{"id":46067,"date":"2009-11-27T05:27:06","date_gmt":"2009-11-27T04:27:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=46067"},"modified":"2009-11-27T07:27:26","modified_gmt":"2009-11-27T06:27:26","slug":"weihnachten-in-alten-zeiten-und-einhundert-fabeln-fuer-kinder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=46067","title":{"rendered":"\u201eWeihnachten in alten Zeiten\u201c und \u201eEinhundert Fabeln f\u00fcr Kinder\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>B\u00fcdingen. <\/strong>Die Geschichtswerkstatt B\u00fcdingen hat zur Vorweihnachtszeit zwei neue B\u00fccher herausgebracht, die &#8211; in einer von Hightech und Hektik gepr\u00e4gten Zeit &#8211; zum gem\u00fctlichen Beisammensitzen mit der Familie, zum Lesen und Vorlesen anregen. \u201eWeihnachten in alten Zeiten\u201c ist eine Sammlung von sechs Erz\u00e4hlungen, drei M\u00e4rchen und 46 Gedichten aus dem 19. Jahrhundert. Sie stammen aus alten Weihnachtsb\u00fcchern und sind zum Teil schon fast in Vergessenheit geraten.<!--more--><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091126_Gedicht2.jpg\"><\/a>Der Glaube an die Macht von Poesie und Phantasie ist ein zentrales Thema der Geschichten und Gedichte jener Zeit. Auf das Fest bezogen bedeutet dies &#8211; obwohl Kinderarbeit und Mangel den Alltag bestimmten &#8211; das eigene kleine Gl\u00fcck und die Geborgenheit in der Familie zu finden. Die Erz\u00e4hlungen vermitteln trotz Idealisierung einen lebendigen Eindruck der damaligen Lebensverh\u00e4ltnisse und sind damit ein Spiegelbild der Gesellschaft. Ihre reiche, bildhafte Sprache erinnert uns heute an M\u00e4rchen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091126_Gedicht2.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-46070\" title=\"091126_Gedicht2\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091126_Gedicht2-265x411.jpg\" alt=\"091126_Gedicht2\" width=\"265\" height=\"398\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091126_Gedicht.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-46069\" title=\"091126_Gedicht\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091126_Gedicht-265x398.jpg\" alt=\"091126_Gedicht\" width=\"265\" height=\"398\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091126_Gedicht-265x398.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091126_Gedicht.jpg 399w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Beitr\u00e4ge stammen zum Teil von bekannten Autoren, wie Hermann L\u00f6ns, Christoph von Schmid, Annette von Droste-H\u00fclshoff, Hoffmann von Fallersleben, Joseph von Eichendorff und Theodor Storm. Es finden sich aber auch viele heute kaum noch bekannte Erz\u00e4hlungen und Gedichte, wie zum Beispiel \u201eDer Weihnachtsbaum\u201c von Heinrich Seidel:<\/p>\n<p>Sch\u00f6n ist im Fr\u00fchling die bl\u00fchende Linde,<br \/>\nbienendurchsummt und rauschend im Winde,<br \/>\nhold von lieblichen D\u00fcften umweht;<br \/>\nsch\u00f6n ist im Sommer die ragende Eiche,<br \/>\ndie riesenhafte, titanengleiche,<br \/>\ndie da in Wetter und St\u00fcrmen besteht;<br \/>\nsch\u00f6n ist im Herbste des Apfelbaums Krone,<br \/>\ndie sich dem flei\u00dfigen Pfleger zum Lohne<br \/>\nbeugt von goldener Fr\u00fcchte Pracht;<br \/>\naber noch sch\u00f6ner wei\u00df ich ein B\u00e4umchen,<br \/>\ndas gar so lieblich ins \u00e4rmlichste R\u00e4umchen<br \/>\nstrahlt in der eisigen Winternacht.<\/p>\n<p>Keiner kann mir ein sch\u00f6neres zeigen:<br \/>\nLichter blinken in seinen Zweigen,<br \/>\ngoldene \u00c4pfel in seinem Ge\u00e4st,<br \/>\nund mit schimmernden Sternen und Kr\u00e4nzen<br \/>\nsieht man ihn leuchten, sieht man ihn gl\u00e4nzen<br \/>\nanmutsvoll zum lieblichen Fest.<\/p>\n<p>Von seinen Zweigen ein tr\u00e4umerisch D\u00fcften<br \/>\nweihrauchwolkig weht in den L\u00fcften,<br \/>\nf\u00fcllet mit s\u00fc\u00dfer Ahnung den Raum!<br \/>\nDieser will uns am besten gefallen,<br \/>\nihn verehren wir jauchzend vor allen,<br \/>\nihn, den herrlichen Weihnachtsbaum!<\/p>\n<p><strong>Einhundert Fabeln f\u00fcr Kinder<\/strong><\/p>\n<p>Wilhelm Hey (1789 &#8211; 1854) war Pfarrer, Lehrer, Lied- und Fabeldichter. Er benutzte die Fabel in ihrer traditionellen Form als belehrende Erz\u00e4hlung, in der Tiere menschliche Eigenschaften oder Eigenheiten besitzen und wie Menschen handeln. Sie war vor allem im Humanismus verbreitet und diente dazu, Wahrheiten im \u201elustigen L\u00fcgenkost\u00fcm\u201c (Luther) zu vermitteln. Die Handlung zielte dabei stets auf eine Schlusspointe hin, die eine allgemeing\u00fcltige Moral verdeutlichte.<\/p>\n<p>Wilhelm Hey war ein guter Beobachter seiner Umwelt, des Miteinanders von Kindern und Tieren. Auch in diesen Fabeln k\u00f6nnen Tiere sprechen &#8211; mit Menschen oder untereinander &#8211; sind aber nicht so weit vermenschlicht, dass sie etwa Kleidung tragen. Wenn sie auch manchmal menschliche Charaktereigenschaften symbolisieren, so wirkt ihr Verhalten doch immer schl\u00fcssig in ihrer Art begr\u00fcndet. In seinen Erz\u00e4hlungen dr\u00fcckt sich eine starke Liebe zu Tieren, zur \u201eKreatur\u201c aus, die er als Gottesgesch\u00f6pfe sieht, die als eigenst\u00e4ndige und zu respektierende Lebewesen anerkannt werden m\u00fcssen, da jedes seine Aufgabe in der Welt hat.<\/p>\n<p><strong>Sau<\/strong><\/p>\n<p>\u201eKinder\u201c, spricht die Mama,<br \/>\n\u201eH\u00f6ret mir zu und folget ja.<br \/>\nM\u00fcsst nur recht manierlich sein,<br \/>\nImmer euch sauber halten und rein,<br \/>\nNicht euch w\u00e4lzen auf allen Wegen,<br \/>\nNicht euch in jede Pf\u00fctze legen.\u201c<\/p>\n<p>Und wie sie selbst es stets getan<br \/>\nUnd wie es von ihr die Kinder sah\u00e2\u20ac\u2122n,<br \/>\nSo lernten sie\u00e2\u20ac\u2122s auch mit Flei\u00df und M\u00fch\u00e2\u20ac\u2122<br \/>\nUnd machten es ganz und gar wie sie.<br \/>\nSie wollten nichts Besser\u00e2\u20ac\u2122s, nichts Schlechter\u00e2\u20ac\u2122s sein;<br \/>\nEs wurde ein jedes wieder ein Schwein.<\/p>\n<p>Otto Speckter (1807 &#8211; 1871), Zeichner und Radierer, war ein bekannter Buchillustrator seiner Zeit. So illustrierte er u.a. Luthers \u201eKleinen Katechismus\u201c, den \u201eGestiefelten Kater\u201c und Grimms M\u00e4rchen \u201eBr\u00fcderchen und Schwesterchen\u201c. Seine Bilder stellen die in den Fabeln beschriebenen Situationen mit vielen liebevoll arrangierten Hintergrunddetails dar. Menschen und Tiere erscheinen niemals statisch, sondern in ihrem nat\u00fcrlichen Bewegungsablauf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>B\u00fcdingen. Die Geschichtswerkstatt B\u00fcdingen hat zur Vorweihnachtszeit zwei neue B\u00fccher herausgebracht, die &#8211; in einer von Hightech und Hektik gepr\u00e4gten Zeit &#8211; zum gem\u00fctlichen Beisammensitzen mit der Familie, zum Lesen und Vorlesen anregen. \u201eWeihnachten in alten Zeiten\u201c ist eine Sammlung von sechs Erz\u00e4hlungen, drei M\u00e4rchen und 46 Gedichten aus dem 19. Jahrhundert. 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