{"id":42990,"date":"2009-10-26T05:34:28","date_gmt":"2009-10-26T04:34:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=42990"},"modified":"2009-10-25T19:34:42","modified_gmt":"2009-10-25T18:34:42","slug":"grosse-symphonische-musik-der-franzoesischen-spaetromantik-im-fuldaer-dom-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=42990","title":{"rendered":"Gro\u00dfe symphonische Musik der franz\u00f6sischen Sp\u00e4tromantik im Fuldaer Dom"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/091023_Dom.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-42993\" title=\"091023_Dom\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/091023_Dom-265x261.jpg\" alt=\"091023_Dom\" width=\"265\" height=\"261\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/091023_Dom-265x261.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/091023_Dom.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Fulda. <\/strong>Eine ganz besondere Einmaligkeit bieten die Gesangssolisten (Sopran: Andrea Bogner, Alt: Christiane Bassek, Tenor: Antonio Amad\u00e9 Badinski und Bass: Thilo Dahlmann), das G\u00f6ttinger Symphonie Orchester und die Ch\u00f6re am Fuldaer Dom in diesem Herbst mit dem Konzertprogramm \u201eDE PROFUNDIS\u201c unter der Gesamtleitung von Dompellmeister Franz-Peter Huber. Drei sehr unterschiedliche, in ihrem franz\u00f6sischen sp\u00e4tromantischen Stil aber auch sich sehr \u00e4hnelnde Kompositionen haben als Textgrundlage den 130. Psalm in franz\u00f6sischer oder lateinischer Sprache. \u201eDe profundis\u201c ist der Anfang des oft vertonten 130. Psalms \u201eAus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir\u201c. Dieser Psalm ist eines der traditionellen Totengebete der katholischen Kirche.<!--more--><\/p>\n<p>Der Komponist Marcel Dupr\u00e9 komponierte diesen bekannten Bu\u00dfpsalm f\u00fcr Solisten, Chor und Orchester (Orgel) im Jahr 1916 nach eigenen grausamen Erfahrungen im Ersten Weltkrieg: \u201eF\u00fcr die Soldaten, die f\u00fcr das Vaterland gefallen sind\u201c. Mit tiefer seelischer Ber\u00fchrung, aufschreiend, verzweifelnd, suchend, tr\u00f6stend deutet Dupr\u00e9 die einzelnen Psalminhalte aus.<\/p>\n<p>Ganz \u00e4hnlich der bretonische Komponist Joseph-Guy Ropartz, der den 130. Psalm im Jahr 1941 mit gro\u00dfer innerer Intensit\u00e4t vertonte. Dieses Werk f\u00fcr Bass-Solo, Chor und Orchester (Orgel) erfuhr seine Urauff\u00fchrung 1943 in einem Vespergottesdienst f\u00fcr die Kriegstoten des Zweiten Weltkrieges. Auch Ropartz will seine Musik, \u201edie von Herzen kommt und zu Herzen geht\u201c, als Trostmusik f\u00fcr die Trauernden verstanden wissen. Dupr\u00e9 und Ropartz lassen ihre Psalmkompositionen in die Requiem-Bitte \u201e Gib ihnen die ewige Ruhe, und lass ihnen leuchten das ewige Licht\u201c einm\u00fcnden.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Dupr\u00e9 die urspr\u00fcngliche Begleitung nur durch die Orgel (hier zeigt sich, dass er von Haus der Orgelvirtuose ist) sp\u00e4ter auch f\u00fcr Orchester bearbeitet, w\u00e4hlt Ropartz den umgekehrten Weg: Seine Erstfassung f\u00fcr begleitendes Orchester liegt auch in einer von ihm autorisierten\u00c2\u00a0 Fassung f\u00fcr Orgel und Chor vor.<\/p>\n<p>In dem Herbstkonzert wird die \u201eDe profundis\u201c \u2013 Komposition der 24j\u00e4hrigen Lili Boulanger, die 1918 in Paris an chronischer Bronchialpneumonie starb, besondere Aufmerksamkeit finden. Die junge Komponistin war unter den franz\u00f6sischen Komponisten der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert eine anerkannte und vielfach ausgezeichnete Pers\u00f6nlichkeit. Ihre bedeutendste Komposition ist der 130. Psalm.<\/p>\n<p>Ein Werk von herausfordernder Dramatik, voller Leidenschaftlichkeit und Kraft. Die l\u00e4ngste Zeit ihres jungen Lebens k\u00e4mpfte Lili Boulanger gegen ihre schwere Erkrankung. Ihre Psalmvertonung bringt ihr eigenes Leid, ihre \u00c4ngste und Hoffnungslosigkeit im Angesicht des Todes in T\u00f6ne, in sich aufb\u00e4umende und verzweifelte Kl\u00e4nge. Doch auch hier wie bei Dupr\u00e9 und Ropartz: Der Schluss ihrer Psalmvertonung m\u00fcndet voller Ruhe in vorsichtige Hoffnungsschimmer. Eine lichtvolle Harmonik erklingt.<\/p>\n<p>In dem Konzert am Samstag, 14.11.2009, 19.00 Uhr, im Hohen Dom zu Fulda werden alle drei Kompositionen in der Fassung f\u00fcr Solisten, Orchester und Chor aufgef\u00fchrt. Die tiefe Empfindsamkeit dieser drei Werke zwischen innigem Charakter und monumentalen Klangbereichen wird alle Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rer intensiv ansprechen und spontan in Bann ziehen.<\/p>\n<p>Karten sind im Sekretariat der Ch\u00f6re am Fuldaer Dom, Eduard-Schick-Platz 3, Tel.: 0661\/87-390, e-mail: choere-am-dom@bistum-fulda.de , in der Gesch\u00e4ftsstelle der Fuldaer Zeitung, Peterstor 18 und in der Buchhandlung am Dom, Domdechanei 2 zum Preis von 7 bis 18 \u00e2\u201a\u00ac (je nach Kategorie) erh\u00e4ltlich!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Eine ganz besondere Einmaligkeit bieten die Gesangssolisten (Sopran: Andrea Bogner, Alt: Christiane Bassek, Tenor: Antonio Amad\u00e9 Badinski und Bass: Thilo Dahlmann), das G\u00f6ttinger Symphonie Orchester und die Ch\u00f6re am Fuldaer Dom in diesem Herbst mit dem Konzertprogramm \u201eDE PROFUNDIS\u201c unter der Gesamtleitung von Dompellmeister Franz-Peter Huber. 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