{"id":38278,"date":"2009-09-09T04:27:08","date_gmt":"2009-09-09T02:27:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=38278"},"modified":"2009-09-08T21:30:36","modified_gmt":"2009-09-08T19:30:36","slug":"amour-fou-in-der-kunststation-kleinsassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=38278","title":{"rendered":"Amour Fou in der Kunststation Kleinsassen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/090909_kleinsassen2.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/090909_kleinsassen2-265x353.jpg\" alt=\"090909_kleinsassen2\" title=\"Cora Chilcott bei ihrer Gala Dali Lesung 1\" hspace=\"5\" align=\"left\" width=\"265\" height=\"353\" class=\"alignnone size-medium wp-image-38281\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/090909_kleinsassen2-265x353.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/09\/090909_kleinsassen2.jpg 450w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><strong>Kleinsassen. <\/strong>Dass Salvador Dal\u00c3\u00ad einer der wichtigsten Vertreter der Kunstrichtung des Surrealismus ist, ist bekannt. Seine aus dem Unbewussten gespeisten Bilder von brennenden Giraffen, zerlaufenen Uhren, Frauenk\u00f6rpern mit Schubladen und Elefantenwesen aus Stelzenbeinen geh\u00f6ren zum Allgemeingut moderner Kultur. Auch dass er eine exzentrische Figur war, die mit Bildern und all den anderen mehr oder weniger k\u00fcnstlerischen Erfindungen, zu Geld und Ruhm gelangte und schon zu Lebzeiten eine Legende war, wissen viele. Wie viel Anteil an seinem Erfolg jedoch dem Wirken seiner Ehefrau und gro\u00dfen Liebe Gala zu verdanken ist, das geh\u00f6rt zu den weniger beleuchteten Kapiteln der Kunstgeschichte. Umso spannender war das, was man in der brillant vorgetragenen Lesung der Schauspielerin Cora Chilcott erfuhr, die passenderweise in der Umgebung der aktuellen Ausstellung von Dal\u00c3\u00ad-Graphiken aus dem Berliner Dal\u00c3\u00ad-Museum in der Kunststation stattfand. Pl\u00f6tzlich wurde neben oder vielmehr hinter der Erscheinung des \u201eGenies\u201c der Mensch Salvador Dal\u00c3\u00ad sichtbar, der nicht nur furchtbar \u00e4ngstlich und labil war, sondern auch einen Gro\u00dfteil seiner Schaffenskraft aus dieser Liebe bezog, die ihn aber gleichzeitig auch nahezu alles kostete, eine echte \u201eamour four\u201c eben. <\/p>\n<p>Allein schon die erste Begegnung der beiden kann als wahrhaft surrealer Akt bezeichnet werden, denn Dal\u00c3\u00ad hatte einen seiner hysterischen Lachanf\u00e4lle, die ihn damals oft heimsuchten. Dann ihre Begegnung am Strand, als sie ihn mit ihrer Ausstrahlung, ihrem tiefen Verst\u00e4ndnis f\u00fcr seinen Seelenzustand und ihrem absoluten Glauben an sein Genie beeindruckte, und ihre folgende Liebesgeschichte, die damit begann, dass sie mir nichts dir nichts ihren Ehemann und ihre gemeinsame Tochter verlie\u00df, um mit dem damals zwar viel versprechenden aber noch g\u00e4nzlich unbekannten Dal\u00c3\u00ad zusammenzusein, das alles bietet genug Stoff f\u00fcr einen opulenten Hollywoodstreifen. Doch es m\u00fcssen nicht immer bewegte Bilder sein, die die Fantasie in Gang setzen, wie man an dem fesselnden Vortrag von Cora Chilcott erleben konnte. Mal dramatisch, mal leise, mal deutlich aus Galas Sicht, mal die krude Diktion von Salvador Dal\u00c3\u00ad h\u00f6chst selbst imitierend, bot sie ein umfassendes, tiefgr\u00fcndiges, gut recherchiertes und abwechslungsreiches Panorama dieser Liebesgeschichte und offenbarte dabei, dass es eines Schauspielers bedarf, um Texte lebendig werden zu lassen. Da spielte es auch kaum eine Rolle, dass die Beamertechnik, mit deren Hilfe Bilder und Fotos aus Dal\u00c3\u00ads Leben projiziert wurden, im zweiten Teil der Veranstaltung ihren Dienst versagte.<\/p>\n<p>Cora Chilcott wurde in Leipzig geboren, erwarb ihr Schauspieldiplom an der Hochschule f\u00fcr Film und Fernsehen \u201eKonrad Wolf\u201c in Potsdam-Babelsberg, war Sprecherin im Deutschland Radio Berlin und war am Senftenberg Theater, im Hans-Otto-Theater in Potsdam und am \u201ebat Studiotheater\u201c in Berlin engagiert. Seit 2001 ist sie Gast beim Berliner Ensemble. Auch im Fernsehen und im Kino ist sie bereits zu sehen gewesen, u.a. in dem preisgekr\u00f6nten Film \u201eTears of Kali\u201c, in dem sie die Hauptrolle spielte. Auch mit Soloprojekten wie \u201eCora Chilcott goes DADA\u201c oder \u201eErlk\u00f6nigs Tochter\u201c oder Duo-Programmen wie einem Brecht\/Weill Abend oder einem Rilke Abend machte sie auf sich aufmerksam. Auftritte im K\u00fcnstlerklub \u201eDie M\u00f6we\u201c in Berlin folgten, im \u201eRoten Salon\u201c der Berliner Volksb\u00fchne, im Max-Ernst-Museum in Br\u00fchl, in der Liederhalle Stuttgart, der Festhalle Pirmasens, auf Schloss Britz, Berlin, auf den Schlossfestspielen Hanau, den Th\u00fcringer Bachwochen oder in den Goetheinstituten in Lissabon und Riga, um nur einige zu nennen.<\/p>\n<p>Wenn sie dieser Liste einen weiteren Auftritt in Fulda oder Kleinsassen hinzuf\u00fcgen w\u00fcrde, w\u00e4re das ein echter Gewinn.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Kleinsassen. 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