{"id":3644,"date":"2007-06-15T00:30:38","date_gmt":"2007-06-14T22:30:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=3644"},"modified":"2007-06-15T00:31:02","modified_gmt":"2007-06-14T22:31:02","slug":"12-documenta-in-kassel-eine-weltkunstschau-fuer-die-sinne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=3644","title":{"rendered":"12. documenta in Kassel &#8211; Eine Weltkunstschau f\u00fcr die Sinne"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sch\u00f6nes f\u00fcr Kunstliebhaber.<\/strong> \u00c4u\u00dferlich kommt die documenta ganz bescheiden daher. Das Logo der zw\u00f6lften Kasseler Weltkunstschau besteht aus Strichen, wie sie Gastwirte auf Bierdeckeln machen. Den Weg zu den Ausstellungsorten weisen Schilder in krakeliger Handschrift.<\/p>\n<p><a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/070614_documenta_01.jpg\" title=\"070614_documenta_01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/070614_documenta_01.thumbnail.jpg\" alt=\"070614_documenta_01.jpg\" \/><\/a>\u00c2\u00a0<a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/070614_documenta_02.jpg\" title=\"070614_documenta_02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/070614_documenta_02.thumbnail.jpg\" alt=\"070614_documenta_02.jpg\" \/><\/a>\u00c2\u00a0<a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/070614_documenta_03.jpg\" title=\"070614_documenta_03.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/070614_documenta_03.thumbnail.jpg\" alt=\"070614_documenta_03.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p><!--more-->Von den 113 documenta-Teilnehmern stammt mehr als die H\u00e4lfte aus Regionen, die nicht nur in der Kunstwelt zur Peripherie z\u00e4hlen und gemeinhin unterrepr\u00e4sentiert sind &#8211; Osteuropa, Asien, Afrika und S\u00fcdamerika. Allein China ist mit sieben K\u00fcnstlern vertreten. Die meisten Namen wird man erst lernen m\u00fcssen, Prominenz gibt es kaum. Und der wohl ber\u00fchmteste documenta-Teilnehmer bleibt Kassel sogar fern: Der spanische Starkoch Ferran Adri\u00c3\u00a0 wird sein Restaurant &#8220;elBulli&#8221; nicht vor\u00fcbergehend nach Nordhessen verlegen, sondern weiter in Spanien kochen.<\/p>\n<p>&#8220;Wir haben uns f\u00fcr die einfachste L\u00f6sung entschieden und \u00c2\u00b4elBulli\u00c2\u00b4 zum documenta-Standort gemacht&#8221;, sagte Buergel, als er seine Ausstellung am Mittwoch der Presse vorstellte. Die Weltkunstschau habe in dem Restaurant einen Tisch reserviert. Wer dort essen d\u00fcrfe, bestimme allein die k\u00fcnstlerische Leitung. &#8220;Da verlassen wir uns auf unser bew\u00e4hrtes Modell der kuratorischen Willk\u00fcr&#8221;, erkl\u00e4rte Buergel. &#8220;Wer mich darauf anspricht und darum bittet, hat schon verloren.&#8221;<\/p>\n<p>\u00dcberraschungen f\u00fcr die Geschmacksnerven bleiben also das Privileg einiger weniger documenta-G\u00e4ste. An Reizen f\u00fcr Sinne und Geist aber wird es auch den \u00fcbrigen Besuchern der Kasseler Weltkunstausstellung nicht mangeln. Farbenfroh und hell sind die R\u00e4ume gestaltet, mit so viel Platz, dass es auch bei dem erwarteten Besucheransturm kein Gedr\u00e4ngel geben muss. Buergel und sein Team haben viel Zeit darauf verwandt, die mehr als 500 Kunstwerke &#8211; 100 mehr als urspr\u00fcnglich angek\u00fcndigt &#8211; sorgf\u00e4ltig zu arrangieren und miteinander in Beziehung zu setzen.<\/p>\n<p>Von 600 Jahre alten persischen Miniaturen bis zu Arbeiten, die eigens f\u00fcr die documenta entstanden sind, reicht das Spektrum. Kunstwerke aus verschiedenen Weltteilen oder Jahrhunderten h\u00e4ngen nebeneinander, kommentieren sich gegenseitig und erm\u00f6glichen Assoziationen. Das Entdecken von \u00c4hnlichkeiten und Verwandtschaften solle bei den Besuchern die Erkenntnis bef\u00f6rdern, dass es &#8220;Alternativen zu Identit\u00e4t und Differenz&#8221; gibt und dass &#8220;Unentscheidbarkeit&#8221; kein Problem sei, sagte Buergel. &#8220;Wenn die Ausstellung funktioniert, kann die documenta ein Mittel sein, Leute dazu zu ermuntern, diese Intelligenz in sich selber zu entdecken.&#8221;<\/p>\n<p>Die Auswahl der documenta-Teilnehmer folge &#8220;keiner Leitlinie, keiner Rezeptur&#8221;, so der k\u00fcnstlerische Leiter. Gleichwohl liegt ein deutlicher Schwerpunkt auf Arbeiten mit politischem Anspruch. So erinnern die Gem\u00e4lde des chilenischen K\u00fcnstlers Juan Davila in ihrer Direktheit an Agitprop-Bilder. Der \u00d6sterreicher Peter Friedl zeigt eine pr\u00e4parierte Giraffe, die zum Opfer des Nahostkonflikts wurde. Und Romuald Hazoum\u00e9 aus Benin hat unter dem Titel &#8220;Dream&#8221; ein Boot aus Plastikkanistern geschaffen, das an die mutig-hoffnungslosen Fahrten illegaler Einwanderer von Afrika nach Europa erinnert.<\/p>\n<p><strong>Die documenta 12 \u00f6ffnet am morgigen Samstag ihre Tore f\u00fcr das Publikum. An den hundert Tagen bis zum 23. September werden mindestens 650.000 Besucher erwartet.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Sch\u00f6nes f\u00fcr Kunstliebhaber. \u00c4u\u00dferlich kommt die documenta ganz bescheiden daher. Das Logo der zw\u00f6lften Kasseler Weltkunstschau besteht aus Strichen, wie sie Gastwirte auf Bierdeckeln machen. 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