{"id":48865,"date":"2010-01-03T05:44:58","date_gmt":"2010-01-03T04:44:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=48865"},"modified":"2010-01-02T18:46:08","modified_gmt":"2010-01-02T17:46:08","slug":"bischof-algermissen-hielt-traditionellen-neujahrsempfang-in-fulda-ab-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=48865","title":{"rendered":"Bischof Algermissen hielt traditionellen Neujahrsempfang in Fulda ab"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100103_Neujahresempfang6.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100103_Neujahresempfang6.jpg\" alt=\"100103_Neujahresempfang6\" title=\"100103_Neujahresempfang6\" width=\"560\" class=\"alignnone size-medium wp-image-48895\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100103_Neujahresempfang6.jpg 600w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100103_Neujahresempfang6-265x198.jpg 265w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Fulda <\/strong>(bpf). \u201eDurch das kirchliche Handeln tragen wir Werte in diese Gesellschaft hinein und k\u00f6nnen so den Menschen ein bew\u00e4hrtes Orientierungsangebot anbieten, eine frohe Botschaft, die dem Leben tagt\u00e4glich und \u00fcber alle Tage hinaus Sinn gibt.\u201c Dies betonte der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen am Freitag, 1. Januar, beim traditionellen Neujahrsempfang im Fuldaer Priesterseminar. Kirchliches Handeln m\u00fcsse zur eigentlichen Aufgabe der Kirche hinf\u00fchren, n\u00e4mlich der sakramentalen Heiligung der Menschen, und ihnen Halt und St\u00fctze bieten, \u201eohne welche ein Menschenleben bald unertr\u00e4glich wird\u201c.<\/p>\n<p><strong>Bilder (6):<\/strong> Elisabeth Miller<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100103_Neujahresempfang2.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100103_Neujahresempfang2-265x198.jpg\" alt=\"100103_Neujahresempfang2\" title=\"100103_Neujahresempfang2\" width=\"265\" height=\"198\" class=\"alignnone size-medium wp-image-48891\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100103_Neujahresempfang2-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100103_Neujahresempfang2.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100103_Neujahresempfang1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100103_Neujahresempfang1-265x198.jpg\" alt=\"100103_Neujahresempfang1\" title=\"100103_Neujahresempfang1\" width=\"265\" height=\"198\" class=\"alignnone size-medium wp-image-48890\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100103_Neujahresempfang1-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100103_Neujahresempfang1.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Ethische Ma\u00dfst\u00e4be in der Finanzwirtschaft gefordert<\/strong><\/p>\n<p>Erinnerung und Vergegenw\u00e4rtigung seien f\u00fcr die Kirche wesentlich, und dies gelte auch f\u00fcr Vorkommnisse in j\u00fcngster Vergangenheit, gerade wenn dies vielen Menschen offensichtlich oder versteckt gro\u00dfe Sorgen bereite, hatte der Oberhirte in seinem Schlu\u00dfwort zu dem Empfang mit Bezug auf die j\u00fcngste Wirtschaftskrise hervorgehoben. Man habe den Kirchen vorgeworfen, sie seien ihrer W\u00e4chterfunktion nicht gerecht geworden und sie h\u00e4tten angesichts der Krise geschwiegen. Dies sei zur\u00fcckzuweisen, denn schon seit Jahren forderten die katholische und auch die evangelische Kirche ethisches Verhalten in den Unternehmen, zu denen auch die Banken geh\u00f6rten. \u201eWir haben Regeln f\u00fcr den sich globalisierenden Markt eingefordert; dies wurde aber nicht geh\u00f6rt oder bestenfalls mitleidig bel\u00e4chelt\u201c, so Algermissen weiter. Bereits 1997 hatten die Kirchen in ihrem Wort \u201eF\u00fcr eine Zukunft in Solidarit\u00e4t und Gerechtigkeit\u201c vor m\u00f6glichen destabilisierenden Wirkungen der Entwicklungen an den internationalen Finanzm\u00e4rkten gewarnt. Eigentum sei sozialpflichtig, und dies m\u00fcsse gerade jetzt wieder betont werden, da sich \u201edie Methoden hemmungsloser Profitmaximierung und der Gier wieder breitzumachen beginnen\u201c. Ethische Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr eine Reform der internationalen Finanzm\u00e4rkte hatte die Deutsche Bischofskonferenz bereits 2001 angemahnt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100103_Neujahresempfang5.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100103_Neujahresempfang5-265x198.jpg\" alt=\"100103_Neujahresempfang5\" title=\"100103_Neujahresempfang5\" width=\"265\" height=\"198\" class=\"alignnone size-medium wp-image-48894\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100103_Neujahresempfang5-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100103_Neujahresempfang5.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100103_Neujahresempfang4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100103_Neujahresempfang4-265x198.jpg\" alt=\"100103_Neujahresempfang4\" title=\"100103_Neujahresempfang4\" width=\"265\" height=\"198\" class=\"alignnone size-medium wp-image-48893\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100103_Neujahresempfang4-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100103_Neujahresempfang4.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Auswirkungen der Krise auf das Bistum Fulda<\/strong\n\nIn der Folge der Krise des Jahres 2008, deren Auswirkungen sich auch deutlich an der Entwicklung des Kirchensteueraufkommens ablesen lie\u00dfen, habe die Aufstellung des Haushaltes 2010 unter besonders schwierigen Vorzeichen gestanden, fuhr der Bischof fort. Eine hohe Arbeitslosenzahl in 2010 h\u00e4tte nicht unerhebliche Auswirkungen auf das Kirchensteueraufkommen. Doch derzeit sei das Bistum Fulda insgesamt von den unmittelbaren Auswirkungen der Finanzkrise nicht betroffen. \u201eEin umsichtiges Finanzmanagement, also der verantwortungsvolle Umgang mit den Kirchensteuergeldern, hat uns bewu\u00dft keine verlustreichen Risikogesch\u00e4fte t\u00e4tigen lassen\u201c, unterstrich Algermissen und dankte seinen Mitarbeitern sowie Kirchensteuer- und Katholikenrat f\u00fcr ihre kompetente Arbeit. \u201eSolch ein Umgang mit dem Materiellen wirkt sich heilsam aus in unserer Kirche, aber auch heilsam auf die Menschen in unserer Gesellschaft.\u201c Auch da\u00df die rund 4.500 kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Besch\u00e4ftigung gehalten werden k\u00f6nnten, sei f\u00fcr sie selbst, f\u00fcr ihre Familien und alle, die ihnen anvertraut seien, von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung.\n\n<a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100103_Neujahresempfang3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100103_Neujahresempfang3-265x353.jpg\" alt=\"100103_Neujahresempfang3\" title=\"100103_Neujahresempfang3\" width=\"265\" height=\"353\" class=\"alignnone size-medium wp-image-48892\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100103_Neujahresempfang3-265x353.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/100103_Neujahresempfang3.jpg 450w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Sozial-caritative Dimension kirchlichen Handelns<\/strong><\/p>\n<p>Die finanzielle Solidit\u00e4t erm\u00f6gliche laut Bischof Algermissen, die sozial-caritative Dimension des kirchlichen Handelns beibehalten zu k\u00f6nnen. \u201eWir werden eine caritativ-diakonische Kirche im umfassenden Sinn bleiben und unser Engagement erhalten k\u00f6nnen, weil wir mit den finanziellen Voraussetzungen unseres caritativ-diakonischen Grundauftrags verantwortungsbewu\u00dft umgegangen sind.\u201c Die Mitarbeiter in diesem Bereich arbeiteten f\u00fcr andere Menschen und zugunsten der Gesellschaft: in den kulturellen Einrichtungen der Di\u00f6zese, in den Schulen und Bildungseinrichtungen. Diese Mitarbeiter wirkten durch die sozialen und caritativen Angebote, durch Hilfe- und Beratungseinrichtungen, in Kinderg\u00e4rten und Krankenh\u00e4usern. \u201eSie arbeiten durch eine moderne Seelsorge f\u00fcr Menschen, die diese Sorge um ihr Leben und Heil brauchen und annehmen m\u00f6chten\u201c, zeigte sich der Oberhirte \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke hatte zu Beginn des Neujahrsempfangs im Namen des Bischofs die anwesenden G\u00e4ste aus Kirche und \u00f6ffentlichem Leben willkommen gehei\u00dfen und zun\u00e4chst auf einige wichtige Ereignisse f\u00fcr die Di\u00f6zese im neuen Jahr 2010 hingewiesen: den \u00d6kumenischen Kirchentag in M\u00fcnchen vom 12. bis 16. Mai, das Priestertreffen zum Abschlu\u00df des Priesterjahres in Rom vom 9. bis 11. Juni, das Bonifatiusfest am 6. Juni mit Kardinal Claudio Hummes von der Kleruskongregation, verbunden mit einem Di\u00f6zesanministrantentag, die internationale Me\u00dfdienerwallfahrt nach Rom vom 31. Juli bis 7. August, ein Symposium der Theologischen Fakult\u00e4t am 26. Juni zum Thema \u201eKatholischer Kindergarten\u201c. Sodann hatte Prof. Stanke der Hoffnung Ausdruck gegeben, da\u00df sich die seelsorgliche Zusammenarbeit in den Pastoralverb\u00fcnden im neuen Jahr weiterentwickle. \u201eVor diesem Hintergrund soll auch der \u00e2\u20ac\u0161Brief der Hoffnung\u00e2\u20ac\u2122 formuliert werden, den unser Bischof am Di\u00f6zesantag am 3. Juli vergangenen Jahres den Pastoralverb\u00fcnden als Aufgabe gestellt hat.\u201c Ein Schwerpunkt bei dem vom Seelsorgeamt begleiteten Proze\u00df sei auch die Wertsch\u00e4tzung und F\u00f6rderung der ehrenamtlichen T\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p><strong>Werte im Lichte des christlichen Glaubens<\/strong><\/p>\n<p>Generalvikar Stanke kam anschlie\u00dfend unter Bezugnahme auf die Weihnachtsansprache von Bundespr\u00e4sident Horst K\u00f6hler auf \u201eEhrbarkeit und bessere Regeln\u201c zu sprechen und beleuchtete dies im Lichte des christlichen Glaubens. Ehrbarkeit sei eine Tugend, eine das Verhalten des Menschen pr\u00e4gende Haltung, so wie auch Gerechtigkeit, Solidarit\u00e4t, Treue und Wahrhaftigkeit. Bessere Regeln dagegen geh\u00f6rten zu den \u00e4u\u00dferen Strukturen wie z. B. auch Freiheit und Frieden. F\u00fcr Werte k\u00f6nne ein Mensch gelobt oder kritisiert, f\u00fcr \u00e4u\u00dfere Umst\u00e4nde aber lediglich begl\u00fcckw\u00fcnscht oder bedauert werden. In der heutigen Gesellschaft w\u00fcrden Werte wie Ehrbarkeit, N\u00e4chstenliebe und Treue wieder sehr gesch\u00e4tzt, aber diese Werte d\u00fcrften nicht nur beschworen, sondern m\u00fc\u00dften eben auch gelebt werden, forderte der Generalvikar. \u201eWer ethisch verantwortlich handeln will, braucht die Bereitschaft, das Richtige zu tun, auch wenn es ihm Nachteile bringt.\u201c Eine gro\u00dfe Bedeutung f\u00fcr die Werte ma\u00df Stanke dem Vorbild Jesu Christi aus der Bibel zu, vor allem durch sein Mitleid, seine Compassio, die zeige, da\u00df Gott die Liebe sei. Den falschen Haltungen Habsucht und Herrschsucht stellte Jesus Teilen und Dienen entgegen. Jesus sei durch seinen Geist auch eine \u201eQuelle der Kraft\u201c f\u00fcr den, der an ihn glaube.<\/p>\n<p> <strong><br \/>\nMenschenw\u00fcrde kommt jedem Menschen zu<\/strong><\/p>\n<p>Sorge bereitete Generalvikar Stanke die Tatsache, da\u00df es einen Wandel im Verst\u00e4ndnis der Verbindlichkeit der Menschenw\u00fcrde gibt, dadurch da\u00df verschiedene Autoren und Philosophen die Menschenw\u00fcrde von anderen Faktoren und Bedingungen abh\u00e4ngig machen. \u201eDer Grund der W\u00fcrde liegt in der Begabung des Menschen, sein Leben aus Einsicht und in Freiheit zu gestalten. Die Bedeutung der Menschenw\u00fcrde liegt darin, da\u00df sie der Verf\u00fcgung des einen \u00fcber den anderen eine Grenze setzt.\u201c Keiner d\u00fcrfe einfach den anderen f\u00fcr Eigenzwecke instrumentalisieren oder zum reinen Objekt degradieren. Konstitutiv f\u00fcr den Menschen sei nach christlicher \u00dcberzeugung die Einheit von Leib und Seele. Daher sei es auch wohlbegr\u00fcndet, das biologische Menschsein allein schon als ausreichendes Kriterium f\u00fcr das Vorhandensein der Menschenw\u00fcrde anzusehen. \u201eJedem Menschen kommt W\u00fcrde zu, weil es zum Wesen des Menschen geh\u00f6rt, da\u00df er mit dieser geistigen Begabung ausgestattet ist, auch wenn er sie noch nicht, \u00fcberhaupt nicht oder nicht mehr realisieren kann. Das Menschsein ist das allgemeinste und grundlegendste Kriterium f\u00fcr die Menschenw\u00fcrde.\u201c F\u00fcr den der glaubt, liege der tiefste Grund der W\u00fcrde jedes Menschen darin, da\u00df jeder Mensch von Anfang an von Gott gewollt, geliebt und f\u00fcr ein ewiges Leben in der Gemeinschaft mit Gott bestimmt sei.<\/p>\n<p>\u201eWen diese Gedanken nicht \u00fcberzeugen, den k\u00f6nnte man vielleicht auf die negativen Folgen jener Position verweisen, die die Menschenw\u00fcrde von zus\u00e4tzlichen Kriterien abh\u00e4ngig macht\u201c, betonte Prof. Stanke weiter. Wenn die menschliche Gesellschaft sich das Recht zuschreibe, zu entscheiden, wem von den Menschen Menschenw\u00fcrde zukomme, dann bedeute das letztlich eine gro\u00dfe Verunsicherung jedes Menschen. Der Mensch sei nur dann von der Angst befreit, da\u00df ihm einmal die Menschenw\u00fcrde abgesprochen werde, wenn sie nicht von der Definition seiner Mitmenschen abh\u00e4ngig, sondern mit dem Menschsein an sich gegeben sei. \u201eUnd wenn sie gegeben ist, dann ist sie auch zu respektieren und zu sch\u00fctzen, nicht abgestuft, sondern kategorisch\u201c, folgerte der Generalvikar.<\/p>\n<p>Oberb\u00fcrgermeister Gerhard M\u00f6ller \u00fcbermittelte, auch im Namen von Bernd Woide, f\u00fcr Landkreis und Stadt Fulda Neujahrsw\u00fcnsche an die Kirche und hob in seiner Ansprache hervor, da\u00df das vergangene Jahr 2009 an vielf\u00e4ltigen Vorkommnissen das Verh\u00e4ltnis von Kirche und Staat in der Diskussion gesehen habe, so im Volksbegehren zum Religionsunterricht und dem Schulgebetsurteil in Berlin, dem Kruzifixurteil des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs f\u00fcr Menschenrechte, der Verleihung des Hessischen Kulturpreises, dem Schweizer Minarettverbot oder dem Urteil zu den verkaufsoffenen Sonntagen in der Hauptstadt. Das Grundgesetz, dessen 60j\u00e4hriges Jubil\u00e4um man im vergangenen Jahr begangen habe, sei den Religionsgemeinschaften gegen\u00fcber wohlwollend, da diese grundlegende Beitr\u00e4ge zur Werteordnung erbracht h\u00e4tten. Rationalistische Vorhersagen, Religion werde in ihrer Bedeutung schwinden, h\u00e4tten sich laut M\u00f6ller als falsch erwiesen. In Stadt und Landkreis Fulda sei die Zusammenarbeit zwischen kommunalen und kirchlichen Institutionen von einer vielf\u00e4ltigen und fruchtbaren Partnerschaft gepr\u00e4gt. Daf\u00fcr sprach der Oberb\u00fcrgermeister dem Bischof und den kirchlichen Verb\u00e4nden seinen besonderen Dank aus.<\/p>\n<p>Am Ende des Neujahrsempfangs gab Bischof Algermissen die drei Ehrungen mit dem vom Papst verliehenen Orden \u201ePro Ecclesia et Pontifice\u201c bekannt. F\u00fcr ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement wurde Hiltrud Strupp und Gerhard Dehler aus Fulda sowie Rosemarie Sch\u00f6ppner aus Flieden geehrt.<\/p>\n<p>Hiltrud Strupp gr\u00fcndete 1982 mit anderen die \u201eGesellschaft f\u00fcr Christlich-j\u00fcdische Zusammenarbeit Fulda e. V.\u201c, deren Vorstand sie seit 1983 bis heute angeh\u00f6rt. Die Gestaltung der j\u00e4hrlichen \u201eWoche der Br\u00fcderlichkeit\u201c geh\u00f6rt zu ihrem Engagement. Sie vermittelt Kontakte zwischen j\u00fcdischen und christlichen Organisationen und erm\u00f6glicht zahlreiche Begegnungen, auch auf Bundesebene. Im Zweiten Vatikanischen Konzils habe die Katholische Kirche in der Erkl\u00e4rung \u00fcber das Verh\u00e4ltnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen \u201eNostra Aetate\u201c ihr Verh\u00e4ltnis zum Judentum neu bestimmt, rief der Bischof im Zusammenhang mit der Ehrung von Frau Strupp in Erinnerung. \u201eZu den unumst\u00f6\u00dflichen Aussagen des Konzils und der nachkonziliaren Zeit geh\u00f6rt die Verurteilung jeglicher Form von Antisemitismus und Antijudaismus.\u201c Mit dem Judentum seien die Christen durch ein gemeinsames geistliches Erbe verbunden, das ihre Beziehung einzigartig mache. Dieser tiefen Beziehung habe Frau Strupp jahrzehntelang gedient.<\/p>\n<p>Die Kirche und das Engagement in ihr kennzeichnet laut dem Bischof auch die Biographie von Rosemarie Sch\u00f6ppner. Von 1968 bis 2003 war sie Mitglied des Pfarrgemeinderates, von 1991 bis 1995 Sprecherin dieses Gremiums. Mitglied im Verwaltungsrat ist sie seit 1971, wo sie sich haupts\u00e4chlich um die Belange des kirchlichen Kindergartens k\u00fcmmert, ferner um die Bau- und Sanierungsma\u00dfnahmen an der Pfarrkirche. Seit 1980 organisiert Frau Sch\u00f6ppner den Treff f\u00fcr Senioren der Pfarrgemeinde St. Goar, seit 1995 leitet sie ihn eigenverantwortlich. \u201eIhre Treue zur Kirche auch in turbulenten Zeiten ist bewundernswert und keineswegs selbstverst\u00e4ndlich. Von Menschen wie Frau Sch\u00f6ppner lebt die Gemeinde vor Ort\u201c, hob der Oberhirte hervor.<\/p>\n<p>Gerhard Dehler schlie\u00dflich habe die Jugendarbeit im Bistum entscheidend mitgepr\u00e4gt. Seit 1962 ist er als Sakristan in der Pfarrei St. Elisabeth Lehnerz mitverantwortlich f\u00fcr die Vorbereitung der Liturgie. \u201eEr opfert daf\u00fcr einen gro\u00dfen Teil seiner freien Zeit und zeigt damit unverkennbar seine Liebe zur Liturgie der Kirche\u201c, so der Bischof in seiner W\u00fcrdigung. Seit 1997 ist Dehler Wallfahrtsleiter der traditionellen Fuldaer Walld\u00fcrnwallfahrt, die seit dem Jahr 1706 besteht. Der Einsatz Dehlers bei der Organisation und Durchf\u00fchrung dieser gro\u00dfen Fu\u00dfwallfahrt sei bei allen Pilgern hochgesch\u00e4tzt. Kraft f\u00fcr die vielf\u00e4ltigen Aufgaben sch\u00f6pfe Dehler aus seinem pers\u00f6nlichen tiefen Glauben, der schon in seiner Familie grundgelegt worden sei. \u201eEs ist ihm ein Anliegen, diesen Glauben auch in der gro\u00dfen Gemeinschaft der Kirche mit anderen zu teilen und zu st\u00e4rken\u201c, betonte Bischof Algermissen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda (bpf). \u201eDurch das kirchliche Handeln tragen wir Werte in diese Gesellschaft hinein und k\u00f6nnen so den Menschen ein bew\u00e4hrtes Orientierungsangebot anbieten, eine frohe Botschaft, die dem Leben tagt\u00e4glich und \u00fcber alle Tage hinaus Sinn gibt.\u201c Dies betonte der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen am Freitag, 1. Januar, beim traditionellen Neujahrsempfang im Fuldaer Priesterseminar. 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