{"id":39978,"date":"2009-09-26T07:00:35","date_gmt":"2009-09-26T05:00:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=39978"},"modified":"2009-09-26T08:50:00","modified_gmt":"2009-09-26T06:50:00","slug":"30-fachleute-diskutierten-im-rahmen-von-hessencampus-ueber-neue-verlaessliche-bildungsstrukturen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=39978","title":{"rendered":"30 Fachleute diskutierten im Rahmen von HESSENCAMPUS \u00fcber neue verl\u00e4ssliche Bildungsstrukturen"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/090925_Professor.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-39979\" title=\"090925_Professor\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/090925_Professor-265x144.jpg\" alt=\"090925_Professor\" width=\"265\" height=\"144\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/090925_Professor-265x144.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/090925_Professor.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Vogelsbergkreis. <\/strong>Landrat Rudolf Marx und Bildungsfachleute waren sich w\u00e4hrend einer Tagung im Rahmen von \u201eHESSENCAMPUS Vogelsberg\u201c im Lauterbacher Kreishaus schnell einig: \u201eBildung ist \u2013 gerade im l\u00e4ndlichen Raum \u2013 ein Standortfaktor.\u201c Was das konkret bedeutet, wie und durch wen verl\u00e4ssliche, koordinierte, bezahlbare, transparente und gut zug\u00e4ngliche Bildungsangebote hergestellt oder auch nur erhalten werden k\u00f6nnen \u2013 das war die spannende Frage, der sich unter anderem der Stuttgarter Medien-Professor Dr. Richard Stang in seinem Vortrag widmete. Unabweisbar f\u00fcr den Kommunikationsexperten: \u201eUnser Land hat keine Rohstoffe. Wir k\u00f6nnen es uns gar nicht leisten, jemanden zur\u00fcck zu lassen. Wir m\u00fcssen jede Begabung und jedes Potenzial aussch\u00f6pfen.\u201c<!--more--><\/p>\n<p>\u201eNeue Lernstrukturen f\u00fcr die regionale Entwicklung\u201c \u2013 dies war das Motto der Arbeitstagung von HESSENCAMPUS Vogelsberg, zu der rund 30 Fachleute aus Politik, Bildung und Kultur \u2013 unter anderem Vertreter von St\u00e4dtischen B\u00fcchereien \u2013 in den Sitzungssaal des Landratsamts gekommen waren. Wissen, K\u00f6nnen und Bildung der Bev\u00f6lkerung \u2013 so Professor Stang \u2013 entscheiden \u00fcber das Wohlergehen des Landes und auch der jeweiligen Region. Einmal \u2013 in der Jugend \u2013 Wissen zu erwerben, reiche allerdings l\u00e4ngst nicht mehr aus. F\u00fcr jede und jeden stelle sich die Herausforderung und die Chance, lebenslang zu lernen. Dabei sei es wesentlich, dass jeder auf dem Niveau ankn\u00fcpfen k\u00f6nne, auf dem er sich jeweils befinde.<\/p>\n<p>Die besondere Herausforderung bestehe darin \u2013 und im l\u00e4ndlichen Raum insbesondere \u2013 Wissen und Begabungen auch dann zu sichern und zu mehren, wenn es erkennbar immer weniger junge Menschen gebe. Fr\u00fcher habe man sich \u201eauf den Generationenwechsel verlassen k\u00f6nnen\u201c. Aber nun f\u00fchrten die Geburtenzahlen dazu, dass die Bev\u00f6lkerung schwinde und gleichzeitig altere. Auf den Vogelsbergkreis treffe dies in besonderem Ma\u00dfe zu \u2013 umso wichtiger sei es, hier verl\u00e4ssliche und gut erreichbare Bildungschancen zu bieten. Dies sei ein Kernbereich Vogelsberger Demografiepolitik, f\u00fcgte VHS-Leiter Hans-G\u00fcnter Oer an.<\/p>\n<p>Rein technisches Wissen reicht nicht \u2013 es geht darum zu lernen, sich zu bilden. Neben rein technischem Wissen seien Orientierung und Verst\u00e4ndnis der Zusammenh\u00e4nge wichtig, um das Leben durch alle Ver\u00e4nderungen hindurch erfolgreich und gl\u00fccklich f\u00fchren zu k\u00f6nnen, aber auch um im Miteinander sozialen Zusammenhalt herzustellen. \u201eBiografische Gestaltungskompetenz\u201c und \u201eGesellschaftsf\u00e4higkeit\u201c hei\u00dfen die Fachbegriffe, hinter denen sich Wohl und Wehe verbergen. Es gehe darum zu lernen, sich zu bilden \u2013 es reiche nicht, von Zeit zu Zeit sein Wissen zu \u201eaktualisieren\u201c wie bei einem Computerprogramm.<\/p>\n<p>Professor Stang hob die \u201eRentabilit\u00e4t\u201c von Bildungsausgaben hervor. Ein investierter Euro bewirke volkswirtschaftlich das Sieben- bis Zehnfache. Bei der Bildung zu sparen, sei fatal. Der Anspruch, Bildung f\u00fcr alle erzielen zu wollen, d\u00fcrfe nicht aufgeben werden. So mache ihm der digitale Bruch in der Gesellschaft gro\u00dfe Sorgen: wer Abitur oder Hochschulabschluss habe, nutze zu \u00fcber 70 Prozent das Internet, w\u00e4hrend nur f\u00fcr 30 Prozent der Hauptschulabg\u00e4nger das Internet eine \u201eKulturtechnik\u201c sei. Aber nat\u00fcrlich reiche das Internet nicht, um den beschriebenen Bildungsanspruch zu erf\u00fcllen. Manchmal brauche es eben \u201ef\u00fchlbare Strukturen, am besten vor Ort\u201c und \u201erichtige Kommunikation\u201c, also Gespr\u00e4che und das Lernen im Austausch. Somit schaffe Bildung immer auch gesellschaftliche Integration als Zusatznutzen.<\/p>\n<p>Bildung, Kultur und Wirtschaft vernetzen &#8211; die Angebote des herk\u00f6mmlichen Bildungssystems seien dieser Aufgabe f\u00fcr die Zukunft nicht mehr hinreichend gewachsen und vor allem nicht flexibel genug, um schnell auf neue und individuelle Anforderungen einzugehen. Es komme darauf an, Bildung genau so zug\u00e4nglich zu machen, wie es die Bewohner einer Region brauchen. Bildung, Kultur und Wirtschaft sollten vernetzt werden, um flexibel den sich ver\u00e4ndernden Erfordernissen gerecht zu werden. Einrichtungen hingegen, die mit den Ver\u00e4nderungen nicht Schritt hielten und deren Angebote zu wenig Interesse f\u00e4nden, seien in ihrer Finanzierung und ihrem Bestand gef\u00e4hrdet. Ankn\u00fcpfend an die Regionalstudie \u201eVulkan aktiv\u201c der Vogelsberg-Consult GmbH aus dem Jahr 2007 entwarf Stang einen Reigen von Ideen, um eine spezifische \u201eBildungsregion Vogelsberg\u201c zu entwickeln.<\/p>\n<p>Drei Thesen standen am Schluss seines Referats: \u201eBildungsinfrastruktur ist bzw. wird ein zentraler Standortfaktor. Bei ihrer Gestaltung ist eine langfristige Perspektive f\u00fcr die Region zu ber\u00fccksichtigen. Entscheidend f\u00fcr den Erfolg ist der politische Wille.\u201c F\u00fcr die B\u00fcrger gut erreichbare Bildung braucht Koordination &#8211; ein Ergebnis der weiterf\u00fchrenden Beratungen an diesem Tage war sowohl f\u00fcr Schuldezernent Hanns Michael Diening und weitere Mitglieder des Kreisausschusses als auch f\u00fcr die Vertreter der Bildungseinrichtungen, dass der Vogelsberg eine koordinierende Stelle f\u00fcr Bildung einrichten m\u00fcsse, wenn eine langfristige und nachhaltige Planung der Angebote erreicht werden soll.<\/p>\n<p>Bestehende erfolgreiche Strukturen gelte es zu erhalten und weiter zu pflegen, f\u00fcr fehlende Angebote m\u00fcssten aber neue Strukturen geschaffen werden. \u201eHESSENCAMPUS Vogelsberg\u201c habe hier mit Bildungsberatung und der Entwicklung von Selbstlernzentren richtige Ans\u00e4tze geliefert, betonten der Leiter der Volkshochschule, Hans-G\u00fcnter Oer, und der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Vogelsberg Consult, Thomas Schaumberg. Vorhandene Strukturen nicht verlieren &#8211; beim n\u00f6tigen Ausbau von Angeboten d\u00fcrften seitherige verl\u00e4ssliche Einrichtungen, wie etwa B\u00fcchereien ihre Funktion nicht verlieren, unterstrich VHS-Chef Oer. Klar ist f\u00fcr ihn: \u201eIn modernen Lernzentren sind Schulen, Volkshochschule, Stadtb\u00fcchereien und Selbstlernzentren miteinander verbunden. Ohne Vernetzung ist das Lernen in der l\u00e4ndlichen Region weder gestaltbar noch finanzierbar.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Vogelsbergkreis. Landrat Rudolf Marx und Bildungsfachleute waren sich w\u00e4hrend einer Tagung im Rahmen von \u201eHESSENCAMPUS Vogelsberg\u201c im Lauterbacher Kreishaus schnell einig: \u201eBildung ist \u2013 gerade im l\u00e4ndlichen Raum \u2013 ein Standortfaktor.\u201c Was das konkret bedeutet, wie und durch wen verl\u00e4ssliche, koordinierte, bezahlbare, transparente und gut zug\u00e4ngliche Bildungsangebote hergestellt oder auch nur erhalten werden k\u00f6nnen \u2013 &hellip;<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,53],"tags":[],"class_list":["post-39978","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-startseite","category-bildung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39978","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=39978"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39978\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":40067,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/39978\/revisions\/40067"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=39978"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=39978"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=39978"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}