{"id":53079,"date":"2010-02-25T05:40:55","date_gmt":"2010-02-25T04:40:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=53079"},"modified":"2010-02-25T09:38:22","modified_gmt":"2010-02-25T08:38:22","slug":"ein-jahr-auszeitklasse-in-fulda-mit-nachweisbaren-erfolgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=53079","title":{"rendered":"Ein Jahr Auszeitklasse in Fulda mit nachweisbaren Erfolgen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda. <\/strong>Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die den Unterricht stetig st\u00f6ren, sich nicht an vereinbarte Regeln halten k\u00f6nnen, das Entstehen von Klassengemeinschaften gef\u00e4hrden \u2013 von Fachleuten also als &#8220;verhaltensauff\u00e4llig&#8221; eingestuft werden \u2013, brauchen Unterst\u00fctzung, um sich in ihrer Klasse, der Schule und der Gesellschaft zurecht zu finden. In Fulda gibt es f\u00fcr diese Kinder seit dem 1. Dezember 2008 ein spezielles F\u00f6rderangebot: die Auszeitklasse.<!--more--><\/p>\n<p>In dieser Einrichtung, die der Landkreis und die Stadt Fulda sowie das Staatliche Schulamt f\u00fcr den Landkreis Fulda gemeinsam auf den Weg gebracht haben, werden verhaltensauff\u00e4llige Kinder f\u00fcr einen begrenzten Zeitraum ganz gezielt gef\u00f6rdert und von Fachkr\u00e4ften betreut. Das Ziel der Auszeitklasse ist klar definiert: M\u00f6glichst schnell sollen die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler wieder in ihrer jeweiligen Herkunftsschule unterrichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zur Verwirklichung dieses Zieles stellen beide Schultr\u00e4ger (Jugend\u00e4mter) und das Staatliche Schulamt parit\u00e4tisch das notwendige Personal (sozialp\u00e4dagogische Fachkr\u00e4fte und F\u00f6rderschullehrkr\u00e4fte) zur Verf\u00fcgung. Dies ist einmalig in Hessen.<\/p>\n<p>Zwischen drei und vier Monate besuchen die Kinder der Jahrgangsstufen 1 bis 6 die Auszeitklasse. Die Einrichtung befindet unterhalb des Altenheims Sankt Lioba in Fulda. In der Regel k\u00f6nnen dort acht, in Ausnahmef\u00e4llen zehn Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler gleichzeitig dort aufgenommen werden. Eine st\u00e4ndige Doppelbesetzung von einer F\u00f6rderschullehrkraft und einer sozialp\u00e4dagogischen Fachkraft k\u00fcmmern sich um die intensive F\u00f6rderung der Kinder.<\/p>\n<p>\u201eIn der Auszeitklasse k\u00f6nnen sich die Kinder selbst finden und einen Neuanfang machen\u201c, betont Erster Kreisbeigeordneter Dr. Heiko Wingenfeld. Zum einen solle ad\u00e4quates Verhalten aufgezeigt werden, zum anderen d\u00fcrften sie aber auch den Anschluss an den Unterricht in der Regelschule nicht verlieren. \u201eEmotionale und soziale Kompetenzen sollen gest\u00e4rkt und die Kinder so bef\u00e4higt werden, wieder erfolgreich am normalen Schulleben teilzunehmen\u201c, erg\u00e4nzt B\u00fcrgermeister Dr. Wolfgang Dippel.<\/p>\n<p>In 2009 ist dies bei 15 der insgesamt 20 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die die Auszeitklasse besucht haben, gelungen. Als besonderen Erfolg wertet Erster Kreisbeigeordneter Dr. Wingenfeld, dass seit Bestehen der Auszeitklasse keine neuen Sch\u00fclerzuweisungen aus dem Landkreis und der Stadt Fulda an die Schule f\u00fcr Erziehungshilfe nach Homberg\/Efze mehr notwendig waren. Die dadurch eingesparten Fahrt- und sonstigen Kosten von bislang 130.000 Euro lie\u00dfen sich sinnvoller f\u00fcr andere Projekte der Jugendhilfe einsetzen.<\/p>\n<p>Bislang sind es \u00fcberwiegend Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der Jahrgangsstufen 1 bis 4, die in der Auszeitklasse aufgenommen werden. Der Grund liegt auf der Hand: Je fr\u00fcher die Kinder gef\u00f6rdert werden, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Aber auch Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der f\u00fcnften und sechsten Klasse, die eine Haupt-, Realschule oder ein Gymnasium im Landkreis und in der Stadt Fulda besuchen, kommen in die Auszeitklasse. \u00dcbrigens: 95 Prozent der Sch\u00fcler sind Jungen.<\/p>\n<p>\u201eAuch nach der Auszeitklasse bekommt der \u00fcberwiegende Teil der Kinder weitere Unterst\u00fctzung in Form ambulanter Hilfen durch F\u00f6rderschullehrkr\u00e4fte und sozialp\u00e4dagogische Fachkr\u00e4fte des Netzwerkes f\u00fcr Erziehungshilfe in ihren Herkunftsschulen und Familien\u201c, teilt Diplom-Sozialarbeiterin Susanne M\u00f6ller mit, die f\u00fcr die Jugendhilfe des Landkreises beim Netzwerk t\u00e4tig ist. Die Jugendhilfe der Stadt vertritt Diplom-Sozialp\u00e4dagoge Edwin Sch\u00fctze. Schulkoordinator ist F\u00f6rderschullehrer Tobias Jost.<\/p>\n<p>Nach einem Jahr Auszeitklasse sind die R\u00fcckmeldungen von Lehrern, Eltern und Kindern durchweg positiv. \u201eWir befinden uns auf einem guten Weg und freuen uns \u00fcber nachweisbare Erfolge\u201c, stellen Dr. Wingenfeld, Dr. Dippel und Dr. von R\u00fcden \u00fcbereinstimmend fest. F\u00fcr die Zukunft ist sogar eine Erweiterung der Auszeitklasse angedacht; denn mit dem Neubau der Rauschenbergschule in Petersberg wird eine wohnortnahe Schule f\u00fcr Erziehungshilfe entstehen, die das Auszeitklassenmodell fortf\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund:<\/strong><\/p>\n<p>Die Idee der Auszeitklasse geht auf das Netzwerk f\u00fcr Erziehungshilfe zur\u00fcck, das im Jahr 2004 von der Jugendhilfe des Landkreises und der Stadt Fulda sowie dem Staatlichen Schulamt gegr\u00fcndet wurde. Die Auszeitklasse ist Teil dieses Netzwerks. Eine Anmeldung f\u00fcr die Auszeitklasse ist nicht m\u00f6glich; nur die Schulen k\u00f6nnen f\u00f6rderbed\u00fcrftige Kinder an das Netzwerk melden. Dort entscheidet eine Steuergruppe, welche Kinder in der Auszeitklasse aufgenommen werden. Voraussetzung f\u00fcr die Aufnahme ist die Zustimmung der Eltern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die den Unterricht stetig st\u00f6ren, sich nicht an vereinbarte Regeln halten k\u00f6nnen, das Entstehen von Klassengemeinschaften gef\u00e4hrden \u2013 von Fachleuten also als &#8220;verhaltensauff\u00e4llig&#8221; eingestuft werden \u2013, brauchen Unterst\u00fctzung, um sich in ihrer Klasse, der Schule und der Gesellschaft zurecht zu finden. 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