{"id":50637,"date":"2010-01-26T06:06:03","date_gmt":"2010-01-26T05:06:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=50637"},"modified":"2010-01-26T08:06:34","modified_gmt":"2010-01-26T07:06:34","slug":"ochsen-als-zugtiere-fuer-regionale-wertschoepfung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=50637","title":{"rendered":"Ochsen als \u201eZugtiere\u201c f\u00fcr regionale Wertsch\u00f6pfung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hilders-Wickers<\/strong>. Trotz der derzeitigen K\u00e4lte, die Landwirt Christian Hohmann bei der Arbeit klamme Finger macht, f\u00fchlen sich seine Tiere auf ihrer verschneiten Weide am Ortsrand von Wickers \u201esauwohl\u201c \u2013 sofern dieser Ausdruck in Bezug auf Rinder verwendet werden darf. Das Schild vor der gro\u00dffl\u00e4chigen Wiese mit ger\u00e4umigem Offenstall weist auf die Bestimmung des Viehs hin: Sie werden als Bio-Braten, -Rouladen und -Hackfleisch auf Fleischtheken der Handelskette Tegut landen<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100126_Biosph\u00e4renrind1.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-50639\" title=\"100126_Biosph\u00e4renrind1\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100126_Biosph\u00e4renrind1-265x203.jpg\" alt=\"100126_Biosph\u00e4renrind1\" width=\"265\" height=\"203\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100126_Biosph\u00e4renrind2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-50640\" title=\"100126_Biosph\u00e4renrind2\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100126_Biosph\u00e4renrind2-265x170.jpg\" alt=\"100126_Biosph\u00e4renrind2\" width=\"265\" height=\"170\" \/><\/a><!--more-->Die regionale Partnerschaft zwischen dem Verein \u201eRh\u00f6ner Biosph\u00e4renrind\u201c und der Tegut-Tochter Kurhessische Fleischwaren Fulda GmbH (KFF) besteht seit \u00fcber zehn Jahren und wurde ma\u00dfgeblich von Eugen Sauer initiiert und begleitet. Damals f\u00fcr das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n und mittlerweile beim Fachdienst Landwirtschaft des Landkreises Fulda t\u00e4tig, wollte Sauer den Landwirten in der Rh\u00f6n trotz Agrarwandels und sinkender Milchpreise eine Entwicklungsperspektive aufzeigen. Denn f\u00fcr den Erhalt der naturtypischen, von der UNESCO ausgezeichneten artenreichen Kulturlandschaft spielt die Landwirtschaft eine wichtige Rolle.<\/p>\n<p>Rh\u00f6ner Bio-Weideochsenfleisch wurde als Marktl\u00fccke entdeckt, doch stie\u00df die Direktver-marktung bald an ihre Kapazit\u00e4tsgrenzen. Mit KFF als Partner haben nahezu unbegrenzt viele regionale Landwirtschaftsbetriebe die M\u00f6glichkeit, ihre \u00f6kologisch aufgezogenen Tiere zu einem j\u00e4hrlich fest ausgehandelten Preis unabh\u00e4ngig von Marktschwankungen abzusetzen. \u201eDer Verein Rh\u00f6ner Biosph\u00e4renrind hat f\u00fcr uns als Lieferant Priorit\u00e4t\u201c, erl\u00e4utert Herwart Groll von KFF, der als Mittelsmann zwischen den Landwirten und der Fleischverarbeitung fungiert. Regionalit\u00e4t, kurze Transportwege zum Schlachthof und der Aspekt der Landschaftspflege im Biosph\u00e4renreservat seien daf\u00fcr die ausschlaggebenden Gr\u00fcnde. Im vergangenen Jahr betrug der Anteil des aus der Rh\u00f6n stammenden Bio-Rindfleischs mit 905 Tieren knapp elf Prozent an der Gesamtmenge des von KFF verarbeiteten Bio-Rindfleischs.<\/p>\n<p>Derzeit geh\u00f6ren 72 H\u00f6fe der Erzeugergemeinschaft an &#8211; von zwei Gro\u00dfbetrieben im be-nachbarten Th\u00fcringen bis hin zu kleinen Nebenerwerbslandwirten, die das Gros der Mitglieder stellen. Bei der Gr\u00fcndung waren es acht gewesen. Schriftf\u00fchrer Reinhold St\u00fc\u00df aus Poppenhausen-Steinwand ist einer dieser Pioniere und voll des Lobs f\u00fcr die KFF-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung: \u201eObwohl wir anfangs so wenige waren, hat KFF viel Zeit und Geduld f\u00fcr uns aufgewendet.\u201c Dankbar \u00e4u\u00dfert er sich auch \u00fcber das Gebaren w\u00e4hrend der BSE-Krise, wo das Unternehmen trotz des in den Keller gesackten Rindfleisch-Preises an den ausgehandelten Konditionen nicht ger\u00fcttelt habe.<\/p>\n<p>Ein weiterer Mann der ersten Stunde ist Albert Hohmann. \u201eWenn ich f\u00fcr den Genuss von Fleisch t\u00f6te, dann dient es meiner Gewissensberuhigung, dass die Tiere zuvor artgerecht leben durften\u201c, sagt der 66-j\u00e4hrige. An seinen Sohn Christian, der hauptberuflich als Schreiner arbeitet, hat er diese Einstellung weitergegeben und 2005, mit der Hof\u00fcberschreibung, auch die Mitgliedschaft im Verein \u201eRh\u00f6ner Biosph\u00e4renrind\u201c. Christians Frau Tanja Hohmann k\u00fcmmert sich um die Jahres- und Quartalsmeldungen mit den Angaben, wie viele Ochsen, F\u00e4rsen (junge, weibliche K\u00fche), Mutterk\u00fche und K\u00e4lber KFF von den einzelnen Bauern zu erwarten hat.<\/p>\n<p>Zur nat\u00fcrlichen Lebensweise des Rh\u00f6ner Fleckviehs geh\u00f6rt unter anderem, dass es sich ganzj\u00e4hrig im Freien am wohlsten f\u00fchlt. Auch f\u00fcr die Verbraucher hat diese Haltung Vorteile: \u201eDas Fleisch dieser Tiere enth\u00e4lt nachweislich gesunde Omega-Fetts\u00e4uren\u201c, berichtet Albert Hohmann. Die beiden gro\u00dfen Gemeinschaftsweiden einiger Vereinsmitglieder am Steinkopf und am Mathesberg bei W\u00fcstensachsen werden in diesem Winter dennoch erstmals nicht beweidet: \u201eIm vergangenen Jahr lagen die Schneewehen so hoch, dass es schwierig war, zu den Herden zu gelangen\u201c, erkl\u00e4rt Weidewart und zweiter Vorsitzender Stefan Hohmann, der in Hilders als Vollerwerbslandwirt Bio-Milch produziert und nebenher f\u00fcr KFF jedes Jahr etwa zehn Ochsen und F\u00e4rsen aufzieht.<\/p>\n<p>Auch wenn w\u00e4hrend des Winters weniger Vieh drau\u00dfen zu sehen ist, legt die Erzeugergemeinschaft Wert auf Transparenz gegen\u00fcber den Verbrauchern. So m\u00f6chte Christian Hohmann die Schilder, mit denen die Landwirte und Tegut neuerdings an Wanderwegen, vor Weiden und den Mitgliedsh\u00f6fen auf das Projekt aufmerksam machen, durchaus als Einladung zur Besichtigung verstanden wissen. Auch untereinander tauschen sich die Vereins-mitglieder regelm\u00e4\u00dfig aus. In K\u00fcrze steht ein Besuch des Hofs von Peter D\u00e4nner aus Sim-mershausen an. Das neue Mitglied steigt im M\u00e4rz von der Milchwirtschaft auf die Mutterkuhhaltung um. Mit relativ geringem Aufwand hat er seinen Boxenstall in einen Laufstall f\u00fcr \u00fcber 50 Tiere umgebaut und befindet sich nun in der zwei Jahre dauernden \u00f6kologischen Umstellungsphase. Das Hofschild will der Vorsitzende Peter Schneider aus Wickers ihm zu dem Besichtigungstermin gleich mitbringen.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund: Landkreis f\u00f6rdert Vermarktung von Bio-Rindfleisch<\/strong><\/p>\n<p>Mit Pauschbetr\u00e4gen zwischen 1000 und 1500 Euro f\u00f6rdert der Landkreis Fulda Betriebe, die auf \u00f6kologische Wirtschaftsweise umstellen und sich verpflichten, mindestens 75 Prozent der in ihren Betrieben geborenen Rinder als \u00d6ko-Tiere zu vermarkten. Wegen der Nachfrage nach \u00d6ko-Ochsenfleisch, das aufgrund seiner Marmorierung als besonders schmackhaft gilt, gibt es zudem einmalig Pauschbetr\u00e4ge zwischen 250 und 750 Euro f\u00fcr die Kastration m\u00e4nnlicher Rinder. Voraussetzung ist die Zugeh\u00f6rigkeit in einem \u00d6ko-Anbauverband und die Mitgliedschaft im Verein \u201eRh\u00f6ner Biosph\u00e4renrind\u201c.<\/p>\n<p>\u201eLandwirtschaftlichen Betrieben aus dem Landkreis, die wegen sinkender Milchpreise oder durch Generationenwechsel aus der Milchwirtschaft aussteigen, soll ein Anreiz geboten werden, verst\u00e4rkt auf Mutterkuhhaltung und \u00d6kolandbau umzustellen und so ihr Gr\u00fcnland weiter zu bewirtschaften\u201c, erl\u00e4utert Eugen Sauer vom Fachdienst Landwirtschaft beim Landkreis Fulda. Bisher haben 28 Betriebe die F\u00f6rderung in Anspruch genommen. Weitere Informationen erteilt Eugen Sauer unter der Telefonnummer 0661\/6006-746.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Hilders-Wickers. Trotz der derzeitigen K\u00e4lte, die Landwirt Christian Hohmann bei der Arbeit klamme Finger macht, f\u00fchlen sich seine Tiere auf ihrer verschneiten Weide am Ortsrand von Wickers \u201esauwohl\u201c \u2013 sofern dieser Ausdruck in Bezug auf Rinder verwendet werden darf. 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