{"id":3841,"date":"2007-06-24T22:39:06","date_gmt":"2007-06-24T20:39:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=3841"},"modified":"2007-06-24T22:40:05","modified_gmt":"2007-06-24T20:40:05","slug":"bischof-algermissen-weihte-fuenf-diakone-zu-priestern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=3841","title":{"rendered":"Bischof Algermissen weihte f\u00fcnf Diakone zu Priestern"},"content":{"rendered":"<p><strong><a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/070624_priesterweihe.jpg\" title=\"070624_priesterweihe.jpg\"><img decoding=\"async\" align=\"left\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/070624_priesterweihe.thumbnail.jpg\" hspace=\"5\" alt=\"070624_priesterweihe.jpg\" \/><\/a>Sch\u00f6nes aus Fulda.<\/strong> Die \u201e\u00fcberw\u00e4ltigende Beteiligung und Anteilnahme\u201c der Gl\u00e4ubigen sei ein klares Zeugnis daf\u00fcr, da\u00df das Volk Gottes Priester brauche, Priester wolle und f\u00fcr Priester dankbar sei. \u201eTats\u00e4chlich k\u00f6nnen sie in der Kirche durch nichts und niemanden ersetzt werden, nur durch Priester.\u201c Dies betonte Bischof Heinz Josef Algermissen heute in einem feierlichen Gottesdienst im Fuldaer Dom, in dessen Verlauf er die Diakone Florian B\u00f6th, Joachim Hartel, Thomas Renze, Andreas Schweimer und Manuel Stickel zu Priestern weihte.<!--more--><\/p>\n<p>Der Oberhirte dankte den anwesenden Gl\u00e4ubigen f\u00fcr ihr Zeugnis und bat um das Gebet daf\u00fcr, da\u00df sich immer wieder junge Menschen bereit erkl\u00e4rten, in besonderer Weise f\u00fcr Jesus Christus zu stehen und auf ihn hinzuweisen. In seiner Predigt betonte Bischof Algermissen, da\u00df durch die Weihe der Heilige Geist unausl\u00f6schlich das Bild Jesu Christi ins Herz eines Menschen dr\u00fccke. Die Priesterweihe sei ein \u201ePr\u00e4gemal\u201c, das deutlich mache, da\u00df der Geweihte zu Christus geh\u00f6re, weshalb der Bischof bei der Weihe die H\u00e4nde auflege und den Kandidaten f\u00fcr Jesus Christus in Besitz nehme.<\/p>\n<p>\u201eDanach darf niemand anderes mehr die Hand auflegen, um Sie f\u00fcr sich in Beschlag zu nehmen. Sie sind ein f\u00fcr allemal verschenkt \u2013 verbindlich und auf Dauer\u201c, hob der Oberhirte hervor. Bei den Hirten in Israel sei es \u00fcblich gewesen, den Tieren der Herden ein so tiefsitzendes Siegel einzubrennen, da\u00df es nie mehr entfernt werden konnte.<\/p>\n<p>\u201eDas Priestertum ist nicht eine uns \u00fcbertragene Vollmacht zu bestimmten Funktionen, die geleistet werden, sondern macht vielmehr unsere Identit\u00e4t aus, pr\u00e4gt bis in die letzte Faser unserer Existenz\u201c, machte der Bischof deutlich. Das Volk Gottes wolle die Priester auch erkennen k\u00f6nnen, weil die Begegnung mit dem Priester Segen bringe, doch nicht etwa, weil diese so t\u00fcchtig seien. Vielmehr habe es Jesus Christus so gewollt und sich selbst als Priester in das Leben der Menschen hinein unk\u00fcndbar pr\u00e4gen lassen. Man spreche hier von einem \u201echaracter indelebilis\u201c, einem unausl\u00f6schliche Zeichen.<\/p>\n<p>\u201eEs ergreift mich immer wieder, da\u00df nach der Priesterweihe die Menschen sich zu Hunderten um den Neugeweihten scharen, um durch seine Handauflegung den Primizsegen zu empfangen\u201c, unterstrich Algermissen. Alle, denen in der Priesterweihe durch Handauflegung des Bischofs das Bild des guten Hirten eingepr\u00e4gt worden sei, zeigten sich als gute Hirten, indem sie die Menschen segneten und heiligten; sie seien unwiderruflich in den Dienst am Volk Gottes gestellt. So sei das Weihepriestertum dem \u201egemeinsamen Priestertum aller Getauften\u201c zugeordnet und solle deren Verantwortung f\u00fcr das Leben der Kirche f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Bei solcher Zuordnung d\u00fcrfe es indes nicht um Nivellierung der priesterlichen Sendung gehen, betonte Bischof Algermissen. \u201eDer Priester nimmt eine besondere Verantwortung wahr, die er nicht abgeben kann.\u201c Er diene den Gl\u00e4ubigen nicht dadurch besser, da\u00df er in einer falsch verstandenen Geschwisterlichkeit sein Charisma verw\u00e4ssere und die unaufgebbare, in der Repr\u00e4sentation Jesu Christi gr\u00fcndende Unterscheidung zwischen Priester und Nicht-Priester einebne.<\/p>\n<p>Eine solche Unterscheidung habe mit klerikaler Machtstellung nichts zu tun. Das ergebe sich schon daraus, da\u00df die erste und grundlegende Frage, die an einen Kandidaten gestellt werden m\u00fcsse, nur die Frage sein k\u00f6nne: \u201eBist du bereit, das Priesteramt als zuverl\u00e4ssiger Mitarbeiter des Bischofs auszu\u00fcben und so unter der F\u00fchrung des Heiligen Geistes die Gemeinde des Herrn umsichtig zu leiten?\u201c<\/p>\n<p>Der kirchliche Dienst des Priesters ist laut Bischof Algermissen nur m\u00f6glich \u201eunter der F\u00fchrung des Heiligen Geistes\u201c. Der Priester sei deshalb berufen, als \u201eWerkzeug des Heiligen Geistes\u201c zu Diensten zu sein. \u201eEs ist die Priesterweihe, die sichtbar macht, da\u00df auch das ganze Leben und Wirken eines Priesters unter dem verhei\u00dfungsvollen Vorzeichen des Heiligen Geistes steht.\u201c<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt des Weihegebetes finde sich die inst\u00e4ndige Bitte um das Kommen des Heiligen Geistes in das Leben des Weihekandidaten, damit er ganz im Auftrag des Heiligen Geistes handeln k\u00f6nne, erl\u00e4uterte der Oberhirte weiter. So werde dieser hingef\u00fchrt zur tiefen theologischen Wahrheit, da\u00df im Mittelpunkt aller kirchlichen Liturgie und vor allem der Hl. Eucharistie die Epiklese stehe, die Herabrufung des Heiligen Geistes. Ebenso liege es hier begr\u00fcndet, da\u00df das Wort Gottes, das der Priester zu verk\u00fcnden hat, ein sakramentales Wort sei.<\/p>\n<p>\u201eDamit erschlie\u00dft sich auch der unl\u00f6sbare Zusammenhang zwischen der Verk\u00fcndigung des Wortes Gottes und der Feier der Sakramente, vor allem der Hl. Eucharistie, im Leben des Priesters\u201c, folgerte Algermissen. Es verstehe sich schlie\u00dflich von selbst, da\u00df die Eucharistie im Wirken eines Priesters ihren zentralen Platz einnehmen m\u00fcsse und sogar seine \u201eeigentliche Lebensmitte\u201c ausmache. Das priesterliche Leben entarte nur dann nicht zu einem Leerlauf, wenn es im Gebet und der Feier der Hl. Eucharistie \u201eseine bergende Mitte\u201c finde.<\/p>\n<p>Der Bischof kam sodann auf die N\u00e4he dieser Priesterweihe zum Hochfest der Geburt des hl. Johannes des T\u00e4ufers zu sprechen. Der Maler Matthias Gr\u00fcnewald habe dem T\u00e4ufer Johannes ein sprechendes Denkmal gestiftet. \u201eIm Mittelpunkt seines weltbekannten sp\u00e4tgotischen Isenheimer Fl\u00fcgelaltars in Colmar steht das Kreuz Jesu Christi vor einer dunklen und leeren Landschaft. Zur Rechten des Kreuzes ist die m\u00e4chtige Gestalt des T\u00e4ufers Johannes dargestellt.<\/p>\n<p>Mit ausgestreckter Hand, deren Zeigefinger expressiv verl\u00e4ngert ist, weist er hin auf den Gekreuzigten.\u201c Auf dem Hintergrund habe der Maler in lateinischer Sprache ein deutendes Wort des T\u00e4ufers geschrieben: \u201eEr mu\u00df wachsen, ich aber mu\u00df kleiner werden\u201c. Johannes sei \u201eganz auf den Schmerzensmann am Kreuz konzentriert\u201c und doch zugleich dem Blick des Beschauers zugewandt, als wolle er alle betrachtenden Blicke sammeln und in die richtige Richtung seines Zeigefingers lenken.<\/p>\n<p>Diese Geb\u00e4rde des \u201eVon-Sich-Wegweisens und Auf-Jesus-Hinweisens\u201c bezeichnete Algermissen als das verdichtende Symbol des ganzen Lebens des Johannes. Im buchst\u00e4blichen Sinn des Wortes sei Johannes der T\u00e4ufer ein \u201evor-l\u00e4ufiger\u201c Mensch, der darum wisse, \u201eda\u00df er stets hinter dem zur\u00fcckbleibt, auf den er hinweist und dem er vorausgeht\u201c. Der gro\u00dfe Theologe und Kardinal Hans Urs von Balthasar habe einmal von sich bekannt, sein theologisch-literarisches Werk wolle nichts anderes sein als ein \u201eJohannesfinger, der auf Christus hinweist\u201c. Auf Christus hinzuweisen, darin liege nicht nur die Sendung der Theologie, sondern auch der tiefere Sinn und die eigentliche Aufgabe der Kirche und ihrer Priester, \u201edenn Christus ist jenes Fundament, auf dem die Kirche auferbaut ist\u201c.<\/p>\n<p>Auf den Gekreuzigten und Auferstandenen als Herrn und Haupt der Kirche hinzuweisen, dabei selbst zur\u00fcckzutreten, um Christus durch die eigene Existenz transparent zu machen, werde f\u00fcr die Priesterkandidaten ein ebenso spannendes wie tief erf\u00fcllendes geistliches Abenteuer werden, hob Bischof Algermissen hervor. \u201eEs wird um so besser und eher gelingen, als Sie sich, wie der T\u00e4ufer Johannes in der theologischen Komposition des Matthias Gr\u00fcnewald, unter das Kreuz des Heilands und Erl\u00f6sers begeben und damit auch den Zuspruch des Bischofs erf\u00fcllen, den er Ihnen gleich bei der \u00dcberreichung von Brot und Wein gibt.\u201c<\/p>\n<p>Die Priester lie\u00dfen sich in den Dienst des gekreuzigten Herrn nehmen, der ihnen in den Schwierigkeiten, die sie auf ihre Weise erf\u00fchren, vorangegangen sei: scheinbare Erfolglosigkeit, Ablehnung, Entt\u00e4uschung, Allein-Gelassen-Werden, Erfahrung der Gottesferne. Es geh\u00f6re durchaus zum Priestersein, die Kreuzeserfahrungen der Menschen, f\u00fcr die die Priester da seien, mitzutragen und vor Gott zu bringen. \u201eIm Glauben setzen wir darauf, da\u00df die Kreuzeserfahrung nicht das Letzte ist. Das letzte Wort hei\u00dft Leben, Leben in F\u00fclle, in das all unser Tun, auch die Fragmente unseres priesterlichen Bem\u00fchens, eingebracht und zur Vollendung gef\u00fchrt werden\u201c, so Bischof Algermissen am Ende seiner Predigt.<\/p>\n<p>Der Domchor Fulda unter der Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber sang bei dem Gottesdienst Chors\u00e4tze aus der \u201eMesse solennelle\u201c von L. Vierne sowie solche von A. Scarlatti und M. Stickel, dazu weitere Chor\u00e4le im Wechsel mit der Gemeinde. Domorganist Prof. Hans-J\u00fcrgen Kaiser spielte zur Kommunion das Adagio aus der 5. Symphonie von Charles-Marie Widor und zum Auszug \u201eFinal\u201c im franz\u00f6sisch-romantischen Stil in improvisierter Form. (bpf)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Sch\u00f6nes aus Fulda. 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