{"id":49093,"date":"2010-01-05T10:58:26","date_gmt":"2010-01-05T09:58:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=49093"},"modified":"2010-01-05T10:58:26","modified_gmt":"2010-01-05T09:58:26","slug":"arbeitsmarkt-2009-war-von-wirtschaftskrise-gepraegt-folgen-durch-einsatz-von-kurzarbeit-spuerbar-gemildert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=49093","title":{"rendered":"Arbeitsmarkt 2009 war von Wirtschaftskrise gepr\u00e4gt &#8211; Folgen durch Einsatz von Kurzarbeit sp\u00fcrbar gemildert"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda.<\/strong> Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz in der Arbeitsagentur Fulda stellten Landrat Bernd Woide und Agenturchef Waldemar Dombrowski mit ihren Mitarbeitern die Lage und Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, die pr\u00e4ventiven Ans\u00e4tze zur Bek\u00e4mpfung der Arbeitslosigkeit sowie einige Daten zur Sozialstruktur dar.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Entwicklung im Dezember<\/strong><\/p>\n<p>Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Dezember gegen\u00fcber dem Vormonat saisonbedingt um 202 auf 5.829 gestiegen. Die aktuelle Arbeitslosenquote in der Region liegt bei 5,3 Prozent. Gegen\u00fcber dem Dezember 2008 liegt die registrierte Arbeitslosigkeit um 251 Personen (4,5 Prozent) h\u00f6her. Damit ist der Abstand zum Vorjahresmonat erneut gesunken.<br \/>\n<strong><br \/>\nLage und Entwicklung im Jahr 2009<\/strong><\/p>\n<p>Der regionale Arbeitsmarkt war im Jahr 2009 von der internationalen Wirtschaftskrise gekennzeichnet. Im Jahresdurchschnitt 2009 waren 6.414 Menschen arbeitslos gemeldet, w\u00e4hrend es in 2008 lediglich 5.853 gewesen waren. Dies entspricht einem Zuwachs von 561 bzw. 9,6 Prozent. Bei der Arbeitsagentur war ein Bestandszuwachs von 17,3 Prozent auf 2.861 und beim Amt f\u00fcr Arbeit und Soziales von 4,1 Prozent auf 3.553 zu verzeichnen.<\/p>\n<p>Im Jahresverlauf 2009 meldeten sich 19.621 Personen erstmals oder wieder arbeitslos, was gegen\u00fcber dem Vorjahr einem Zuwachs von 7,4 Prozent entspricht. Der Zuwachs beim Zugang in die Arbeitslosigkeit war vor allem bei der Agentur f\u00fcr Arbeit (+12 Prozent) zu verzeichnen, w\u00e4hrend der Zugang beim Amt f\u00fcr Arbeit und Soziales um lediglich 0,8 Prozent stieg. Die wegen der Wirtschaftskrise Gek\u00fcndigten machten also ganz \u00fcberwiegend ihre Anspr\u00fcche aus der Arbeitslosenversicherung geltend.<\/p>\n<p>Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit sind insbesondere M\u00e4nner, \u00e4ltere Personen ab 50 Jahre und Schwerbehinderte betroffen. Die Wirtschaftskrise machte sich prim\u00e4r im verarbeitenden Gewerbe bemerkbar, in dem traditionell deutlich mehr M\u00e4nner als Frauen besch\u00e4ftigt sind. So ist die Frauenarbeitslosigkeit gegen\u00fcber dem Jahr 2008 sogar leicht zur\u00fcckgegangen, wobei sich in den beiden Rechtskreisen unterschiedliche Tendenzen feststellen lassen. Hier d\u00fcrfte die soziale und famili\u00e4re Situation eine wichtige Rolle spielen.<\/p>\n<p>Die Zahl der im SGB II leistungsberechtigten Personen hat sich dagegen seit Beginn des Jahres 2009 nur geringf\u00fcgig erh\u00f6ht. Zum Ende des Jahres bezogen insgesamt 11.338 hilfebed\u00fcrftigen Personen Arbeitslosengeld II bzw. Sozialgeld. Die ist eine Steigerung von 187(+1,7 Prozent) gegen\u00fcber den Werten zu Beginn des Jahres 2009.<\/p>\n<p>Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften im Rechtskreis SGB II liegt seit April 2009 jeweils \u00fcber der Zahl des Vorjahresmonats und betrug im Dezember 2009 insgesamt 5.597 (Dezember 2008: 5.022).<\/p>\n<p>Die Krise im verarbeitenden Gewerbe d\u00fcrfte die Ursache daf\u00fcr sein, dass der traditionell gut aufgestellte Altkreis H\u00fcnfeld in 2009 gegen\u00fcber 2008 einen st\u00e4rkeren Zuwachs bei den Arbeitslosen (+ 18,4 Prozent) zu verzeichnen hatte als der Kreis Fulda (+9,6 Prozent) insgesamt. Handel, Dienstleistungen und Teile des Handwerks haben eine stabilisierende Wirkung auf die Besch\u00e4ftigungssituation entfaltet.<\/p>\n<p>Die schw\u00e4chere Dynamik auf dem Arbeitsmarkt wird auch an den Stellenzug\u00e4ngen bei der Agentur f\u00fcr Arbeit deutlich. Konnte der Arbeitgeberservice im Jahr 2008 noch \u00fcber 4.400 Arbeitsstellen rekrutieren, waren es im gerade abgelaufenen Jahr 4.023. Im Metallbereich und bei den Verkehrsberufen ging die Zahl der Meldungen ebenso zur\u00fcck wie im Bereich der Zeitarbeitsbranche. Die Zeitarbeitsbranche bekommt die konjunkturellen Schwankungen traditionell relativ fr\u00fch und stark zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Ungeachtet der gegenw\u00e4rtigen Krise setzte die Arbeitsagentur wegen der demografischen Entwicklung verst\u00e4rkt auf berufliche Weiterbildungsma\u00dfnahmen und die berufliche Umschulung (585 Pl\u00e4tze in 2009 gegen\u00fcber 293 Pl\u00e4tzen in 2008). In zahlreichen Branchen und Berufen sind mittel- und langfristig wachsende Personalengp\u00e4sse zu erwarten.<\/p>\n<p>Die registrierte Arbeitslosigkeit bei der Arbeitsagentur und beim Amt f\u00fcr Arbeit und Soziales stellt zwar einen gewichtigen, jedoch nicht allumfassenden Aspekt der bestehenden Unterbesch\u00e4ftigung dar. So konnten die negativen Auswirkungen der Konjunkturkrise auf den regionalen Arbeitsmarkt beispielsweise durch den Einsatz des Kurzarbeitergeldes erheblich abgemildert werden. \u201eOhne die Besch\u00e4ftigung sichernde Funktion des Kurzarbeitergeldes w\u00e4re die Zahl der Arbeitslosen in unserem Bezirk um etwa 1.200 Personen h\u00f6her ausgefallen, als dies tats\u00e4chlich der Fall war\u201c, erl\u00e4utert Agenturchef Waldemar Dombrowski.<\/p>\n<p>Zudem werden Menschen, die sich in Weiterbildungsma\u00dfnahmen befinden oder im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten t\u00e4tig sind, statistisch nicht als Arbeitslose erfasst. \u201eInsofern ist die Unterbesch\u00e4ftigung gegenw\u00e4rtig deutlich h\u00f6her als es die Arbeitslosenquote zum Ausdruck bringt\u201c, konstatiert Dombrowski.<\/p>\n<p>Landrat Bernd Woide ist froh dar\u00fcber, dass sich im Jahresverlauf 2009 der Arbeitsmarkt in der Region trotz der Auswirkungen der Wirtschaftskrise dank starker Unternehmen und der Abfederung durch Kurzarbeit relativ stabil gezeigt habe. Die Krise sei aber noch nicht ausgestanden. F\u00fcr 2010 erwarten Woide und Dombrowski einen Anstieg der Arbeitslosigkeit in beiden Rechtskreisen. Die Auslastung der Betriebe ist in diversen Branchen nach wie vor unzureichend.<\/p>\n<p>Trotz einiger positiver Signale geht Dombrowski f\u00fcr 2010 von keiner sp\u00fcrbaren fl\u00e4chendeckenden Belebung des Arbeitsmarktes aus. \u201eSollte es besser laufen, werden die Betriebe zun\u00e4chst die Kurzarbeit zur\u00fcck fahren und die flexiblen Arbeitszeitkonten der Belegschaft nutzen, um kurzfristigen Auftragszuw\u00e4chsen zu begegnen.\u201c Andererseits d\u00fcrfte die mittelst\u00e4ndische Struktur der Region hilfreich sein, um die Krise zu bestehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. 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