{"id":44364,"date":"2009-11-07T05:30:16","date_gmt":"2009-11-07T04:30:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=44364"},"modified":"2009-11-07T07:10:34","modified_gmt":"2009-11-07T06:10:34","slug":"delegation-der-mtc-san-marcos-besuchte-kab-in-fulda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=44364","title":{"rendered":"Delegation der MTC San Marcos besuchte KAB in Fulda"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091106_Besuch_003.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-44367\" title=\"091106_Besuch_003\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091106_Besuch_003-265x198.jpg\" alt=\"091106_Besuch_003\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091106_Besuch_003-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091106_Besuch_003.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Fulda. <\/strong>Zu einem Partnerschaftsbesuch hielt sich eine Delegation der Movimiento Trabajadores Campesinos (MTC) San Marcos, Guatemala bei der KAB in Fulda auf. Seit dem Jahr 2000 bestehen zwischen den beiden Verb\u00e4nden partnerschaftliche Verbindungen. Von gro\u00dfem Interesse waren bei dem Treffen die Entwicklung bestehender wie auch k\u00fcnftiger Projekte.<!--more--><\/p>\n<p>Genoveva Agustin Marroquin, stellvertretende Di\u00f6zesanvorsitzende der MTC und in dem Verband f\u00fcr Frauen und Jugendarbeit verantwortlich, berichtete eindrucksvoll \u00fcber die Stellung der Frauen in dem zentralamerikanischen Land. \u00dcber 1.000 ungekl\u00e4rter Morde an Frauen pro Jahr, Vergewaltigungen, K\u00f6rperverletzungen, Freiheitsberaubung und Verschleppung sprechen eine eigene Sprache. Einerseits der sozio-kulturelle Hintergrund, andererseits die politische Ausnutzung der Situation stellten sozialpolitisch und an Menschenrechten orientierte Gruppierungen vor gewaltige Aufgaben.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091106_Besuch_002.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-44366\" title=\"091106_Besuch_002\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091106_Besuch_002-265x198.jpg\" alt=\"091106_Besuch_002\" width=\"265\" height=\"188\" \/><\/a> <a href=\"..\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091106_Besuch_001.jpg\"><img decoding=\"async\" title=\"091106_Besuch_001\" src=\"..\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091106_Besuch_001-265x188.jpg\" alt=\"091106_Besuch_001\" width=\"265\" height=\"188\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/091106_Besuch_002.jpg\"> <\/a><\/p>\n<p>So versuche die MTC den \u00fcberwiegend indigenen Frauen durch entsprechende Kurse handwerkliche Fertigkeiten zu vermitteln, die ihnen ein st\u00e4rkeres Selbstwertgef\u00fchl vermitteln sollen, andererseits aber auch zu einem kleinen Nebenerwerb f\u00fchren k\u00f6nnen. \u201eWichtig ist aber auch die Arbeit mit Jugendlichen, die es in der Hand haben, eine neue Gesellschaft zu entwickeln\u201c so Genoveva Agustin.<\/p>\n<p>Diese Aufgabe gestaltet sich um so schwieriger, blickt man auf die Verh\u00e4ltnisse in Guatemala. Angesichts des herrschenden Analphabetismus von \u00fcber 70 % der indigenen Bev\u00f6lkerung, 50 % der Bev\u00f6lkerung z\u00e4hlen zu den Armen und der damit verbundenen Perspektivlosigkeit versucht der Verband Jugendlichen zu animieren, sich zu engagieren. Probleme ergeben sich dabei aber ganz deutlich daraus, dass viele Jugendliche ihre Zukunft au\u00dferhalb Guatemalas sehen. Die USA und Canada sind dabei ebenso Ziel wie das mittelamerikanische Costa Rica, das, rein wirtschaftlich betrachtet, ein bl\u00fchendes Land ist.<\/p>\n<p>Zur Jahreswende werde, um diesen Aufgaben besser gerecht zu werden, ein Bildungszentrum in Comitancillo im Hochland der Di\u00f6zeses San Marcos in Betrieb genommen. Mit Mitteln einer mit der KAB in Deutschland befreundeten Organisation wurde dies errichtet und werde im Beisein einer Delegation der KAB Fulda Ende Februar 2010 von Bischof Alvaro Ramazzini eingeweiht. Kurse in indigener T\u00f6pferkunst und Textilverarbeitung sind neben theoretischen Kursen f\u00fcr den ersten Abschnitt geplant.<\/p>\n<p>Juan Jos\u00e9 Monterosso informierte ausf\u00fchrlich \u00fcber die Aktivit\u00e4ten der MTC zugunsten von Landarbeiterfamilien in Notlagen. So konnten in den letzten vier Jahren \u00fcber 200 Familien (bei im Schnitt mehr als 6 Kindern pro Paar, sind dies \u00fcber 1200 Personen) zu ihrem Recht verholfen werden. In vielen F\u00e4llen wurden L\u00f6hne nachgezahlt oder aber bestehende Forderungen mit Landzuweisungen ausgeglichen. Ausstehende L\u00f6hne, teilweise von bis zu 24 Monaten von den Gro\u00dfgrundbesitzern vorenthalten, wie auch oft Verlust ihrer Arbeit auf den Kaffeefincas f\u00fchrten zu teilweise jahrelangen Verfahren auf dem Klageweg vor den Gerichten, bei denen die MTC diese Menschen menschlich wie juristisch begleitet.<\/p>\n<p>Hintergrund der Misere ist die seit \u00fcber 15 Jahren herrschenden Kaffeekrise im Norden Guatemalas \u201eDiese Familien haben meistens nicht nur ihre Arbeit verloren, sondern sie wurden auch gleichzeitig aus ihren H\u00fctten, die auf dem Gel\u00e4nde der Gro\u00dfgrundbesitzer liegen, vertrieben. Wegbrechende medizinische Versorgung, mangelnde M\u00f6glichkeiten zum Schulbesuch der Kinder sind zwangsweise Folgeerscheinungen\u201c berichtete der engagierte MTC\u00c2\u00b4ler und zeigt sich dankbar, dass die MTC in diesem Projekt seit Jahren gro\u00dfe Unterst\u00fctzung seitens der KAB Di\u00f6zesanverb\u00e4nde Fulda und K\u00f6ln, dem Weltnotwerk der KAB und Misereor erh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Neben zwei Begegnungsabenden mit Mitgliedern der KAB Bezirksverb\u00e4nde Main-Kinzig und Rh\u00f6n\/Vogelsberg kam es w\u00e4hrend dem Besuch in der Di\u00f6zese Fulda zu einem intensiven Gedankenaustausch mit Leiter des Referates \u201eMission, Entwicklung, Frieden\u201c im Bisch\u00f6flichen Generalvikariat Fulda, Pr\u00e4lat Dr. Lucian Lamza, der sich beeindruckt zeigte von dem was die MTC mit ihren Partner-KAB\u00c2\u00b4s mittlerweile erreicht hat. Von besonderem Interesse war bei diesem Gespr\u00e4ch der steigende Zuspruch bei evangelikalen Sekten in Mittelamerika. Mit kurzfristigen materiellen Unterst\u00fctzungen und suggestiver Einflussnahme zerst\u00f6ren diese h\u00e4ufig bewusst auf Nachhaltigkeit angelegte Entwicklungsprozesse in Guatemala.<\/p>\n<p>Der Besuch des landwirtschaftlichen Ausbildungsbetriebs Eichhof des Landes Hessen in Bad Hersfeld wie auch der anschlie\u00dfende Besuch des Bio-Bauernhofs \u201eRh\u00f6nhof\u201c Henkel in Mahlerts vermittelte den Besuchern neue Eindr\u00fccke moderner Landwirtschaft. \u201eF\u00fcr unser \u00fcberwiegend landwirtschaftlich gepr\u00e4gtes Land Guatemala sind neue Ideen wichtig\u201c \u00e4u\u00dferte sich Juan Jos\u00e9 Monterroso, der in San Marcos auch die Finca Buenos Aires in landwirtschaftlichen wie genossenschaftlichen Fragen ber\u00e4t. Von dieser Finca bezieht das Solidarit\u00e4tswerk der KAB Fulda die H\u00e4lfte des organisch angebauten und fair gehandelten Kaffee\u00c2\u00b4s Nueva Armonia.<\/p>\n<p>Vor dem Besuch in Fulda nahmen die beiden Vertreter der MTC am Treffen der Weltbewegung christlicher Arbeitnehmerorganisationen (WBCA) in Nantes teil. Schon vor 5 Jahren hatte die KAB Fulda die Teilnahme einer guatemaltekischen Delegation an dem Treffen in Quebec finanziert. Damals war die MTC San Marcos als assoziiertes Mitglied in die WBCA aufgenommen worden. In diesem Jahr nunmehr wurden sie Vollmitglied der \u00fcber 70 Organisationen umfassenden und auf 4 Kontinenten vertretenen Bewegung. Von Fulda aus besuchten Monterroso und Agustin noch den KAB Di\u00f6zesanverband K\u00f6ln, bevor sie den R\u00fcckflug antraten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. 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