{"id":43766,"date":"2009-11-02T06:59:56","date_gmt":"2009-11-02T05:59:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=43766"},"modified":"2009-11-03T07:00:05","modified_gmt":"2009-11-03T06:00:05","slug":"botin-des-glaubens-und-spiegel-des-bistums-pontifikalamt-und-festakt-zum-125-jubilaeum-der-kirchenzeitung-bonifatiusbote","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=43766","title":{"rendered":"Botin des Glaubens und Spiegel des Bistums &#8211; Pontifikalamt und Festakt zum 125. Jubil\u00e4um der Kirchenzeitung \u201eBonifatiusbote\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda (bpf). <\/strong>\u201eDa\u00df unsere Kirchenzeitung \u00fcber f\u00fcnf Generationen Botin des Glaubens war, ist ein gro\u00dfes Geschenk an unser Bistum Fulda, und da\u00df der Bonifatiusbote als Spiegel von Glauben und Leben in unserem Bistum sowie als Impulsgeber Zukunft haben wird, steht au\u00dfer Zweifel!\u201c Dies hob Bischof Heinz Josef Algermissen j\u00fcngst in Fulda hervor. In einem Pontifikalamt in der Stadtpfarrkirche St. Blasius zu Fulda betonte der Oberhirte, da\u00df ein verantwortlicher Journalismus Fingerspitzengef\u00fchl und Diskretion verlange und wisse, wann die W\u00fcrde des Menschen bedroht und eine Schamgrenze anzuerkennen sei. Eine Kirchenzeitung m\u00fcsse einen festen Standpunkt haben und auch angesichts moderner Trends Orientierung geben. Des weiteren komme dem Bonifatiusboten auch die Verk\u00fcndigung des Glaubens zu, nicht zuletzt wegen der durch den Namen gegebenen Verpflichtung gegen\u00fcber dem heiligen Bistumspatron, so der Bischof in seiner Predigt. \u201eEine Entscheidung f\u00fcr Gott und gegen die G\u00f6tzen unserer Zeit ist auch heute eine Entscheidung gegen den Trend.\u201c Den Redakteuren des Bonifatiusboten, allen voran der Fuldaer Bistumsredaktion mit Dietmar Kuschel, Hans-Joachim Stoehr und Evelyn Schwab, dankte Algermissen daf\u00fcr, da\u00df sie \u201evor der \u00d6ffentlichkeit R\u00fcckgrat zeigen\u201c.<!--more--><br \/>\n<strong><br \/>\n\u201eGute Mischung\u201c aus \u00fcberregionaler und di\u00f6zesaner Berichterstattung<\/strong><\/p>\n<p>Beim anschlie\u00dfenden Festakt im Auditorium maximum der Theologischen Fakult\u00e4t Fulda konnte Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke rund 100 G\u00e4ste aus Kirche, Kultur und Gesellschaft sowie Verlag, Redaktion und Leserschaft willkommen hei\u00dfen. \u201eEs ist sicher nicht leicht, den unterschiedlichen Erwartungen, die die Leser an die Bistumszeitung haben, zu entsprechen\u201c, betonte der Generalvikar. \u201eEine gute Mischung von \u00fcberregionalen und di\u00f6zesanen Berichten zu finden, eine Vielfalt zu bieten und dabei das eigene Profil nicht zu verlieren, ist eine w\u00f6chentliche Herausforderung.\u201c Daf\u00fcr sprach Prof. Stanke den Redakteuren und Mitarbeiterinnen der Kirchenzeitung seinen Dank aus. Sodann stimmte er die G\u00e4ste mit der Verlesung eines Auszugs aus der ersten Probenummer des Bonifatiusboten vom 15. Juni 1884 auf den Festvortrag des Fuldaer Kirchenhistorikers Domdechant Prof. Dr. Werner Kathrein ein.<\/p>\n<p><strong>Charismatische Gr\u00fcndergestalt<\/strong><\/p>\n<p>In seinen \u201eAnmerkungen zur Gr\u00fcndung und zu den Schicksalen des Bonifatiusboten in seinen ersten 100 Jahren\u201c legte Prof. Kathrein in \u00fcberaus unterhaltsamer Weise dar, da\u00df der Bonifatiusbote in dieser Zeit ein \u201en\u00fctzliches Instrument\u201c der Kirche gewesen sei, was er ihm auch f\u00fcr die Zukunft w\u00fcnsche. In seinem Vortrag beleuchtete Kathrein die Person und das Wirken des Fuldaer Dompr\u00e4bendaten Andreas Schick (+1898), der Gr\u00fcndergestalt des Bonifatiusboten. Der aus Erfurtshausen bei Am\u00f6neburg in Oberhessen stammende Priester, der mit dem hl. Pfarrer von Ars verglichen werden k\u00f6nne, entfaltete laut Prof. Kathrein eine intensive T\u00e4tigkeit als Bischofssekret\u00e4r, Lehrer am Unteren Klerikalseminar, Subregens und Beichtvater und erfuhr die H\u00e4rten des Kulturkampfes. Nach dessen Ende war er an der Gr\u00fcndung zahlreicher kirchlicher Vereine beteiligt. Aus seiner Sorge um den Priesternachwuchs rief er den Bonifatiusboten als di\u00f6zesane Wochenzeitung ins Leben und gab dem 1884 erstmals erscheinenden Blatt in Inhalt und Gestaltung eine Struktur, die bis zum Verbot durch die Nationalsozialisten 1939 Bestand haben sollte. Themen waren etwa die Sonntagsauslegung, das Kirchenjahr, Kommentare zu kirchlichen Verlautbarungen, Lebenserfahrung, Praktisches, kirchliches Leben und Erz\u00e4hlungen oder auch Lourdes-Wallfahrten. Mit der Begr\u00fcndung des Josefspfennigs, der in seiner Zeit 300.000 Mark einbrachte, verbunden mit der namentlichen Auff\u00fchrung der Spender im Bonifatiusboten, stellte Schick die Priesterausbildung sicher. \u201eDer preu\u00dfische Staat und Bismarck waren f\u00fcr ihn der Inbegriff eines kirchenfeindlichen Regiments\u201c, res\u00fcmierte Prof. Kathrein die politische Haltung des ultramontan gesinnten Begr\u00fcnders des Bonifatiusboten, der in seiner Zeit eine Auflage von \u00fcber 20.000 Exemplaren erreichte.<\/p>\n<p><strong>Der Bonifatiusbote in schwerer Zeit<\/strong><\/p>\n<p>Die Fuldaer Kirchenzeitung hatte sich in Kaiserreich und Weimarer Republik zu einem Sprachrohr der katholischen Zentrumspartei entwickelt, f\u00fchrte der Fuldaer Kirchenhistoriker weiter aus. So appellierte die Zeitung noch im Fr\u00fchjahr 1933 an die Katholiken, nicht die nationalen Parteien zu w\u00e4hlen, stellte sich aber im Laufe des Jahres positiver zu den neuen Machthabern und schlug manchmal auch nationale T\u00f6ne an, worin sich ihre \u00dcberforderung zeigte. \u201eNationalsozialistische Ideologien werden aber auch dann noch im Bonifatiusboten abgelehnt, und vor allem findet sich keinerlei Antisemitismus darin\u201c, unterstrich Kathrein. Beispielsweise brachte der Bonifatiusbote 1934 die Anzeige eines j\u00fcdischen Inserenten, was heftigste Reaktionen der nationalsozialistischen Presse zur Folge hatte. Der damalige Chefredakteur Dr. Franz Gro\u00df, der in einem schwierigen Spagat letzte Freir\u00e4ume zu bewahren suchte, wurde selbst mehrfach verhaftet. Vor dem Verbot durch das Regime im Jahre 1939 hatte der Bonifatiusbote st\u00e4ndige wachsenden Abonnentenzahlen, worin sich zeige, da\u00df die Leser ihn als eine der letzten freien Zeitungen sch\u00e4tzten, betonte der Referent. Beim Neubeginn 1946 hatte die Kirchenzeitung dann eine Auflage von 35.000 St\u00fcck. Der zun\u00e4chst erwartete Aufschwung f\u00fcr die katholischen Kirchenzeitungen stellte sich aber in den n\u00e4chsten Jahren nicht ein, so da\u00df es 1972 und 1977 zur Fusion mit dem Limburger \u201eSonntag\u201c und dem Mainzer \u201eGlaube und Leben\u201c kam.<\/p>\n<p><strong>Verh\u00e4ltnis von Kirche und Medien<\/strong><\/p>\n<p>Einen weiteren Festvortrag mit dem Thema \u201eKirche und Medien \u2013 ein spannendes Verh\u00e4ltnis!?\u201c hielt der Chefredakteur der M\u00fcnchener Kirchenzeitung, Dr. Johannes Schie\u00dfl. Kirchenjournalisten bewegten sich seiner Meinung nach in zwei verschiedenen Welten, der der Kirche und der der Medien, und zwei unterschiedlichen Sprachen, was manchmal schwierig sei. Die Kirche m\u00fcsse aber, wie schon das Zweite Vatikanische Konzil forderte, die modernen Medien nutzen. Heutzutage finde die Kirche in den Medien durchaus Resonanz, vor allem im Printbereich und im Internet. Aufgabe einer Kirchenzeitung sei es heute, \u00fcber das Leben der Kirche von der einzelnen Gemeinde in der Di\u00f6zese bis hin zum Papst zu berichten, aber auch zu kommentieren, Lebenshilfe zu geben und Kultur und Soziales zu bringen. Dabei gehe es immer um eine \u201equalit\u00e4tvolle und kontinuierliche Information \u00fcber Kirche\u201c, so Schie\u00dfl.<\/p>\n<p>In seinem Schlu\u00dfwort dankte der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Gesellschaft f\u00fcr kirchliche Publizistik, zu der der Bonifatiusbote geh\u00f6rt, Dr. Hans-Paul Kaus, Bischof Algermissen f\u00fcr seine Unterst\u00fctzung sowie allen an der Vorbereitung und Durchf\u00fchrung des Festaktes Beteiligten f\u00fcr ihren Beitrag. Der Festakt wurde musikalisch gestaltet von Andreas Feldmann (Violine) und David Andruss (Klavier), die meisterhaft anspruchsvolle St\u00fccke von W. A. Mozart (\u201eAllegro con spirito\u201c), J. Brahms (\u201eVivace ma non troppo\u201c), G. Gershwin\/J. Heifetz (\u201eIt Ain\u00e2\u20ac\u2122t Necessarily So\u201c) und M. Ravel (\u201eTzigane\u201c) interpretierten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda (bpf). \u201eDa\u00df unsere Kirchenzeitung \u00fcber f\u00fcnf Generationen Botin des Glaubens war, ist ein gro\u00dfes Geschenk an unser Bistum Fulda, und da\u00df der Bonifatiusbote als Spiegel von Glauben und Leben in unserem Bistum sowie als Impulsgeber Zukunft haben wird, steht au\u00dfer Zweifel!\u201c Dies hob Bischof Heinz Josef Algermissen j\u00fcngst in Fulda hervor. 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