{"id":31532,"date":"2009-06-16T06:00:13","date_gmt":"2009-06-16T04:00:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=31532"},"modified":"2009-06-16T07:29:47","modified_gmt":"2009-06-16T05:29:47","slug":"orgel-matinee-am-samstag-27-juni-2009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=31532","title":{"rendered":"ORGEL-MATINEE mit Max Reger am Samstag, 27. Juni 2009"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda.<\/strong> Am Samstag, 27. Juni 2009 findet von 12.05 &#8211; 12.35 Uhr im Dom eine Orgel Matinee mit Max Reger statt.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Programm:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Max Reger: Toccata d-Moll aus \u201eZw\u00f6lf St\u00fccke\u201c op. 59<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Johann Sebastian Bach: Triosonate Nr. 3 d-Moll, BWV 527: Andante; Adagio e dolce; Vivace<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Olivier Messiaen: Le Banquet c\u00e9leste<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Max Reger: Fuge D-Dur aus \u201eZw\u00f6lf St\u00fccke\u201c op. 59<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong><br \/>\nZu den Werken:<\/strong><\/p>\n<p>Max Reger: Toccata d-Moll aus \u201eZw\u00f6lf St\u00fccke\u201c op. 59<\/p>\n<p>Die Toccata enth\u00e4lt in nuce viele Charakteristika des mittleren Re-ger und stellt etliche Interpretationsprobleme. Zu den Charakteris-tika z\u00e4hlt etwa der Pleonasmus von Notenwerten und Tempobe-zeichnung: Vivacissimo sind die Sechzehntel\u2013Triolen bereits, die Tempoangabe ist also nicht als weitere Steigerung aufzufassen. O-der: Die Akkorde der linken Hand in T. 9, ein ausgeschriebener Sub-oktavkoppel\u2013Effekt, kollidiert mit den Pedalfiguren. Will man mehr als nur ein musikalisches &gt;&gt;Erdbeben&lt;&lt;, so gilt es abzuw\u00e4gen: Spielt man die Pedalstimme eine Oktave tiefer? Verlegt man die linke Hand auf ein Nebenmanual \u2013 oder l\u00e4sst man sie ganz weg? Je nach Orgel muss die Entscheidung anders ausfallen: Eben dies gilt es dem Sch\u00fc-ler zu vermitteln. Auch w\u00e4re zu bedenken, ob Reger sich beim zwei-ten Akkord in T. 29 nicht verschrieben hat: h-gis-h w\u00e4re konse-quent, cis-gis-h noch erw\u00e4genswert. Schlie\u00dflich mag man auf Leipzi-ger &gt;&gt;Tradition&lt;&lt; zu sprechen kommen: Straube setzt in seiner In-terpretationsausgabe (1902) in T. 33 nach der zweiten Z\u00e4hlzeit eine gro\u00dfe Z\u00e4sur und l\u00e4sst dann langsam und pp beginnen, also genau um-gekehrt wie Reger, der ff losst\u00fcrmt. Der Effekt ist verbl\u00fcffend; er gilt als von Reger sanktioniert, ist aber vom Notentext her nicht zurechtfertigen.<\/p>\n<p>Johann Sebastian Bach: Sonate 3 d-Moll, BWV 527<\/p>\n<p>Dem mit 160 Takten recht umfangreichen ersten Satz liegt die von der Arie gel\u00e4ufige dreiteilige Form zugrunde; der erste Abschnitt (T. 1-48) kehrt als Da Capo w\u00f6rtlich wieder (T. 113-160). Neben der ausgreifenden, erst im neunten Takt von der zweiten Stimme imita-tiv aufgenommenen Linie ist es die harmonisch angerichtete, zur Binnenkadenz hinf\u00fchrende, aufsteigende Sequenzierung, die pr\u00e4gend erscheint. Hier verdichtet sich auch der zuvor in einzelnen Achtel-noten getupfte Bass zu einer durchgehenden Bewegung. Im Mittel-teil wird nicht nur das charakteristische Wechselnotenmotiv aus T. 1 aufgenommen, sondern auch die freie Satzstrecke T. 24-32 samt vorausgehender Kadenzierung integriert. Zu der von Imitationen bestimmten Faktur kontrastieren die mehr als Klangfl\u00e4che wirken-den Sextolenketten. W\u00e4hrend dieser Satz auch in einer fr\u00fcheren Fassung \u00fcberliefert ist, griff Bach das anschlie\u00dfende Largo e dolce in stark revidierter Form noch einmal in seinem so genannten Tripelkonzert a-Moll BWV 1044 auf. Auff\u00e4llig ist, dass die Oberstimmen jeweils nur zu Beginn der einzelnen Abschnitte aneinander gekoppelt sind, um sich im wei-teren Verlauf zu einem Kanon in der Unterquinte, der Oberquarte und schlie\u00dflich der Oberquinte aufzuf\u00e4chern.Im Finale verbindet Bach schlie\u00dflich die Da-capo-Form mit dem Mo-dell des italienischen Konzertsatzes; die frei fortgesponnenen Pas-sagen der Episoden werden rhythmisch durch den Wechsel zu einer triolischen Bewegung unterschieden, w\u00e4hrend der Basso sequente gef\u00fchrte Pedalbass ebenso unver\u00e4ndert bleibt wie die strikt durch-gehende Gliederung in Viertaktgruppen.<\/p>\n<p>Olivier Messiaen: Le Banquet c\u00e9leste<\/p>\n<p>Das St\u00fcck hat das Heilige Abendmahl zum Gegenstand: Die Stacca-to-Noten im Pedal symbolisieren die Tropfen des f\u00fcr uns vergosse-nen Blutes Christi. Bemerkenswert ist die Tempoangabe \u201etr\u00e8s lent, extatique\u201c (in der ersten Ausgabe \u201eextr\u00c3\u00aament lent\u201c). Das in der Form AA\u00e2\u20ac\u2122 gehaltene Werk ist vollst\u00e4ndig im 2. Modus geschrieben und beginnt mit einem \u00fcberaus typischen Messiaen-Akkord, dem Sekundakkord ohne Quinte mit hinzugef\u00fcgter Sexte.Der Komponist hat dieses Jugendwerk so hoch gesch\u00e4tzt, dass er der 1934 erschienenen Erstausgabe im Jahr 1960 eine zweite, revi-dierte Ausgabe folgen lie\u00df. In dieser f\u00fcgte er ein Bibelzitat ein (Jo-hannes 6,56), erg\u00e4nzte eine Metronomangabe (Achtel = 52) und ver-doppelte die Notenwerte; au\u00dferdem verfeinerte er die Registrie-rung, Artikulation und Agogik.<\/p>\n<p><strong>Stefan Rasch<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/stefan-rasch.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-31533\" title=\"Bisch\u00f6fliches Generalvikariat\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/stefan-rasch-265x366.jpg\" alt=\"Bisch\u00f6fliches Generalvikariat\" hspace=\"5\" width=\"265\" height=\"366\" align=\"left\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/stefan-rasch-265x366.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/stefan-rasch.jpg 434w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><\/p>\n<p>geboren 1976 in Winsen (Luhe) bei Hamburg, studierte Kirchenmusik in Herford (B-Examen), unter anderem bei Wolfgang L\u00fcschen (Orgel), und an der Hochschule f\u00fcr K\u00fcnste in Bremen (A-Diplom) bei Hans-Ola Ericsson (Orgel), Carsten Lohff (Cembalo) und Klaus Eichhorn (Conti-nuospiel), wo er sich sehr intensiv mit der \u201eAlten Musik\u201c besch\u00e4f-tigte. Er erg\u00e4nzte sein Studium durch die Teilnahme an Meister-kursen mit Harald Vogel und Klaus Eichhorn. Schon w\u00e4hrend des Studiums spielte er mit ver-schiedenen Ensembles f\u00fcr Alte Musik, so mit dem Barock Consort Bre-men\/Leipzig, dem \u201eEnsemble Amontillado\u201c und dem Barock-Ensemble \u201eSolamente Naturali\u201c (Bratislawa), mit welchen er auch heute noch kooperiert. Die Zusammenarbeit mit weiteren Orchestern zeigt, dass er ein gesch\u00e4tzter Continuo-Spieler ist.<\/p>\n<p>Von September 2004 bis September 2008 war Stefan Rasch im Evang. Kirchenkreis Fulda als Kantor f\u00fcr Popularmusik angestellt. In dieser Funktion f\u00f6rderte er insbesondere das Singen neueren Liedgutes in den Gemeinden. Sein Hauptarbeitsfeld war die Leitung des Gospelchores \u201eGospel of Joy\u201c, der im gesamten Kirchenkreis Fulda, und zum Teil auch dar\u00fcber hinaus, bekannt war. Nebenbei absolvierte er an der Bundes-akademie f\u00fcr musikalische Jugendbildung in Trossingen einen Berufsbe-gleitenden Lehrgang \u201ePopularmusik im kirchlichen Bereich\u201c.<\/p>\n<p>Seit Oktober 2008 ist Stefan Rasch neuer Kirchenmusiker in Rellingen (Hamburg). Hier leitet er die Rellinger Kantorei, den \u201eGospeltrain\u201c und den Bl\u00e4serkreis und ist verantwortlich f\u00fcr das Orgelspiel an Sonn- und Feiertagen, sowie bei allen Amtshandlungen. Durch die langj\u00e4hrige Er-fahrung im Bereich Popularmusik wird auch dieser Einzug in die ver-schiedenen Gruppen und Gottesdienste erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Am Samstag, 27. 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