{"id":44500,"date":"2009-11-10T06:10:27","date_gmt":"2009-11-10T05:10:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=44500"},"modified":"2009-11-09T14:29:34","modified_gmt":"2009-11-09T13:29:34","slug":"6-fuldaer-zukunftssalon-mit-prof-gerald-huether-zum-thema-baustelle-gehirn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=44500","title":{"rendered":"6. Fuldaer Zukunftssalon mit Prof. Gerald H\u00fcther zum Thema \u201eBaustelle Gehirn\u201c:"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda. <\/strong>\u201eDas Gehirn wird so wie man es benutzt\u201c \u2013 das war eine der zentralen Aussagen von Prof. Gerald H\u00fcther, der beim 6. Fuldaer Zukunftssalon zum Thema \u201eBaustelle Gehirn \u2013 was wir sind und was wir sein k\u00f6nnten\u201c referierte. Der Neurobiologe und Leiter der Zentralstelle f\u00fcr Neurobiologische Pr\u00e4ventionsforschung der Psychiatrischen Klinik der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen und des Instituts f\u00fcr Public Health der Universit\u00e4t Mannheim-Heidelberg informierte die Zuh\u00f6rer im ausverkauften Schlosstheater \u00fcber die neuesten Erkenntnisse der Hirnforschung. F\u00fcr die musikalische Untermalung der Veranstaltung, die von der Stadt Fulda in Zusammenarbeit mit der Hochschule Fulda vorbereitet wurde, sorgte Frank Tischer am Fl\u00fcgel.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091109_Schlosstheater_002.jpg\"><img decoding=\"async\" title=\"091109_Schlosstheater_002\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091109_Schlosstheater_002-265x176.jpg\" alt=\"091109_Schlosstheater_002\" width=\"265\" height=\"176\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091109_Schlosstheater_003.jpg\"><img decoding=\"async\" title=\"091109_Schlosstheater_003\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091109_Schlosstheater_003-265x176.jpg\" alt=\"091109_Schlosstheater_003\" width=\"265\" height=\"176\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091109_Schlosstheater_001.jpg\"><img decoding=\"async\" title=\"091109_Schlosstheater_001\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091109_Schlosstheater_001-265x176.jpg\" alt=\"091109_Schlosstheater_001\" width=\"265\" height=\"176\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091109_Schlosstheater_004.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"091109_Schlosstheater_004\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091109_Schlosstheater_004-265x176.jpg\" alt=\"091109_Schlosstheater_004\" width=\"265\" height=\"176\" \/><\/a><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Begeisterungsst\u00fcrme<\/strong><\/p>\n<p>Mit zahlreichen Beispielen verdeutlichte Prof. H\u00fcther sehr anschaulich und auf unterhaltsame Weise, wie die Menschen ihre Potentiale zur vollen Entfaltung bringen k\u00f6nnen und was sie daran hindert. So werden unterschiedliche Netzwerke im Gehirn erst dann aktiviert, wenn man von den festen Vorstellungen abweicht und nicht mehr nur das wahrnimmt, was man sehen m\u00f6chte. Im Mittelpunkt steht dabei die Begeisterung: Denn nur wenn der Mensch von etwas ber\u00fchrt ist, springen bestimmte Systeme in den emotionalen Zentren des Hirns an. Diese Aussch\u00fcttung von neuroplastischen Botenstoffen bewirkt dann, dass man diese Sache noch besser kann. \u201eDas Hirn ist kein Muskel, wenn etwas h\u00e4ngen bleiben soll, muss es unter die Haut gehen\u201c, so fasste der Neurobiologe dies zusammen. Da Kinder am Tag zahlreiche Begeisterungsst\u00fcrme haben, entstehen viele Vernetzungen. Das Problem dabei sei, \u201edass wir uns im Laufe des Lebens immer weniger begeistern lassen\u201c. Unserer Gesellschaft fehle die Begeisterung, Offenheit und Neugierde, so Prof. H\u00fcther. Hirntechnisch gesehen k\u00f6nnte somit zum Beispiel auch noch ein 85-J\u00e4hriger Chinesisch lernen, wenn er sich daf\u00fcr begeistern w\u00fcrde.<\/p>\n<p><strong>Erfahrungen strukturieren das Gehirn<\/strong><\/p>\n<p>Die Neurobiologie habe au\u00dferdem gezeigt, dass die Intelligenz nicht durch die Gene festgelegt sei. Das Hirn enthalte somit anfangs mehr Nervenzellen als man brauche, so dass sich bei jedem Menschen ein bestimmtes Muster herausbilde. Es entwickeln sich also diejenigen F\u00e4higkeiten, die man in der jeweiligen Kultur ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>\u201eAmazonasindianer k\u00f6nnen 120 verschiedene Arten der Farbe Gr\u00fcn unterscheiden \u2013 wenn das f\u00fcr uns relevant w\u00e4re, k\u00f6nnten wir das auch\u201c, erl\u00e4uterte Prof. H\u00fcther. An dieser Stelle setzt auch wieder die Begeisterung an: Da sich jeder f\u00fcr etwas anderes begeistert, haben die Menschen unterschiedliche Gehirne. Dabei stehen nicht die Wissensaneignung, sondern die gesammelten Erfahrungen im Vordergrund. Denn anhand dieser Erfahrungen, die individuell unterschiedlich sind und in Beziehung zu anderen Menschen entstehen, strukturiert sich das Gehirn. Der Neurobiologe wies dabei darauf hin, dass die Erwachsenen bestimmen, welche Erfahrungen die Kinder machen k\u00f6nnen. Diejenigen Gef\u00fchle, die bei einer Handlung gleichzeitig aktiviert worden sind, sind ein Leben lang im Gehirn miteinander gekoppelt. Daher sollte die Lerninhalte bei Kindern auch ein positives Gef\u00fchl ausl\u00f6sen, um im Gehirn verankert zu werden.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>\u201eEinladen, ermutigen und inspirieren\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Prof. H\u00fcther stellte heraus, dass Einstellungen durch Erfahrungen entstehen und deshalb nicht durch emotionale (Bitten) oder kognitive Strategien (Belehrungen) ge\u00e4ndert werden k\u00f6nnen. Ausschlie\u00dflich aus neuen Erfahrungen k\u00f6nnen neue Haltungen entstehen. Prof. H\u00fcter sprach sich damit gegen einen autorit\u00e4ren Erziehungs- und F\u00fchrungsstil aus und warb f\u00fcr das so genannte \u201esupportive leadership\u201c. Dabei zeigt man den Menschen seine Unterst\u00fctzung, st\u00e4rkt dadurch deren Vertrauen in ihre eigenen F\u00e4higkeiten und vermittelt ihnen ein Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl. \u201eWenn man etwas ver\u00e4ndern will, muss man im eigenen Umfeld zum Potentialentfalter werden\u201c, erkl\u00e4rte der Neurobiologe und rief die Anwesenden nach einer Fragerunde dazu auf, andere Menschen einzuladen, zu ermutigen und zu inspirieren, neue Erfahrungen zu sammeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. \u201eDas Gehirn wird so wie man es benutzt\u201c \u2013 das war eine der zentralen Aussagen von Prof. Gerald H\u00fcther, der beim 6. 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