{"id":53769,"date":"2010-03-09T04:36:42","date_gmt":"2010-03-09T03:36:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=53769"},"modified":"2010-03-09T08:46:05","modified_gmt":"2010-03-09T07:46:05","slug":"qualitaetszeichen-rhoen-fokus-liegt-auf-regionalem-wareneinsatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=53769","title":{"rendered":"Qualit\u00e4tszeichen Rh\u00f6n &#8211; Fokus liegt auf regionalem Wareneinsatz"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100308_dachmarke.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-53770\" title=\"Insgesamt sechs Gastronomiebetriebe der Dachmarke Rh\u00f6n aus dem Gebiet der bayerischen Rh\u00f6n wurden jetzt f\u00fcr das Qualit\u00e4tssiegel Rh\u00f6n beziehungsweise f\u00fcr die Einstufung mit ein, zwei oder drei Silberdisteln zertifiziert. Letztere spiegeln vor allem den regionalen Wareneinsatz wider und symbolisieren dem Gast, dass er typische Rh\u00f6ner Produkte bekommt. Das Bild zeigt K\u00fcchenmeister Klaus Kurz aus Bad Kissingen (links), Hannelore Rundell von der Dachmarke Rh\u00f6n GmbH (2.v.r.) und den Leiter der bayerischen Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n Michael Geier (rechts) bei der Zertifizierung; hier im Gespr\u00e4ch mit Klaus Br\u00fcckner vom Restaurant \u201eLegere\u201c in Bad Kissingen. Foto: Dachmarke Rh\u00f6n \/ C. Kallenbach\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100308_dachmarke.jpg\" alt=\"100308_dachmarke\" hspace=\"5\" width=\"560\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100308_dachmarke.jpg 600w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100308_dachmarke-265x175.jpg 265w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Rh\u00f6n.<\/strong> Sie nehmen nicht nur die Speisekarte unter die Lupe oder wollen Lieferscheine einsehen; sie bewerten nicht nur das Ambiente des Gastraums oder das Erscheinungsbild der Bedienung. \u201eWenn wir Gastronomiebetriebe der Dachmarke Rh\u00f6n f\u00fcr das Qualit\u00e4tszeichen Rh\u00f6n zertifizieren oder mit Silberdisteln einstufen, dann ist damit immer der pers\u00f6nliche Kontakt zum Gastwirt verbunden. Wir wollen seine Probleme kennenlernen und Anregungen mitnehmen, was wir in unserer Arbeit noch besser machen k\u00f6nnen\u201c, sagt Hannelore Rundell, stellvertretende Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Dachmarke Rh\u00f6n GmbH.<!--more--><\/p>\n<p>Die erste Gastst\u00e4tte wurde im Dezember 2005 in der bayerischen Rh\u00f6n f\u00fcr das Qualit\u00e4tszeichen Rh\u00f6n zertifiziert. 2006 begannen dann die Zusatzzertifizierungen f\u00fcr die ein bis drei Silberdisteln, die ein Gastronomiebetrieb der Dachmarke Rh\u00f6n zus\u00e4tzlich zum Qualit\u00e4tszeichen Rh\u00f6n erhalten kann, wenn er mehr als 30, 40 oder 60 Prozent regionalen Wareneinsatz in seinem Restaurant nachweist. Inzwischen tragen 102 Hotels und Gastst\u00e4tten aus der bayerischen, hessischen und Th\u00fcringer Rh\u00f6n das Qualit\u00e4tszeichen Rh\u00f6n. F\u00fcnf von ihnen werben zus\u00e4tzlich mit einer, 21 mit zwei und 33 mit drei Silberdisteln. Derartige Zertifizierungen haben inzwischen in allen drei Landesteilen der Rh\u00f6n stattgefunden.<\/p>\n<p>Neben der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Dachmarke Rh\u00f6n GmbH, Barbara Vay, und ihrer Stellvertreterin Hannelore Rundell geh\u00f6ren der bayerischen Zertifizierungskommission der Leiter der bayerischen Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n, Regierungsdirektor Michael Geier, als neutrale Person und als ausgewiesene Fachkr\u00e4fte mit langj\u00e4hriger praktischer Erfahrung die beiden Bad Kissinger K\u00fcchenmeister Klaus Kurz und Josef Schmitt an. In Th\u00fcringen werden die Zertifizierungen neben Barbara Vay und Hannelore Rundell von J\u00fcrgen Holzhausen, Mitarbeiter der Th\u00fcringer Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4ren- reservats Rh\u00f6n, und Rita \u00dcbelacker, \u00d6konomp\u00e4dagogin des Gastst\u00e4tten- und Hotelwesens und Hauswirtschaftsmeisterin, wahrgenommen. In Hessen werden Vay und Rundell vom Leiter der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n, Otto Evers, sowie von den K\u00fcchenmeistern Stefan Ke\u00dfler und Erhard Gundl unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Bei den Zertifizierungen \u2013 sowohl f\u00fcr das Qualit\u00e4tszeichen Rh\u00f6n als auch f\u00fcr die Silberdisteln \u2013 gehe es nur um den reinen Restaurantbetrieb. \u201eWir k\u00fcmmern uns nicht um den Bereich der Beherbergung, worunter der Zustand der Zimmer oder das Fr\u00fchst\u00fcck fallen, weil wir daf\u00fcr noch keine Bewertungskriterien besitzen. Auch die K\u00fcche selbst beurteilen wir nicht. Das ist zum einen Angelegenheit der Hygiene, und zum anderen d\u00fcrfen wir mit unseren Stra\u00dfenschuhen dort sowieso nicht hinein\u201c, erl\u00e4utert Geier. Vielmehr liege der Fokus ganz klar auf dem regionalen Wareneinsatz, wobei Getr\u00e4nke und Hauptspeisen mit je 50 Prozent ins Gewicht fallen.<\/p>\n<p><strong>Netzwerke, in denen jeder jeden kennt<\/strong><\/p>\n<p>Vor allem bei der Einstufung mit Silberdisteln ist die Speisekarte die Basis der \u00dcberpr\u00fcfung. Ob die Angaben darin auch stimmen \u2013 also ob das Steak oder die Kartoffeln wirklich aus der Region kommen \u2013 muss der Gastwirt anhand von Lieferscheinen und Rechnungen beweisen. Eine Trickserei sei so gut wie ausgeschlossen, meint Geier. Hannelore Rundell gibt ihm Recht: \u201eDie Region ist zwar gro\u00df genug, um eine Vielzahl von Produkten anzubieten, aber eben auch so klein, dass in diesen Netzwerken jeder jeden kennt. Ein Betrug w\u00fcrde irgendwann auffliegen, weil die Lieferbeziehungen zwischen regionalen Produzenten und Gastwirten nat\u00fcrlich ein Gespr\u00e4chsthema untereinander sind.\u201c<\/p>\n<p>Um zu ermitteln, wie hoch der regionale Wareneinsatz ist, wird die Gesamtanzahl der Speisen und Getr\u00e4nke zu dem ins Verh\u00e4ltnis gesetzt, was wirklich aus regionalen Zutaten produziert wird. Kommen dabei mindestens 30 Prozent heraus, gibt es eine; bei mindestens 40 Prozent zwei Silberdisteln. Drei Silberdisteln gibt es ab einem regionalen Wareneinsatz von mindestens 60 Prozent. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen weitere Punkte erf\u00fcllt sein, um in den Besitz der Silberdisteln zu gelangen. Dazu z\u00e4hlt beispielsweise die Kleidung des Servicepersonals, die dem Gesamtambiente entsprechen muss. Au\u00dferdem wird \u00fcberpr\u00fcft, ob es in der Gastst\u00e4tte beziehungsweise im Hotel Informationen \u00fcber die Region, die Lebensmittel, \u00fcber Ausflugsm\u00f6glichkeiten und sonstige touristische Angebote gibt. Die Mitglieder der Zertifizierungskommission nehmen die Einrichtung kritisch unter die Lupe. \u201eSie muss zur Lokalit\u00e4t passen\u201c, sagt Michael Geier. Ein anderes Kriterium geht der Frage nach, ob der Gast im zu zertifizierenden Betrieb regionale Waren kaufen kann oder ob deren Verkauf vermittelt wird. Und auch die Tatsache, ob regelm\u00e4\u00dfig kulturelle Veranstaltungen mit regionalem Inhalt stattfinden oder ob sich das Unternehmen an solchen beteiligt, flie\u00dft in die Bewertung ein. F\u00fcr eine Silberdistel muss zus\u00e4tzlich zur H\u00f6he des regionalen Wareneinsatzes einer dieser Zusatzpunkte erf\u00fcllt sein; f\u00fcr zwei Silberdisteln sind drei Zusatzpunkte Bedingung. Drei Silberdisteln gibt es nur, wenn f\u00fcnf solcher Punkte eingehalten werden. Dass die Speisekarte \u00fcber die Herkunft der regionalen Produkte informiert und den Landwirt mit Namen und Adresse nennt, gilt ohnehin als selbstverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p><strong>Silberdisteln kommen auch anderen Branchen zugute<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDie Silberdisteln legen ihren Schwerpunkt zwar haupts\u00e4chlich auf den Wareneinsatz. Gleichzeitig garantieren sie aber, dass sich das Unternehmen auch zu anderen regionalen Wirtschaftskreisl\u00e4ufen au\u00dferhalb der Gastronomie bekennt \u2013 beispielsweise dadurch, dass es Auftr\u00e4ge f\u00fcr Einrichtungsgegenst\u00e4nde oder f\u00fcr Sanierungsarbeiten an der Fassade an einheimische Handwerker vergibt. Die Silberdisteln f\u00f6rdern also nicht nur eine Branche, sondern kommen auch anderen zugute. Genau das ist das Anliegen der Dachmarke Rh\u00f6n, n\u00e4mlich eine regionale Wirtschaftsf\u00f6rderung auf breiter Ebene\u201c, sagt die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Dachmarke Rh\u00f6n GmbH, Barbara Vay.<\/p>\n<p>Weder das Qualit\u00e4tszeichen Rh\u00f6n noch die Silberdisteln geben Auskunft dar\u00fcber, wie das Essen im jeweiligen Gastronomiebetrieb schmeckt. \u201eAuf dem Markt gibt es gen\u00fcgend Vereinigungen, die sich dem Geschmack widmen. Ein Urteil dar\u00fcber steht uns nicht zu\u201c, meint Michael Geier. Allerdings werfen die K\u00fcchenmeister schon ein pr\u00fcfendes Auge auf die Speisen. \u201eAlleine am Aussehen des Essens kann man erkennen, ob Fertigprodukte oder frische Waren verwendet werden. Auch den So\u00dfen sieht man an, ob sie aus der T\u00fcte kommen oder nicht. Und Geschmacksverst\u00e4rker kann man riechen\u201c, meint Klaus Kurz, K\u00fcchenmeister aus Bad Kissingen.<\/p>\n<p>Die Kontrolle sei bei der Zertifizierung eine wichtige Komponente, wenngleich nicht die ausschlie\u00dfliche, betont Geier. \u201eF\u00fcr uns ist das auch ein Beratungsgespr\u00e4ch.\u201c Gemeint ist damit, dass die Mitglieder der Kommission durchaus Tipps zur Speisekarte geben, wenn es beispielsweise um die zahlenm\u00e4\u00dfige Optimierung des Speisen- oder Getr\u00e4nkeangebots geht. \u201eWenn jemand 80 verschiedene Spirituosen auf der Karte stehen hat, dann ist das einfach viel zu viel\u201c, nennt Geier ein Beispiel.<\/p>\n<p>Mit der Zertifizierung der Dachmarken-Partnerbetriebe haben die Kommissionen in den drei Landesteilen der Rh\u00f6n alle H\u00e4nde voll zu tun. Hinzu kommt die Nachzertifizierung, also die Kontrolle nach einer gewissen Zeit, ob die Kriterien, die an Qualit\u00e4tszeichen und Silberdisteln gekn\u00fcpft sind, \u00fcberhaupt noch dazu berechtigen, beide Auszeichnungen an der Haust\u00fcr zu tragen. Diese Nachzertifizierung erfolgt \u00fcbrigens ohne vorherige Ank\u00fcndigung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rh\u00f6n. Sie nehmen nicht nur die Speisekarte unter die Lupe oder wollen Lieferscheine einsehen; sie bewerten nicht nur das Ambiente des Gastraums oder das Erscheinungsbild der Bedienung. \u201eWenn wir Gastronomiebetriebe der Dachmarke Rh\u00f6n f\u00fcr das Qualit\u00e4tszeichen Rh\u00f6n zertifizieren oder mit Silberdisteln einstufen, dann ist damit immer der pers\u00f6nliche Kontakt zum Gastwirt verbunden. 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