{"id":40464,"date":"2009-09-30T06:00:59","date_gmt":"2009-09-30T04:00:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=40464"},"modified":"2009-09-30T07:38:08","modified_gmt":"2009-09-30T05:38:08","slug":"orgelmatinee-im-fuldaer-dom-mit-michele-savino-am-10-oktober","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=40464","title":{"rendered":"Orgelmatinee im Fuldaer Dom mit Michele Savino am 10. Oktober"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/michele-savino.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-40465\" title=\"michele-savino\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/michele-savino-265x198.jpg\" alt=\"michele-savino\" hspace=\"5\" width=\"265\" height=\"198\" align=\"left\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/michele-savino-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/michele-savino.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><strong>Fulda. <\/strong>Das 19. Jahrhundert in Europa. Mit den Komponisten Saint-Sa\u00c3\u00abns, Bossi und Reger macht Michele Savino, ein in Freiburg lebender Italiener, am 10. Oktober, 12.05 Uhr, im Fuldaer Dom einen Streifzug durch Europa. Grandios, aber selten gespielt, steht am Ende des Programms Regers gro\u00dfe Fantasie \u201eStraf mich nicht in deinem Zorn\u201c. Wir bitten Sie, die Matinee anzuk\u00fcndigen und das Programm vorzustellen. Der Kostenbeitrag f\u00fcr die Orgelmatineen betr\u00e4gt 3,50 \u00e2\u201a\u00ac (erm\u00e4\u00dfigt 2,50 \u00e2\u201a\u00ac).<!--more--><\/p>\n<p><strong>Michele Savino<\/strong><\/p>\n<p>studierte Orgel und Komposition am Konservatorium \u201eDomenico Cimarosa\u201c in Avellino (Italien) bei Prof. Anna Favarolo. Sein Studium schloss er dort mit Auszeichnung ab. Nach einen 2-j\u00e4hrigen Fortbildung im Fach \u201eBarockrepertoire\u201c bei Francesco Di Lernia studiert Michele Savino seit Oktober 2005 an der Musikhochschule Freiburg bei Prof. Klemens Schnorr im Studiengang \u201eK\u00fcnstlerische Ausbildung\u201c. Abschluss im November-Dezember 2007 mit Note \u201esehr gut\u201c. Meisterkurse bei Paolo Crivellaro, Luigi Ferdinando Tagliavini, Jean Boyer, Johann Laukvik, Ludger Lohmann, Ton Koopmann erg\u00e4nzen seine bisherige Ausbildung. Mit dem Renaissance\u2013Ensemble \u201eI Musici della Principessa Costanza\u201c hat Michele Savino in vielen St\u00e4dten Italiens mehrfach konzertiert. Au\u00dferdem konzertiert Michele Savino mit diversen Solisten, Ch\u00f6ren und Orchestern. Nach mehrj\u00e4hriger Organistent\u00e4tigkeit in Italien ist er heute als Organist, Chorleiter und Kirchenmusik-Koordinator in der Seelesorgeeinheit Emmendingen-Teningen sowie als k\u00fcnstlerischer Leiter des Orgelzyklus \u201evespri d\u00c2\u00b4organo\u201c in St. Bonifatius Emmendingen t\u00e4tig.\u00c2\u00a0 Savino ist dritter Preistr\u00e4ger des XII. National Orgelwettbewerb \u201eCitt\u00c3\u00a0 di Viterbo\u201c (Italien).<\/p>\n<p><strong>Zu den Werken:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Camille Saint-Sa\u00c3\u00abns Improvisation VII op.109<\/strong><\/p>\n<p>Saint-Sa\u00c3\u00abns geh\u00f6rt zusammen mit Guilmant, Gigout und Widor, den Widmungstr\u00e4gern seiner P\u00e9ludes et Fugues op. 99, zu den wenigen Musikpers\u00f6nlichkeiten der Belle Epoque, die das Bach\u00e2\u20ac\u2122sche Orgelwerk nicht nur analytisch kannten, sondern auch selbst spielten und von ihren Sch\u00fclern spielen lie\u00dfen. In seiner Bewunderung f\u00fcr Haydn und Mozart wird er der Gruppe der Klassizisten zugerechnet, die eine Synthese von deutschen und franz\u00f6sischen Stilprinzipien verwirklichen. In seiner Kunstauffassung stand die Form an erster Stelle. Die Wertsch\u00e4tzung des emotionalen Ausdruckes war seiner Ansicht nach Sache des Kunstliebhabers, nicht aber Sache des K\u00fcnstlers. Der fr\u00fchreife Camille gab mit elf Jahren in Paris sein erstes Klavierkonzert. Nach drei Studienjahren am dortigen Konservatorium erhielt er 1851 in der Orgelklasse (Benoist) den ersten Preis. Kompositionen studierte er bei Elias Hal\u00e9vy. In seinem kompositorischem \u00c5\u2019uvre sind alle Gattungen seiner Zeit vertreten. Zu den beliebtesten Werken z\u00e4hlte der Karneval der Tiere (1886), den er selbst als musikalischen Scherz betrachtete und daher zu ver\u00f6ffentlichen zeitlebens ablehnte, so wie die f\u00fcr Orgel und Orchester geschriebene 3. Symphonie die irref\u00fchrend unter dem Namen Orgelsymphonie bekannt geworden ist.<\/p>\n<p><strong>Marco Enrico Bossi Stunde der Weihe op. 132 Nr. 4<\/strong><\/p>\n<p>Als Sohn eines Organisten kam Marco Enrico Bossi (1861 &#8211; 1925) bereits in fr\u00fchester Kindheit mit dem Instrument Orgel in Ber\u00fchrung. Ausgebildet an den Konservatorien von Bologna und Mailand trat er seine erste Stelle als Kapellmeister an der Kathedrale von Como an und war sp\u00e4ter neben seiner T\u00e4tigkeit als Kompositionslehrer und\u00c2\u00a0 Konservatoriumsdirektor in Neapel, Venedig und Rom als Konzertorganist auf Reisen. Neben Orgelmusik schuf er zahlreiche Opern, Orchester- und Chorwerke. Sein Scherzo g-Moll aus op. 49 ist gekennzeichnet durch die eing\u00e4ngige Melodik des Hauptthemas, das im weiteren Verlauf kontrapunktisch aufgespalten und verarbeitet wird. Ebenso charakteristisch f\u00fcr Bossis Kompositionsstil sind die expressive Dynamik mit zahlreichen Fortissimo-Ausbr\u00fcchen und eine farbige Harmonik.<\/p>\n<p><strong>Max Reger<\/strong><\/p>\n<p>Fantasie \u00fcber den Choral \u201eStraf\u00c2\u00b4 mich nicht in deinem Zorn\u201c. Gegens\u00e4tzlich wie schon das Zwillingspaar op. 27\/op. 30 sind auch die beiden Choralfantasien op. 40. Reger geht in &gt;&gt;Straf\u00e2\u20ac\u2122 mich nicht in deinem Zorn&lt;&lt; wiederum neue Wege; der geringe Bekanntheitsgrad der Melodie und der deutlich h\u00f6here Schwierigkeitsgrad haben Nr. 2, zu Unrecht hinter die &gt;&gt;Morgenstern-Fantasie&lt;&lt; zur\u00fccktreten lassen. Ein einziges Motiv h\u00e4lt das ganze St\u00fcck zusammen: jene e-Moll\/Es-Moll des ersten Taktes mitsamt der chromatischen Achtelgruppe. Seine Funktion ist zum einen motivischer Natur (Umkehrung und Verk\u00fcrzung der Achtel bereits im 2. Takt, weitere Modifikationen z. B. in T. 5ff., 40. 54ff., 71, mit jener &gt;&gt;Scharnier&lt;&lt; &#8211; Funktion, die in op. 30 das Fugatothema innehatte), zum anderen leitmotivisch \u2013 tonsymbolischer Art: Es steht textbezogen z. B. f\u00fcr Angst, Not oder Reue. Bezeichnenderweise taucht das Motiv nicht mehr auf, wenn in der 7. Strophe vom Lobpreis die Rede ist. Die erste Strophe, 5- bis 6-stimmig,\u00c2\u00a0 ist bereits recht unhandlich zu spielen, nicht nur wegen der Stimmkreuzungen ab T. 15. Auf unseren mechanischen, im Sinne klarer Strukturen konstruierten Orgeln klingt das alles zu deutlich; was Reger vorschwebte, war\u00c2\u00a0 eher das &gt;&gt;mystische Gebrodel&lt;&lt; einer pneumatischen Orgel mit entsprechender Disposition, deren diskant-betonte Intonation im \u00dcbrigen ein dynamisches Auf und Ab bewirkte, das mit einer chromatischer Kontrapunktik \u2013 so klingt es heute meistens \u2013 wenig zu tun hat. Mitrei\u00dfend ist der Kontrast zu Beginn der zweiten Strophe, die wie der turbulente H\u00f6hepunkt einer Passacaglia anhebt. In Passagen wie T. 37ff., also zwischen zwei Strophe schreibt Reger hier seine inspirierte Musik: Nicht mehr an den Cantus firmus gebunden, aber von ihm befl\u00fcgelt, &gt;&gt;improvisiert&lt;&lt; er mit bewundernswerten \u00dcberschwang. Dieser H\u00f6henflug wird zun\u00e4chst durch das &gt;&gt;Leitmotiv&lt;&lt; in T. 40 unterbrochen; man verfolgt aber seine Fortsetzung in den Takten 86ff., 91ff. (als Zeilenzwischenspiel), 97. usw. Zum Schluss hin &gt;&gt;ben\u00f6tigt&lt;&lt; Reger den Cantus firmus immer weniger. Anderseits bereiten diese Takte den Weg zum grandiosen Abschluss mit dem Zitat der letzten Choralzeile vor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Das 19. Jahrhundert in Europa. Mit den Komponisten Saint-Sa\u00c3\u00abns, Bossi und Reger macht Michele Savino, ein in Freiburg lebender Italiener, am 10. Oktober, 12.05 Uhr, im Fuldaer Dom einen Streifzug durch Europa. Grandios, aber selten gespielt, steht am Ende des Programms Regers gro\u00dfe Fantasie \u201eStraf mich nicht in deinem Zorn\u201c. 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