{"id":53524,"date":"2010-03-06T06:39:13","date_gmt":"2010-03-06T05:39:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=53524"},"modified":"2010-03-05T09:40:14","modified_gmt":"2010-03-05T08:40:14","slug":"lang-gehegter-wunsch-wird-wahr-praktikum-in-suedafrika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=53524","title":{"rendered":"Lang gehegter Wunsch wird wahr &#8211; Praktikum in S\u00fcdafrika"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100304_Bio.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-53525\" title=\"100304_Bio\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100304_Bio-265x204.jpg\" alt=\"100304_Bio\" width=\"265\" height=\"204\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100304_Bio-265x204.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/100304_Bio.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Sch\u00f6nau.<\/strong> Es war schon immer ihr Wunsch, f\u00fcr eine gewisse Zeit nach Afrika zu gehen und sich dort in einem sozialen Projekt zu engagieren. Jetzt ist es so weit: Anna Lena May aus Sch\u00f6nau an der Brend wird ein dreimonatiges Praktikum im s\u00fcdafrikanischen Partnerbiosph\u00e4renreservat \u201eKruger to Canyons\u201c absolvieren. \u201eIch wollte das schon seit meiner fr\u00fchen Jugend\u201c, erz\u00e4hlt die 24-J\u00e4hrige, die in einem tegut\u00e2\u20ac\u00a6-Markt in Bad Neustadt stellvertretende Filialleiterin ist und gemeinsam mit ihrem Freund in Sch\u00f6nau an der Brend wohnt. <!--more--><\/p>\n<p>\u201eAber es war nicht m\u00f6glich. Erst einmal kam die Ausbildung, dann die Weiterbildung und die Arbeit.\u201c In den vergangenen Monaten hatte sie sich immer wieder bei verschiedenen Hilfsorganisationen beworben, die in Afrika vor Ort aktiv sind. Doch da h\u00e4tte es nur die M\u00f6glichkeit eines Jahresaufenthalts gegeben \u2013 \u201eund das war mir zu lang. Ich bin seit sieben Jahren mit meinem Freund zusammen, und ich habe eine Arbeit, die mir gro\u00dfe Freude bereitet. Beides w\u00fcrde ich nie aufgeben wollen\u201c, sagt Anna-Lena May.<\/p>\n<p>\u00dcber ihren Vater, der Bio-Landwirt in Junkershausen ist, sowie Jens und Ulrike Lillienbecker aus Hermannsfeld kam schlie\u00dflich der Kontakt mit der bayerischen Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n zustande, die bekanntlich mit dem s\u00fcdafrikanischen Biosph\u00e4renreservat \u201eKruger to Canyons\u201c eine Partnerschaft unterh\u00e4lt. Schon der erste Anruf der stellvertretenden Leiterin der Verwaltungsstelle, Dr. Doris Pokorny, stie\u00df bei den S\u00fcdafrikanern auf gro\u00dfe Freude. \u201eSie haben sich sofort gek\u00fcmmert, eine sinnvolle M\u00f6glichkeit zu finden, um Anna-Lena May in ein konkretes Projekt einzubinden\u201c, berichtet Dr. Doris Pokorny.<\/p>\n<p>Inzwischen hat Anna-Lena May auch das Visum f\u00fcr S\u00fcdafrika, denn sie m\u00f6chte ihren Aufenthalt von drei auf vier Monate verl\u00e4ngern. Dieses Visum zu bekommen, war eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen der vergangenen Wochen f\u00fcr die junge Frau. Auch hier halfen die S\u00fcdafrikaner, wo sie konnten. Ihr Arbeitgeber tegut\u00e2\u20ac\u00a6 habe das Anliegen, f\u00fcr eine gewisse Zeit in Afrika soziale Hilfe und Unterst\u00fctzung zu leisten, von Anfang an unterst\u00fctzt. \u201etegut\u00e2\u20ac\u00a6 hatte daf\u00fcr zu jeder Zeit ein offenes Ohr\u201c, sagt sie.<\/p>\n<p>\u201eIch glaube, dass es uns trotz Krise und vieler Schwierigkeiten immer noch recht gut geht. Aber es gibt L\u00e4nder, die wirklich dringend auf Hilfe\u00c2\u00a0 verschiedenster Art angewiesen sind. Das gilt auch f\u00fcr S\u00fcdafrika\u201c, meint Anna-Lena May. Dr. Doris Pokorny kann diese Aussage nur unterst\u00fctzen: \u201eS\u00fcdafrika ist kein Sozialstaat. Das soziale Engagement wird oftmals von der Privatwirtschaft organisiert. Die Privatwirtschaft ist es, die damit soziale Verantwortung \u00fcbernimmt.\u201c<\/p>\n<p>Eine Initiative nennt sich \u201eHlokomela\u201c und wird von insgesamt 49 Farmen im Biosph\u00e4renreservat \u201eKruger to Canyons\u201c getragen. Hierbei geht es besonders um die Verbesserung der sozialen Bedingungen f\u00fcr die in der Saison bis zu 8 500 besch\u00e4ftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Unter anderem betreiben die Farmen ein Gesundheitszentrum. Krankheiten wie HIV (Aids) oder Tuberkulose sind Schwerpunkterkrankungen. \u201eEs geht um die Pflege, um die Behandlung, aber vor allem um die Pr\u00e4vention bis hin zum Bereich der gesunden Ern\u00e4hrung\u201c, erl\u00e4utert Dr. Doris Pokorny.<\/p>\n<p>Unter anderem gibt es einen gro\u00dfen \u00d6ko-Kr\u00e4utergarten, der an eine Zitrusfarm angeschlossen ist. Arbeiter mit gesundheitlichen Problemen werden zum einen regelm\u00e4\u00dfig kostenfrei mit diesen (Heil-)Kr\u00e4utern und mit frischem Gem\u00fcse versorgt, zum anderen wird ein Teil der Ernte vermarktet, um wieder Geld in das Projekt investieren zu k\u00f6nnen. Hinzu kommen Bildungsprogramme f\u00fcr eine gesunde Ern\u00e4hrungs- und Lebensweise f\u00fcr die Arbeiter und Arbeiterinnen, die w\u00e4hrend der Saison oftmals viele Monate von ihren Familien entfernt auf den Farmen leben.<\/p>\n<p>Auch geht es um Anregungen zur sinnvollen Freizeitgestaltung, in erster Linie um gemeinsamen Sport und gesunde Bewegung. \u201eIn diesem komplexen Projekt werde ich mitarbeiten, und ich freue mich darauf\u201c, sagt Anna-Lena May. Die Absprachen mit den Kollegen in S\u00fcdafrika beinhalten auch, dass sie konzeptionelle Arbeit leistet, um das Projekt inhaltlich weiter zu entwickeln und m\u00f6glicherweise sogar eine Kooperation mit dem im th\u00fcringischen Hermannsfeld ans\u00e4ssigen Catering \u201eWild &amp; Gr\u00fcn\u201c zu erreichen, das von Jens und Ulrike Lilienbecker betrieben wird.<\/p>\n<p>Eine Lodge im Biosph\u00e4renreservat \u201eKruger to Canyons\u201c hat von Anfang an angeboten, dass Anna-Lena May dort kostenlos wohnen kann. Denn den Aufenthalt in S\u00fcdafrika und die Fl\u00fcge muss sie aus eigener Tasche bestreiten. Eine F\u00f6rderung, etwa durch die Gesellschaft f\u00fcr technische Zusammenarbeit (gtz), gibt es bei diesem Praktikum nicht.<\/p>\n<p>\u201eIch freue mich nicht nur auf die Arbeit in S\u00fcdafrika und auf den Kontakt mit den Menschen, sondern auch darauf, die Unber\u00fchrtheit der Natur erleben zu k\u00f6nnen, die Weite des Landes\u201c, meint Anna-Lena May. Das, so erg\u00e4nzt sie, werde ein St\u00fcck Selbstfindung f\u00fcr sie sein. Auch sportlich will sie sich bet\u00e4tigen, denn sie spielt gerne Fu\u00dfball.<\/p>\n<p>Freunde von Anna-Lena May wollen sich auch aktiv an ihrem Vorhaben beteiligen. So planen die Partyorganisatoren Freibeweglich. e.V. aus Wargolshausen und die Effect-Crew aus Sch\u00f6nau, eine s\u00fcdafrikanische Frauenfu\u00dfballmannschaft im Biosph\u00e4renreservat \u201eKruger to Canyons\u201c mit einem kompletten Trikotsatz zu unterst\u00fctzen. In Kooperation wollen sie dem Frauen-Team helfen und scheuen daf\u00fcr auch keine Kosten und M\u00fchen.<\/p>\n<p>Anna-Lena May wird den Frauen diese Trikots \u00fcberreichen. \u201eVor allem weil die Fu\u00dfball-WM in S\u00fcdafrika stattfindet, ist es eine tolle Sache meiner Freunde\u201c, freut sich die Sch\u00f6nauerin. Dass sich junge Leute f\u00fcr Kinder in Afrika einsetzen, ist ihrer Meinung nach keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit.<\/p>\n<p>Die Entscheidung, das Praktikum um einen Monat zu verl\u00e4ngern, war letztlich auch der Tatsache geschuldet, dass im Juni die Fu\u00dfballweltmeisterschaft in S\u00fcdafrika beginnt. \u201eDiese Stimmung und Begeisterung direkt vor Ort zu erleben, stelle ich mir unbeschreiblich vor\u201c, schw\u00e4rmt Anna-Lena May schon jetzt.<\/p>\n<p>Am 4. M\u00e4rz wird\u00c2\u00a0 in Frankfurt ihr Flieger gen S\u00fcdafrika abheben. Dass sie bereits sehns\u00fcchtig und neugierig erwartet wird, hat sie aus dem Newsletter des Biosph\u00e4renreservats \u201eKruger to Canyons\u201c erfahren. Dort wurde n\u00e4mlich schon vor einiger Zeit angek\u00fcndigt, dass der Austausch zwischen den beiden Biosph\u00e4renreservaten weitergeht. \u201eDer Aufenthalt von Anna-Lena May ist ein weiterer kleiner Baustein\u201c, meint Dr. Doris Pokorny.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Beziehung wird von der Basis her getragen. Das ist das Besondere und das Wichtigste. Voneinander lernen geht nur \u00fcber den pers\u00f6nlichen Kontakt und nur dadurch, dass dieser Kontakt gewollt ist. Dass die S\u00fcdafrikaner sich so \u00fcber den bevorstehenden Austausch freuen und diesen erm\u00f6glichen, zeigt uns, dass diese Partnerschaft aktiv und lebendig ist\u201c, hebt die stellvertretende Leiterin der bayerischen Verwaltungsstelle hervor.<\/p>\n<p>Foto: Carsten Kallenbach<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Sch\u00f6nau. Es war schon immer ihr Wunsch, f\u00fcr eine gewisse Zeit nach Afrika zu gehen und sich dort in einem sozialen Projekt zu engagieren. 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