{"id":35057,"date":"2009-07-24T06:40:24","date_gmt":"2009-07-24T04:40:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=35057"},"modified":"2009-07-24T07:24:39","modified_gmt":"2009-07-24T05:24:39","slug":"ausstellung-zum-gruenlandprojekt-des-biosphaerenreservats-rhoen-eroeffnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=35057","title":{"rendered":"Ausstellung zum Gr\u00fcnlandprojekt des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n er\u00f6ffnet"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/grnlandprojekt_ausstellung.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-35058\" title=\"Foto: Mediendienst f\u00fcr das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n \/ Bernd G\u00f6tte\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/grnlandprojekt_ausstellung-265x161.jpg\" alt=\"Foto: Mediendienst f\u00fcr das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n \/ Bernd G\u00f6tte\" hspace=\"5\" width=\"265\" height=\"161\" align=\"left\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/grnlandprojekt_ausstellung-265x161.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/grnlandprojekt_ausstellung.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><strong>Fulda\/Rh\u00f6n.<\/strong> Naturschutz und Landwirtschaft lassen sich im Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n gut miteinander in Einklang bringen. Zu diesem Ergebnis kamen die Verantwortlichen des Gr\u00fcnlandprojekts des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n. Dieses wird seit 2005 von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gef\u00f6rdert und von den Kreisbauernverb\u00e4nden Rh\u00f6n-Grabfeld und Fulda-H\u00fcnfeld unterst\u00fctzt. Im September l\u00e4uft das Forschungsprojekt aus. Die Ergebnisse werden bis zum 7. August in einer Ausstellung im Kundenzentrum der \u00dcWAG in Fulda vorgestellt.<!--more--><\/p>\n<p><strong>\u00d6kologische Bewirtschaftung der Fl\u00e4chen ist gut f\u00fcr die Artenvielfalt<\/strong><\/p>\n<p>Frank Weinmann, stellvertretender Bereichsleiter Energiewirtschaft bei der \u00dcWAG, fand, dass ein Naturschutzprojekt gut zu dem regionalen Stromversorgungsunternehmen passe. Fuldas Landrat Bernd Woide erinnerte daran, dass die Rh\u00f6n immer Kulturlandschaft gewesen sei. Der Vorsitzende des Vereins Natur- und Lebensraum Rh\u00f6n und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Kreisbauernverbandes Fulda-H\u00fcnfeld, Dr. Hubert Beier, stellte die landwirtschaftlichen Strukturen der Rh\u00f6n vor. So w\u00fcrden zw\u00f6lf Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in der Rh\u00f6n \u00f6kologisch bewirtschaftet, ein im bundesweiten Vergleich sehr hoher Wert. Im Hochland der Rh\u00f6n seien fast ausschlie\u00dflich \u00d6kobauern aktiv.<\/p>\n<p>\u201eNaturschutz und das Land der offenen Fernen ben\u00f6tigen eine profitable Landwirtschaft\u201c, betonte in seinem Referat Prof. Dr. Eckhard Jedicke. Er ist Projektleiter des seit 2005 laufenden Gr\u00fcnlandprojekts im Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n, bei dem es in erster Linie um die gro\u00dffl\u00e4chige, extensive und ganzj\u00e4hrige Beweidung geht. Ziel soll eine dauerhafte landwirtschaftliche Nutzung der kargen Hochfl\u00e4chen der Rh\u00f6n bei maximalem Nutzen sein.<\/p>\n<p><strong>64 Betriebe mit 38 Modellweiden<\/strong><\/p>\n<p>Jedicke verwies anl\u00e4sslich der Ausstellungser\u00f6ffnung auf ein erstes Ergebnis des Projekts. So erzielten \u00f6kologisch bewirtschaftete Weidegebiete in diesem Gebiet deutlich bessere Ertr\u00e4ge als konventionell bewirtschaftete. An dem Projekt haben sich 64 Betriebe mit 38 Modellweiden, davon 23 in Bayern, zw\u00f6lf in Hessen und drei in Th\u00fcringen, beteiligt. Wichtig sei eine ausreichend gro\u00dfe Weidefl\u00e4che gewesen. So wurden kleinere Grundst\u00fccke in Weidegemeinschaften zusammengef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Insgesamt wurden 867,5 Hektar modellhaft bewirtschaftet. Die Fl\u00e4chen konzentrierten sich auf dem Gebiet der Langen Rh\u00f6n in Hessen und Bayern.\u00c2\u00a0 So wurden bei der Weidegemeinschaft Steinkopf bei W\u00fcstensachsen alte Parzellenz\u00e4une beseitigt; lediglich die Wanderwege wurden durch Z\u00e4une vor den Rindern gesch\u00fctzt. Es wurden Unterst\u00e4nde gebaut und die Winterbeweidung eingef\u00fchrt. Dann wurden die auf den Weidefl\u00e4chen vorkommenden Arten kartiert. Dabei zeigte sich eine gro\u00dfe \u00f6kologische Vielfalt auf den Weiden. Die vom Aussterben bedrohte Dr\u00fcsige Fetthenne zum Beispiel gedeiht dort gut, und auch die Mistk\u00e4fer, Lieblingsspeise von Flederm\u00e4usen und anderen bedrohten Arten, finden auf den Fl\u00e4chen ideale Bedingungen. Auch bl\u00fchen Blumen auf den Weiden oft l\u00e4nger als auf den artenreicheren Wiesen, die nach der Silo- oder Heumahd bis auf schmale S\u00e4ume bl\u00fctenfrei sind. So finden Insekten dort immer Nahrung.<\/p>\n<p><strong>Perfekt angepasst<\/strong><\/p>\n<p>Die meisten Landwirte, die an dem Projekt beteiligt waren, wollen nach Jedickes Angaben in dieser Form weiter arbeiten. Neben der Schaffung zusammenh\u00e4ngender Weide- und Mahdfl\u00e4chen nannte der Wissenschaftler eine gute Vermarktung als Voraussetzung f\u00fcr ein erfolgreiches \u00f6kologisches Wirtschaften. Vorgestellt wurde w\u00e4hrend der Ausstellungser\u00f6ffnung daher die gute Zusammenarbeit zwischen der Handelskette \u201etegut\u00e2\u20ac\u00a6 gute Lebensmittel\u201c aus Fulda und dem Verein Rh\u00f6ner Biosph\u00e4renrind e.V., dessen Landwirte Fleckvieh-Mutterkuhherden halten und Rindfleisch in Bio-Qualit\u00e4t erzeugen sowie die Produktkette \u201eRh\u00f6nschdegge\u201c aus dem Fleisch des \u201eGelben Frankenviehs\u201c, die von der\u00c2\u00a0 Metzgerei Werner S\u00f6der im unterfr\u00e4nkischen Sandberg hergestellt wird. Ohne das Gelbe Frankenvieh war das b\u00e4uerliche Leben in der Rh\u00f6ner Landschaft fr\u00fcher undenkbar. Als klassisches Dreinutzungsrind wurde das Gelbe Frankenvieh als Arbeitstier, Milch- und Fleischlieferant genutzt und gesch\u00e4tzt. Doch die Landwirtschaft wurde intensiver, z\u00fcchtete spezialisierte Rassen und verdr\u00e4ngte damit die Mehrnutzungsrassen. Dabei sind diese Rinder\u00c2\u00a0 robuster und anspruchsloser als viele ihrer\u00c2\u00a0 Artgenossen und an die Hochweiden\u00c2\u00a0 der Rh\u00f6n bestens angepasst.<\/p>\n<p>Heute wird das Gelbvieh aufgrund seiner vielen Vorz\u00fcge und des schmackhaften Fleisches wieder gesch\u00e4tzt. Der Landschaftspflegeverband Rh\u00f6n-Grabfeld und das Gr\u00fcnlandprojekt im Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n unterst\u00fctzen die Landwirte, um die Haltung rentabel zu machen und damit den Erhalt dieser regionalen Rasse zu sichern. Die \u201eUr-Einwohner von Unterfranken\u201c d\u00fcrfen wieder auf \u00f6kologisch wichtigen und sch\u00fctzenswerten Wiesen weiden und helfen damit, die Artenvielfalt des Gr\u00fcnlands zu erhalten. Im Landkreis Fulda wird das Projekt nach einer Entscheidung im Kreistag durch die Fachdienste Landwirtschaft und Natur und Landschaft fortgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die Ausstellung zum Gr\u00fcnlandprojekt, die durch die Wanderausstellung \u201e\u00d6kologischer Landbau\u201c erg\u00e4nzt wird, ist zu den \u00d6ffnungszeiten des \u00dcWAG-Kundencenters in der Bahnhofstra\u00dfe 2 in Fulda\u00c2\u00a0 montags bis freitags von 9 bis 19 und samstags von 9 bis 13 Uhr ge\u00f6ffnet. Sie l\u00e4uft noch bis zum 7. August.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda\/Rh\u00f6n. Naturschutz und Landwirtschaft lassen sich im Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n gut miteinander in Einklang bringen. 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