{"id":30692,"date":"2009-06-05T06:34:13","date_gmt":"2009-06-05T04:34:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=30692"},"modified":"2009-06-05T07:50:24","modified_gmt":"2009-06-05T05:50:24","slug":"orgel-matinee-im-dom-am-13-juni-mit-dr-franz-hauk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=30692","title":{"rendered":"ORGEL-MATINEE im Dom am 13. Juni mit Dr. Franz Hauk"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/hauk-an-kl-orgel.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-30693\" title=\"Bistum Fulda\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/hauk-an-kl-orgel-265x213.jpg\" alt=\"Bistum Fulda\" hspace=\"5\" width=\"265\" height=\"213\" align=\"left\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/hauk-an-kl-orgel-265x213.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/hauk-an-kl-orgel.jpg 743w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><strong>Fulda.<\/strong> In Ingolstadt steht ein besichtigenswertes M\u00fcnster in einer reizvollen Altstadt. Von dort kommt Dr. Franz Hauk, der in seiner Orgelmatinee am 13. Juni von 12:05 Uhr bis 12:35 Uhr ganz konventionell mit Franz Liszt \u201ePr\u00e4ludium und Fuge \u00fcber den Namen Bach\u201c beginnt und weniger konventionell mit der I. Symphonie von Enjott Schneider schlie\u00dft. Thema der Symphonie ist das \u201ePater Noster\u201c. In dieser ist auch eine Hommage an C\u00e9sar Francks h-Moll-Choral enthalten: der zweite Satz ist eine Passacaglia, die an diesen erinnert. Der Kostenbeitrag f\u00fcr die Orgelmatineen betr\u00e4gt 3,50 \u00e2\u201a\u00ac (erm\u00e4\u00dfigt 2,50 \u00e2\u201a\u00ac).<!--more--><\/p>\n<p><strong>Programm\/Zu den Werken:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Franz Liszt: Pr\u00e4ludium und Fuge \u00fcber den Namen Bach<\/strong><\/p>\n<p>Franz Liszt\u00e2\u20ac\u2122s bekanntestes Orgelwerk, Pr\u00e4ludium und Fuge \u00fcber B-A-C-H, ist ein Werk voll romantischen \u00dcberschwangs und eleganter Virtuosit\u00e4t, dabei sehr klar im Aufbau und durchsichtig im Satz. An das abwechslungsreiche, von dem ber\u00fchmten 4-Ton-Motiv v\u00f6llig beherrschten Pr\u00e4ludium schlie\u00dft sich eher eine Fugen-Fantasie als eine klassisch durchkomponierte Fuge mit einem 11-Ton-Thema(!) an, die sich nach und nach in ph\u00e4nomenal flutenden Passagen aufl\u00f6st und in die Klimax des Werkes &#8211; der einstimmigen Vorstellung des Themas, jetzt mit der Hinzuf\u00fcgung eines weiteren Tones zur 12-Ton-Reihe &#8211; m\u00fcndet. Diese 12-Ton-Reihe und die nachfolgenden, schon impressionistisch anmutenden Takte im Pianissimo zeigen wieder einmal mehr, wie Liszt wie kein anderer nachfolgende Komponistengenerationen beeinflusst hat.<\/p>\n<p><strong>Johann Sebastian Bach: Wachet auf, ruft uns die Stimme<\/strong><\/p>\n<p>Das Pr\u00e4ludium in a-moll von Bach l\u00e4sst deutlich eine Anlehnung an die norddeutsche Orgeltradition (Buxtehude) erkennen. Als typisches Charakteristikum dieses norddeutschen Barockpr\u00e4ludiums ist so z. B. schon die Idee eines auf einer weit gespannten Figur basierenden Anfangs-Solos in der rechten Hand zu nennen, sowie dessen sp\u00e4ter folgende Pedal-Version. Des Weiteren sind die Passagen bezeichnend, bei denen zum Laufwerk in den Manualen lange Orgelpunkte im Pedal dazukommen.\u00c2\u00a0 Die bekannte Choralbearbeitung \u201eWachet auf, ruft uns die Stimme\u201c stammt urspr\u00fcnglich aus einer Kantate und wurde von Bach dann in der (nach dem Verleger benannten) Sch\u00fcbler-Choral-Sammlung zusammen mit f\u00fcnf weiteren Choralbearbeitungen als Orgel-Version herausgegeben. Die Choralmelodie erscheint im Trio deutlich in der Tenorstimme der linken Hand. Das Thema der im 6\/8-Takt stehenden, anspruchsvollen a-moll-Fuge umfasst ein Kopfmotiv und einen sequenzierenden Themenanhang. Durch diese bewegte Weiterspinnung des Themas, die in allen Stimmen beibehalten wird (auch im Pedal), erh\u00e4lt die Fuge eine auffallende Komplexit\u00e4t. F\u00fcr Schwung sorgen immer die lebhaften Figuren in den Sequenzen des Themas. Interessant \u2013 wiederum im Hinblick auf die norddeutsche Orgeltradition \u2013 ist der Schluss der Fuge. Der letzten Themendurchf\u00fchrung schlie\u00dft sich nach motivisch weitergef\u00fchrten Sechzehntelpassagen im Pedal, wieder ein virtuoses Manualsolo mit Zweiund-drei\u00dfigstel-L\u00e4ufen an, das bruchlos in eine kurze, akkordische Schlusskadenz m\u00fcndet. Erl\u00e4uterungen sind z. T. zitiert aus: Handbuch Orgelmusik &#8211; Komponisten, Werke, Interpretation, hrsg. von R. Faber und P. Hartmann, B\u00e4renreiter-Verlag Kassel, 2002<\/p>\n<p><strong>Enjott Schneider: Orgelsymphonie Nr. 1 PATER NOSTER<\/strong><\/p>\n<p>Die Orgelsymphonie Nr. l reiht sich in die Traditionslinie der franz\u00f6sischen Orgelsinfonik (mit Namen wie Franck, Widor, Vierne, Durufl\u00e9, Tournemire). Mit ihrer Grundrichtung vom verzweifelt Dunklen zum trostreich Hellen thematisiert die Sinfonie den Gestus des Betens und Bittens des in Not geratenen Menschen, der im PATER NOSTER als Archetyp des Gebets seine Erf\u00fcllung findet. Satz 3 greift den schattigen &#8220;Tenebroso&#8221;-Charakter des ersten Satzes auf, allerdings in einem dunklen Adagio, dessen Figurationen zun\u00e4chst eine Hommage an C\u00e9sar Francks Choral h-moll darstellen: harmonische Grundlage ist die Zw\u00f6lftonreihe des Beginns, die als Passacaglia frei durchgef\u00fchrt wird. Satz 4 lebt von virtuosem Spieltrieb. In klarem G-Dur findet sich das &#8220;Pater Noster&#8221; in den B\u00e4ssen und wird mit einem punktierten Seitenthema (von b-moll ausgehend modulatorisch angelegt) konfrontiert. Beide Themen werden in dieser gro\u00dfangelegten Toccata motivisch durchgef\u00fchrt und f\u00fchren zu einem existenzbejahenden Finale.<\/p>\n<p><strong>Vita<\/strong><\/p>\n<p>Franz Hauk wurde 1955 in Neuburg an der Donau geboren. Er studierte nach dem Abitur die F\u00e4cher Kirchen- und Schulmusik sowie Klavier und Orgel an den Musikhochschulen in M\u00fcnchen und Salzburg. Zu seinen Lehrern z\u00e4hlen Aldo Schoen, Gerhard Weinberger, Franz Lehrndorfer und Edgar Krapp. 1981 erhielt er das Meisterklassendiplom der Musikhochschule M\u00fcnchen. Mehrere Auszeichnungen folgten. Seit 1982 ist er als Organist, seit 1995 auch als Chorleiter am Ingolst\u00e4dter M\u00fcnster t\u00e4tig. Schwerpunkte seines Repertoires liegen bei den Werken Johann Sebastian Bachs, Max Regers und bei der franz\u00f6sischen Orgelmusik des 19. und 20. Jahrhunderts. Mit Vorliebe setzt sich Franz Hauk auch f\u00fcr die zeitgen\u00f6ssische Musik ein und regt immer wieder Kompositionsauftr\u00e4ge an. Er begr\u00fcndete in Ingolstadt zahlreiche Konzertreihen, wie beispielsweise die \u201eInternationalen Ingolst\u00e4dter Orgeltage\u201c, die \u201eOrgelmatinee um Zw\u00f6lf\u201c in der Asamkirche Maria de Victoria oder die allj\u00e4hrlichen Musikn\u00e4chte im Theater. 1988 promovierte er im Fach Musikwissenschaft mit einer Arbeit \u00fcber die M\u00fcnchener Kirchenmusik zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Als Autor befasst er sich vor allem mit Fragen der Quellenforschung und der Auff\u00fchrungspraxis. Er ist Vorstandsmitglied der Internationalen Simon-Mayr-Gesellschaft und Mitglied des Editorial Boards einer bei Ricordi erscheinenden Mayr-Werkausgabe. Franz Hauk wirkt als Juror bei\u00c2\u00a0 Musikwettbewerben und leitet Meisterklassen bei internationalen Musikfestivals, beispielsweise beim Internationalen Orgelfestival \u201eMegaron\u201c in Athen zusammen mit Jane Parker-Smith, Daniel Roth und Johannes Geffert. Franz Hauk spielte viele Rundfunk- und CD-Aufnahmen und konzertiert in ganz Europa und den USA. Auch die T\u00e4tigkeit als Dirigent nimmt mittlerweile einen breiten Raum seiner k\u00fcnstlerischen Arbeit ein. Im Jahre 2003 gr\u00fcndete er den Simon-Mayr-Chor, ein Vokalensemble mit professionellem Anspruch. Seit Oktober 2002 lehrt er im Bereich Historische Auff\u00fchrungspraxis an der Staatlichen Hochschule f\u00fcr Musik und Theater in M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>Weitere Informationen zu den Orgelkonzerten im Fuldaer Dom finden Sie unter www.orgelmusik.bistum-fulda.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. In Ingolstadt steht ein besichtigenswertes M\u00fcnster in einer reizvollen Altstadt. Von dort kommt Dr. Franz Hauk, der in seiner Orgelmatinee am 13. Juni von 12:05 Uhr bis 12:35 Uhr ganz konventionell mit Franz Liszt \u201ePr\u00e4ludium und Fuge \u00fcber den Namen Bach\u201c beginnt und weniger konventionell mit der I. 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