{"id":3583,"date":"2007-06-10T22:30:54","date_gmt":"2007-06-10T20:30:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=3583"},"modified":"2007-06-10T22:30:54","modified_gmt":"2007-06-10T20:30:54","slug":"feierliche-eroeffnung-der-traditionellen-bonifatiuswallfahrten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=3583","title":{"rendered":"Feierliche Er\u00f6ffnung der traditionellen Bonifatiuswallfahrten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sch\u00f6nes aus Fulda.<\/strong> Es gebe viele Menschen in Deutschland, vor allem auch im Osten des Landes, die nichts mehr s\u00e4hen von Gott und Jesus Christus, auch weil man ihnen dort \u201edie Blindheit beigebracht\u201c habe. \u201eZeigen wir wieder, wer wir sind; verraten wir die Sch\u00f6nheit des anwesenden und die Gr\u00f6\u00dfe des lebendigen Gottes, denn das tut den Menschen so gut!\u201c, rief der Bischof von Dresden-Mei\u00dfen, Joachim Reinelt, heute in Fulda bei der Er\u00f6ffnung der traditionellen Bonifatiuswallfahrten auf. <!--more--><\/p>\n<p>F\u00fcr die, die Gott nahe seien, gelte, da\u00df sie die \u201everk\u00f6rperte Caritas\u201c darstellten \u2013 die heilige Elisabeth von Th\u00fcringen, die zweite Bistumspatronin von Fulda, k\u00f6nne man eigentlich als \u201eCaritas in Person\u201c bezeichnen. Denn sie habe die Wartburg verlassen und sich in Marburg, wo sie das erste Hospital gr\u00fcndete, von allem getrennt: immer wieder den Bed\u00fcrftigen gegeben, bis sie am Ende ihres jungen Lebens nicht einmal mehr einen Mantel gehabt habe. \u201eAlles in Liebe verwandelt, alles f\u00fcr die Menschen\u201c, charakterisierte der Bischof das Lebenswerk der gro\u00dfen Heiligen.<\/p>\n<p><strong>8000 Wallfahrer auf dem Domplatz<\/strong><\/p>\n<p>In einem feierlichen Pontifikalamt mit an die 8.000 Wallfahrern auf dem Fuldaer Domplatz betonte Bischof Reinelt, der Vorsitzender der Caritas-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz ist, da\u00df die Menschen in Deutschland Elisabeths Vorbild nicht vergessen h\u00e4tten. Diese habe gewu\u00dft, da\u00df Liebe immer nur durch Liebe wachse und da\u00df die Liebe g\u00f6ttlich sei.<\/p>\n<p>Man d\u00fcrfe daher nicht nur die \u201eCaritas Elisabeths feiern\u201c, sondern m\u00fcsse sie auch leben. Reinelt nahm die Gelegenheit wahr, den Westen Deutschlands zu loben, der besonders in der Flutkatastrophe des Jahres 2002 im Osten des Landes bewiesen habe, da\u00df Deutschland teilen k\u00f6nne und caritativ lebe. Besonders junge Menschen seien gerne in den Osten gekommen, um zu helfen und zu tr\u00f6sten.<\/p>\n<p><strong>\u201eEs hinterl\u00e4\u00dft Spuren, wenn Du gibst\u201c<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDas ist eine Spur einer tiefen christlichen Kultur, die selbstverst\u00e4ndlich auch auf so gro\u00dfe Gestalten wie die hl. Elisabeth zur\u00fcckzuf\u00fchren sind\u201c, so der Dresdener Oberhirte. Leider w\u00fcrden in den Zeitungen oft die Stimmen zitiert, die jammerten, da\u00df der Westen zuviel abgeben m\u00fcsse. Heute seien es auch die Menschen im Osten, die etwa durch Renovabis den Armen in Osteuropa Hilfe gew\u00e4hrten. \u201eEs hinterl\u00e4\u00dft Spuren, wenn Du gibst\u201c \u2013 dies m\u00fcsse in Zukunft auch f\u00fcr Afrika gelten, wie es ja aktuell in Heiligendamm beschlossen worden sei; die heilige Elisabeth w\u00fcrde sagen: \u201eTut es, und Ihr werdet gl\u00fccklich sein\u201c.<\/p>\n<p>Zu Beginn seiner Predigt hatte Bischof Reinelt Bezug auf die Seligpreisungen im Evangelium genommen und betont: \u201eGott traut uns zu, da\u00df wir dies erreichen\u201c. An der heiligen Elisabeth von Th\u00fcringen, nach dem hl. Bonifatius die zweite Patronin des Bistums Fulda, sei keine der Seligpreisungen vorbeigegangen. In all ihren Lebensstationen bis hin nach Marburg werde andenkend bewahrt, was sie vorgelebt habe, z. B. auch in Ronneburg, das einmal die \u201eschrecklichste Gegend der Erde\u201c gewesen sei.<\/p>\n<p><strong>Geistige bl\u00fchende Landschaft schaffen<\/strong><\/p>\n<p>Reinelt erinnerte daran, da\u00df hier durch ein sowjetisches Atomwaffenlager die ganze Gegend vergiftet war und viele Menschen jung starben. Heute sei dieser Landstrich so gut saniert worden, da\u00df es sich wirklich um eine \u201ebl\u00fchende Landschaft\u201c handle. Nun gelte es in Europa \u00fcberhaupt, eine geistige bl\u00fchende Landschaft zu schaffen \u2013 \u201eneues, junges, g\u00f6ttliches Leben\u201c m\u00fcsse zu den Menschen gebracht werden.<\/p>\n<p>Dann arbeitete der Bischof die besonderen Charaktereigenschaften Elisabeths heraus, die ebenso wie der heilige Bonifatius eine gro\u00dfe Aktualit\u00e4t habe. Zun\u00e4chst sei da ihre Leidenschaft zu nennen, denn \u201eHeilige k\u00f6nnen nicht ohne Feuer sein\u201c. Bereits als Kind sei sie sehr lebhaft gewesen, aber zugleich auch leidenschaftlich in ihrer Liebe zu Jesus. Leidenschaftlich sei die Liebe zu ihrem Mann Ludwig gewesen, ebenso leidenschaftlich auch ihre Machtaus\u00fcbung als Landgr\u00e4fin. Denn sie habe diese daf\u00fcr eingesetzt, da\u00df niemand in ihrem Herrschaftsgebiet an Hunger sterben mu\u00dfte. Aus dem Evangelium zu leben bedeutete f\u00fcr Elisabeth, jeden Menschen leidenschaftlich zu lieben.<\/p>\n<p><strong>\u201eNull Kompromi\u00df mit der Bosheit\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Bisweilen sei Elisabeth aber auch eine \u201eechte Aussteigerin\u201c gewesen und habe nach dem Prinzip \u201enull Kompromi\u00df mit der Bosheit\u201c gehandelt. Als Beispiel f\u00fchrte Reinelt an, da\u00df sie nichts gegessen habe, wenn es nicht ein berechtigtes Essen war, d. h. nicht etwa den Armen geraubt worden war, sondern von den eigenen G\u00fctern stammte. Eine aktuelle Parallele sah der Bischof darin, da\u00df Europa zuviel, Afrika viel zu wenig an Nahrungsmitteln f\u00fcr die Menschen habe.<\/p>\n<p>Menschen wie Elisabeth, die eben nicht das t\u00e4ten, was alle tun, sch\u00fcfen \u201eneue Landschaften\u201c. \u201eElisabeth war immer klar, da\u00df alles vergeht und nur Gott bleibt\u201c, stellte Reinelt heraus. Die Heilige sei eine \u201eDemonstrantin\u201c gewesen, die klar Farbe zu Christus als dem lebendigen Gott bekannte. Elisabeth habe n\u00e4mlich im Mitmenschen die Realit\u00e4t des anwesenden Gottessohnes erkannt.<\/p>\n<p>Den Festgottesdienst feierte Fuldas Bischof Heinz Josef Algermissen in Konzelebration mit Bischof Reinelt, Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez und Weihbischof Johannes Kapp sowie Generalvikar Pr\u00e4lat Peter-Martin Schmidt. Musikalisch wurde die Me\u00dffeier vom Fuldaer Jugendkathedralchor unter Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber, die Chors\u00e4tze von J.-P. L\u00e9cot und S. Lole sowie Gottesloblieder im Wechsel mit der Gemeinde sangen, sowie einem gro\u00dfen, aus mehreren Blasorchestern bestehenden Instrumentalensemble unter Leitung von Regionalkantor Ulrich Moormann mitgestaltet.<\/p>\n<p>Zu Beginn des Gottesdienstes hatte Bischof Algermissen bei strahlendem Sonnenschein die Gl\u00e4ubigen und besonders Bischof Reinelt begr\u00fc\u00dft sowie seiner Freude \u00fcber eine auf dem Domplatz \u201esich versammelnde Kirche\u201c zum Ausdruck gebracht. Die Heiligenverehrung sei f\u00fcr Katholiken \u201eein einziges Lob der Gnade Gottes\u201c, wie man bei Bonifatius und Elisabeth deutlich sehe. Domdechant Prof. Dr. Werner Kathrein hatte vor Beginn des Gottesdienstes die Wallfahrer erstmals aus den verschiedenen Pastoralverb\u00fcnden, aber auch aus einzelnen Pfarreien des Bistums namentlich willkommen gehei\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Sch\u00f6nes aus Fulda. 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