{"id":3982,"date":"2007-07-02T01:17:59","date_gmt":"2007-07-01T23:17:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=3982"},"modified":"2013-04-03T13:58:09","modified_gmt":"2013-04-03T13:58:09","slug":"mit-dem-magen-bypass-zum-wohlfuehlgewicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=3982","title":{"rendered":"Mit dem Magen-Bypass zum Wohlf\u00fchlgewicht"},"content":{"rendered":"<p><strong><a title=\"070702_magenbypass.jpg\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/07\/070702_magenbypass.jpg\" rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/07\/070702_magenbypass.thumbnail.jpg\" alt=\"070702_magenbypass.jpg\" align=\"left\" hspace=\"5\" \/><\/a>Niederkalbach.<\/strong> Ende M\u00e4rz dieses Jahres brachte Beate M\u00fcller aus Niederkalbach noch 154 Kilogramm auf die Waage. Heute ist sie 30 Kilogramm leichter. Nach unz\u00e4hligen Di\u00e4ten und Kuraufenthalten war f\u00fcr die 48-J\u00e4hrige eine Operation die letzte Chance, um wirksam abzunehmen. Im Klinikum Fulda bekam sie einen so genannten Magen-Bypass. Der soll ihr nun dabei helfen, ihr Wohlf\u00fchlgewicht zu erreichen.<\/p>\n<p><strong>Foto:<\/strong> Max Colin Heydenreich<\/p>\n<p><!--more-->\u201ePatienten mit Magen-Bypass verlieren innerhalb eines Jahres etwa 50 Kilogramm\u201c, sagt Chirurg Dr. Reinhard R\u00fcttger, leitender Oberarzt der Klinik f\u00fcr Allgemein- und Viszeralchirurgie am Klinikum Fulda. R\u00fcttger hat sich auf den Magen-Bypass spezialisiert und seit mittlerweile \u00fcber einem Jahr zahlreiche \u00fcbergewichtige Patientinnen und Patienten nach dieser Methode operiert.<\/p>\n<p><strong>Operation in Schl\u00fcssellochtechnik<\/strong><\/p>\n<p>Bei der\u00c2\u00a0 zwei- bis dreist\u00fcndigen Operation in Schl\u00fcssellochtechnik wird der Magen etwa auf die Gr\u00f6\u00dfe einer kleinen Zitrone reduziert und der D\u00fcnndarm so verlegt, dass er direkt an den \u201eneuen\u201c Magen anschlie\u00dft.\u00c2\u00a0 Die Patienten k\u00f6nnen deshalb nur kleine Portionen zu sich nehmen. Und weil die Nahrung nicht im Magen gespeichert wird und nur wenig Fett verdaut werden kann, setzt nichts mehr an.<\/p>\n<p>Beate M\u00fcller hat sich inzwischen an ihren \u201eZitronen-Magen\u201c gew\u00f6hnt. Gro\u00dfe Portionen sind ebenso pass\u00e9 wie hektisches Hinunterschlingen der Mahlzeiten. \u201eNur manchmal falle ich in alte Gewohnheiten zur\u00fcck\u201c, sagt sie, \u201edann bestelle ich im Restaurant wie eine Gro\u00dfe und esse wie ein Spatz.\u201c Doch ihr Speiseplan hat sich kaum ver\u00e4ndert. In den ersten Wochen nach der Operation musste sie zwar mit Suppe und p\u00fcrierter Kost vorlieb nehmen, heute isst sie, was ihr schmeckt: \u201eHaupts\u00e4chlich Gesundes, aber manchmal auch ein St\u00fcckchen Pizza\u201c, gesteht sie.<\/p>\n<p><strong>Operation allein kann keine Wunder vollbringen<\/strong><\/p>\n<p>Eine ausgewogene Ern\u00e4hrung, das Vermeiden von fl\u00fcssigen Kalorien und ausreichend Bewegung geh\u00f6ren auf jeden Fall dazu, um das Wohlf\u00fchlgewicht zu erreichen und auf Dauer zu halten. R\u00fcttger wei\u00df: \u201eMit der Operation allein k\u00f6nnen wir keine Wunder vollbringen.\u201c Unvermeidbar sei die lebenslange Einnahme von Multivitaminpr\u00e4paraten, und Calcium, bei manchen Menschen auch Eisen und Vitamin D. \u201eDa die Patienten weniger essen, kann dieser Bedarf nicht allein \u00fcber die Nahrung gedeckt werden. Deshalb m\u00fcssen entsprechende Pr\u00e4parate eingenommen werden.\u201c Au\u00dferdem seien regelm\u00e4\u00dfige Kontrolluntersuchungen notwendig.<\/p>\n<p><strong>Weniger Gewicht, mehr Selbstvertrauen<\/strong><\/p>\n<p>30 Kilogramm Gewichtsverlust in drei Monaten \u2013 ein Riesenerfolg f\u00fcr Beate M\u00fcller. Ihr Mann Siegfried sagt: \u201eFr\u00fcher konnte die Waage nicht weit genug entfernt sein, heute ist sie ihre beste Freundin.\u201c Das Leben der Hausfrau hat sich nach der Operation ver\u00e4ndert. \u201eIch bin viel beweglicher und habe mehr Selbstvertrauen \u2013 eigentlich f\u00fchle ich mich wie ein anderer Mensch.\u201c Und mit jedem schwindenden Kilogramm bessern sich auch unangenehme Begleiterkrankungen.<\/p>\n<p>\u201eWir wissen, dass sich bestimmte adipositasbedingte Gesundheitsprobleme wie R\u00fcckenschmerzen, Bluthochdruck oder Diabetes mellitus nach der Operation deutlich bessern oder ganz verschwinden\u201c, erl\u00e4utert R\u00fcttger. Die Operation kostet ca. 5.000 Euro und erfordert einen ca. einw\u00f6chigen station\u00e4ren Aufenthalt. \u201eDamit die Krankenkasse die Kosten \u00fcbernimmt, m\u00fcssen die Voraussetzungen stimmen\u201c, wei\u00df der Chirurg. Laut R\u00fcttger muss der Body-Mass-Index (BMI) gr\u00f6\u00dfer als 40 sein und das \u00dcbergewicht seit mehr als drei Jahren bestehen. Au\u00dferdem darf der Patient nicht j\u00fcnger als 18 und nicht \u00e4lter als 65 Jahre sein. Und bevor einer Operation zugestimmt wird, muss der Patient wirklich alles versucht haben, um sein \u00dcbergewicht loszuwerden.<\/p>\n<p><strong>Krankenkasse gab gr\u00fcnes Licht f\u00fcr OP<br \/>\n<\/strong><br \/>\nBeate M\u00fcller hat bis zu ihrer Operation wohl alles ausprobiert, was \u00c4rzte und Ern\u00e4hrungsberater empfehlen. \u201eEs hat nichts gen\u00fctzt\u201c, sagt sie, \u201eein paar Wochen nach der Di\u00e4t hatte ich mein urspr\u00fcngliches Gewicht wieder oder sogar noch einige Kilos mehr drauf.\u201c Im Herbst letzten Jahres war sie ihr \u00dcbergewicht leid. Nach Gespr\u00e4chen mit dem Operateur und einer Gutachterin vom Medizinischen Dienst ihrer Krankenkasse bekam sie gr\u00fcnes Licht f\u00fcr den Magen-Bypass.<\/p>\n<p>Ihre Entscheidung f\u00fcr die Operation hat die Niederkalbacherin nicht bereut. \u201eIch w\u00fcrde es jederzeit wieder machen\u201c, beteuert sie. Sie sei stolz auf sich und ihren Mann, der sie immer unterst\u00fctzt habe. Au\u00dferdem hat sie jetzt der Ehrgeiz gepackt: \u201eIch will 80 Kilogramm wiegen\u201c, sagt sie, \u201esp\u00e4testens bis zu meinem 50. Geburtstag.\u201c<\/p>\n<p><strong>Selbsthilfegruppe &#8220;Adipositas&#8221; informiert im Klinikum<br \/>\n<\/strong><br \/>\nNoch ein Tipp f\u00fcr alle Leidensgenossen von Beate M\u00fcller: Jeden dritten Montag im Monat trifft sich um 19 Uhr die Selbsthilfegruppe \u201eAdipositas\u201c im Konferenzraum der Psychiatrie im Fuldaer Klinikum. Dort k\u00f6nnen Betroffene und deren Angeh\u00f6rige weitere Informationen erhalten. (Dorit Heydenreich)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Niederkalbach. Ende M\u00e4rz dieses Jahres brachte Beate M\u00fcller aus Niederkalbach noch 154 Kilogramm auf die Waage. Heute ist sie 30 Kilogramm leichter. Nach unz\u00e4hligen Di\u00e4ten und Kuraufenthalten war f\u00fcr die 48-J\u00e4hrige eine Operation die letzte Chance, um wirksam abzunehmen. Im Klinikum Fulda bekam sie einen so genannten Magen-Bypass. 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