{"id":36375,"date":"2009-08-13T07:05:38","date_gmt":"2009-08-13T05:05:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=36375"},"modified":"2009-08-13T08:58:53","modified_gmt":"2009-08-13T06:58:53","slug":"e-on-verkauft-thuega-an-stadtwerkekonsortium-gwv-wird-anteilseigner-von-thuega","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=36375","title":{"rendered":"E.ON verkauft Th\u00fcga an Stadtwerkekonsortium: GWV wird Anteilseigner von Th\u00fcga"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda. <\/strong>E.ON hat heute bekannt gegeben, die Th\u00fcga AG an ein Stadtwerkekonsortium, zu dem auch die Gas- und Wasserversorgung Fulda GmbH (GWV) geh\u00f6rt, verkaufen zu wollen. Die Th\u00fcga AG h\u00e4lt an rund 90 kommunalen und regionalen deutschen Versorgungsunternehmen eine Minderheitsbeteili\u00c2\u00acgung, darunter 25,1 Prozent an der GWV Fulda.<!--more--><\/p>\n<p>Die Th\u00fcga AG, eine 100 % Tochtergesellschaft der E.ON Ruhrgas AG, bildet \u00fcber ihre Beteiligung an diesen Versorgungsunternehmen das gr\u00f6\u00dfte Netzwerk kommunaler Energieversorger in Deutschland. Mehrheitseigent\u00fcmer sind zumeist die jeweiligen St\u00e4dte und Gemeinden. Inklusive aller Minderheitsbeteiligungen (Th\u00fcga-Anteil \u00fcber 20 %) erzielte die Th\u00fcga-Gruppe in 2008 mit insgesamt rund 19.200 Mit\u00c2\u00acarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von ca. 16,4 Milliarden Euro. Als Dienstleistungsplattform bietet die Th\u00fcga den beteiligten Unternehmen Unterst\u00fctzung in den Bereichen Energieeinkauf, Vertrieb, Entwicklung neuer Produkte und technischer Projekte, zum Beispiel im Bereich erneuerbare Energien. Ziel dabei ist es, Synergien optimal zu nutzen und die Eigenst\u00e4ndigkeit der beteiligten Unternehmen zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Das kommunal gepr\u00e4gte Bieterkonsortium Integra \/ KOM9 hat sich mit E.ON \u00fcber die wirtschaftlichen Grundz\u00fcge zum Kauf der Th\u00fcga bereits geeinigt. Der vereinbarte Kaufpreis f\u00fcr die Th\u00fcga bel\u00e4uft sich auf insgesamt rund 2,9 Milliarden Euro. Der Kaufvertrag soll in den kommenden Wochen unterzeichnet werden. Der Vollzug der Trans\u00c2\u00acaktion wird nach Freigabe durch das Bundeskartellamt und die zust\u00e4ndigen Gremien der beteiligten Unternehmen noch in diesem Jahr erwartet.<\/p>\n<p>Jeweils knapp 21 Prozent sollen zun\u00e4chst die drei Integra-Konsorten enercity (Stadtwerke Hannover AG), Mainova AG (Frankfurt), N-ERGIE AG (N\u00fcrnberg) \u00fcber\u00c2\u00acnehmen, der Anteil der KOM9-Gruppe betr\u00e4gt anfangs rund 38 %.<br \/>\nDem KOM9-Verbund geh\u00f6ren derzeit 46 Stadtwerke und regionale Versorger aus ganz Deutschland an. Diese mittleren und kleineren Th\u00fcga-Beteiligungsunternehmen hatten sich eigens zum Erwerb von Anteilen an der Th\u00fcga AG zu einer Gesellschaft (\u201eKOM9 GmbH &amp; Co. KG&#8221;) zusammengeschlossen, deren Gr\u00fcndungsmitglied GWV Fulda ist. GWV wird sich innerhalb der KOM9-Gruppe mit insgesamt 10 Mio. Euro am Erwerb der Th\u00fcga AG beteiligen und somit demn\u00e4chst indirekt Anteilseigner an ihrem Anteilseigner Th\u00fcga sein. Th\u00fcga ist bereits seit 2001 strategischer Partner der GWV.<\/p>\n<p><strong>Neue Kraft am deutschen Energie- und Wassermarkt entsteht<\/strong><br \/>\nMit der Herausl\u00f6sung der Th\u00fcga aus dem E.ON-Konzern werden sich die Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse auf dem deutschen Energiemarkt verschieben. Neben E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall wird die Th\u00fcga zur neuen Kraft unter den Energie- und Wasserversorgern in Deutschland, die unabh\u00e4ngig von den gro\u00dfen Konzernen sein wird. Alle Anteilseigner dieser neuen deutschen Stadtwerke-Holding sind mehrheitlich in kommunaler Hand.<\/p>\n<p>Die neuen Anteilseigner der Th\u00fcga planen, das bew\u00e4hrte Th\u00fcga-Modell einer Dienstleistungsplattform f\u00fcr diejenigen Versorgungsunternehmen, an denen Th\u00fcga beteiligt ist, weiter auszubauen. Auch der Erwerb weiterer Stadtwerkebeteiligungen w\u00fcrde f\u00fcr diese neue Th\u00fcga wieder m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>OB M\u00f6ller: \u201eAus voller \u00dcberzeugung dabei<\/strong>\u201c<br \/>\nIn seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der GWV begr\u00fc\u00dft Fuldas Oberb\u00fcrgermeister Gerhard M\u00f6ller die Beteiligung an der Th\u00fcga: \u201eDurch den \u00dcbergang der Th\u00fcga in die Hand der Stadtwerke und regionalen Energieversorgungsunternehmen werden kommunale Strukturen der Energieversorgung gest\u00e4rkt. Die beteiligten Kommunen k\u00f6nnen sich damit \u00fcber ihre Stadtwerke auch langfristig Einflussm\u00f6glichkeit auf eine wettbewerbsf\u00e4hige Energieversorgung innerhalb ihres Stadtgebietes sichern, ohne in die Abh\u00e4ngigkeit von gro\u00dfen deutschen, europ\u00e4ischen oder au\u00dfereurop\u00e4ischen Energie\u00c2\u00ackonzernen zu geraten. Damit entsteht ein auch energiepolitisch au\u00dferordentlich sinnvoller Stadtwerke-Verbund in kommunaler Hand\u201c.<\/p>\n<p><strong>Dr. Szepanek: Gest\u00e4rkt in die Zukunft<\/strong><br \/>\nGWV-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Peter Szepanek, der von der ersten Stunde an aktiv in den KOM9-Prozess eingebunden war, sieht in der zuk\u00fcnftigen Beteiligung eine bedeutende Chance f\u00fcr die strategische Ausrichtung der GWV. \u00dcbergeordnetes Ziel sei es, die Selbstst\u00e4ndigkeit des Unternehmens zu festigen, die Wertsch\u00f6pfung und Arbeitspl\u00e4tze vor Ort zu sichern und gleichzeitig Teil einer zukunftssicheren, schlagkr\u00e4ftigen Stadtwerke-Holding zu sein.<\/p>\n<p>\u201eDie bereits in der Vergangenheit erfolgreiche strategische Partnerschaft zwischen GWV und Th\u00fcga wird mit den neuen Eigent\u00fcmern nochmals ausgebaut. Das st\u00e4rkt GWV als Garant f\u00fcr eine zugleich sichere und preiswerte Energieversorgung in der Region\u201c, begr\u00fcndete Dr. Szepanek diese 10 Mio. Euro Investition.<\/p>\n<p>\u201eIm Verbund k\u00f6nnen wir regionalen Versorger und Stadtwerke unsere Interessen nachhaltiger vertreten. Das ist vor dem Hintergrund der sich wandelnden Bedingungen und des immer sch\u00e4rferen Wettbewerbs auf den Energiem\u00e4rkten von gro\u00dfer Bedeutung. Durch die B\u00fcndelung von Know-how und Ressourcen lassen sich zuk\u00fcnftig auch gr\u00f6\u00dfere Projekte \u2013 zum Beispiel im Bereich der regenerativen Energien \u2013 umsetzen und technologische Entwicklungen vorantreiben. Davon profitieren dann auch wir hier vor Ort \u2013 und damit unsere Kunden und Mitarbeiter.\u201c<\/p>\n<p><strong>Strategisch und kaufm\u00e4nnisch kluge Investition<\/strong><br \/>\nDen Einstieg bei der neuen Th\u00fcga bewerten Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung und Aufsichtsrat der GWV sowie die zust\u00e4ndigen Gremien der Stadt Fulda als eine strategische Investition, die zudem eine wirtschaftlich attraktive Rendite erwarten l\u00e4sst. Bereits im Juni hatten Magistrat, Haupt- und Finanzausschuss und die Stadtverordneten diesem Vorhaben einstimmig gr\u00fcnes Licht gegeben, wenn der Kaufpreis f\u00fcr die Th\u00fcga AG wirtschaftlich vertretbar ist. Nach der Einigung mit der E.ON sieht der Aufsichtsrat der GWV diese Bedingung als sehr gut erf\u00fcllt an.<\/p>\n<p><strong>Wissenswertes zur KOM9<\/strong><br \/>\nDie KOM9 ist ein Verbund von Stadtwerken und regionalen Energie\u00c2\u00acversorgern aus ganz Deutschland, von Villingen-Schwenningen bis Sylt, von Germersheim bis Pirna. Der Verbund wurde 2008 von anf\u00e4nglich neun Energieversorgungsunternehmen gegr\u00fcndet und ist innerhalb weniger Monate auf eine Gruppe von inzwischen 46 Mit\u00c2\u00acgliedern angewachsen. Etliche weitere Unternehmen in mehrheitlich kommunaler Tr\u00e4gerschaft streben eine Aufnahme an.<\/p>\n<p>Die Gas- und Wasserversorgung Fulda GmbH (GWV) geh\u00f6rt zum Kreis der Gr\u00fcndungsmitglieder der KOM9 und ist in wichtigen Aussch\u00fcssen vertreten.<br \/>\nDie KOM9-Gesellschafter haben drei Gemeinsamkeiten:<br \/>\n&#8211;\tSie sind als Energie- und Wasserversorger t\u00e4tig.<br \/>\n&#8211;\tJedes Unternehmen ist mehrheitlich in kommunaler Hand.<br \/>\n&#8211;\tAn jedem Unternehmen h\u00e4lt die Th\u00fcga AG Anteile.<\/p>\n<p>Die tief greifenden Ver\u00e4nderungen in der Energiewirtschaft erfordern die Gr\u00fcndung strategischer Partnerschaften. Ein starker Verbund hat in diesem komplexen Umfeld gr\u00f6\u00dfere Zukunftschancen.<br \/>\nAls Gruppe erzielten die Mitgliedsunternehmen der KOM9 im Jahr 2008 Umsatzerl\u00f6se in H\u00f6he von 6,53 Mrd. Euro. Damit geh\u00f6rt die KOM9 (7.215 Mitarbeiter) zu den gro\u00dfen Akteuren auf dem deutschen Energiemarkt.<br \/>\nJeder KOM9-Gesellschafter ist in seinem Umfeld ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und erbringt eine erhebliche Wertsch\u00f6pfung (Arbeits- und Ausbildungspl\u00e4tze, \u00f6rtliche Investitionen in Millionenh\u00f6he, Gewerbesteuer, Konzessionsabgaben usw.). Kommunale Energieversorger treten vor Ort zudem als Sponsoren und Kultur\u00c2\u00acf\u00f6rderer auf und leisten damit einen aktiven Beitrag zur Lebensqualit\u00e4t in ihrer Region. KOM9 will dazu beitragen, dass dies auch in Zukunft so bleibt.<\/p>\n<p><strong>Kurzfassung:<\/strong><br \/>\nDie KOM9 ist ein Zusammenschluss lokaler und regionaler Energieversorgungsunternehmen unter kommunaler F\u00fchrung. Die Partner verbindet das gemeinsame Ziel, nachhaltige L\u00f6sungen f\u00fcr die energiepolitischen Herausforderungen der Zukunft zu finden und vor Ort umzusetzen. So sollen dezentrale Strukturen gest\u00e4rkt und die Netzwerke der kommunalen Energieversorger zukunftsweisend und kundennah ausgebaut werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. E.ON hat heute bekannt gegeben, die Th\u00fcga AG an ein Stadtwerkekonsortium, zu dem auch die Gas- und Wasserversorgung Fulda GmbH (GWV) geh\u00f6rt, verkaufen zu wollen. 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