{"id":39481,"date":"2009-09-21T06:35:58","date_gmt":"2009-09-21T04:35:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=39481"},"modified":"2009-09-19T11:10:16","modified_gmt":"2009-09-19T09:10:16","slug":"gertrud-sahler-rhoen-hat-fuehrende-rolle-unter-den-15-deutschen-von-der-unesco-anerkannten-biosphaerenreservaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=39481","title":{"rendered":"Gertrud Sahler: Rh\u00f6n hat f\u00fchrende Rolle unter den 15 deutschen von der UNESCO anerkannten Biosph\u00e4renreservaten"},"content":{"rendered":"<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/090918_marzena111.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-39482\" title=\"090918_marzena11\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/090918_marzena111-265x183.jpg\" alt=\"090918_marzena11\" width=\"265\" height=\"183\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/090918_marzena111-265x183.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/090918_marzena111.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Rh\u00f6n.<\/strong><strong> <\/strong>Die Vorsitzende des deutschen Nationalkomitees f\u00fcr das UNESCO-Programm \u201eDer Mensch und die Biosph\u00e4re\u201c, Gertrud Sahler, \u00e4u\u00dferte sich jetzt in einem Interview mit dem Freien Journalistenb\u00fcro der Rh\u00f6n unter anderem zur Rolle der Rh\u00f6n unter den deutschen Biosph\u00e4renreservaten, ihrer weltweiten Ausstrahlung, zur geplanten Bundesstra\u00dfe 87n und zum bestehenden Kernzonendefizit. Das MAB-Nationalkomitee ist das Gremium, das im Jahr 2013 die n\u00e4chste Evaluierung, also die \u00dcberpr\u00fcfung der festgeschriebenen Kriterien, f\u00fcr das UNESCO-Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n durchf\u00fchren wird.<!--more--><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Frau Sahler, welchen Stellenwert nimmt die Rh\u00f6n aus Ihrer Sicht unter den aktuell 15 deutschen von der UNESCO anerkannten Biosph\u00e4renreservaten ein?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gertrud Sahler: <\/strong>Die Rh\u00f6n z\u00e4hlt zu einer gro\u00dfen Zahl von Biosph\u00e4renreservaten, die so genannte Altgebiete sind. Das bedeutet, ihre Anerkennung ist noch vor Verabschiedung der so genannten Sevilla-Strategie und vor der Verabschiedung der nationalen Kriterien f\u00fcr Biosph\u00e4renreservate geschehen. Trotzdem ist die Rh\u00f6n f\u00fchrend, was die Erf\u00fcllung der drei Funktionen Schutz, nachhaltige Nutzung sowie Bildung und Forschung betrifft. Es gibt in der Rh\u00f6n sehr gute Ans\u00e4tze einer nachhaltigen Regionalentwicklung. Das habe ich selbst im Fr\u00fchsommer dieses Jahres erleben k\u00f6nnen, als ich die Leiterin eines kanadischen Biosph\u00e4renreservats auf ihrer Reise durch die th\u00fcringische Rh\u00f6n begleitet habe. Die Rh\u00f6n spielt unter den deutschen UNESCO-Biosph\u00e4renreservaten ganz klar im vorderen Teil mit.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Welche internationale Bedeutung hat das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n heute?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gertrud Sahler: <\/strong>Wenn die Verantwortlichen des UNESCO-Biosph\u00e4renreservats Georgian Bay der Meinung sind, von der Rh\u00f6n lernen zu wollen und zu k\u00f6nnen, dann ist das ein Beweis daf\u00fcr, dass die Rh\u00f6ner stolz auf das sein k\u00f6nnen, was sie bis jetzt schon geleistet haben. Die Kanadier sehen vor allem in punkto Vermarktung regionaler Produkte auf die Rh\u00f6n. Oder nehmen wir die im letzten Jahr geschlossene Partnerschaft zwischen dem bayerischen Teil des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n und dem s\u00fcdafrikanischen Biosph\u00e4renreservat Krueger to Canyons. Hier gibt es viele gemeinsame Ankn\u00fcpfungspunkte, und das spricht f\u00fcr die Rh\u00f6n als Vorbildregion.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Wie bewerten Sie vor diesem Hintergrund die Diskussion, der UNESCO-Titel k\u00f6nnte der Rh\u00f6n aberkannt werden, falls sie das nationale Kriterium von drei Prozent Kernzonenfl\u00e4che bis 2013 nicht erf\u00fcllt?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gertrud Sahler: <\/strong>Von den geforderten drei Prozent Kernzonenanteil ist die Rh\u00f6n noch etwas entfernt. Dieses Problem brennt aber, weil sich der bayerische Teil um fast das Doppelte erweitern will und das mit einem kompletten Neuantrag an die UNESCO verbunden ist. Das bedeutet: dann m\u00fcssen alle Kriterien stimmen. Es wird in der Tat beim MAB-Nationalkomitee sehr schlecht ankommen, wenn das Kernzonendefizit bis zur Evaluierung 2013 nicht gel\u00f6st ist. Zumindest muss bis dahin deutlich erkennbar sein, dass man sich in dieser Frage bem\u00fcht. Sollten die drei Prozent noch nicht ganz erf\u00fcllt sein, ist es nicht ausgeschlossen, dass eventuell noch einmal eine \u00dcbergangsfrist gesetzt wird. Innerhalb dieser Frist muss das Ergebnis aber eindeutig sein; eine weitere Verl\u00e4ngerung wird es definitiv nicht geben. Ich selbst bin aber zuversichtlich, dass die drei Prozent Prozessschutzfl\u00e4che bis zur Evaluierung gesichert sind.<\/p>\n<p><strong>Wer muss nach Ihrer Meinung daf\u00fcr sorgen, dass die drei Prozent Kernzonenanteil zusammen kommen? Kann das die Region alleine leisten oder muss es nicht auch auf politischer Ebene eine L\u00f6sung geben?<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Gertrud Sahler: <\/strong>Das muss auf beiden Ebenen entschieden werden. Allerdings kann eine Region nicht immer nur auf das jeweilige Land schielen, denn schlie\u00dflich ist es die Region selbst, die vom Pr\u00e4dikat UNESCO-Biosph\u00e4renreservat profitiert. Daher muss man erwarten k\u00f6nnen, dass die beteiligten Kommunen einen Teil der Fl\u00e4chen einbringen. Auf der anderen Seite muss diese Frage nat\u00fcrlich auch politisch in den L\u00e4ndern gel\u00f6st werden. Ohne entsprechende Fl\u00e4chen vom Landesforst wird es nicht gehen.<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Reicht es aus, Fl\u00e4chen von zehn oder 20 Hektar als Kernzonen auszuweisen oder k\u00f6nnen solche eher kleinen Gebiete der Funktion einer Prozessschutzfl\u00e4che gar nicht gerecht werden?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gertrud Sahler: <\/strong>Aus naturschutzfachlicher Sicht sind gro\u00dfe Kernzonen immer besser als zu kleine, weil sich die Randeinfl\u00fcsse dann nicht so bemerkbar machen. Es gibt aber Biosph\u00e4renreservate, in denen es einige wenige um die 20 Hektar gro\u00dfe Kernzonen gibt. Aber das sind dann meist Fl\u00e4chen, die von der Topografie her ohnehin sehr beruhigt sind. Man muss also immer die jeweilige Lage solcher Gebiete und die vorhandenen Einfl\u00fcsse betrachten.<\/p>\n<p><strong>Viele Menschen in der Rh\u00f6n sind der Ansicht, dass der UNESCO-Titel aufgrund des Kernzonendefizits nicht aberkannt werden darf, wenn im Gegenzug der Bau einer neuen Bundesstra\u00dfe \u2013 der B 87 n \u2013 mitten durch das Biosph\u00e4renreservat keine Gefahr f\u00fcr diesen Titel darstellt. Was sagen Sie zu diesem Argument?<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>Gertrud Sahler: <\/strong>Das kann man so \u00fcberhaupt nicht sehen. Die B 87n ist ein ganzes St\u00fcck weit ein Ortsumgehungsprogramm mit einem dreispurigen Ausbau bei den Steigungen. Eine Stra\u00dfe oder wie der vorgesehene Bau einer 380-KV-Stromtrasse durch das Biosph\u00e4renreservat Schorfheide-Chorin sind meiner Meinung nach kein Grund, die guten Ans\u00e4tze einer Region zu den Akten zu legen. Ich habe aber schon vor einiger Zeit dem Fuldaer Landrat Bernd Woide zu verstehen gegeben, dass f\u00fcr die B 87n eine Mautpflicht kommen muss, weil sonst wirklich die Gefahr besteht, den Lkw-Verkehr heran zu ziehen. Dann w\u00e4re diese Stra\u00dfe f\u00fcr die hier lebenden Menschen in der Tat kein Zugewinn.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rh\u00f6n. 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