zerschlissenen Polster seien f\u00f6rmlich \u201eins Auge gesprungen.\u201c Doch nicht nur die Polster, auch Tapete und Decke konnten nicht im alten Zustand bleiben. Deshalb folgte die Gesamtrenovierung. Die \u00dcberzeugungskraft von Kulturamtsleiter Dr. Werner Krichhoff habe geholfen, das Vorhaben umsetzen. \u201eDer OB hat sich um die Finanzierung gek\u00fcmmert\u201c.<\/p>\n<p>M\u00f6llers Dank galt an dieser Stelle insbesondere der Sparkasse und ihrem Vertreter Alois Fr\u00fcchtl f\u00fcr die finanzielle Unterst\u00fctzung, insbesondere Dr. Werner Kirchhoff als \u201espiritus rector\u201c, aber auch denjenigen, die die Restaurierung realisiert haben. Unter anderem die Gebr\u00fcder Seng und der Fa. Bohn. Gleichzeitig erinnerte Fuldas Verwaltungschef an den urspr\u00fcnglichen F\u00f6rderer der Schlosssanierung: Ernst Kramer. \u201eMit der \u00dcbergabe des Dalbergsaals erinnern wir uns an das, was er uns und der Stadt hinterlassen hat.\u201c<\/p>\n<p><strong>An Ernst Kramer erinnert<\/strong><\/p>\n<p>Das \u201eLeben und Wirken Ernst Kramers\u201c skizzierte Museumsleiter\u00c2\u00a0 Dr. Gregor Stasch nach. Schon als junger Regierungsbaurat habe er in den 30er Jahren \u00fcber die Umgestaltung und Sanierung des Schlosses nachgedacht. Fast 40 Jahre sollten jedoch vergehen, bis 1976 diese Umgestaltung des F\u00fcrstensaals mit Szenen des antiken G\u00f6tterhimmels unter seiner ma\u00dfgeblichen Beteiligung Wirklichkeit werden konnte. Bereits in den 50er Jahren war die vereinfachte Wiederherstellung des Saals erfolgt, die Ernst Kramer allerdings als unzureichend ansah.<\/p>\n<p><strong>Wortgewaltiger Publizist und Privatgelehrter<\/strong><\/p>\n<p>Der am 31. Oktober 1909 Geborene folgte einer Familientradition: Vater und Gro\u00dfvater waren Architekten gewesen. Ernst Kramer studierte Bauwesen in M\u00fcnchen, Dresden und Berlin und schloss das Studium als Bauingenieur ab. Nach seiner 2. Staatspr\u00fcfung 1936 kam er als Mitarbeiter Albert Speers zur \u201eArbeitsfront\u201c im Gebiet der Mark Brandenburg. 1939 folgte der Wehrdienst. Kurz vor Kriegsende geriet der geb\u00fcrtige Fuldaer in amerikanische Gefangenschaft und kehrte in seine Heimatstadt zur\u00fcck. Wegen seiner NS-Mitgliedschaft erhielt der Bauingenieur Arbeitsverbot.<\/p>\n<p>Deshalb arbeitet er ab dann als freischaffender Architekt. Sein Interesse galt den historischen Bauten seiner Vaterstadt. W\u00e4hrend der Referendarzeit 1932 in Fulda war Ernst Kramer an bedeutenden Projekten wie der Freilegung der Fresken in der Krypta der ehemaligen Klosterkirche in Neuenberg, der\u00c2\u00a0 Grabung am Domplatz oder der Sanierung im Bereich des ehemaligen Residenzgartens beteiligt. Schon damals zeigte sich sein Interesse an bauhistorischen Fragestellungen, an Kunst und bauhistorische Forschungen sowie aus tiefer Kenntnis abgeleitete Freude am Gestalten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100309_Renovierung.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-53875\" title=\"100309_Renovierung\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100309_Renovierung-265x175.jpg\" alt=\"100309_Renovierung\" width=\"265\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100309_Renovierung-265x175.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100309_Renovierung.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100309_Besichtigung.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-53876\" title=\"100309_Besichtigung\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100309_Besichtigung-265x175.jpg\" alt=\"100309_Besichtigung\" width=\"265\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100309_Besichtigung-265x175.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100309_Besichtigung.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Die Sanierung des alten Rathauses oder des 1. Obergeschosses des s\u00fcdlichen Ehrenhoffl\u00fcgels z\u00e4hlen zu Ernst Kramers herausragenden Leistungen. Insbesondere im Schloss habe er eine von allen bewunderte barocke Raumfolge mit dem Spiegelkabinett als H\u00f6hepunkt geschaffen. Das Ergebnis nach sechs Jahren sei\u00c2\u00a0 bestechend gewesen, urteilt Stasch, vor allem deshalb, weil sich Ernst Kramer auf sein Wissen und seine reiche Erfahrung verlassen konnte.<\/p>\n<p>Mit dem Rathaus und dem F\u00fcrstensaal im Schloss habe er sich Denkmale gesetzt. F\u00fcr seine gro\u00dfartigen Leistungen verlieh ihm am 10. Mai 1976 die Stadt den Kulturpreis. Dieser Anlass konnte im F\u00fcrtensaal, einer seiner herausragenden Wirkungsst\u00e4tten, festlich begangen werden. In der Sp\u00e4tphase seines Lebens, in der sich Ernst Kramer vom gesellschaftlichen Leben zur\u00fcckgezogen hatte, habe er sich zum wortgewaltigen Publizisten und Privatgelehrten entwickelt. Es entstand eine ungeheure Zahl von 1.000 Ver\u00f6ffentlichungen.<\/p>\n<p>Mit unglaublicher Energie korrespondierte Ernst Kramer in der Schlussphase seines Lebens mit der ganzen Welt. \u201eEr \u00fcberzeugte durch Charme, Intelligenz und Bildung\u201c, bescheinigte Stasch dem gro\u00dfen Bauexperten und Restaurator. Der Dalbergsaal stehe am Anfang einer mittelfristig notwendigen Sanierung der historischen R\u00e4ume, \u201ewo wir auf Schritt und Tritt E.K., wie er liebevoll genannt wurde, folgen k\u00f6nnen.\u201c (mb)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Wer die Eleganz und Sch\u00f6nheit der barocken Innenausstattung des Stadtschlosses in all ihrer Pracht auf sich wirken lassen m\u00f6chte, der muss unbedingt den Dalbergsaal besuchen. Nach monatelanger Erneuerung der kr\u00e4ftig roten Wandbespannung mit ihrer filigranen, goldschimmernden Ornamentik, der Bestuhlung und Auffrischung der Farben des formenreichen Deckenstucks\u00c2\u00a0 gl\u00e4nzt das edle \u201eSchatzk\u00e4stlein\u201c wieder. In frischem Kleid &hellip;<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,44],"tags":[],"class_list":["post-53873","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-startseite","category-kultur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/53873","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=53873"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/53873\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":53946,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/53873\/revisions\/53946"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=53873"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=53873"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=53873"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}