{"id":50624,"date":"2010-01-26T07:07:38","date_gmt":"2010-01-26T06:07:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=50624"},"modified":"2010-01-26T08:07:53","modified_gmt":"2010-01-26T07:07:53","slug":"grosses-deutschlandtreffen-der-ehemaligen-konviktoristen-in-fulda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=50624","title":{"rendered":"Gro\u00dfes Deutschlandtreffen der ehemaligen Konviktoristen in Fulda"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100126_Konviktoristen1.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-50625\" title=\"100126_Konviktoristen1\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100126_Konviktoristen1-265x198.jpg\" alt=\"100126_Konviktoristen1\" hspace=\"5\" width=\"265\" height=\"198\" align=\"left\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100126_Konviktoristen1-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100126_Konviktoristen1.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><strong>Fulda <\/strong>(bpf). Am Ende des Jahres 2009 trafen sich im Fuldaer Bonifatiushaus \u00fcber 130 Absolventen des 1985 aufgel\u00f6sten Bisch\u00f6flichen Konvikts zu Fulda. Zu den renommiertesten Absolventen z\u00e4hlen die Weihbisch\u00f6fe Johannes Kapp und Karlheinz Diez sowie Pr\u00e4lat Rudolf Hofmann. Zur ersten Begegnung seit dem Ende der denkw\u00fcrdigen Institution erschienen Konviktoristen aus ganz Deutschland, um nach vielen Jahrzehnten R\u00fcckschau auf die pr\u00e4gende Jugendzeit im Bisch\u00f6flichen Konvikt zu halten. \u201eZur\u00fcck zu den Quellen!\u201c \u2013 so erging der Ruf im Sommer 2009 an die in aller Welt verstreuten Ehemaligen. <!--more--><\/p>\n<p>\u201eEs war dies kein \u00fcbliches Jahrgangstreffen von fr\u00fcheren Sch\u00fclern, wie es sicher jeder schon einmal erlebte, sondern ein Wiedersehen einer Gemeinschaft, die f\u00fcr mehrere Jahre zusammenlebte gleich einer gro\u00dfen Familie\u201c, betont der ehemalige Konviktorist Hermann Heim (Freigericht), Autor des im Vorfeld des Treffens entstandenen Buches \u201eDas Bisch\u00f6fliche Konvikt zu Fulda\u201c, in welchem er das Alltagsleben der 1985 letztlich aus finanziellen Gr\u00fcnden geschlossenen Institution beschreibt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100126_Konviktoristen2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-50626\" title=\"100126_Konviktoristen2\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100126_Konviktoristen2-265x198.jpg\" alt=\"100126_Konviktoristen2\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100126_Konviktoristen2-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100126_Konviktoristen2.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100126_Konviktoristen3.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-50627\" title=\"100126_Konviktoristen3\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100126_Konviktoristen3-265x198.jpg\" alt=\"100126_Konviktoristen3\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100126_Konviktoristen3-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100126_Konviktoristen3.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Weltoffene, frohe Menschen zu erziehen in christlicher Geisteshaltung und liberaler Atmosph\u00e4re war nach einhelligem Zeugnis ehemaliger Absolventen das Anliegen der charismatischen Erzieher seit den Nachkriegszeiten: \u201eaufwachsen in Gemeinschaft in gleichzeitiger Verantwortung f\u00fcr das eigene und das gemeinsame Wohl\u201c, wie es ein Konviktorist in einem Gru\u00dfwort formulierte. Weit spannte sich daher auch der Erlebnisbogen: Internatssch\u00fcler aus den Jahren 1940 bis 1980, drei Generationen, Kriegs- und Nachkriegssch\u00fcler bis zu heutigen Zeitgenossen der Informationsgesellschaft, eine gro\u00dfe Familie von \u00fcber 130 Mitgliedern hielt im Bonifatiushaus einen \u201eConventus\u201c im lateinischen Sinne ab. Der Geist des ehemaligen Konvikts war sogleich greifbar, als beim ersten Wiedersehen, zum Teil nach 40, 50 Jahren, sich bewegende Szenen abspielten: \u201eBist Du es? \u2013 Mein Gott, diese Stimme erkenne ich!\u201c Aus allen Himmelsrichtungen waren sie gekommen: beispielsweise von der Insel R\u00fcgen, aus dem Allg\u00e4u, aus Olpe oder Magdeburg. \u201eNur den Henning-Br\u00fcdern, Missionaren in Brasilien, war der Weg verst\u00e4ndlicherweise zu weit\u201c, teilt Heim mit. Im Eingangsfoyer des Hauses prangten gro\u00dfe Tafeln mit \u201eKonviktspost\u201c, eine Deutschlandkarte mit F\u00e4hnchen der Herkunftsorte, und als besonders gelungene \u00dcberraschung: ein echtes Modell der ehemaligen Geb\u00e4udeanlage in der Schulstra\u00dfe\/Nonnengasse (heute Kaufhaus C&amp;A), entworfen von Heim und gestaltet von H. M\u00fcller aus Eichenzell.<\/p>\n<p>\u201eIn Gedanken sah man sich die Eingangspforte passieren, die Kumpels mit lauten Hallo nach den jeweiligen Ferien wieder begr\u00fc\u00dfen, die Leitung Pius Burkardt, die jeweiligen Assistenten, Konviktsschwestern und besonders die treue Seele, Fr\u00e4ulein K\u00e4the Pappert, die \u00fcber 50 Jahre lang den Pfortendienst versah. Man sah sich im Schlafsaal, Speisesaal, Studiersaal, Theatersaal wieder, versank in die Zeiten vergangener Jugend.\u201c So res\u00fcmiert Buchautor Heim die Stimmung der Veranstaltung. Eine solch konkrete Erinnerungskultur st\u00e4rke Herz und Menschsein und sei nicht zuletzt ein Tribut an damalige Erzieher und auch an jene pr\u00e4gende Behausung Konvikt, wie er hervorhebt. Ein regelrechtes \u201eKonviktsfluidum\u201c macht Heim bei dem Treffen aus, als Weihbischof Johannes Kapp, ehemals Konviktorist, sp\u00e4ter Assistent und geistiger Promotor des Internates, seine \u201eGemeinde\u201c begr\u00fc\u00dfte. \u201eSein Blick in die Runde erwartungsvoller Confratres, sein R\u00fcckblick in gemeinsame Sch\u00fclerzeiten, sein Ausblick auf die Verwirklichung engagierten Christentums in der Gegenwart schlugen alle in Bann.\u201c<\/p>\n<p>Der folgende Tag f\u00fchrte die Gemeinschaft noch einmal zu den Stationen Fuldaer Konviktoristenlebens: Dom, Priesterseminar, Frauenberg und Stadtschlo\u00df. \u201eDurch die wertvolle und f\u00fcr Hessen einzigartige Universit\u00e4tsbibliothek gelangte man in den Sitzungssaal der Deutschen Bischofskonferenz. Hier nahm man Platz, und es entwickelte sich sofort eine lebendige Debatte zu den aktuellen Problemfeldern christlichen Glaubenslebens\u201c, betont Heim. Moderiert von Weihbischof Kapp, ging es um die zu beklagende Kirchenferne der Gegenwart, die Situation in Ostdeutschland, den Paragraphen 218, die \u00d6kumene. \u201eDem folgte ein besinnlicher und f\u00fcr manche schmerzlicher Gang zu den besonderen Gr\u00e4bern des Frauenberges, zu Pius Burkardt, dem gro\u00dfen charismatischen Erzieher, zu den Gr\u00e4bern der beim Bombeninferno am 11. September 1944 get\u00f6teten Konviktoristen mit ihrem damaligen Direktor Karl Hofmann. Das Ungeheure des Kriegsdramas wurde pl\u00f6tzlich wieder aktuell, als miterlebende Konviktoristen das Wunder ihrer Rettung erz\u00e4hlten und ebenso die Trauer \u00fcber ihre Freunde, mit denen sie noch kurz zuvor Fu\u00dfball gespielt hatten. 24 hoffnungsvolle Sch\u00fcler wurden mit ihrem Direktor Opfer einer sinnlosen Tat, da die Alliierten auf einem R\u00fcckflug ihre Bombenlast einfach so loswerden wollten.\u201c Der Oberb\u00fcrgermeister von Fulda, Gerhard M\u00f6ller, ein Klassenkamerad vieler Konviktoristen, begr\u00fc\u00dfte die Exkursanten im Gr\u00fcnen Saal des Stadtschlosses. In einer fundierten Rede erl\u00e4uterte er die Prosperit\u00e4t Fuldas als Zentrum Osthessens in wirtschaftlicher und auch bildungspolitischer Hinsicht.<\/p>\n<p>Der Nachmittag schlo\u00df mit einem gro\u00dfen Dankamt. Weihbischof Johannes Kapp kn\u00fcpfte in seiner Predigt an sein Lebensmotto an, das auch sein bisch\u00f6fliches Wirken begleitete: \u201eGaudium domini fortitudo nostra \u2013 Die Freude am Herrn ist unsere St\u00e4rke\u201c. Gottes Wort sei lebendig und zeitlos g\u00fcltig und immer aktuell. Das gelte auch dann, wenn es gerade nicht so scheine, als seien die Zukunftschancen besonders gro\u00df, so wie es den Israeliten bei ihrer R\u00fcckkehr aus der babylonischen Gefangenschaft erging. Die Propheten betonten damals: \u201eSeid nicht traurig, denn die Freude am Herrn ist eure St\u00e4rke.\u201c Mit dem eigenen Glauben stehe der Christ in Zeit und Welt, einem Glauben, der oft angefochten, manchmal bel\u00e4chelt oder auch verspottet und bek\u00e4mpft werde.<\/p>\n<p>Am zweiten Erinnerungsabend bot sich nochmals die Gelegenheit zum Eintauchen in die Lebenswelt der Gemeinschaft. In einem Redebeitrag berichtete Johannes Seidel von seinem \u201eAlpha-Projekt\u201c aus der Erwachsenen-Pastoral. Erneut tauschte man Erinnerungen und Pers\u00f6nliches aus. Der Abend bekam seine akademische Note durch die alte Burschenschafts-Hymne \u201eGaudeamus igitur\u201c. Neue Bilder des Alten Konvikts erschienen auf der Gro\u00dfleinwand und gaben Ansto\u00df zum Gespr\u00e4ch. \u201eBeim Abschied am n\u00e4chsten morgen gab es wieder bewegende Szenen, da sich viele Freunde ins Ungewisse verabschiedeten. Doch die Freude aus gest\u00e4rktem Herzen \u00fcberwog, hatte man doch verschollen geglaubte Weggenossen wiedergefunden, den \u00e2\u20ac\u0161Spirit\u00e2\u20ac\u2122 des ehemaligen Internates wieder geahnt, den Geist aufrechter, engagierter Christen gesp\u00fcrt, das \u00e2\u20ac\u0161Gaude Fulda!\u00e2\u20ac\u2122 bezeugt und nochmals mit Leben erf\u00fcllt\u201c, h\u00e4lt Heim fest.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda (bpf). Am Ende des Jahres 2009 trafen sich im Fuldaer Bonifatiushaus \u00fcber 130 Absolventen des 1985 aufgel\u00f6sten Bisch\u00f6flichen Konvikts zu Fulda. Zu den renommiertesten Absolventen z\u00e4hlen die Weihbisch\u00f6fe Johannes Kapp und Karlheinz Diez sowie Pr\u00e4lat Rudolf Hofmann. 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