{"id":34060,"date":"2009-07-12T05:25:44","date_gmt":"2009-07-12T03:25:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=34060"},"modified":"2009-07-12T09:23:58","modified_gmt":"2009-07-12T07:23:58","slug":"neue-imker-begeistern-und-bei-ihrer-arbeit-unterstuetzen-oeko-bienen-region-rhoen-grabfeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=34060","title":{"rendered":"Neue Imker begeistern und bei ihrer Arbeit unterst\u00fctzen &#8211; \u201e\u00d6ko-Bienen-Region Rh\u00f6n-Grabfeld"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/biene_ko-bienen-region_rhn-.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-34061\" title=\"Foto: Mediendienst f\u00fcr das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n \/ Prof. Dr. Eckhard Jedicke\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/biene_ko-bienen-region_rhn--265x176.jpg\" alt=\"Foto: Mediendienst f\u00fcr das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n \/ Prof. Dr. Eckhard Jedicke\" hspace=\"5\" width=\"265\" height=\"176\" align=\"left\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/biene_ko-bienen-region_rhn--265x176.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/biene_ko-bienen-region_rhn-.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><strong>Bad K\u00f6nigshofen. <\/strong>Ohne Bienen g\u00e4be es nicht nur keinen Honig. Auch die Ernte in G\u00e4rten und auf Feldern w\u00fcrde viel geringer ausfallen, denn viele Pflanzen in der Natur w\u00fcrden nicht mehr ausreichend best\u00e4ubt. Aus diesen Gr\u00fcnden starteten Bauernverband und Imker ein neues Projekt: Die \u201e\u00d6ko-Bienen-Region Rh\u00f6n-Grabfeld\u201c soll neue Imker begeistern und bei ihrer Arbeit unterst\u00fctzen \u2013 von der Arbeit am Bienenstock bis hin zur Vermarktung.<!--more--><\/p>\n<p><strong>\u00d6kologische Bienenhaltung<\/strong><\/p>\n<p>Am Rande der Einweihung des Imkerzentrums in Bad K\u00f6nigshofen stellten der Bauernverband und der Imkerverein mit mehreren Partnern das neue Projekt vor, welches die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) \u00fcber zweieinhalb Jahre mit bis zu 123 500 Euro unterst\u00fctzen wird. \u201eWir m\u00f6chten am Beispiel des Landkreises und angrenzender Regionen beispielhaft zeigen, wie sich die \u00f6kologische Bienenhaltung durch die Zusammenarbeit vieler Menschen ausbauen l\u00e4sst\u201c, erl\u00e4uterte Prof. Dr. Eckhard Jedicke, der das Projekt leitet und im Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n bereits mehrere gro\u00dfe Vorhaben im Bereich von Naturschutz und Landnutzung erfolgreich umgesetzt hat, beispielsweise das Gr\u00fcnlandprojekt Rh\u00f6n. Michael Diestel, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Bayerischen Bauernverbands in Bad Neustadt, m\u00f6chte vor allem den historischen Zusammenhang zwischen Landwirtschaft und Imkerei wiederherstellen: \u201eUnsere Bauern sind darauf angewiesen, dass Bienen die Kulturpflanzen best\u00e4uben,\u00c2\u00a0 damit die Fr\u00fcchte reifen. Da macht es Sinn, vor allem auch die Landwirte zu motivieren, nebenbei Imkerei zu betreiben.\u201c<\/p>\n<p>Tr\u00e4ger des Projekts ist der Bauernverband, umgesetzt werden soll es durch dessen Tochterunternehmen, die bbv-LandSiedlung. Deren Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, Benno Steiner, betonte die sinnvolle und notwendige Zusammenarbeit vieler Akteure in der Kulturlandschaft. So werde das Bienen-Projekt sehr eng mit dem neuen Vorhaben zur F\u00f6rderung der Agrobiodiversit\u00e4t in der bayerischen Rh\u00f6n kooperieren, welches die Regierung von Unterfranken in Fortsetzung des Gr\u00fcnlandprojekts finanzieren werde. \u201eIn beiden F\u00e4llen geht es darum, die Vielfalt der Kulturlandschaft zu erhalten und zu f\u00f6rdern &#8211; und das nicht gegen die dort arbeitenden und lebenden Menschen, sondern gemeinsam mit ihnen und zu ihrem Vorteil.\u201c Weitere Partner in dem Bienen-Projekt sind die BEEgroup an der Universit\u00e4t unter Leitung von Prof. Dr. J\u00fcrgen Tautz, der Imkerverein Bad K\u00f6nigshofen und Umgebung, die Firma Bienen-Ruck in Saal a.d. Saale und der Verein Biosph\u00e4renreservat und Naturpark Bayerische Rh\u00f6n.<\/p>\n<p><strong>\u00d6ffentlichkeit einbinden<\/strong><\/p>\n<p>Die Imkerei in Deutschland habe mit verschiedenen Problemen zu k\u00e4mpfen, erl\u00e4uterte Jedicke: immer weniger und kaum junge Imker (in den letzten zehn Jahren ging die Zahl der gehaltenen Bienenv\u00f6lker um ein F\u00fcnftel zur\u00fcck), wiederholte Bienensterben, schlechte Vermarktung des Honigs. Auch wenn durch das beispielhafte Engagement des Imkervereins Bad K\u00f6nigshofen hier derzeit schon bessere Perspektiven best\u00fcnden, solle an folgenden Punkten das neue Projekt ansetzen: Die \u00d6ffentlichkeit soll \u00fcber Bienen und die Imkerei informiert werden, auch um neue Interessierte f\u00fcr den Einstieg in die Imkerei zu gewinnen. Dabei werden Schulen wichtige Partner sein.<\/p>\n<p>Durch den Imkerverein Bad K\u00f6nigshofen am Lehrbienenstand sollen Schnupperkurse und eine Einstiegsberatung f\u00fcr Neu-Imker(innen) angeboten werden &#8211; so wie das bereits jetzt erfolgreich der Fall ist. \u201eWir lassen die Neueinsteiger nicht allein, sondern stehen immer mit Rat und Tat zur Seite\u201c, versicherte Vorsitzender Markus G\u00fctlein. Imker werden dabei beraten, wenn sie auf zertifizierte \u00d6ko-Bienenhaltung nach Naturland-Kriterien umstellen m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Neben dem Honig k\u00f6nnen Bienen eine Reihe weiterer Produkte liefern &#8211; zum Beispiel Honigwein, Honiglik\u00f6r, Honigbrotaufstriche, Honigkuchen, Bl\u00fctenpollen, Gelee Royale, Wachs und Propolis. Das Projekt soll die Imker bei der Vermarktung des Honigs und weiterer Produkte unterst\u00fctzten &#8211; mit dem Ziel, sie von Arbeit zu entlasten und ihnen zugleich bessere Einnahmequellen zu er\u00f6ffnen.<\/p>\n<p><strong>\u00d6ko ist nicht gleich unproduktiv<\/strong><\/p>\n<p>Als Ergebnis erwarten die Partner in dem Projekt, dass sich die Best\u00e4ubungsleistung der Bienen erh\u00f6ht: \u201eMehr Bienen gleich gr\u00f6\u00dfere Ernten in Land- und Gartenbau, aber auch mehr Natur und biologische Vielfalt in der Kulturlandschaft\u201c, erkl\u00e4rte der Vertreter der Landwirte, Michael Diestel. Dass nicht ausschlie\u00dflich, aber vorrangig die \u00d6ko-Bienen-Haltung gef\u00f6rdert werden solle, begr\u00fcndete Jedicke auch mit der Vorbild-Funktion des Biosph\u00e4renreservats. \u201eDieses soll eine Modelllandschaft sein f\u00fcr das Zusammenleben von Mensch und Natur &#8211; \u00d6ko-Landbau und \u00d6ko-Imkerei passen optimal zusammen.\u201c Denn nach den Naturland-Kriterien f\u00fcr \u00f6kologische Imkerei sollten in einem 3-km-Umkreis keine nennenswerten Verschmutzungen auftreten. Weitere Vorgaben seien die Verwendung von Holz-Beuten, die Verwendung nur ausgew\u00e4hlter nat\u00fcrlicher Behandlungsmittel f\u00fcr die Bienen und ihre Beuten, ein Mindestanteil von zehn Prozent an Honig im Winterfutter und die Zuf\u00fctterung von \u00d6ko-Zucker.<br \/>\nDass diese Ziele keine Theorie sind, zeigen im Landkreis schon heute neun Imker mit \u00fcber 500 V\u00f6lkern, die bereits im vergangenen Jahr auf \u00d6ko-Imkerei umgestellt haben.<\/p>\n<p>\u201eVon diesem Projekt geht ein positives Signal aus\u201c, urteilte der Pr\u00e4sident des Deutschen Imkerbunds e.V., Peter Maske: Weniger als 0,4 Prozent der 85 000 Imker in Deutschland seien bisher nach \u00d6ko-Kriterien anerkannt. Prof. Dr. J\u00fcrgen Tautz, Vorsitzender von \u201eBienenforschung W\u00fcrzburg e.V.\u201c und Leiter der BEEgroup am Biozentrum der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg, wies auf die zentrale Rolle der Biene als Indikator f\u00fcr den Klimawandel hin. Das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n werde als naturnahes Vergleichsgebiet in der Forschung seines Instituts eine wichtige Rolle spielen, k\u00fcndigte er an und sicherte seine Unterst\u00fctzung f\u00fcr das \u00d6ko-Bienen-Projekt zu. Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der BEEgroup, Ernst A. Hestermann, forderte die Sicherstellung der so wichtigen Best\u00e4ubungsleistung der Bienen \u201eals staatliche Aufgabe zur Ern\u00e4hrungssicherung\u201c. Und auch die Imker wie der Bad K\u00f6nigshofer Imkervereins-Vorsitzende Markus G\u00fctlein machten deutlich, dass mehr \u00f6ffentliche Unterst\u00fctzung notwendig sei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Bad K\u00f6nigshofen. Ohne Bienen g\u00e4be es nicht nur keinen Honig. Auch die Ernte in G\u00e4rten und auf Feldern w\u00fcrde viel geringer ausfallen, denn viele Pflanzen in der Natur w\u00fcrden nicht mehr ausreichend best\u00e4ubt. 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