{"id":31234,"date":"2009-06-11T06:31:57","date_gmt":"2009-06-11T04:31:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=31234"},"modified":"2009-06-11T16:36:31","modified_gmt":"2009-06-11T14:36:31","slug":"katholiken-feierten-fronleichnam-predigt-von-bischof-algermissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=31234","title":{"rendered":"Katholiken feierten Fronleichnam \u2013 Predigt von Bischof Algermissen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/090611_fronleichnam2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-31236\" title=\"090611_fronleichnam2\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/090611_fronleichnam2.jpg\" alt=\"090611_fronleichnam2\" width=\"560\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/090611_fronleichnam2.jpg 592w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/090611_fronleichnam2-265x176.jpg 265w\" sizes=\"(max-width: 592px) 100vw, 592px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Fulda (bpf). Mit Gottesdiensten und, wo es das regnerische Wetter zulie\u00df, Prozessionen feierten die Katholiken am Donnerstag das Fronleichnamsfest. Erstmals seit 15 Jahren konnte die gro\u00dfe Fronleichnamsprozession in Fulda nicht stattfinden, sondern wegen des Regens schlo\u00df sich an das Pontifikalamt mit Bischof Heinz Josef Algermissen eine abgek\u00fcrzte Prozession zum Dreik\u00f6nigsaltar und zum Hochaltar innerhalb des \u00fcberf\u00fcllten Fuldaer Domes an. Vor \u00fcber 1.000 Gl\u00e4ubigen stellte der Fuldaer Oberhirte heraus, da\u00df die Feier der Eucharistie \u201eMitte und H\u00f6hepunkt\u201c des ganzen kirchlichen Lebens sei. \u201eDie Gewi\u00dfheit im Glauben, da\u00df der Herr leibhaftig gegenw\u00e4rtig ist, bildet die innerste Mitte des eucharistischen Geheimnisses und bewegt uns zu jener Grundhaltung, die im Wort \u00e2\u20ac\u0161Eucharistie\u00e2\u20ac\u2122 selbst enthalten ist, n\u00e4mlich die tiefster Dankbarkeit, die ihrerseits in die Verehrung und zur Anbetung f\u00fchren mu\u00df.\u201c Aus der Feier der Eucharistie komme die Kirche wie von einer Quelle und werde auf die ewige himmlische Liturgie hingef\u00fchrt, so der Bischof.<!--more--><\/p>\n<p>Die andauernd geringer werdende Zahl der an der Sonntagsme\u00dffeier Teilnehmenden sei darum ein deutliches Alarmsignal. Sie zeige einen Schwund des Glaubens und ein Erkalten der Liebe. W\u00e4hrend deutschlandweit nur noch etwa 15 Prozent der Katholiken regelm\u00e4\u00dfig zum sonnt\u00e4glichen Gottesdienst gingen, seien es im Bistum Fulda immerhin noch 19 Prozent. \u201eWir lassen Jesu Liebe unbeantwortet und m\u00fcssen uns fragen, ob wir uns dar\u00fcber klar sind, wie beleidigend das ist und wie undankbar wir uns damit verhalten, wenn wir ausbleiben und fehlen.\u201c Die bei dem Pontifikalamt anwesenden Gl\u00e4ubigen forderte der Oberhirte auf, unter ihren Mitchristen missionarisch zu wirken.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/090611_fronleichnam3.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-31237\" title=\"090611_fronleichnam3\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/090611_fronleichnam3-265x176.jpg\" alt=\"090611_fronleichnam3\" width=\"265\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/090611_fronleichnam3-265x176.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/090611_fronleichnam3.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/090611_fronleichnam1.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-31235\" title=\"090611_fronleichnam1\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/090611_fronleichnam1-265x176.jpg\" alt=\"090611_fronleichnam1\" width=\"265\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/090611_fronleichnam1-265x176.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/090611_fronleichnam1.jpg 592w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><br \/>\nAm Beginn seiner Predigt hatte Algermissen auf die vielen Zeugnisse der fr\u00fchen Kirche hingewiesen, die zeigten, da\u00df die Teilnahme an der sonnt\u00e4glichen Eucharistiefeier kennzeichnend war f\u00fcr die Christen. Bischof Ignatius von Antiochien wurde Anfang des 2. Jahrhunderts unter Kaiser Trajan (98-117) als Gefangener nach Rom gebracht. Auf der Fahrt dorthin schrieb er sieben Briefe an verschiedene Gemeinden, in denen er als zum Tod Verurteilter noch einmal Wesentliches zusammenfa\u00dfte. \u201eIn seinem ber\u00fchmten Wort zur Eucharistie bezeichnet er diese als \u00e2\u20ac\u0161Arznei der Unsterblichkeit\u00e2\u20ac\u2122 \u2013 Christsein hei\u00dft, gem\u00e4\u00df der sonnt\u00e4glichen Eucharistie zu leben\u201c, erinnerte der Bischof.<\/p>\n<p>Die Christen der ersten drei Jahrhunderte h\u00e4tten in der Zeit der Verfolgung verstanden, da\u00df die Feier der Eucharistie am Sonntag zu ihrer Identit\u00e4t geh\u00f6rte, da sie die Quelle war, aus der sie lebten. H\u00e4tten sie sich nicht regelm\u00e4\u00dfig getroffen, h\u00e4tten sie sich laut Algermissen schon in den ersten Jahrhunderten als Kirche aufgel\u00f6st. \u201eIn dieser Feier wird gegenw\u00e4rtig, was Jesus beim letzten Abendmahl sagte und tat, als er seinen J\u00fcngern Brot und Kelch reichte und sprach: \u00e2\u20ac\u0161Dies ist mein Leib f\u00fcr euch\u00e2\u20ac\u2122 und \u00e2\u20ac\u0161Dies ist mein Blut, das f\u00fcr euch vergossen wird\u00e2\u20ac\u2122\u201c, fuhr der Bischof fort weiter. Vom hl. Johannes Maria Vianney, dem Pfarrer von Ars, \u2013 den der Papst in wenigen Tagen,\u00c2\u00a0 zu Beginn des Priesterjahres am 19. Juni, den Priestern als Vorbild vorstelle \u2013 werde \u00fcberliefert, er habe sich bei seinen in der Kirche stattfindenden Katechesen immer wieder umgedreht und zum Tabernakel hingewendet mit den Worten: \u201eVraiment, il est l\u00c3\u00a0!\u201c \u2013 \u201eWirklich, er ist da!\u201c. Dies bezeichnete der Bischof als \u201eein sch\u00f6nes Zeugnis des Glaubens an die Gegenwart Jesu Christi in der Feier der Eucharistie und der Verehrung seiner bleibenden Gegenwart in der Kirche auch \u00fcber die liturgische Feier der Eucharistie hinaus\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/090611_fronleichnam4.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-31238\" title=\"090611_fronleichnam4\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/090611_fronleichnam4-265x397.jpg\" alt=\"090611_fronleichnam4\" width=\"265\" height=\"397\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/090611_fronleichnam4-265x397.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/090611_fronleichnam4.jpg 399w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Am Ende eines Prozesses des Fernbleibens von der sonnt\u00e4glichen Eucharistie sei es soweit, da\u00df der Glaube an Jesus Christus dem eigenen Leben weder Perspektive noch Inhalt oder Form geben k\u00f6nne, gab Bischof Algermissen zu bedenken. Darum d\u00fcrfe man den Schwund bei der Mitfeier der Sonntagsmesse niemals \u201eapathisch oder resigniert\u201c hinnehmen. Denn die Kirche sei im Kern Eucharistie und werde von ihr her immer wieder neu aufgebaut, wie es der unvergessen Papst Johannes Paul II. in seiner letzten Enzyklika \u201eEcclesia de Eucharistia\u201c dargelegt habe. \u201eIn der Eucharistie gehen wir in das \u00fcber, was wir empfangen: wir empfangen den Leib Christi, um immer deutlicher und glaubw\u00fcrdiger Leib Christi in der Welt darzustellen und zu bilden.\u201c<\/p>\n<p>An dieser Stelle nun sei das Fronleichnamsfest als \u201eHochfest des Leibes und Blutes Christi\u201c direkt ber\u00fchrt, stellte Algermissen klar. Man d\u00fcrfe das im 13. Jahrhundert entstandene Fest nicht allein historisch betrachten, sondern seine Feier m\u00fcsse positive Konsequenzen haben. Am Fronleichnamsfest feierten die Gl\u00e4ubigen den eucharistischen Herrn in der \u00d6ffentlichkeit, auch wenn dies an diesem verregneten Tag einmal nicht m\u00f6glich sei. \u201eDie Feier der Eucharistie mu\u00df im Alltag dieser Stadt eine Entsprechung finden\u201c, forderte der Oberhirte. Die Haltung, die den Herrn bei der Einsetzung der Eucharistie im Abendmahlssaal beseelte, m\u00fcsse auch die Christen beseelen. \u201eWir k\u00f6nnen das Geschenk des eucharistischen Brotes nur teilen, wenn wir auch das t\u00e4gliche Brot und unser Leben in Freude und Hoffnung wie in Trauer und Angst sowie ihre Tr\u00e4nen zu teilen bereit sind. Wenn wir die Welt vor die Hunde gehen lassen, machen wir uns s\u00fcndig am Leibe Christi!\u201c Innere Br\u00fcche gebe es auch in den Gemeinden. Man d\u00fcrfe nicht nur Hoch\u00e4mter feiern, sondern die Lehre Jesu Christi m\u00fcsse auch sozial Folgen f\u00fcr das eigene Leben haben. In diesem Zusammenhang betonte der Oberhirte die Notwendigkeit der Einheit in der Kirche und erinnerte daran, da\u00df diese j\u00fcngst \u201elokal besudelt worden sei\u201c \u2013 ein deutlicher Hinweis auf die unerlaubte Kapellenweihe der traditionalistischen Piusbruderschaft.<\/p>\n<p>Die selige Mutter Teresa von Kalkutta hatte die deutschen Katholiken 1978 in Freiburg gefragt: \u201eKennt ihr die Armen eurer Stadt?\u201c Diese Frage stellte der Bischof nun den im Dom versammelten Gl\u00e4ubigen, um auf die Situation armer Menschen auch in Fulda aufmerksam zu machen. Viele k\u00f6nnten materiell heutzutage \u201egar nicht genug bekommen\u201c. Diese Menschen glaubten, so der Bischof, durch \u201egieriges Haben\u201c ihr Leben sichern zu k\u00f6nnen und suchten die einmal erreichten Besitzst\u00e4nde mit aller Macht zu wahren. \u201eDadurch ist auch in unserer Gesellschaft vieles so festgefahren; es bewegt sich kaum mehr etwas und l\u00e4\u00dft sich politisch auch kaum etwas bewegen.\u201c Dies gelte f\u00fcr politische wie kirchliche Gemeinden und Einrichtungen gleicherma\u00dfen. Solche \u201eegoistische Erstarrung\u201c sei aber \u201eZeichen des Todes und nicht des Lebens\u201c. Denn Leben entstehe aus Liebe und Teilen wie bei der Zellteilung. Nur wer sein Leben hingebe, werde es finden. \u201eDie Hingabe des Herrn f\u00fcr uns Menschen und zu unserem Heil ist das Lebensmittel auf dem Weg unserer Pilgerschaft hin zum endg\u00fcltigen Zuhause\u201c, betonte Algermissen.<\/p>\n<p>Die Christen gingen am Sonntag zur Feier der Hl. Eucharistie in die Kirche, die dazu geweiht sei, den Dienst Gottes an den Menschen zu erm\u00f6glichen. Sie verlie\u00dfen dann aber die Kirche wieder, um ihren \u201eMenschendienst im Alltag\u201c neu zu beginnen. \u201eDer Dienst Gottes an uns und der konsequente Dienst am Menschen unsererseits entsprechen einander, sind wie die beiden Brennpunkte einer Ellipse\u201c, sagte Algermissen am Ende seiner Predigt.<\/p>\n<p>Der Fuldaer Domchor unter Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber sang in dem Gottesdienst Chors\u00e4tze aus der \u201eMissa in honorem Beatae Mariae Virginis de Loreto\u201c von V. Goller und von C. Franck sowie weitere Chor\u00e4le im Wechsel mit der Gemeinde. Die Orgel spielte Domorganist Prof. Hans-J\u00fcrgen Kaiser.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda (bpf). Mit Gottesdiensten und, wo es das regnerische Wetter zulie\u00df, Prozessionen feierten die Katholiken am Donnerstag das Fronleichnamsfest. 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