{"id":36884,"date":"2009-08-21T07:20:26","date_gmt":"2009-08-21T05:20:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=36884"},"modified":"2009-08-21T08:05:44","modified_gmt":"2009-08-21T06:05:44","slug":"traetzhof-moeglicherweise-siedlungsbereich-in-unmittelbarer-naehe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=36884","title":{"rendered":"Tr\u00e4tzhof: M\u00f6glicherweise Siedlungsbereich in unmittelbarer N\u00e4he?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda. <\/strong>Niemand wei\u00df, wer sie waren, wie sie aussahen. Oder wie sie gelebt haben. Dass am Tr\u00e4tzhof schon lange vor unserer Zeit Menschen zu Hause waren, w\u00e4re  wohl immer ein Geheimnis der Geschichte geblieben, h\u00e4tte es nicht im Februar geomagnetische Messungen gegeben. Auf einem Acker am Rande der Gemeinde ist Stadt- und Kreisbodendenkmalpfleger Dr. Frank Verse mit seinem Team f\u00fcndig geworden. Auf den Fotos der Bodenanalyse zeichneten sich deutlich kreisrunde Strukturen ab: Steinformationen als deutliche Hinweise auf erhaltene Reste urspr\u00fcnglicher H\u00fcgelgr\u00e4ber. An die Gro\u00dfgr\u00e4ber schlie\u00dfen sich kleinere so genannte Annexe mit Nachbestattungen an. Einzige \u00dcberbleibsel jener Frauen, M\u00e4nner und Kinder, die vor Jahrtausenden am Tr\u00e4tzhof siedelten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/090820_siedlung2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-36886\" title=\"090820_siedlung2\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/090820_siedlung2-265x176.jpg\" alt=\"090820_siedlung2\" width=\"265\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/090820_siedlung2-265x176.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/090820_siedlung2.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/090820_siedlung1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-36885\" title=\"090820_siedlung1\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/090820_siedlung1-265x398.jpg\" alt=\"090820_siedlung1\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/090820_siedlung1-265x398.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/090820_siedlung1.jpg 399w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><!--more--><\/p>\n<p><strong>Beachtliche Ausma\u00dfe<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber den aktuellen Stand der Grabungen verschaffte sich Fuldas OB und Kulturdezernent Gerhard M\u00f6ller gemeinsam mit Kulturamtsleiter Dr. Werner Kirchhoff bei einem Ortstermin einen ersten Eindruck. Wie die H\u00fcgelgr\u00e4ber urspr\u00fcnglich ausgesehen haben, l\u00e4sst sich heute nur noch erahnen. Der eigentliche Erdh\u00fcgel des freigelegten Grabes ist l\u00e4ngst verschwunden. Wind und Wetter, aber auch der Mensch haben \u00fcber die Jahrhunderte ganze Arbeit geleistet. \u201eEr wird vermutlich zwei bis 2,5 Meter hoch gewesen sein\u201c, vermutet Verse. Die Basis, ein kleines M\u00e4uerchen, d\u00fcrfte eine H\u00f6he von  40 und 50 Zentimetern erreicht haben. Der Durchmesser des Grabh\u00fcgels betrug rund 13 Meter \u2013 beachtliche Ausma\u00dfe. Im Zentrum des Bauwerks hatte sich der Leichnam befunden, der ebenerdig bestattet worden war. Ob in einem ausgeh\u00f6hlten<\/p>\n<p>Baumstamm oder in einer kleinen Holzkammer, \u00fcber die die Erbauer Steine anh\u00e4uften, l\u00e4sst sich nicht mehr genau feststellen. Fest steht indes, dass die Toten w\u00fcrdig bestattet worden sind, wie Verse sagt.<\/p>\n<p><strong>10 H\u00fcgelgr\u00e4ber ausgegraben<\/strong><\/p>\n<p>Zur\u00fcckhaltend \u00e4u\u00dfert sich der Arch\u00e4ologe zur Frage, aus welcher Zeit die aktuellen Funde stammen. Alles deute auf die H\u00fcgelgr\u00e4berzeit hin. \u201eWir sind in der metallzeitlichen Phase mit starkem Bezug zur Bronzezeit, aber endg\u00fcltig kann ich es noch nicht sagen.\u201c Verse muss auch bei einer zweifelsfreien Antwort  passen , ob oder wo sich vermutlich eine Siedlung in unmittelbarer  N\u00e4he zum Gr\u00e4berfeld befunden haben k\u00f6nnte. \u201eWir rechnen zwar damit, dass Siedlungsbereiche anzutreffen sind.\u201c M\u00f6glicherweise habe es auf dem gegen\u00fcber liegenden Areal einen Siedlungsplatz gegeben. \u201eAber das\u201c, so relativiert Verse, \u201e ist alles Spekulation.\u201c Tatsache hingegen ist, dass es in den W\u00e4ldern in der n\u00e4heren Umgebung weitere H\u00fcgelgr\u00e4ber gibt. \u201eWir bewegen uns in einer interessanten Region\u201c, freut sich der Wissenschaftler in Verse.<\/p>\n<p>Zehn H\u00fcgelgr\u00e4ber sind vor Jahrzehnten ausgegraben worden. Welche und ob der jetzige auch dazu geh\u00f6rt, \u201ewissen wir nicht\u201c, r\u00e4umt Fuldas Stadt- und Kreisbodendenkmalpfleger ein. Davon ist abh\u00e4ngig, welche Funde der Boden Preis gibt. Knochenfunde sind laut Verse \u201edenkbar, aber abh\u00e4ngig vom Boden.\u201c Der vorhandene Buntsandstein ist nicht so g\u00fcnstig f\u00fcr die Konservierung menschlicher \u00dcberreste. Kleinere Fragmente von Tongef\u00e4\u00dfen haben flei\u00dfige Helfer, \u00fcberwiegend Bewohner des Tr\u00e4tzhofs, aber auch  Studenten der Uni Mainz, inzwischen ausgraben k\u00f6nnen. M\u00f6ller, der selbst ein Faible f\u00fcr Geschichte und Arch\u00e4ologie hat, bewunderte die Relikte l\u00e4ngst vergangenen Tage.<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr mich haben die Menschen von damals bereits eine hohe Kunstfertigkeit bewiesen.\u201c F\u00fcr bemerkenswert h\u00e4lt Fuldas Verwaltungschef auch das hohe Interesse und die Akribie, mit der die Helfer an ihr wissenschaftliches Werk gehen. Wer sich selbst ein Bild von den Ausgrabungen machen m\u00f6chte, kann am 22. August zum \u201eTag der offenen T\u00fcr\u201c um 10 und um 15 Uhr an F\u00fchrungen auf dem Grabungsareal am Tr\u00e4tzhof teilnehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Niemand wei\u00df, wer sie waren, wie sie aussahen. Oder wie sie gelebt haben. Dass am Tr\u00e4tzhof schon lange vor unserer Zeit Menschen zu Hause waren, w\u00e4re wohl immer ein Geheimnis der Geschichte geblieben, h\u00e4tte es nicht im Februar geomagnetische Messungen gegeben. 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