{"id":3918,"date":"2007-06-27T00:03:08","date_gmt":"2007-06-26T22:03:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=3918"},"modified":"2007-06-27T02:42:37","modified_gmt":"2007-06-27T00:42:37","slug":"wallfahrt-der-kab-zum-maria-ehrenberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=3918","title":{"rendered":"Wallfahrt der KAB zum Maria Ehrenberg"},"content":{"rendered":"<p><strong><a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/070626_wallfahrt.jpg\" title=\"070626_wallfahrt.jpg\"><img decoding=\"async\" align=\"left\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/070626_wallfahrt.thumbnail.jpg\" hspace=\"5\" alt=\"070626_wallfahrt.jpg\" \/><\/a>Fulda\/Kothen.<\/strong> \u201eWenn wir denken wie Jesus, wenn wir mit ihm arbeiten an einer besseren Welt, wenn wir in ihm leben und er in uns, dann werden wir zu Boten des Friedens, zu Friedensstiftern, wo immer wir leben, in Betrieb und Nachbarschaft, in Gemeinde und Gesellschaft, in Deutschland und weltweit\u201c, war einer der Kerns\u00e4tze der Predigt in der Wallfahrermesse anl\u00e4sslich der 42. Friedenswallfahrt der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Bezirksverband Rh\u00f6n\/Vogelsberg. Hauptzelebrant und Prediger war der Di\u00f6zesanpr\u00e4ses der KAB im Bistum Limburg, Pfarrer Albert Seelbach aus Frankfurt.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Wie spielt man Frieden?<\/strong><\/p>\n<p>Intensiv ins Gr\u00fcbeln kamen die ca. 300 Wallfahrer durch Seelbach\u00c2\u00b4s Feststellung, dass es Kindern kein Problem bereite mit kleinen Panzern und Kanonen Krieg zu spielen. Aber, wie spielt man Frieden? Eine typische Reaktion oder h\u00e4ufig auch Aufforderung von Erwachsenen, wenn es um die Frage von friedlichem miteinander gehe, fand er in der Redewendung \u201eder Kl\u00fcgere gibt nach\u201c. Der engagierte KAB\u00c2\u00b4ler bef\u00fcrchtet jedoch, dass eine solche Haltung vom Gegen\u00fcber ausgenutzt werden k\u00f6nne. Er sah darin ebenso wenig eine L\u00f6sung wie im Begriff \u201eFrieden durch St\u00e4rke\u201c, der in der realen Politik auch \u201eAbschreckung\u201c genannt werde. Gerade eine solche Politik zeige an aktuellen Beispielen, wie bei Indien und Pakistan oder auch Israel und den Pal\u00e4stinensern, dass unterschwellig nur Hass gesch\u00fcrt werde. Aber auch die Friedhofsruhe, die durch die st\u00e4ndige Unterdr\u00fcckung von Schw\u00e4cheren z. B, in Diktaturen entsteht, sei alles andere als Frieden.<\/p>\n<p>\u201eFrieden schafft man auch nicht, wenn man Terror mit terror\u00e4hnlichen Ma\u00dfnahmen bek\u00e4mpft\u201c so der engagierte Di\u00f6zesanpr\u00e4ses und bezog sich dabei u. a. auf die menschenunw\u00fcrdigen Zust\u00e4nde im US-amerikanischen Sondergef\u00e4ngnis Guantanamo wie auf die zahlreichen \u2013 wenn auch ungewollten Angriffe \u2013 auf Zivilisten, insbesondere Kinder in Afghanistan und im Irak. \u201eIst es Pr\u00e4sident Bush schon einmal in den Sinn gekommen, dass durch seinen Kreuzzug gegen den Terror schon jetzt ein Vielfaches an Menschen get\u00f6tet wurde als in den Twin \u2013 Towers in New York?\u201c, gibt Seelbach weiter zu bedenken.<\/p>\n<p><strong>Kluft zwischen Reich und Arm ist eine Zeitbombe<\/strong><\/p>\n<p>Schon vor Jahren haben die deutschen Bisch\u00f6fe ein Wort zum Frieden mit dem Titel \u201eFrieden durch Gerechtigkeit\u201c herausgegeben. Sie sehen Gerechtigkeit als ein Grundprinzip an, ohne dass Frieden nicht entstehen und gewahrt werden kann. Der Frankfurter Pfarrer zitierte eine Aussage von der Jahrestagung von Weltbank und W\u00e4hrungsfond von 1997: \u201eDie immer gr\u00f6\u00dfere Kluft zwischen Reich und Arm ist eine Zeitbombe, die entsch\u00e4rft werden muss, ehe sie in den Gesichtern unserer Kinder explodiert.\u201c Engagiert rief er zur weltweiten Bek\u00e4mpfung von Armut, f\u00fcr mehr Bildung und Schutz vor Krankheiten und Katastrophen auf. \u201eWenn die Kluft zwischen Arm und Reich nicht \u00fcberwunden wird, kann eine Folge sein, dass die Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6me aus Afrika und Asien gewaltig zunehmen.\u201c<\/p>\n<p>Aber auch ein verantwortungsvoller Umgang mit der Sch\u00f6pfung wurde von Seelbach gefordert. Folgen der Klimakatastrophe tr\u00e4fen gerade die armen L\u00e4nder besonders drastisch. Zunehmende Versteppung und Wassermangel sind sicherste Anzeichen daf\u00fcr. Neben dem aktiven Umweltschutz m\u00fcsste auch beim Umgang mit nat\u00fcrlichen Resourcen schneller umgedacht werden. In diesem Zusammenhang wandte sich der KAB\u00c2\u00b4ler nicht gegen die Globalisierung, forderte aber, dass diese sozialer gestaltet werden m\u00fcsse.<\/p>\n<p><strong>Ungerechtigkeiten im eigenen Land<\/strong><\/p>\n<p>Ungerechtigkeiten sieht Seelbach aber nicht nur im internationalen Bereich, sondern auch im eigenen Land. Zunehmende prek\u00e4re Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse und Lohndumping einerseits, extreme Gehalts- und Dividendenerh\u00f6hungen bei Managern und Aktion\u00e4ren andererseits, ein Bildungssystem, dass keine Chancengleichheit biete prangerte er in seiner Predigt an. \u201eIn der Schule darf nicht nur eine F\u00f6rderung der Begabten und der Kinder aus guten Familien geschehen, sondern die Schule muss so umgestaltet werden, dass sie vor allem den Schw\u00e4cheren hilft, dass auch soziales Lernen geschieht und dass der Schulerfolg nicht vom Geldbeutel der Eltern abh\u00e4ngt.\u201c Hier versuche die KAB seit eh und je in zwei Richtungen zu wirken, einerseits in ihrer Arbeit mit den Menschen, das eigene Denken und Handeln positiv zu beeinflussen, andererseits auf den Staat Einfluss zu nehmen, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.<\/p>\n<p>Als weitere Grundvoraussetzung f\u00fcr den Frieden sieht Seelbach die Gewaltlosigkeit. Schon in der Bergpredigt habe Jesus die Sanftm\u00fctigen selig gepriesen, so sollte uns dies als Christen Aufforderung genug sein, auf Gewalt zu verzichten. \u201eWir wollen unsere Gegner nicht durch Gewalt vernichten, sondern sie durch unsere Liebe zu Freunden machen\u201c, zitierte er sinngem\u00e4\u00df Martin Luther King.<\/p>\n<p>Das Bem\u00fchen um Gerechtigkeit und Gewaltlosigkeit erwachse bei Christen aus dem Bewusstsein, dass alle Menschen Kinder Gottes und damit Br\u00fcder und Schwestern sind. Mit Christi Menschwerdung, Tod und Auferstehung ist Weltgeschichte zur Heilsgeschichte geworden. \u201eWer immer sich Christ nennt, ist berufen, mitzuwirken am Erl\u00f6sungswerk Christi\u201c so der Prediger. KAB f\u00fchle sich immer aufgerufen und habe auch schon vieles im Gro\u00dfen wie im Kleinen erreicht, doch k\u00f6nne es angesichts immer noch herrschender schreiender Ungerechtigkeiten, schwelender Konflikte, Vorurteile und Hartherzigkeiten kein Ausruhen geben. \u201eBitten wir Gott um seinen Geist, der uns das Rechte erkennen l\u00e4sst und uns die Bereitschaft und Kraft gibt, es auch zu tun. Und bitten wir Maria, die K\u00f6nigin des Friedens, um ihre F\u00fcrbitte. Amen.\u201c schloss Seelbach seine Predigt.<\/p>\n<p>Viele der Gottesdienstteilnehmer, die vom KAB Bezirksvorsitzenden Egon Sch\u00fctz, Geisa, begr\u00fc\u00dft wurden, pilgerten zuvor mit Gebeten und Gesang, vorbereitet von Anni Honikel, Hainzell, die Treppen zur Wallfahrtskirche im Truppen\u00fcbungsplatz Wildflecken empor. Sch\u00fctz bedankte sich zum Schluss bei dem Limburger Di\u00f6zesanpr\u00e4ses f\u00fcr die engagierte Predigt und beim Kothener Pfarrer Michael Krammer f\u00fcr die Gastfreundschaft. (Michael Schmitt)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda\/Kothen. \u201eWenn wir denken wie Jesus, wenn wir mit ihm arbeiten an einer besseren Welt, wenn wir in ihm leben und er in uns, dann werden wir zu Boten des Friedens, zu Friedensstiftern, wo immer wir leben, in Betrieb und Nachbarschaft, in Gemeinde und Gesellschaft, in Deutschland und weltweit\u201c, war einer der Kerns\u00e4tze der Predigt &hellip;<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,50],"tags":[],"class_list":["post-3918","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-startseite","category-kirche"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3918","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3918"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3918\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3918"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3918"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3918"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}