{"id":37011,"date":"2009-08-25T11:10:10","date_gmt":"2009-08-25T09:10:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=37011"},"modified":"2009-08-25T15:10:23","modified_gmt":"2009-08-25T13:10:23","slug":"marx-gegen-systematische-verschandelung-der-landschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=37011","title":{"rendered":"Marx gegen systematische Verschandelung der Landschaft"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vogelsbergkreis. <\/strong>Landrat Rudolf Marx will keine weiteren Windkraftanlagen im Vogelsbergkreis. \u201eEs reicht\u201c, bewertet er das Vorhaben der Gemeinde Freiensteinau im S\u00fcden des Kreises, weitere 30 Anlagen \u2013 zum Teil bis zu 180 Meter hoch \u2013 zu errichten. Es gehe ihm nicht um \u201eFeindschaft gegen\u00fcber der Nutzung der Windkraft\u201c. Aber \u201ewas zuviel ist, ist zuviel\u201c. Marx, der auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Hessischer Naturparke ist, sieht gro\u00dfe Gefahren f\u00fcr die \u201eendlich gut in Gang gekommene touristische Entwicklung\u201c. Die nat\u00fcrliche und unvergleichlich sch\u00f6ne Silhouette des Vogelsberger werde \u201esystematisch und radikal verschandelt\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/WKAdimensionen.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-37012\" title=\"Pressestelle Vogelsbergkreis \" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/WKAdimensionen-265x130.jpg\" alt=\"Pressestelle Vogelsbergkreis \" width=\"265\" height=\"130\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/WKAdimensionen-265x130.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/WKAdimensionen-1024x505.jpg 1024w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/WKAdimensionen.jpg 1215w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/WKAFreiensteinau.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-37013\" title=\"Pressestelle Vogelsbergkreis \" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/WKAFreiensteinau-265x236.jpg\" alt=\"Pressestelle Vogelsbergkreis \" width=\"265\" height=\"236\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/WKAFreiensteinau-265x236.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/WKAFreiensteinau.jpg 673w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><!--more--><\/p>\n<p><strong>74 Prozent aller mittelhessischen WKA stehen im Vogelsberg<\/strong><\/p>\n<p>Marx bef\u00fcrchtet im Fall Freiensteinau auch einen Pr\u00e4zedenzfall, da \u201eandere Gemeinden aufgrund finanzieller \u00dcberlegungen dem Beispiel Freiensteinau folgen k\u00f6nnten\u201c. Dadurch w\u00fcrde es zu einer unkontrollierten Ausweisung von Windkraftstandorten kommen, wodurch das Landschaftsbild des Vogelsberg nicht nur teilweise, sondern dann v\u00f6llig ver\u00e4ndert w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Neben dem Landschaftsschutz \u2013 \u201eunsere geschmeidige Horizontlinie wird f\u00f6rmlich zerhackt\u201c \u2013 bewegen den Landrat auch Naturschutz- und Artenschutzaspekte sowie die St\u00f6rung der Bev\u00f6lkerung durch Schattenwurf und Ger\u00e4usche und die Senkung des Wohnwerts in den angrenzenden D\u00f6rfern durch die mittlerweile \u201ewirklich riesigen Anlagen\u201c. Eine Senkung des Wohnwerts k\u00f6nne man angesichts der schon jetzt bedrohlichen demografischen Entwicklung \u201enun wirklich nicht gebrauchen\u201c.<\/p>\n<p><strong>Profitable Industrieanlagen<\/strong><\/p>\n<p>180 Meter hoch, wegen der Gef\u00e4hrdung des Flugverkehrs ausgestattet mit gro\u00dfen Blinklichtern, lie\u00dfen diese profitablen Industrieanlagen die Natur immer mehr in den Hintergrund r\u00fccken. Und Tausende von Kubikmetern Beton f\u00fcr die Turmfundamente seien auch nicht das, \u201ewas ich mir unter klassischem Naturschutz vorstelle\u201c, sagt Rudolf Marx.<\/p>\n<p>\u201eMittlerweile geht es wirklich an die Substanz, die Dominanz der Generatoren gef\u00e4hrden die \u00d6kosysteme, und selbst die W\u00e4lder werden nun nicht mehr verschont\u201c. Jede weitere Anlage ist aus Sicht des Landrats \u201eein Skandal\u201c. Dabei kritisiert Marx sowohl das Land \u2013 \u201eWill man uns bewusst benachteiligen?\u201c \u2013 als auch jene Kommunen, die \u201eglauben mit der Windkraft das Heil aus der Finanzkrise gefunden zu haben.\u201c Dies sei unverantwortlich und inakzeptabel, weil es zu Lasten regionaler Interessen gehe.<\/p>\n<p><strong>Partikularinteressen einzelner Kommunen<\/strong><\/p>\n<p>Die Landesplanung und die \u201ePartikularinteressen einzelner Kommunen\u201c wirkten wie eine Zangenbewegung gegen die Wahrnehmung berechtigter und offenkundiger regionaler Interessen. Im Regierungsbezirk Gie\u00dfen \u2013 also in insgesamt f\u00fcnf Landkreisen \u2013 seien zurzeit 238 Windkraftanlagen in Betrieb. Von diesen 238 st\u00fcnden 175 im Vogelsbergkreis \u2013 also 74 Prozent.<\/p>\n<p>Auch bezogen auf ganz Hessen werde der Vogelsberg weit \u00fcberproportional belastet. \u201eDas ist unfair und eine klare Benachteiligung des l\u00e4ndlichen Raums\u201c, sagt Rudolf Marx und kritisiert, dass sich andere Landkreise \u201eauf Kosten des Vogelsbergs die Sicht frei halten\u201c. Marx h\u00e4lt das f\u00fcr \u201eunfair\u201c und nennt als Beispiele den Taunus und die Lahnberge. Er werde es nicht hinnehmen, falls klar werde, dass das Land den Vogelsberg als \u201eR\u00fcckzugsfl\u00e4che\u201c f\u00fcr alle weiteren Windkraftanlagen auserkoren habe. \u201eDiese Rolle werden wir nicht annehmen\u201c, unterstreicht der Christdemokrat.<\/p>\n<p><strong>Politiker auf allen politischen Ebenen um 180 Grad gedreht<\/strong><\/p>\n<p>Wer einen Blick auf die Karte des Vogelsbergkreises mit seinen jetzt schon 30 Standorten mit insgesamt 175 Anlagen werfe, der k\u00f6nne nur den Eindruck gewinnen: \u201eWir werden zugepflastert.\u201c Marx zeigt sich tief entt\u00e4uscht und ver\u00e4rgert dar\u00fcber, dass sich \u201eviele Politiker auf allen politischen Ebenen um 180 Grad gedreht haben\u201c, weil Geld erfolgreich als Lockmittel eingesetzt werde. Mit dem durch den Steuerzahler subventionierten Windstrom werde viel Geld verdient, und die Lobbyarbeit der Industrie sei \u201emassiv\u201c.<\/p>\n<p>Als Chef des Naturparks und der regionalen Tourismusgesellschaft freue sich Marx \u00fcber den \u201edeutlichen Wandel zu mehr regionalem Denken\u201c. Man habe begonnen zu erkennen, dass es langfristig \u00f6konomisch unverzichtbar ist, \u00fcber den eigenen Tellerrand hinaus zu denken, \u201edamit wir alle wirtschaftlich erfolgreich sein k\u00f6nnen\u201c. Was aber nun mit der massiven Windenergiepolitik der Kommunen geschehe, sei gleichsam ein \u201eRoll-Back\u201c. Auf einmal gelte das berechtigte regionale Interesse nichts mehr, sondern nur noch das egoistische Partikularinteresse einzelner Kommunen \u2013 und die gesamte Region und ihre Landschaft m\u00fcssten darunter leiden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Vogelsbergkreis. 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