{"id":4235,"date":"2007-07-16T03:40:05","date_gmt":"2007-07-16T01:40:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=4235"},"modified":"2007-12-18T17:17:38","modified_gmt":"2007-12-18T16:17:38","slug":"prinzip-von-geben-und-nehmen-omas-und-opas-auf-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=4235","title":{"rendered":"Prinzip von Geben und Nehmen &#8211; Omas und Opas auf Zeit"},"content":{"rendered":"<p><strong><a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/07\/070715_leihoma.jpg\" title=\"070715_leihoma.jpg\"><img decoding=\"async\" align=\"left\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/07\/070715_leihoma.thumbnail.jpg\" hspace=\"5\" alt=\"070715_leihoma.jpg\" \/><\/a>Familie.<\/strong> Mit Oma und Opa an den Baggersee, auf den Spielplatz oder in den Zoo: Gro\u00dfeltern sind\u00c2\u00a0 f\u00fcr\u00c2\u00a0 Kinder unverzichtbar und f\u00fcr viele Eltern unersetzlich. Doch dass Jung und Alt unter einem Dach oder an einem Ort zusammen leben, ist nicht mehr selbstverst\u00e4ndlich. Im Gegenteil: Ein Gro\u00dfteil der Kinder muss aufgrund der berufsbedingten Mobilit\u00e4t der Eltern auf Oma und Opa verzichten.<\/p>\n<p><strong>Foto:<\/strong> Max Colin Heydenreich<\/p>\n<p><!--more-->In einigen gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten gibt es inzwischen Einrichtungen, die Senioren mit Familien in Kontakt bringen, die weit von den leiblichen Gro\u00dfeltern entfernt leben. Man findet sie unter dem Stichwort \u201eLeihoma-Agentur\u201c, \u201eLeihoma-Service\u201c oder \u201eLeihoma-B\u00f6rse\u201c. Obwohl die Idee von den \u201eGro\u00dfeltern auf Zeit\u201c nicht neu ist und sich andernorts bereits bew\u00e4hrt hat, gibt es im Raum Fulda bislang noch keine Vermittlungsstelle, die diesen Service anbietet.<\/p>\n<p>\u201eEin Hauptproblem ist, dass sich viele nichts unter einer Leihoma oder einem Leihopa vorstellen k\u00f6nnen\u201c, wei\u00df Prof. Dr. Ludwig Sp\u00e4tling, Direktor der Frauenklinik des Klinikums Fulda. Der Mediziner hat im Jahr 2001 die Deutsche Familienstiftung ins Leben gerufen und engagiert sich insbesondere f\u00fcr werdende und junge Familien.<\/p>\n<p>\u201eEine Leihoma ist weder Babysitter noch Haushaltshilfe, sondern bestenfalls ein weiteres Familienmitglied, das die Eltern entlastet und Freir\u00e4ume f\u00fcr das Paar schafft, damit es auch mal Zeit f\u00fcreinander hat\u201c, erkl\u00e4rt Sp\u00e4tling.\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>Die geliehenen Gro\u00dfeltern sollten Freude am Umgang mit Kindern haben und ganz praktische F\u00e4higkeiten mitbringen. Geschichten vorlesen, Bilder malen, spazieren gehen, Spaghetti kochen, Pl\u00e4tzchen backen oder bei den Hausaufgaben helfen \u2013 T\u00e4tigkeiten, die Omas und Opas eigentlich leicht von der Hand gehen. Doch f\u00fcr diese Dienstleistungen bekommen die Leihgro\u00dfeltern in der Regel kein Geld. Ehrenamtliches Engagement ist also gefragt.<\/p>\n<p>Darin scheint der Knackpunk zu liegen. Dass die Leihgro\u00dfeltern auf ehrenamtlicher Basis arbeiten, ist nach Meinung des Mediziners leichter umsetzbar als die Vermittlungsstelle ohne oder nur mit geringen finanziellen Mitteln zu betreiben. \u201eDie Initiatoren m\u00fcssten sich m\u00f6glicherweise \u00fcber Spenden der Eltern finanzieren.\u201c<\/p>\n<p>Dass der \u201eGro\u00dfeltern-Verleih\u201c auf ehrenamtlicher Basis funktionieren kann, beweist der Nachbarschaftsverein Fuldatal e.V. Seit zweieinhalb Jahren bringt der Verein in der nordhessischen Gemeinde Leihomas und -opas mit Familien zusammen, die Hilfe und Unterst\u00fctzung suchen. \u201eInzwischen \u00fcbersteigt die Nachfrage der Eltern sogar das Angebot an Senioren\u201c, berichtet Vereinsmitglied Petra Herbst.<\/p>\n<p>Wie die Vermittlungsarbeit konkret aussieht? Der Verein, der sich prim\u00e4r der Seniorenarbeit widmet, veranstaltet regelm\u00e4\u00dfig Spiel- und Gespr\u00e4chskreise, zu denen Eltern mit ihren\u00c2\u00a0 Kindern und potenzielle Leih-Gro\u00dfeltern eingeladen sind. Dabei k\u00f6nnen alle Beteiligten \u00fcber ihre Vorstellungen sprechen und testen, ob die Chemie stimmt. \u201eDer Verein\u201c, sagt Herbst, \u201eist in erster Linie Ansprechpartner bei Fragen oder Problemen. Der Rest l\u00e4uft es eigentlich von selbst.\u201c Eine Verg\u00fctung im herk\u00f6mmlichen Sinn gebe es nicht, aber das Prinzip von Geben und Nehmen habe sich bew\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Ob es in Fulda und Umgebung bald eine Leihoma-Agentur geben wird, bleibt abzuwarten. Zumindest darf man auf die Mehrgenerationenh\u00e4user gespannt sein, die Jung und Alt wieder n\u00e4her zusammenbringen wollen. Vielleicht finden Familien dort ihre Oma f\u00fcr alle F\u00e4lle und Senioren den Enkel nach Wunsch. (Dorit Heydenreich)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Familie. Mit Oma und Opa an den Baggersee, auf den Spielplatz oder in den Zoo: Gro\u00dfeltern sind\u00c2\u00a0 f\u00fcr\u00c2\u00a0 Kinder unverzichtbar und f\u00fcr viele Eltern unersetzlich. Doch dass Jung und Alt unter einem Dach oder an einem Ort zusammen leben, ist nicht mehr selbstverst\u00e4ndlich. 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