{"id":41844,"date":"2009-10-18T06:21:57","date_gmt":"2009-10-18T04:21:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=41844"},"modified":"2009-10-18T11:22:55","modified_gmt":"2009-10-18T09:22:55","slug":"als-vulkane-die-rhoen-beherrschten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=41844","title":{"rendered":"Als Vulkane die Rh\u00f6n beherrschten"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/091014_Dr.Peter_Rothe.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-41845\" title=\"091014_Dr.Peter_Rothe\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/091014_Dr.Peter_Rothe-265x374.jpg\" alt=\"091014_Dr.Peter_Rothe\" width=\"265\" height=\"374\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/091014_Dr.Peter_Rothe-265x374.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/091014_Dr.Peter_Rothe.jpg 399w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Rh\u00f6n. <\/strong>Auf Einladung der Biosph\u00e4renreservates Rh\u00f6n referierte Peter Rothe, emeritierter Geologie-Professor der Universit\u00e4t Mannheim, \u00fcber die vulkanische Vergangenheit der Rh\u00f6n in der Gastst\u00e4tte Hasenm\u00fchle in Tann. Rothe machte deutlich, dass nach j\u00fcngsten wis-senschaftlichen Untersuchungen in der Zeit vor 25 bis 15 Millionen Jahren gewaltige vulkanische Prozesse in der Rh\u00f6n stattfanden. Dabei legte er vor allem das Augenmerk auf die hessische Rh\u00f6n.\u00c2\u00a0 Heute besteht die Rh\u00f6n \u00fcberwiegend aus Vulkanruinen.<!--more--><\/p>\n<p>Das, was heute an vulkanischem Gestein z. B. im Kegelspiel zu sehen ist, ist meist unter der damaligen Erdoberfl\u00e4che abgek\u00fchlt und erst im Laufe der Jahrmillionen durch Erosion freigelegt worden. Eine Besonderheit stellen Wasserkuppe und die Lange Rh\u00f6n dar. Die Wasserkuppe ist kein Vulkan in der klassischen Kegelform. Dies liegt daran, dass hier extrem hei\u00dfe und d\u00fcnnfl\u00fcssige Laven aus einer Tiefe von etwa 100 km aus dem Erdinnern herausgef\u00f6rdert wurden und sich breitfl\u00e4chig verteilten.<\/p>\n<p>Dies geschah im Wechsel mit der Aussch\u00fcttung von Lockermaterial und Aschen, sodass heute noch ein treppenf\u00f6rmiger Aufbau der Wasserkuppe erkennbar ist. Von der gro\u00dfen Hitze, die bei der Entstehung der Wasserkuppe herrschte, zeugt das am Fliegerdenkmal zu findende Mineral Olivin im Basalt, das aus der Schmelze schon\u00c2\u00a0 bei 1700\u00c2\u00b0 C kristallisiert war. Heute ist die Wasserkuppe nur noch ein Erosionsrest eines weitl\u00e4ufigen Basaltausflusses, der sich m\u00f6glicherweise aus langen Spalten ergoss. Anders wird die Entstehung der Milseburg interpretiert.<\/p>\n<p>Zwar erinnert die Form an einen Vulkan, gleichwohl ist der heutige Berg nur der Erosionsrest aus der Wurzel eines Vulkans. Professor Rothe deutete an, dass die Milseburg im Zusammenhang mit einer Caldera stehen k\u00f6nnte, eines durch starke Explosionen entstandenen Vulkankraters. Als Belege verweist der Professor auf fest miteinander \u201everbackenes\u201c Gesteinsmaterial aus v\u00f6llig unterschiedlichen Erdzeitaltern und Tiefen, welches\u00c2\u00a0 durch eine au\u00dfergew\u00f6hnlich explosive vulkanische T\u00e4tigkeit an die Erdoberfl\u00e4che gef\u00f6rdert wurde.<\/p>\n<p>Auch die Ergebnisse von Kernbohrungen, die vom Hessischen Landesamt f\u00fcr Bodenforschung am Rande der Milseburg durchgef\u00fchrt wurden, dokumentieren eine explosive Rh\u00f6ner Vergangenheit: chaotisch durcheinander gew\u00fcrfelte Untergr\u00fcnde, Schuttstr\u00f6me, Ascheschichten und Schmelztuffe. Der Professor zieht zur Verdeutlichung den Vergleich mit der Eruption des Mount St. Helens 1980 in den USA, bei der nahezu der gesamte urspr\u00fcngliche Vulkankegel \u201eweggesprengt\u201c wurde.<\/p>\n<p>Die Entstehung der Steinwand f\u00fchrt der Geologe auf einen tektonischen Riss, wie die Rh\u00f6nlandschaft viele aufweist, zur\u00fcck. In diese Bruchspalte drang vor Jahrmillionen Lava, f\u00fcllte den Riss und das entsprechende Gestein wurde im Laufe der Zeit aus dem weicheren und \u00e4lteren Rahmengestein herausmodelliert. Otto Evers, Leiter der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservates, dankte Prof. Rothe f\u00fcr seine anschaulichen Ausf\u00fchrungen und verwies darauf, dass es gerade die vulkanische Vergangenheit der Rh\u00f6n ist, die heute die F\u00f6rderung von herausragen-dem Mineralwasser erst m\u00f6glich macht. F\u00fcr das Biosph\u00e4renreservat ist es L\u00e4nder \u00fcber-greifend ein wichtiges Ziel, die vielf\u00e4ltigen Zeugnisse der geologischen Vergangenheit im Projekt \u201eRh\u00f6ner Geologie\u201c in Wert zu setzen, zu dokumentieren und erlebbar zu ma-chen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rh\u00f6n. Auf Einladung der Biosph\u00e4renreservates Rh\u00f6n referierte Peter Rothe, emeritierter Geologie-Professor der Universit\u00e4t Mannheim, \u00fcber die vulkanische Vergangenheit der Rh\u00f6n in der Gastst\u00e4tte Hasenm\u00fchle in Tann. Rothe machte deutlich, dass nach j\u00fcngsten wis-senschaftlichen Untersuchungen in der Zeit vor 25 bis 15 Millionen Jahren gewaltige vulkanische Prozesse in der Rh\u00f6n stattfanden. 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