{"id":45154,"date":"2009-11-18T05:10:33","date_gmt":"2009-11-18T04:10:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=45154"},"modified":"2009-11-17T18:14:05","modified_gmt":"2009-11-17T17:14:05","slug":"architektenwettbewerb-fuer-gruenes-klassenzimmer-abgeschlossen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=45154","title":{"rendered":"Architektenwettbewerb f\u00fcr \u201eGr\u00fcnes Klassenzimmer\u201c abgeschlossen"},"content":{"rendered":"<p>Oberelsbach. Der Architektenwettbewerb zum Bau eines \u201eGr\u00fcnen Klassenzimmers\u201c in Oberelsbach, also einer Umweltbildungsst\u00e4tte f\u00fcr das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n, ist abgeschlossen. Sieger ist das B\u00fcro Kammerer Architektur, Stadtplanung, Gestaltung aus Stuttgart. Die Gemeinde Oberelsbach wird vermutlich noch in dieser Woche die Bietergespr\u00e4che mit allen vier geehrten Architekten f\u00fchren. \u201eDie Zeit dr\u00e4ngt, denn wir m\u00fcssen am 1. Januar 2012 er\u00f6ffnen\u201c, sagte B\u00fcrgermeisterin Birgit Erb.<\/p>\n<p>Fotos und Text: Carsten Kallenbach<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091117_Wettbewerb1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-45155\" title=\"091117_Wettbewerb1\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091117_Wettbewerb1-265x176.jpg\" alt=\"091117_Wettbewerb1\" width=\"265\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091117_Wettbewerb1-265x176.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091117_Wettbewerb1.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091117_Wettbewerb2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-45156\" title=\"091117_Wettbewerb2\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091117_Wettbewerb2-265x191.jpg\" alt=\"091117_Wettbewerb2\" width=\"244\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091117_Wettbewerb2-265x191.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091117_Wettbewerb2.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 244px) 100vw, 244px\" \/><\/a><!--more-->Der Neubau eines \u201egr\u00fcnen Klassenzimmers\u201c an der Stelle, wo sich derzeit noch die alte Schule von Oberelsbach befindet, ist ein zentrales Projekt im Rahmen der Umweltbildung des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n. Bautr\u00e4ger wird die Kommune Oberelsbach sein; das Geld (rund f\u00fcnf Millionen Euro) stammt aus dem so genannten \u201eKonjunkturpaket II\u201c der Bundesregierung und wird \u00fcber den Freistaat Bayern ausgereicht. Das \u201eGr\u00fcne Klassenzimmer\u201c soll als Schulungs-, Versorgungs- und \u00dcbernachtungskomplex in erster Linie Schulklassen mit der Kulturlandschaft Rh\u00f6n und dem Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n bekannt machen. Wie der Landrat des Rh\u00f6n-Grabfeld-Kreises und Vorsitzender des Vereins Naturpark &amp; Biosph\u00e4renreservat Bayerische Rh\u00f6n e.V. betonte, sei das \u201eGr\u00fcne Klassenzimmer\u201c nicht einfach nur ein Geb\u00e4ude, sondern vielmehr eine Idee und eine Philosophie.<\/p>\n<p>Dem Realisierungswettbewerb ging ein Teilnehmerwettbewerb voraus. Fast 190 Architekturb\u00fcros aus ganz Europa meldeten ihr Interesse an, an diesem Wettbewerb teilzunehmen. Von den 15 Wettbewerbspl\u00e4tzen, auf die sich der Markt Oberelsbach vorab festgelegt hatte, gingen f\u00fcnf an gesetzte B\u00fcros von anerkannt hohem Ruf, die zehn \u00fcbrigen Teilnehmer wurden aus den 190 Bewerbungen zugelost. Die letztlich 14 eingereichten Entw\u00fcrfe der Architekten waren in Oberelsbach als Ausstellung zu sehen. Zahlreiche B\u00fcrger nutzten die M\u00f6glichkeit, sich die Entw\u00fcrfe und Modelle zu betrachten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091117_Wettbewerb4.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-45158\" title=\"091117_Wettbewerb4\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091117_Wettbewerb4-265x186.jpg\" alt=\"091117_Wettbewerb4\" width=\"265\" height=\"186\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091117_Wettbewerb4-265x186.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091117_Wettbewerb4.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091117_Wettbewerb3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-45157\" title=\"091117_Wettbewerb3\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091117_Wettbewerb3-265x188.jpg\" alt=\"091117_Wettbewerb3\" width=\"262\" height=\"186\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091117_Wettbewerb3-265x188.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091117_Wettbewerb3.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 262px) 100vw, 262px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Den mit 3 000 Euro dotierten 4. Preis gewann das B\u00fcro Neumann Architekten in Werder\/Vogtland. Der Entwurf sieht verschiedene Geb\u00e4udeteile mit Satteldach, Flach- und Gr\u00fcndach vor. Die Anordnung der Teilgeb\u00e4ude erfolgt in Form eines Hofmotivs, weil es so fest definierte und gesch\u00fctzte Teilbereiche gibt. Bestandteile sind unter anderem ein Holzbau mit Fassadenbegr\u00fcnung und eine Natursteinfassade. Der 3. Preis geht an das B\u00fcro L\u00f6hle Neubauer Architekten in Augsburg und ist mit 6 000 Euro dotiert. Zur \u00f6ffentlichen Vorstellung in Oberelsbach war jedoch kein Vertreter des Architekturb\u00fcros anwesend.<\/p>\n<p>Stefan Neumahr, Freier Architekt aus Sindelfingen, konnte den 2. Preis des Architektenwettbewerbs und somit 9 000 Euro mit nach Hause nehmen. Sein Vorschlag ist ein markanter Bauk\u00f6rper in Form eines Rundlings, der sich nach allen Seiten \u00f6ffnet und damit die Landschaft erlebbar macht. Vom oberen Geschoss sei die Aussicht auf den Markt Oberelsbach und das \u201eLand der offenen Fernen\u201c von \u00fcberall her garantiert. Jedes Zimmer soll einen eigenen Au\u00dfenbereich bekommen. Der Sockel des Rundbaus soll aus Stein bestehen; das obere Geschoss in Massivholzbauweise errichtet werden. Alle \u00f6ffentlichen Bereiche sollen mit viel Glas gestaltet werden, erl\u00e4uterte der Architekt.<\/p>\n<p>Der 1. Preis beim Architektenwettbewerb um das \u201eGr\u00fcne Klassenzimmer\u201c ist mit 12 000 Euro dotiert. F\u00fcr Ralf Kammerer, Architekt aus Stuttgart, hatte sich das Preisgericht \u201enach langer, aber fairer Streitkultur einstimmig entschieden\u201c, wie Thomas Habermann mitteilte. Kammerer setzt auf ein Geb\u00e4ude, das im unteren Bereich durchg\u00e4ngig ist und im oberen Bereich f\u00fcnf kleine \u201eWohnkuben\u201c besitzt. Es ist nach seinen Worten ein \u201eZwischending zwischen einem normalen Geb\u00e4ude und dem, was es in der Natur gibt\u201c. Es hat gebrochene Linien und Formen. \u201eDie einzelnen Geb\u00e4udeteile integrieren sich in die d\u00f6rfliche Struktur, aber sie sollen nat\u00fcrlich auch Fragen aufwerfen. Das macht auch Sinn bei einem Geb\u00e4ude, das Lernen zum Inhalt hat\u201c, meinte der Architekt. Im Au\u00dfenbereich plant er ein \u201eForum Gr\u00fcnes Klassenzimmer\u201c in Form eines kleinen Amphitheaters. Den einen geforderten Aspekt des Wettbewerbs, n\u00e4mlich Nachhaltigkeit, interpretiert Kammerer wie folgt: \u201eBei dieser Kleinteiligkeit k\u00f6nnen wir versuchen, lokale mittelst\u00e4ndische Betriebe aus der Umgebung in den Bauprozess einzubeziehen. Wir brauchen hier keinen Gro\u00dfauftragnehmer aus M\u00fcnchen mit Subunternehmen aus Polen oder Portugal.\u201c<\/p>\n<p>Um die neue Umweltbildungsst\u00e4tte f\u00fcr das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n sei lange gerungen und diskutiert worden \u2013 das betonten zur Preisverleihung alle Redner. \u201eEs war ein beschwerlicher Weg \u00fcber viele Instanzen\u201c, sagte beispielsweise die B\u00fcrgermeisterin des Markt Oberelsbach, Brigitte Erb. Nun sei mit dem Ende des Architektenwettbewerbs ein gro\u00dfer Meilenstein bei der Umsetzung der Idee gelungen. In Zukunft, betonte sie, sollen in Oberelsbach Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen der Umgang mit der Natur und das Leben im Einklang mit der Natur gelehrt werden. \u201eDie Idee des Gr\u00fcnen Klassenzimmers ist nicht nur gut und richtig, sondern f\u00fcr die Menschen in der Region besonders wichtig.\u201c Erb bedankte sich bei all denen f\u00fcr ihre Initiative und Hilfe, die von Anfang an gemeinsam das Projekt unterst\u00fctzt hatten. Dabei nannte sie in erster Linie den Landrat des Rh\u00f6n-Grabfeld-Kreises Thomas Habermann, den Leiter der bayerischen Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n Michael Geier, den Regierungspr\u00e4sidenten von Unterfranken Dr. Paul Beinhofer, den Bereichsleiter Umwelt bei der Regierung von Unterfranken Bertram Eidel, den Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Vereins Naturpark &amp; Biosph\u00e4renreservat Bayerische Rh\u00f6n e.V. Klaus Spitzl, den Referatsleiter Landschaftsplanung, Natura 2000 und Schutzgebietssysteme beim Bayerischen Staatsministerium f\u00fcr Umwelt und Gesundheit Franz Bichlmeier und den CSU-Landtagsabgeordneten Dr. Bernd Wei\u00df. Nicht zuletzt stehe auch Bayerns Umweltminister Dr. Markus S\u00f6der pers\u00f6nlich hinter dem Projekt im Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n.<\/p>\n<p>Umweltbildung f\u00fcr Kinder und Jugendliche m\u00fcsse in Zukunft Priorit\u00e4t haben, unterstrich Habermann. \u201eEs geht dabei um die Fragen, woher bekommen wir unsere Energie, wie gehen wir mit unserer Umwelt um, wie l\u00f6sen wir unser demografisches Problem, wie sollen wir uns in Zukunft ern\u00e4hren und wie k\u00f6nnen wir uns m\u00f6glichst lange gesund erhalten, weil wir ja immer \u00e4lter werden\u201c, nannte er Beispiele. Der Freistaat Bayern habe sich als erstes deutsches Bundesland die Umweltbildung auf die Fahnen geschrieben. Die Umweltbildung in den Nationalparken, wo es darum geht, die Natur Natur sein zu lassen, sei wichtig. \u201eAber die Umweltbildung dort, wo der Mensch lebt und sich seinen Kulturraum schafft, ist genauso wichtig. Der Mensch in seinem Kulturraum \u2013 das ist die \u00dcbersetzung von Biosph\u00e4renreservat\u201c, meinte der Landrat. Daher sei es auch die erkl\u00e4rte Absicht gewesen, das \u201eGr\u00fcne Klassenzimmer\u201c im besiedelten Raum anzusiedeln und nicht au\u00dferhalb.<\/p>\n<p>Die Idee der Umweltbildungsst\u00e4tte sei durch den Rh\u00f6n-Besuch der Mitglieder des Umweltausschusses im bayerischen Landtag 2007 ein entscheidendes St\u00fcck vorangekommen. \u201eEs gen\u00fcgt nicht, immer nur zu erz\u00e4hlen, wie toll unsere Kulturlandschaft ist. Die Menschen, die Entscheidungen treffen, m\u00fcssen sie sehen und erleben\u201c, erkl\u00e4rte Habermann. Letztlich habe Bayerns Umweltminister Markus S\u00f6der seinen Segen zum \u201eGr\u00fcnen Klassenzimmer\u201c in Oberelsbach nach einem Gespr\u00e4ch im Landratsamt Rh\u00f6n-Grabfeld im M\u00e4rz dieses Jahres erteilt.<\/p>\n<p>Die Entscheidung, einen Architektenwettbewerb f\u00fcr das \u201eGr\u00fcne Klassenzimmer\u201c auszurufen, sei eine gute Idee gewesen, sagte CSU-Landtagsabgeordneter Dr. Bernd Wei\u00df. Damit habe man Kreativit\u00e4t und eine Vielzahl von Ideen einbinden k\u00f6nnen. \u201eSolch ein Wettbewerb ist eine Chance, aus den guten Ideen diejenigen auszuw\u00e4hlen, die am meisten etwas f\u00fcr die Zielsetzung des ,Gr\u00fcnen Klassenzimmers\u00e2\u20ac\u02dc, das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n und den Markt Oberelsbach bringen\u201c, betonte Franz Bichlmeier. Mit dem Bau der Umweltbildungsst\u00e4tte erfolge keine neue Fl\u00e4chenversiegelung, sondern eine fl\u00e4chenschonende bauliche Entwicklung, weil es nicht au\u00dferhalb der Siedlungsstruktur geschehe. \u201eDas ,Gr\u00fcne Klassenzimmer\u00e2\u20ac\u02dc soll ein Erfolg f\u00fcr Oberelsbach, das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n und die ganze Region werden. Um das zu erreichen, werden wir seitens des Freistaates Bayern unseren Beitrag leisten\u201c, k\u00fcndigte Bichlmeier an.<\/p>\n<p>Bertram Eidel nannte die Preisverleihung zum Abschluss des Architektenwettbewerbs einen \u201ebesonderen Tag f\u00fcr den Markt Oberelsbach\u201c. Das \u201eGr\u00fcne Klassenzimmer\u201c selbst bezeichnete er als \u201eLeuchtturm-Projekt\u201c. \u201eDer Markt Oberelsbach ist der Bautr\u00e4ger, der Verein Naturpark &amp; Biosph\u00e4renreservat Bayerische Rh\u00f6n e.V. wird es mit Leben erf\u00fcllen und dabei die beiden Schullandheime Bauersberg und Th\u00fcringer H\u00fctte mit einbeziehen. Allein dieses Zusammenwirken ist ein Novum bei der Umweltbildung\u201c, sagte Eidel. Gleichzeitig \u00fcberreichte er den F\u00f6rderbescheid des Freistaats Bayern an Birgit Erb.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Oberelsbach. Der Architektenwettbewerb zum Bau eines \u201eGr\u00fcnen Klassenzimmers\u201c in Oberelsbach, also einer Umweltbildungsst\u00e4tte f\u00fcr das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n, ist abgeschlossen. Sieger ist das B\u00fcro Kammerer Architektur, Stadtplanung, Gestaltung aus Stuttgart. Die Gemeinde Oberelsbach wird vermutlich noch in dieser Woche die Bietergespr\u00e4che mit allen vier geehrten Architekten f\u00fchren. \u201eDie Zeit dr\u00e4ngt, denn wir m\u00fcssen am 1. 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