{"id":3492,"date":"2007-06-07T00:04:46","date_gmt":"2007-06-06T22:04:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=3492"},"modified":"2007-06-07T00:04:46","modified_gmt":"2007-06-06T22:04:46","slug":"muslimisches-begraebnisfeld-auf-westfriedhof-eingeweiht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=3492","title":{"rendered":"Muslimisches Begr\u00e4bnisfeld auf Westfriedhof eingeweiht"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda.<\/strong>\u00c2\u00a0Was im Gro\u00dfen oft nicht zu gelingen scheint, hinterl\u00e4sst im Kleinen seine bleibenden Spuren. So wie bei der Einweihung des neuen muslimischen Begr\u00e4bnisareals auf dem Fuldaer Westfriedhof. Muslime, Christen und Juden begegneten sich zu einem \u201eAkt der Akzeptanz\u201c, zu einem Beispiel praktizierter Integration, wie es Galib Akin, Attache f\u00fcr religi\u00f6se Angelegenheiten, formulierte.<\/p>\n<p><strong>Fotos (5):<\/strong> Harald M\u00e4rz<\/p>\n<p><a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/070606_juden_02.jpg\" title=\"070606_juden_02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/070606_juden_02.thumbnail.jpg\" alt=\"070606_juden_02.jpg\" \/><\/a>\u00c2\u00a0<a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/070606_juden_03.jpg\" title=\"070606_juden_03.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/070606_juden_03.thumbnail.jpg\" alt=\"070606_juden_03.jpg\" \/><\/a>\u00c2\u00a0<a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/070606_juden_05.jpg\" title=\"070606_juden_05.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/070606_juden_05.thumbnail.jpg\" alt=\"070606_juden_05.jpg\" \/><\/a><!--more--><\/p>\n<p>Noch deutlicher sprach Akin die alle verbindende Wahrheit an. \u201eIrgendwann werden wir alle vor Gott stehen. Da spielt es keine Rolle mehr, ob wir schwarz oder wei\u00df, Christen, Juden oder Muslime sind.\u201c Symboltr\u00e4chtiger und hoffnungsvoller h\u00e4tte die Feier auf dem muslimischen Friedhofsteil nicht sein k\u00f6nnen, auf dem nach den Vorstellungen der Friedhofsplaner in den n\u00e4chsten Jahrzehnten rund 300 verstorbene Muslime ihre letzte Ruhe finden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/070606_juden_01.jpg\" title=\"070606_juden_01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/070606_juden_01.thumbnail.jpg\" alt=\"070606_juden_01.jpg\" \/><\/a>\u00c2\u00a0<a rel=\"lightbox[roadtrip]\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/070606_juden_04.jpg\" title=\"070606_juden_04.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2007\/06\/070606_juden_04.thumbnail.jpg\" alt=\"070606_juden_04.jpg\" \/><\/a>\u00c2\u00a0<\/p>\n<p>Gro\u00df war das Interesse an der Einweihungsfeier nicht nur unter den Muslimen selbst. Viele G\u00e4ste, unter ihnen auch Fuldas fr\u00fcherer Oberb\u00fcrgermeister Dr. Wolfgang Hamberger, waren auf das Gel\u00e4nde des ehemaligen Airfield Sickels gekommen, um eine bewegende Feier und ein Novum in der Stadtgeschichte mit zu erleben. Weit zur\u00fcck reichen die \u00dcberlegungen, eine eigene muslimische Begr\u00e4bnisst\u00e4tte in Fulda einzurichten.<\/p>\n<p>Bislang sind die Verstorbenen in der Regel in ihre Heimatl\u00e4nder \u00fcberf\u00fchrt worden. Schlichte Mustergrabst\u00e4tte mit einer h\u00f6lzernen Totentafel und Blumenschmuck geben schon jetzt ein wenig von dem Eindruck wieder, wie der muslimische Friedhof in Zukunft aussehen wird. Im 1. Abschnitt sind 30 Bestattungen vorgesehen. Die Entstehensgeschichte des muslimischen Friedhofs lie\u00df Fuldas Oberb\u00fcrgermeister Gerhard M\u00f6ller in seiner Rede Revue passieren. Besonders dankte er Cevdet Akin f\u00fcr sein beharrliches Bem\u00fchen um die Verwirklichung dieser Begr\u00e4bnisst\u00e4tte f\u00fcr Muslime.<\/p>\n<p>Die Einweihungsfeier sei deshalb auch sein besonderes Ereignis. Mit einem Zitat von Konfuzius sprach M\u00f6ller seinen Zuh\u00f6rern aus dem Herzen. Von dem gro\u00dfen chinesischen Philosophen stammt das Wort: \u201eSo wie ein Volk seine Toten verehrt, so offenbart sich seine Seele vor Dir.\u201c Der neue Friedhof stehe daf\u00fcr, wie sehr die Verstorbenen den Lebenden am Herzen liegen. Die Einweihungsfeier zeige auch, wie die Religionen friedlich miteinander leben.<\/p>\n<p>Zum Miteinander in der Gemeinschaft sagte M\u00f6ller, \u201ewir leben und arbeiten im Geist der Wertsch\u00e4tzung zusammen und ehren unsere Toten\u201c. Auch Galib Akin griff M\u00f6llers Bild vom friedlichen Zusammenleben auf. Er erinnerte an die Begegnung des Propheten Mohamed mit einem Leichenzug. Dem Verstorbenen, einem Juden, erwies der Prophet die letzte Ehre. Als er darauf angesprochen wurde, fragte er zur\u00fcck: \u201eHandelt es sich nicht um eine Menschenseele?\u201c Die Anlage eines neuen Friedhofs f\u00fcr Muslime sei eine \u201eEhrerbietung vor der Tradition von Menschen, die sich seit 40 Jahren f\u00fcr den Wohlstand dieses Landes einsetzen.<\/p>\n<p>In Zukunft werde er Fulda gerne erw\u00e4hnen, weil mit dem muslimischen Friedhof Integration praktiziert werde. Akins Dank galt all jenen, die zur Verwirklichung des Begr\u00e4bnisareals beigetragen haben. An die Geschichte t\u00fcrkischer Friedh\u00f6fe auf deutschem Boden erinnerte Bekir Alboga vom Dachverband der T\u00fcrkisch-Islamischen Union in K\u00f6ln. Vor 141 Jahren hatte Kaiser Wilhelm I. in Berlin einen Friedhof f\u00fcr t\u00fcrkische Diplomaten anlegen lassen, auf dem sp\u00e4ter t\u00fcrkische Soldaten des 1. Weltkriegs ihre letzte Ruhe fanden.<\/p>\n<p>In den zur\u00fcckliegenden sechs Jahrzehnten seien viele t\u00fcrkische Gastarbeiter nach Deutschland gekommen. Sie h\u00e4tten ihre Religion und Identit\u00e4t bewahrt. Deutschland sei jedoch zu ihrer zweiten Heimat geworden. \u201eWir sind heute hier, weil wir den Muslimen und ihren Bed\u00fcrfnissen entsprechen\u201c, sagte Alboga. Der Friedhof sei eine Zwischenstation f\u00fcr den Menschen auf seinem Weg ins jenseitige Leben. Der Friedhof sei deshalb ein wichtiger Ort, weil die Hinterbliebenen ihre Familie in \u00fcbertragenen Sinne sehen k\u00f6nnten. Deshalb d\u00fcrfe dieser Ort nicht vom Leben abgekoppelt werden.<\/p>\n<p>\u201eWir halten die Toten lebendig, wenn wir uns an sie erinnern\u201c, betonte Saeed Gessler, stellvertretender Vorsitzender der Ahmadiyya Muslim Gemeinde in Deutschland. Seine Gemeinschaft z\u00e4hlt deutschlandweit rund 30.000 Mitglieder. Seit 20 Jahren gibt es die Ahmaddiyya Muslim Gemeinde auch in Fulda, die derzeit 35 Mitglieder z\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Im Namen der 4.000 muslimischen Einwohner Fuldas dankte Ramazan Taktak von der T\u00fcrkisch-Islamischen Union Oberb\u00fcrgermeister M\u00f6ller und allen Mitwirkenden f\u00fcr die Realisierung des Friedhofs. Der OB sei immer \u201ehilfreich und entgegenkommend gewesen\u201c, betonte Taktak und unterstrich den Wunsch der Muslime nach einem eigenen Friedhof und entsprechendem Bestattungswesen.<\/p>\n<p>Symbolischer Schlussakkord der Einweihungsfeier war die Enth\u00fcllung des \u201eGrundsteins\u201c f\u00fcr den muslimischen Friedhof, auf dem in t\u00fcrkisch, arabisch und deutsch zu lesen ist: \u201eJeder wird den Tod erleiden. Dann kehrt ihr zu mir zur\u00fcck\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda.\u00c2\u00a0Was im Gro\u00dfen oft nicht zu gelingen scheint, hinterl\u00e4sst im Kleinen seine bleibenden Spuren. So wie bei der Einweihung des neuen muslimischen Begr\u00e4bnisareals auf dem Fuldaer Westfriedhof. Muslime, Christen und Juden begegneten sich zu einem \u201eAkt der Akzeptanz\u201c, zu einem Beispiel praktizierter Integration, wie es Galib Akin, Attache f\u00fcr religi\u00f6se Angelegenheiten, formulierte. Fotos (5): Harald &hellip;<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,50,44],"tags":[],"class_list":["post-3492","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-startseite","category-kirche","category-kultur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3492","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3492"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3492\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3492"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3492"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3492"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}