{"id":37717,"date":"2009-09-02T04:36:17","date_gmt":"2009-09-02T02:36:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=37717"},"modified":"2009-09-01T22:37:17","modified_gmt":"2009-09-01T20:37:17","slug":"konjunkturkrise-auf-dem-arbeitsmarkt-deutlich-zu-spueren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=37717","title":{"rendered":"Konjunkturkrise auf dem Arbeitsmarkt deutlich zu sp\u00fcren"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda.<\/strong> Der Anstieg der Arbeitslosigkeit gegen\u00fcber dem Vorjahresmonat war im August deutlicher zu sp\u00fcren als in den Monaten zuvor. Derzeit sind bei der Agentur f\u00fcr Arbeit Fulda und beim Amt f\u00fcr Arbeit und Soziales 6.733 Menschen (Arbeitslosenquote: 6,1 Prozent) arbeitslos gemeldet. Das sind 80 mehr als im Juli und 1.062 (18,7 Prozent) mehr als im August 2008. Der Zuwachs entf\u00e4llt haupts\u00e4chlich auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung, f\u00fcr den die Arbeitsagentur verantwortlich ist. Hier waren mit 3.010 im August 781 M\u00e4nner und Frauen mehr arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr. Im Bereich des SGB II (Amt f\u00fcr Arbeit und Soziales) stieg die Zahl der Arbeitslosen binnen Jahresfrist um 251 auf 3.723. <!--more--><\/p>\n<p>\u201eDie Wirtschaftskrise ist nun sp\u00fcrbar auf dem Arbeitsmarkt in der Region angekommen\u201c, kommentiert Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Agentur f\u00fcr Arbeit Fulda die ver\u00e4nderte Arbeitsmarktlage. Im August 2008 hatten sich bei der Arbeitsagentur 794 Menschen arbeitslos gemeldet, zugleich konnten 1.012 die Arbeitslosigkeit beenden. Im August 2009 haben sich 963 Menschen erstmals oder erneut bei der Arbeitsagentur arbeitslos gemeldet, nur 880 meldeten sich ab. \u201eErkennbar ist dar\u00fcber hinaus, dass es vor einem Jahr einfacher war, die Menschen wieder in Besch\u00e4ftigung zu bringen\u201c, f\u00fchrt der Agenturchef aus. Lediglich 334 M\u00e4nner und Frauen verlie\u00dfen die Arbeitslosigkeit im August in Richtung Erwerbst\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p>Besondere Sorgen bereitet der in beiden Rechtskreisen \u00fcberproportionale Anstieg bei den \u00fcber 50-J\u00e4hrigen (+23,1 Prozent auf 1.838) sowie bei den j\u00fcngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren, deren Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 323 (41,8 Prozent) zunahm und nun bei 1.095 liegt.\u00c2\u00a0 Hier schl\u00e4gt sich zum einen das Wegbrechen von Helfert\u00e4tigkeiten nieder, wo junge Menschen ohne formale Ausbildung bisher beruflich Fu\u00df fassen konnten. Zum anderen gestaltet sich die \u00dcbernahme nach der Ausbildung in den Betrieben schwieriger.<\/p>\n<p>Besch\u00e4ftigungsstabilisierend wirkt sich nach wie vor die hohe Inanspruchnahme des Kurzarbeitergeldes aus. Bei der Arbeitsagentur Fulda haben bis Ende August 244 Betriebe f\u00fcr 8.775 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt. Wie hoch die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergeldes im August tats\u00e4chlich war, kann aufgrund der sp\u00e4ter erfolgenden Abrechnung noch nicht genau beziffert werden. Die Abrechungen von Juni ergeben, dass im Agenturbezirk 5.085 Personen tats\u00e4chlich Kurzarbeitergeld bezogen haben. Bei einem durchschnittlichen Arbeitsausfall von \u00fcber 30 Prozent wurden rein rechnerisch 1.525 Vollzeitstellen \u00fcber das Instrument der Kurzarbeit abgesichert. Erfreulich ist, dass der durchschnittliche Arbeitsausfall pro betroffenem Mitarbeiter von \u00fcber 50 auf 30 Prozent gesunken ist. Au\u00dferdem sind von den Betrieben, die seit Oktober vergangenen Jahres Kurzarbeit angezeigt hatten, inzwischen 19 zur Vollarbeit zur\u00fcckgekehrt.<\/p>\n<p>Seit Jahresbeginn konnte der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur 2.728 Stellen rekrutieren. Das waren 205 weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der R\u00fcckgang betraf insbesondere Stellen in Verkehrs-, und Metallberufen. Im Bereich der Zeitarbeit ist eine leichte Belebung vorhanden. Gesucht werden hier weiterhin Fachkr\u00e4fte in den Bereichen Elektro, Pflege und Sanit\u00e4r sowie Tischler. Weitere Branchen, in denen Arbeitskr\u00e4fte gesucht werden sind Gastgewerbe, Einzelhandel (Kassenbereich), Bau- und Gartenlandschaftsbau sowie das Gesundheitswesen.<\/p>\n<p>Relativ stabil stellt sich die aktuelle Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt dar. Aktuell sind bei der Arbeitsagentur Fulda noch 196\u00c2\u00a0 Bewerberinnen und Bewerber (109 M\u00e4nner und 87 Frauen) gemeldet, die einen Ausbildungsplatz suchen. Andererseits gibt es zurzeit noch 121 freie Lehrstellen (siehe beigef\u00fcgte Liste). \u201eObgleich das neue Ausbildungsjahr bereits begonnen hat, sind zahlreiche Arbeitgeber bereit, noch Auszubildende f\u00fcr dieses Jahr einzustellen. Insofern gibt es immer noch Chancen, eine Ausbildungsstelle zu bekommen\u201c, erkl\u00e4rt Waldemar Dombrowski.<\/p>\n<p>F\u00fcr benachteiligte Jugendliche oder junge Menschen, die eine Ausbildung momentan nicht realisieren k\u00f6nnen, hat die Arbeitsagentur Fulda 39 au\u00dferbetriebliche Ausbildungspl\u00e4tze zum Beispiel in den Bereichen Lager\/Handel, Elektronik, Energie- und Geb\u00e4udetechnik, sowie im Hotel- und Gastst\u00e4ttengewerbe und im Bereich K\u00f6rperpflege eingerichtet und finanziert diese auch. Um Jugendliche, die keine Lehrstelle gefunden haben, gezielt auf eine Ausbildung vorzubereiten, werden au\u00dferdem 280 Pl\u00e4tze in berufsvorbereitenden Bildungsma\u00dfnahmen zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus beginnen beim Amt f\u00fcr Arbeit und Soziales, das die Jugendlichen im Rechtskreis des SGB II betreut, im Oktober neue Ma\u00dfnahmen zur beruflichen Orientierung, Aktivierung und Qualifizierung f\u00fcr \u00fcber 100 Leistungsberechtigte unter 25 Jahren.<\/p>\n<div id=\"_mcePaste\" style=\"overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;\">Fulda. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit gegen\u00fcber dem Vorjahresmonat war im August deutlicher zu sp\u00fcren als in den Monaten zuvor. Derzeit sind bei der Agentur f\u00fcr Arbeit Fulda und beim Amt f\u00fcr Arbeit und Soziales 6.733 Menschen (Arbeitslosenquote: 6,1 Prozent) arbeitslos gemeldet. Das sind 80 mehr als im Juli und 1.062 (18,7 Prozent) mehr als im August 2008. Der Zuwachs entf\u00e4llt haupts\u00e4chlich auf den Bereich der Arbeitslosenversicherung, f\u00fcr den die Arbeitsagentur verantwortlich ist. Hier waren mit 3.010 im August 781 M\u00e4nner und Frauen mehr arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr. Im Bereich des SGB II (Amt f\u00fcr Arbeit und Soziales) stieg die Zahl der Arbeitslosen binnen Jahresfrist um 251 auf 3.723.<\/p>\n<p>\u201eDie Wirtschaftskrise ist nun sp\u00fcrbar auf dem Arbeitsmarkt in der Region angekommen\u201c, kommentiert Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Agentur f\u00fcr Arbeit Fulda die ver\u00e4nderte Arbeitsmarktlage. Im August 2008 hatten sich bei der Arbeitsagentur 794 Menschen arbeitslos gemeldet, zugleich konnten 1.012 die Arbeitslosigkeit beenden. Im August 2009 haben sich 963 Menschen erstmals oder erneut bei der Arbeitsagentur arbeitslos gemeldet, nur 880 meldeten sich ab. \u201eErkennbar ist dar\u00fcber hinaus, dass es vor einem Jahr einfacher war, die Menschen wieder in Besch\u00e4ftigung zu bringen\u201c, f\u00fchrt der Agenturchef aus. Lediglich 334 M\u00e4nner und Frauen verlie\u00dfen die Arbeitslosigkeit im August in Richtung Erwerbst\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p>Besondere Sorgen bereitet der in beiden Rechtskreisen \u00fcberproportionale Anstieg bei den \u00fcber 50-J\u00e4hrigen (+23,1 Prozent auf 1.838) sowie bei den j\u00fcngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren, deren Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 323 (41,8 Prozent) zunahm und nun bei 1.095 liegt.\u00c2\u00a0 Hier schl\u00e4gt sich zum einen das Wegbrechen von Helfert\u00e4tigkeiten nieder, wo junge Menschen ohne formale Ausbildung bisher beruflich Fu\u00df fassen konnten. Zum anderen gestaltet sich die \u00dcbernahme nach der Ausbildung in den Betrieben schwieriger.<\/p>\n<p>Besch\u00e4ftigungsstabilisierend wirkt sich nach wie vor die hohe Inanspruchnahme des Kurzarbeitergeldes aus. Bei der Arbeitsagentur Fulda haben bis Ende August 244 Betriebe f\u00fcr 8.775 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt. Wie hoch die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergeldes im August tats\u00e4chlich war, kann aufgrund der sp\u00e4ter erfolgenden Abrechnung noch nicht genau beziffert werden. Die Abrechungen von Juni ergeben, dass im Agenturbezirk 5.085 Personen tats\u00e4chlich Kurzarbeitergeld bezogen haben. Bei einem durchschnittlichen Arbeitsausfall von \u00fcber 30 Prozent wurden rein rechnerisch 1.525 Vollzeitstellen \u00fcber das Instrument der Kurzarbeit abgesichert. Erfreulich ist, dass der durchschnittliche Arbeitsausfall pro betroffenem Mitarbeiter von \u00fcber 50 auf 30 Prozent gesunken ist. Au\u00dferdem sind von den Betrieben, die seit Oktober vergangenen Jahres Kurzarbeit angezeigt hatten, inzwischen 19 zur Vollarbeit zur\u00fcckgekehrt.<\/p>\n<p>Seit Jahresbeginn konnte der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur 2.728 Stellen rekrutieren. Das waren 205 weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der R\u00fcckgang betraf insbesondere Stellen in Verkehrs-, und Metallberufen. Im Bereich der Zeitarbeit ist eine leichte Belebung vorhanden. Gesucht werden hier weiterhin Fachkr\u00e4fte in den Bereichen Elektro, Pflege und Sanit\u00e4r sowie Tischler. Weitere Branchen, in denen Arbeitskr\u00e4fte gesucht werden sind Gastgewerbe, Einzelhandel (Kassenbereich), Bau- und Gartenlandschaftsbau sowie das Gesundheitswesen.<\/p>\n<p>Relativ stabil stellt sich die aktuelle Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt dar. Aktuell sind bei der Arbeitsagentur Fulda noch 196\u00c2\u00a0 Bewerberinnen und Bewerber (109 M\u00e4nner und 87 Frauen) gemeldet, die einen Ausbildungsplatz suchen. Andererseits gibt es zurzeit noch 121 freie Lehrstellen (siehe beigef\u00fcgte Liste). \u201eObgleich das neue Ausbildungsjahr bereits begonnen hat, sind zahlreiche Arbeitgeber bereit, noch Auszubildende f\u00fcr dieses Jahr einzustellen. Insofern gibt es immer noch Chancen, eine Ausbildungsstelle zu bekommen\u201c, erkl\u00e4rt Waldemar Dombrowski.<\/p>\n<p>F\u00fcr benachteiligte Jugendliche oder junge Menschen, die eine Ausbildung momentan nicht realisieren k\u00f6nnen, hat die Arbeitsagentur Fulda 39 au\u00dferbetriebliche Ausbildungspl\u00e4tze zum Beispiel in den Bereichen Lager\/Handel, Elektronik, Energie- und Geb\u00e4udetechnik, sowie im Hotel- und Gastst\u00e4ttengewerbe und im Bereich K\u00f6rperpflege eingerichtet und finanziert diese auch. Um Jugendliche, die keine Lehrstelle gefunden haben, gezielt auf eine Ausbildung vorzubereiten, werden au\u00dferdem 280 Pl\u00e4tze in berufsvorbereitenden Bildungsma\u00dfnahmen zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus beginnen beim Amt f\u00fcr Arbeit und Soziales, das die Jugendlichen im Rechtskreis des SGB II betreut, im Oktober neue Ma\u00dfnahmen zur beruflichen<br \/>\nOrientierung, Aktivierung und Qualifizierung f\u00fcr \u00fcber 100 Leistungsberechtigte unter 25 Jahren.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit gegen\u00fcber dem Vorjahresmonat war im August deutlicher zu sp\u00fcren als in den Monaten zuvor. Derzeit sind bei der Agentur f\u00fcr Arbeit Fulda und beim Amt f\u00fcr Arbeit und Soziales 6.733 Menschen (Arbeitslosenquote: 6,1 Prozent) arbeitslos gemeldet. 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