{"id":32774,"date":"2009-06-29T06:41:32","date_gmt":"2009-06-29T04:41:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=32774"},"modified":"2009-06-28T19:41:47","modified_gmt":"2009-06-28T17:41:47","slug":"buedingen-als-sammelplatz-der-auswanderung-an-die-wolga-1766","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=32774","title":{"rendered":"B\u00fcdingen als Sammelplatz der Auswanderung an die Wolga 1766"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/CoverBild_auswanderung_pm.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-32775\" title=\"CoverBild_auswanderung\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/CoverBild_auswanderung_pm-265x336.jpg\" alt=\"CoverBild_auswanderung\" hspace=\"5\" width=\"265\" height=\"336\" align=\"left\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/CoverBild_auswanderung_pm-265x336.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/CoverBild_auswanderung_pm.jpg 472w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><strong>B\u00fcdingen. <\/strong>In erweiterter Auflage erscheint bei der B\u00fcdinger Geschichtswerkstatt eine Ver\u00f6ffentlichung von Dr. Peter Decker \u00fcber die Auswanderungswelle ins Zarenreich vor fast 250 Jahren. Dokumente aus einer Zeit vor nicht einmal 9 Generationen bieten eine F\u00fclle von Fakten und damit Recherchem\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Ahnenforschung. Neu aufgenommen wurde das vollst\u00e4ndige Heiratsregister der Trauungen, die in B\u00fcdingen stattfanden. 1766 erlangte B\u00fcdingen kurzzeitig Bedeutung im Felde europ\u00e4ischer Politik als einer der wichtigsten Sammelpl\u00e4tze der Massenauswanderung nach Russland. Nachdem Zarin Katharina die Gro\u00dfe 1763 in einem Aufsehen erregenden Manifest zur Ansiedlung in neuen Kolonien an der Wolga einlud und daf\u00fcr erhebliche Privilegien und F\u00f6rdermittel versprach, zog es Tausende in die russischen Werbeb\u00fcros. Der Reichstag und die gro\u00dfen Reichsst\u00e4nde aber reagierten mit drastischen Verboten, um eine \u201eReichsentv\u00f6lkerung\u201c zu verhindern, so dass die Werber in kleinere Herrschaften ausweichen mussten.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Lange Reise<\/strong><\/p>\n<p>Der B\u00fcdinger Landesherr, Graf Gustav Friedrich zu Ysenburg, duldete die T\u00e4tigkeit des zuvor aus Frankfurt ausgewiesenen Werbekommissars Facius &#8211; auch aus wirtschaftlichen Erw\u00e4gungen. Hier nahmen daher zahlreiche der gro\u00dfen, milit\u00e4risch organisierten Trecks ihren Ausgang, welche die Auswanderer und ihre Habe per Wagen und die Fl\u00fcsse hinab nach L\u00fcbeck f\u00fchrten, um von dort die Reise \u00fcber die Ostsee nach dem russischen Hafen Oranienbaum fortzusetzen, von wo aus die Menschen erst Monate sp\u00e4ter ihr Ziel an der Wolga erreichten.<\/p>\n<p>Offizielle Akten \u00fcber das Gesch\u00e4ft der russischen Kommissare, das sich an der Grenze zur Illegalit\u00e4t abspielte, haben aber &#8211; wohl bewusst &#8211; nicht \u00fcberdauert. Daher musste das Geschehen in m\u00fchsamer Kleinarbeit aus zahlreichen Indizien rekonstruiert werden, wobei auch Fauerbach bei Friedberg, wo ebenfalls ein Werber t\u00e4tig war, vergleichend betrachtet wird. Eine besonders wichtige Quelle bilden die im Heiratsregister der B\u00fcdinger Pfarrei vermerkten Kolonistentrauungen, denn von M\u00e4rz bis Juni 1766 gaben sich in der Marienkirche 375 Paare das Ja-Wort. Dass nicht die oft unterstellte \u201eWanderlust\u201c, sondern wirtschaftliche Not und soziale Zw\u00e4nge vor allem junge Leute zur Emigration trieben, geht aus Personalakten hervor, die im W\u00e4chtersbacher Teil der Grafschaft akribisch zu den Auswanderungsgesuchen angelegt wurden.<\/p>\n<p>F\u00fcr manche russlanddeutsche Familie beginnt mit den Vorg\u00e4ngen von 1766 in B\u00fcdingen die eigene Familiengeschichte. Viele Menschen mit diesen Wurzeln, die aus den Nachfolgestaaten der UdSSR in den vergangenen Jahre wieder nach Deutschland kamen oder schon zuvor in alle Erdteile zerstreut wurden, treibt eine vage Erinnerung an die Herkunft aus dem hessischen Raum dazu, eine Antwort zu den Fragen ihrer Wurzeln in B\u00fcdingen zu suchen. Hierzu ist auch die neuere Forschungsgeschichte ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Beigegeben ist eine sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcfte Liste mit den Namen der Kolonisten, die 1766 in B\u00fcdingen geheiratet haben, und &#8211; als Beispiel &#8211; eine Zusammenstellung von Daten der Auswanderer aus dem Ort D\u00fcdelsheim, die durch die Angaben \u00fcber die Ankunft an der Wolga und die dortige Erstausstattung erg\u00e4nzt werden, wie sie von Igor Pleve ver\u00f6ffentlicht wurden. Das Buch ist ab dem 2. Juli bei den bekannten Verkaufsstellen und der Geschichtswerkstatt B\u00fcdingen, Joachim Cott, Schlossgasse 10, Tel. 06042-952334 und per Mail unterjoachim.cott@t-online.de erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang sei auf \u201eJohann J\u00e4hrig \u2013 Ein B\u00fcdinger bei den Mongolen\u201c hingewiesen, dessen Lebensgeschichte gleichfalls bei der Geschichtswerkstatt erschienen ist und die die Leser auf eine spannende Reise in die Zeit Katharinas II. mitnimmt.<\/p>\n<p>B\u00fcdingen als Sammelplatz der Auswanderung an die Wolga 1766<br \/>\nPaperback, 90 S., 10 s\/w, 4 Farbbilder<br \/>\nISBN 978-3-939454-40-3<br \/>\nerh\u00e4ltlich ab dem 02. Juli 2009<br \/>\nPreis: 10,00 \u00e2\u201a\u00ac<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>B\u00fcdingen. In erweiterter Auflage erscheint bei der B\u00fcdinger Geschichtswerkstatt eine Ver\u00f6ffentlichung von Dr. Peter Decker \u00fcber die Auswanderungswelle ins Zarenreich vor fast 250 Jahren. Dokumente aus einer Zeit vor nicht einmal 9 Generationen bieten eine F\u00fclle von Fakten und damit Recherchem\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Ahnenforschung. Neu aufgenommen wurde das vollst\u00e4ndige Heiratsregister der Trauungen, die in B\u00fcdingen &hellip;<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,53,44],"tags":[],"class_list":["post-32774","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-startseite","category-bildung","category-kultur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/32774","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=32774"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/32774\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32778,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/32774\/revisions\/32778"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=32774"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=32774"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=32774"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}